Monatsarchiv für März 2011

RTelenovela

New York (2): Harlem

Mittwoch, den 30. März 2011
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(1) -> 28.3.2011

Eine resolute Putzfrau. Fast ein Raubüberfall. Ein redseliger Alkoholiker. Eine Kakerlake und (noch) keine Bettwanzen. Willkommen in Harlem.
Unser Apartment ist in Harlem, nördlich vom Central Park in New York. Zwei Zimmer, Küche, Bad, da kann man eigentlich nicht meckern – und das für nur 600 Euro für acht Nächte und drei Personen.

Als wir am Sonntag ankamen, war die Bude voll. Die Big Mamas gibt es wirklich! Eine dicke Mama und ihre Kinder bevölkerten die Wohnung. Die Frau ist gewissermaßen die Putzfrau, die sich aber auch um alles weiteren Angelegenheiten kümmert, sie nahm uns auch die Kohle ab. In bar natürlich. Während sie mit uns sprach, quängelte ihre Tochter, woraufhin sie ihr mitteilte, dass sich ja gerade im Gespräch befindet. Was die Kleine nicht davon abhielt, weiterzuquängeln.

Am selben Abend dachte ich für einen Moment, dass ich Zeuge eines Raubüberfalls werde. Und das kam so: Wir kommen aus der Stadt, wollen gerade die Haustür aufschließen, als uns ein Mann anspricht. Sehr freundlich eigentlich. Er will wissen, wer wir sind, und ich habe irgendwie nicht mitbekommen, wer er eigentlich ist. Er nimmt H. die Schlüssel ab und zeigt uns, wie das Schloss bedient werden muss. Das gleiche an unserer Wohnungstür. Er kommt auch noch mit in die Wohnung. Ich kann es kaum glauben. Was passiert da gerade? Als ich vor der Tür ausharre, bittet er mich hinein. Und beginnt zu erzählen. Zwischendurch schließt er die Tür. Er erzählt, was man alles in New York machen kann. Die beste Pizza. Fahrradverleih. Little India. Gospelgesang am Sonntag. Und so weiter. Nur ich stehe blöd daneben, weil ich immer noch keine Ahnung habe, wer da vor uns steht. Erst als er nach etwa 20 (!) Minuten geht, erfahre ich: Das war der Besitzer der Wohnung. Sie gehört nämlich zu einem Hostel ein paar Straßen weiter. Und mit ihm hatte H. auch die ganze Zeit von Deutschland aus Kontakt. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt.

Großalarm: Als ich gerade im Bad stehe, kommt aus dem Zimmer nebenan Gekreische. Eine! Große!! Kakerlake!!! Im Waschbeutel von H. trieb sie ihr böses Unwesen. Ich habe mir sagen lassen, dass sie ihr Leben lassen musste. Seitdem ist die Bude kakerlakenfrei. Und Bettwanzen soll es in New York angeblich auch geben. Glücklicherweise noch nicht bei uns.

Und dann war da noch der Mann, der uns mitten auf der Straße ansprach. Ein älterer schwarzer Mann. Wollte wissen, wo wir denn hinwollen, wo wir herkommen. Wir brauchen hier keine Angst zu haben, sagte er noch. Hier würde nichts passieren. Die Zeit, wo hier ständig jemand überfallen wird, sei vorbei. Ach ja, dann erzählte er uns noch, dass wir bald Barack Obama treffen könnten. Aber davon bald mehr.

RTZapper

Verrückt nach Knut – Ein Eisbär erobert die Welt

Mittwoch, den 30. März 2011
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SA 26.03.2011 | 12.03 Uhr | Das Erste

Knut ist tot. Da dachten sich die Verantwortlichen der ARD: Da müssen wir mit einer Sondersendung reagieren. Im Kinderprogramm „Check Eins“ fand sich schließlich ein Sendeplatz. Die Doku „Verrückt nach Knut“ lief dort im passenden Umfeld.

Eigentlich war an der Stelle der Film „Lassies Heimweh“ geplant. Eine der Darstellerinnen: Elizabeth Taylor. Was keine ahnen konnte: Auch sie starb im Laufe der Woche. Doch der Film mit ihr musste dem toten Eisbären weichen. Das Erste gedachte also dem Tier und nicht der verstorbenen Schauspielerin.
Der Aufruhr in einigen Medienforen war groß: Das sei doch wieder typisch. Die ARD setze die Prioritäten falsch.

Dabei konnte, als die Programmänderung feststand, niemand ahnen, dass die Taylor ebenfalls sterben wird. Und so ungern es einige der Fans der Schauspielerinnen auch lesen werden: Die Kinder im Lande, an die sich das Programm am Sonnabendmittag richtet, trauern wohl doch eher um Knut als um Elizabeth. Deshalb war die Entscheidung auch richtig, das Programm nicht „rückzuändern“.

RTelenovela

New York (1): Times Square!

Montag, den 28. März 2011
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Erst als wir wirklich auf dem Times Square standen, war uns klar: Wir sind angekommen, wir sind in New York! In der glitzernden Metropole. Wer über den Times Square spaziert, wird mit vielen Eindrücken geradezu bombardiert. Allen voran: die Unmegen von Leuchtreklamen. Da wird für Musicals geworben, neue Fernsehshows, für Klamotten, Spielzeug und vieles mehr. Entlang der Straße stehen zig Leute, die uns in eine Stand-Up-Comedyshow locken wollten. Keine Ahnung, warum dafür so viele Werber gebraucht werden.
Am Sonntagabend sind auf der Bummelmeile Himmel und Menschen unterwegs gewesen, und dennoch: Von Hektik kann man nicht sprechen, die Menschen sind gelassen in dem munteren Treiben. Der Luft von Verbranntem steigt einem hier und da in die Nase, alle paar Meter stehen Imbisswagen, an denen man Hotdogs oder Burger kaufen kann. Was das kostet, wird dem Kunden erst verraten, wenn er die Geldbörse zückt. Vielleicht ist der Preis eine Glückssache.

Die Einreise nach New York war sehr viel unproblematischer, als wir vorher dachten. Und mein Laptop ist übrigens auch frei von Explosionsstoffen. Um das herauszufinden, musste ich einer Zollbeamtin durch den halben Flughafen folgen. Ein netter Herr wischte dann mit einem Wasweißich über Innenseite, um dann festzustellen, dass da nix ist. Und weil das so schön ist, musste ich gleich danach, bei der Rückkehr in den Abflugbereich, noch mal abgetastet werden…
Acht Stunden und 15 Minuten dauerte der Flug. Die gehen schneller vorbei, als man so denkt. Jeder hat seinen eigenen Monitor am Platz und kann wählen, was er sehen möchte. So vertreibt man sich die Zeit: ein bisschen lesen, Solitäre spielen, Musik hören, in einen Film reinschauen, noch ein bisschen lesen, und schon landen wir in New York.

In New York macht man erstes: warten. Warten, dass man rein darf. Warten, dass man seinen Stempel in den Pass bekommt. Der Beamte kennt sich mit den deutschen Passagieren schon aus. Er war sogar recht freundlich: Wie lange ich denn in NY bleibe. Echt, so lange? Er lächelte sogar. Wahnsinn! Und dann: “Rechte vier!” “Daumen!” “Linke vier” “Daumen!” Gemeint sind die Fingerabdrücke. Später noch ein Gesichtsfoto. Dann weiter zur Gepäckabholung. Erstaunlicherweise wollte niemand noch mal in unsere Koffer sehen. Das haben wir alles schon mal anders gehört…

RTelenovela

Vor 20 Jahren (58): Oma Kupfer

Montag, den 28. März 2011
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(57) -> 26.3.2011

Donnerstag, 28. März 1991.
Oma Kupfer ist gestorben. Sie war nicht meine richtige Oma, aber so was Ähnliches.
Man kann sagen, ich hatte in meinem Leben vier Omas. Zwei richtige Omas. Eine Stiefoma. Und eine Nennoma.
Oma Kupfer wohnte nebenan. Nach der schule war ich oft bei ihr, es gab meist etwas zu essen, ich las ihr aus der Zeitung vor, holte die Post aus dem Briefkasten vorn an der Robert-Koch-Straße.
Nach der Wende hat sie sich immer über die viele Reklame in der MV und der späteren MAZ aufgeregt. Man könne ja gar nicht mehr zwischen Werbung und dem Rest unterscheiden, sagte sie mal.

Am 22. Februar 1991 ist sie gestorben, fünf Wochen später, am 28. März 1991, wurde sie auf dem städtischen Friedhof beigesetzt. Sie kam in die Urne.
Was ich allerdings nicht mehr weiß: Ob ich bei der Beerdigung eigentlich dabei war, denn meine Eltern hielten mich als Kind immer von solchen traurigen Anlässen fern. Aber ich meine, dass ich in dem Fall dabei war.

RT im Kino

Der Plan

Sonntag, den 27. März 2011

Fast hätte er es geschafft: David Norris (Matt Damon) steht kurz davor, Senator des Staates New York zu werden. Aber dann macht eine Zeitung mit einem riesigen Foto von ihm auf. Eine Jugendsünde. Doch sie kostet ihn die Wahl.
Aber eigentlich ist ihm das erst mal auch gar nicht so wichtig, denn er hat eine junge Frau kennengelernt. Elise (Emily Blunt) hat es ihm angetan. Zweimal laufen sie sich zufällig über den Weg. Aber – das zweite Mal war so eigentlich gar nicht geplant. Diesen Zufall sollte es gar nicht geben. Als plötzlich seltsame Männer mit ebenso seltsamen Hüten auftauchen, wird David klar, dass er ein Problem hat. Die Herren wollen die Begegnung mit Elise rückgängig machen.

Schicksal? Nein, so was gibt es nicht. Unser Leben verläuft nach einem genauen Plan. Unsere Karriere steht fest. Unser künftiger Partner steht fest. Alles steht fest. Und natürlich gibt es Leute, die überwachen, dass das, was fest steht, so auch passiert.
Das also ist “Der Plan”. Der Film von George Nolfi handelt von einem Thema, das erst mal schwer zu fassen ist. Alle reden von Zufällen, vom Schicksal – Nolfi nicht. Das macht die Geschichte irgendwie unglaubwürdig, aber dennoch interessant.
Nolfi setzt in seinem Film New York wunderbar ins Bild – und mal ganz anders. Es gibt Türen, die in ein völlig anderes Stadtviertel führen. Die Überwachsungsherren nutzen ein geheimes Labyrinth durch die Stadt.
Und am Ende beschäftigt sich “Der Plan” mit fast existenziellen Fragen: Was will ich eigentlich in meinem Leben? Und was bin ich bereit, aufzugeben?

7/10

RTelenovela

Facebook-Status: vergeben

Samstag, den 26. März 2011
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Auf Facebook kann man so ziemlich alles angeben: Beruf, Hobbys, Lieblingsseiten im Internet und natürlich die Freunde. Aber auch: der Familienstatus.
Neulich passierte etwas Unerhörtes: Einer meiner Facebook-Freunde hat seinen Status geändert. XY ist in einer Beziehung. Das stand da so. Und nicht mehr. Mit wem? Seit wann? Warum? Kennen wir sie? Ich finde, da weist Facebook durchaus noch Lücken auf.

Die Nachricht löste ein mittleres Erdbeben aus. Im Gespräch mit anderen Freunden wurde das Thema gleich mal ausgewertet. Das Problem: Eigentlich haben wir keinen Kontakt mit XY. Und ihn jetzt per Mail zu fragen, wer sie denn ist, ist irgendwie auch doof.
Neulich traf ich einen Bekannten, der XY auch kennt. Und? Weißt du mehr, fragte er mich. Und ich ihn. Wir wussten beide nicht mehr. Er hat auch keinen weiteren Kontakt mit ihm.
Blöde Sache, das. Manchmal ist Facebook eben doch ein Fluch.

RTZapper

Cindy aus Marzahn live! – Nicht jeder Prinz kommt uff’m Pferd!

Samstag, den 26. März 2011
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FR 25.03.2011 | 22.15 Uhr | RTL

Nicht jeder Prinz kommt uff’m Pferd. Da ist sich Cindy aus Marzahn ganz sicher. Als sie Freitagabend ihr gleichnamiges Comedyprogramm bei RTL präsentierte, werden das viele Zuschauer schon kennen.

Der Comedystar mit bürgerlichem Namen Ilka Bessin kommt zu Vorpremieren schon mal gern in kleine Provinztheater. So testete sie ihr allererstes großes Programm „Ich wollte ’ne Prinzessin sein“ beispielsweise im Theater „Tiefste Provinz“ in Kremmen vor kleinem Publikum.
Ähnlich war es bei ihrer zweiten Tour. Die Fans in Neuruppin hatten am 20. November 2009 die Gelegenheit, ihre Show noch vor der eigentlichen Premiere zu sehen. „Ick bin so uffgeregt, mir platzt gleich der Schlüppa“, rief Cindy ihrem Publikum im ausverkauften „Stadtgarten“ zu.
Zuvor hatte es jedoch Ärger gegeben. Denn die Presse war zu dem Auftritt nicht zugelassen. Weder Texte noch Fotos durften erscheinen, Reporter sind von den Veranstaltern abgewiesen worden. In der Neuruppiner MAZ erschien trotzdem ein Beitrag – dank eines zahlenden Redakteurs im Saal.

In ihrem Programm sucht Cindy wie immer den Kontakt zu ihrem Publikum, holt auch schon mal Leute auf die Bühne. In der zweiten Hälfte trägt sie ein weißes Kleid mit roten Rosen, dazu Turnschuhe. „Ick hab’ meenen Prinz noch nisch gefunden“, erzählt sie. Später berichtet Cindy von ihrem Besuch beim Männermagazin Playboy und von ihren vielen Verflossenen. Auch ein Aufklärungsbuch hat sie geschrieben. Ganz war sie mit ihrem Programm wohl noch nicht fertig, denn die Neuruppiner mussten einst auf eine Zugabe verzichten. Die bekommen sie dann erst bei RTL.