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Volojahre (27): Johnny und der böse Zeitungsleser

(26) -> 19.6.2009

Mittwochabend. Inzwischen ist es 23.44 Uhr, wir sitzen in der Lounge unseres H(M)otels, und Kollege R. hat noch eine wichtige Botschaft für die Leser dieser Seite. Bitteschön, Kollege R.:

“Der größte, gewaltigste, bewegenste Moment der Musikgeschichte fand in einer verranzten, stinkigen Umkleidekabine statt: Johnny Cash singt gemeinsam mit Bob Dylan “I Still Miss Someone”. Mit dieser Botschaft habe ich soeben Roberts Leben verändert, und auch Eures: Reset Button

Dankeschön, Kollege R.
Musik hören wir allerdings nur, wenn ich meinen Laptop bei unseren abendlichen Treffen in der Lounge dabei habe. Das Musikrepertoire des gestrigen Abends: Münchner Freiheit (die müssen in München einfach sein), die Flippers (nach dieser Sendung ein Dauerohrwurm), Beautiful South, Black Föös und Truck Stop (die ja in unserem Hotel wohn(t)en).

In unseren Seminaren an der Akademie geht es nicht immer so locker zu. Da wollen und sollen wir ja auch etwas lernen. Und wir lernen auch etwas. Gute Theaterkritiken zu schreiben (meine kam recht gut weg, bis auf ein paar Floskeln) zum Beispiel. Oder gute Überschriften, Zwischentitel und Bildunterschriften zu kreieren. Ich denke, da können wir tatsächlich etwas für unseren Arbeitsalltag mitnehmen.
Allerdings haben wir es mit unseren Dozenten nicht immer ganz einfach.
So wurde Kollege R. (siehe oben) gestern angeraunzt. Er hatte noch die Süddeutsche Zeitung offen vor sich zu liegen. Der Dozent sprach ihn an, ob er es nicht unfair gegenüber seinen Kollegen fände, wenn er jetzt hier lesen würde. In Wirklichkeit war es seinen Kollegen (also uns) völlig egal, ob er Zeitung liest, an den Tagen davor habe ich zwischendurch auch mal den Münchner Merkur und die Abendzeitung durchgeblättert. Eigentlich störte es nur den Dozenten selbst, und es wäre schön gewesen, wenn er das auch so gesagt und nicht uns ins Spiel gebracht hätte. Genau das ist nämlich unfair. Die Stimmung war jedenfalls dahin, und der Dozent unten durch. Er selbst kaute übrigens Kaugummi, während er uns seine Ansichten erzählte. Finde ich auch irgendwie unfair…

Morgen, am Donnerstag, sind wir im Maximilaneum, im bayerischen Landtag. Wir sind bei einem Ausschuss dabei, der über den Münchner Nahverkehr tagt und treffen danach unter anderen Erwin Huber, den total glorreichen Ex-CSU-Chef. Mal sehen, ob uns ein paar harte Fragen einfallen. So was wie: Warum er als Vorsitzender seiner Partei so erfolgreich war. Oder so.

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Ein Kommentar zu “Volojahre (27): Johnny und der böse Zeitungsleser”

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