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Hennigsdorfer Elektroklänge gehen hinaus in die Welt

Musik: Tibration heißt das aktuelle Projekt von Kai und Kristian Tilgner

MAZ Oranienburg, 28.9.2011

Ihr Song „Ey, heb die Beine an“ aus dem Jahr 2007 hatte bei Youtube bis gestern fast 1,4 Millionen Klicks.

HENNIGSDORF
Das Video lief wochenlang in der „Club Rotation“ bei Viva. Auf Youtube hatte der Clip zu „She’s a Freak“ von Darius & Finlay feat. Tibration bis gestern mehr als 706 000 Klicks. Ein großer Erfolg in Deutschland und Österreich, und bald soll der Song auch im Ausland verkauft werden. Gedreht wurde das Video auf Fuerteventura, der Song allerdings entstand in Hennigsdorf.

Tibration sind die Brüder Kai und Kristian Tilgner. Schon seit zehn Jahren machen sie gemeinsam elektronische Musik und konnten viele Erfolge feiern. Kristian ist in der Szene besser bekannt als LeBrisc. „Mit der ersten Platte ,I’ve got the Power’ war ich zum Beispiel in Holland und England recht erfolgreich“, sagt der 32-Jährige. Früher machte er allerdings noch Hardstyle, also Musik mit bis zu 160 Beats pro Minute. Kristian produzierte die Songs, auch für seinen Bruder Kai, der schon lange als DJ durch die Diskos zog. 2003 gründete Kristian die Le-Brisc-Musikproduktion.
„Kai hat oft die guten Ideen“, sagt Kristian. „Zuerst kommt die Idee für die Melodie oder den Beat“, ergänzt Kai. Die beiden traten als LeBrisc & Kai Jaxx in Wales auf, in Estland und Frankreich.

Inzwischen produzieren sie auch im Auftrag von anderen DJs. „Viele der bekannten Elektrogrößen stehen nur vorne, aber lassen sich ihre Songs von anderen produzieren“, erzählt Kai Tilgner alias Kai Jaxx. Unter dem Namen Jaxx ’n’ Danger produzierten die Tilgners im Jahr 2008 einen Remix von „She’s like the Wind“. „In der Zeit ist der Jumpstyle entstanden“, erzählt Kristian Tilgner. „Den Tanz haben wir damals exzessiv ausgekostet.“ In dem Zusammenhang war auch Springstil ein Projekt der Hennigdorfer, das sie gemeinsam mit DJ Hyper auf die Beine stellten. Mit „Ey, heb die Beine an“ hatten sie bei Youtube innerhalb von drei Monaten 700 000 Klicks, inzwischen sind es fast 1,4 Millionen. „Wenn wir das live vor Publikum gespielt haben, war das der Wahnsinn“, sagt Kai Tilgner. „Du stehst vor 7000 Leuten, die sehen dich an und tanzen, wenn du den Song spielst. Die Gänsehaut spürst du noch eine Woche lang.“ Sie traten auch auf der Love Parade in Berlin und der Street Parade in Zürich auf.

Aber die Zeiten haben sich geändert, heute werden nicht mehr ganz so schnelle Beats bevorzugt. „Heute laufen in den Diskos mehr House- oder Elektrosongs“, so Kristian Tilgner. „Ich musste erst mal den Spaß am Elektrodance-Pop finden.“
Das Projekt mit Darius und Finlay aus Österreich ergab sich durch ihre vielen Kontakte. „Was aus so einem Song wird, ob er erfolgreich sein kann, für so etwas gibt es keinen Plan“, sagt Kristian.

Die beiden produzieren die Songs im Wohnzimmer. „Wir sind immer auf der Suche nach Sängern oder Songschreibern.“ Man könne jederzeit an der Tür klopfen. Auch kämpfen sie immer wieder darum, auf dem Hennigsdorfer Stadtfest eine Bühne für ein Jugendprogramm aufstellen zu können. Geklappt hat es bislang noch nie.
Jetzt steht aber erst mal das Tibration-Projekt ganz oben auf der Liste – und das, was da noch kommen mag.

www.facebook.com/tibration

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