RTelenovela

New York (4): Obama

(3) -> 30.3.2011

Neulich trafen wir einen Herren auf der Straße, der uns nicht nur erzählte, dass wir in Harlem keine Angst zu haben brauchen. Er erzählte uns auch, dass wir bald auf Barack Obama stoßen würden. Und wir könnten ihm ruhig glauben, auch wenn er gern Alkohol trinken würde. Dabei zeigte er verstohlen auf seine halbvolle Flasche in seiner Manteltasche.
Wir waren skeptisch. Natürlich. Wieso sollte Obama ausgerechnet in unser Viertel kommen? Aber tatsächlich: Er war da.
Wir wohnen in der 119th Street. Und Obama hatte einen Auftritt fünf Blocks weiter. Die große Hauptstraße war von Polizisten gesäumt. Selbst in der Subway-Station waren mehrere Polizisten postiert. Vor der 124th Street war dann Schluss. An der Kreuzung standen riesige Laster, die wahrscheinlich verhindern sollten, dass bei einem Anschlag dem Attentäter die Flucht gelingt.
Die Menschen standen davor und wunderten sich. Obama war indes nicht zu sehen. Aber vor einem Eingang in der 124th Street standen Zelte. Erst aus dem Fernsehen erfuhr ich, dass er wirklich da war.
Zwischendurch noch ein Vorkommnis: Ein Mann rannte auf mich zu und ließ unmittelbar neben mir eine Jacke fallen. Und irgendwas war da drin. Eine! Bombe!!? Ich schlich ein paar Schritte davon. Wenn das Ding hochgeht, muss ich ja nicht direkt daneben stehen. Von vorn sah ich, wie drei Polizisten angerannt kamen und ein Herr – ohne Jacke. Es schien ein einfacher Raub gewesen zu sein – und keine Bombe. Den Flüchtigen verfolgen trotzdem noch mehrere Streifenwagen. Was für ein Aufruhr!

Den Vormittag verbrachten wir im Central Park. Wie üblich im März, war der leider noch nicht wirklich grün. Trotzdem ist er eine schöne Bummelmeile. Man begegnet Eichh
Und wer mit dem A-Train raus nach Brooklyn weiter zum Atlantik fährt, wird einen Ort kennenlernen, der in keinem Reiseführer steht: den Rockaway Beach.
Die Subway fährt auf eine Insel südwestlich von Brooklyn und südlich des JFK-Flughafens. Die Strecke führt über eine Brücke, die nur weniger Meter über dem Wasser liegt. Die Subway, die vorher eine halbe Ewigkeit durch die Tunnel der Stadt zuckelte, ist plötzlich ein Wassertaxi. Eine durchaus atemberaubende Fahrt.
Nun gut, das Viertel vor dem Rockaway Beach ist noch im Bau. Es sieht nicht wirklich aus, als wäre man noch in New York. Über die halbfertigen Häuser donnern die Flugzeuge, die im Anflug auf JFK sind. Aber dann: der Strand. Sanft rollen die Wellen an den völlig leeren Strand. Das heißt: Ganz leer war der Strand nicht: Ein Mann lief herum, und es sah aus, als hätte er einen Geigerzähler, um die Strahlung zu überprüfen.

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Ein Kommentar zu “New York (4): Obama”

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