Monatsarchiv für Oktober 2006

RTelenovela

Falkensee – Oranienburg: Eine Weltreise

Freitag, den 27. Oktober 2006
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Nun ja, es war am Ende wohl nicht ganz so mein Tag. Aber meine Rückreise mit der Bahn von Falkensee nach Oranienburg, gestaltete sich – auch durch meine eigene Schuld – schwierig. Bis Mai war das ganz einfach, da fuhr der RE5 in gut 20 Minuten von Falkensee nach Oranienburg durch. Jetzt nicht mehr.
20.23 Uhr. Ich bin spät dran, als ich vom “Schrääg rüber” in Falkensee zum Bahnhof hetze. Aber ich schaffe es pünktlich.
20.36 Uhr. Ich warte auf dem Bahnsteig. Auf dem andern Gleis fahrt gerade der RE6 nach Spandau ab.
20.37 Uhr. Ein Blick auf den Fahrplan sagt mir: Der RE6 vorhin war MEIN Zug. Denkfehler meinerseits: Der Zug in die Gegenrichtung nach Hennigsdorf fuhr schon früher. Stand auch so auf meinem Zettel, auf den ich nicht nochmal gesehen hatte. Jetzt hätte ich die Bahn nach Spandau nehmen müssen.
20.41 Uhr. Ich renne auf den andern Bahnsteig, die RB14 nach Spandau fährt ein.
20.51 Uhr. Spandau. Um 21.19 Uhr fährt die RB10 weiter in Richtung Hauptbahnhof. Kleine Pause in den Spandau Arcaden.
21.15 Uhr. Ich komme mit der Rolltreppe auf dem Bahnsteig an. Es steht gerade der Zug nach Neuruppin bereit. Falsche Richtung. Also wieder runter – und auf den anderen Bahnsteig. Hier wird ein IC nach Dresden angekündigt – über den Hauptbahnhof. Nur leider ohne VBB-Tarif. Aber nur 4 Minuten später fährt ja die RB10. Blick auf den Fahrplan: Er fährt auf dem anderen Bahnsteig – auf dem ich vorher schon war. Sowohl der Neuruppiner als auch der Dresdener Zug fuhren gewissermaßen nicht in die eigentlichen Richtungen der Bahnsteige.
21.19 Uhr. Die RB10 lässt auf sich warten.
21.25 Uhr. Abfahrt in Spandau. Im Hauptbahnhof fährt mein RE5 um 21.41 Uhr, ohne die Zugverspätung hätte ich 5 Minuten Zeit gehabt, vom 2. OG ins 2.UG zu hetzen. Ich werde den RE5 nicht erreichen und beschließe, gleich bis Friedrichstraße weiter zu fahren.
21.45 Uhr. Friedrichstraße, ich steige in die S1.
22.30 Uhr. Ankunft in Oranienburg.
Hätte ich in Falkensee nicht getrieft, wäre ich 21.50 Uhr in Oranienburg gewesen – 40 Minuten früher.
Es war nicht mein Tag. Oder zumindest nicht mein Abend.

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RTZapper

Die Angst-Industrie

Donnerstag, den 26. Oktober 2006
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MI 25.10.2006, 0.05 Uhr (Do.), Das Erste

Einerseits sterben Tausende Menschen im Jahr an den Folgen des Rauchens, kommen viele Leute bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das Risiko schätzen wir trotzdem als gering ein. Oder es ist uns egal.
Aber BSE. Oder die Vogelgrippe. Gerade mal rund 350 Kühe wurden positiv auf BSE getestet. 350! Was ist das schon bei Millionen von Proben. Es ist 1000-mal wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden. Trotzdem geraten wir in Panik. Oder: Lassen wir uns in eine Panik gleiten. Die Politiker müssen Gesetze ändern, viel Geld in Forschung pumpen. Wir ändern unser Konsumverhalten. Es könnte ja etwas passieren.
Einen interessanten Beitrag zu dieser Problematik sendete die ARD am späten Mittwochabend: “Die Angst-Industrie”.
So ist beispielsweise die Asbest-Sanierung teurer und gefährlicher, als den Asbest in den Häusern zu belassen.
Aber es hängen eben diverse Industrie- und Wirtschaftszweige daran, die hiermit verdammt viel Geld verdienen. Deshalb lassen wir uns von “Experten” und Medien die Angst vor jeder Kleinigkeit einreden.
Viel Geld wird so verpulvert.
Ein wichtiger Film – den nur leider wieder zu wenige Leute gesehen haben. Das übliche Spiel. Dokus dieser Art im ARD-Nachtprogramm.

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aRTikel

Immer noch der Moritz

Donnerstag, den 26. Oktober 2006
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Aus der Litfaßsäule in den Filmpalast: Dirk Müller war Held im Kinderfilm

MAZ Oranienburg, 26.10.2006

ORANIENBURG

Gerade war er noch auf der Kinoleinwand zu sehen, wie er sich in einer Litfaßsäule vor seinen Eltern versteckte. Nun steht Moritz Zack vor den staunenden Kindern im Filmpalast. Allerdings heißt Moritz Zack in Wirklichkeit Dirk Müller und ist inzwischen 33 Jahre alt – und nicht mehr neun wie im Film.
Im Rahmen der Schulkinowochen sahen sich Erst- und Zweitklässler der Grundschulen aus Mühlenbeck und Friedrichsthal, der Comenius-Grundschule und der Havelschule aus Oranienburg gestern Vormittag im Kino den DDR-Kinderfilm „Moritz in der Litfaßsäule“ an. In dem 1983 in Babelsberg und Pössneck gedrehten Streifen plagt sich Moritz mit seiner Langsamkeit. Wobei sich nur alle anderen daran stören. Jeder hackt auf ihm herum: seine Eltern, Lehrer – alle. Selbst die Katze, mit der er nun in der Litfaßsäule lebt, kann sich hämische Kommentare nicht verkneifen.
„Moritz ist ein Außenseiter, der ganz oft in die Phantasiewelt abtaucht“, sagt Filmpädagogin Katrin Miller vom Projekt „Filmernst“. Sie führte durch das Programm an diesem Vormittag. „Mit dem Film wollen wir die Phantasie der Kinder fördern.“
Den jungen Zuschauern hat es gefallen. „Ich fand es ganz toll“, meinte Sarah (7). Auch der siebenjährige Dustin war begeistert: „Wie sich die Katze verwandelt hat – das fand ich cool!“
„Moritz in der Litfaßsäule“ war die einzige Hauptrolle für Dirk Müller. Davor war er in einer kleinen Rolle bei „Spuk im Hochhaus“ zu sehen. Der Potsdamer schreibt momentan an seiner Diplomarbeit, in der es um wirtschaftliche Themen geht. „Es ist immer noch aufregend, den Film auf der großen Leinwand zu sehen“, sagt Dirk Müller und lächelt: „Ich bin immer noch der Moritz.“ Sein Film war in der DDR ein großer Hit. „Heutzutage würde man Blockbuster sagen. Er läuft ja auch ab und zu noch im Fernsehen.“ Damals verdiente er 40 Mark am Tag. „Auf meinem damaligen Schulzeugnis waren 40 Fehltage vermerkt. Das muss ungefähr die Zahl meiner Drehtage gewesen sein.“ Von seinem verdienten Geld kaufte er sich einen Kassettenrecorder.
Die Schulkinowochen gehen weiter. Heute sind im Oranienburger Filmpalast weitere Vorstellungen geplant. Am 7.Dezember startet „Filmernst“ im Kinocenter im Ziel in Hennigsdorf.

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RTelenovela

Moritz aus der Litfaßsäule

Mittwoch, den 25. Oktober 2006
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Es war einer der DDR-Kinderfilmhits in den 80er-Jahren: “Moritz in der Lifaßsäule”. Die Geschichte über den 9-jährigen Moritz Zack, der immer so furchtbar langsam ist. Ihn selbst stört das nicht, dafür aber die anderen. Eines Tages läuft er von zu Hause weg und zieht in eine Litfaßsäule.
Ich weiß noch, dass der Film immer wieder im Ferienprogramm des alten Oranienburger Filmpalastes lief. Jetzt habe ich ihn auf Video und ihn da auch schon viele Male gesehen. Heute morgen gab es im Filmpalast eine Veranstaltung im Rhamen der Schulkinowochen, in der sich Erst- und Zweitklässler den Film ansehen konnten.
Irgendwie schön, “Moritz in der Litfaßsäule” mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.
Dirk Müller, wie Moritz Zack in Wirklichkeit heißt, war damals 9 – heute ist er 33. Und war zu Gast im Filmpalast. Wenn man es weiß, kann man ihn auch durchaus noch erkennen. Jetzt wohnt er in Potsdam, hat aber mit Filmen nichts mehr zu tun. Er ist noch am Studieren, schreibt an seiner Diplomarbeit zu einem Wirtschaftsthema.
“Es ist immer noch aufregend, den Film auf der großen Leinwand zu sehen”. Und: “Ich bin immer noch der Moritz.” Klar, so sprachen ihn auch die Kinder im Saal an.
War mal wieder ein schönes Erlebnis…

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Die Ohrenzeugen

Dienstag, den 24. Oktober 2006
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Ich mag es nicht, wenn mir andere Leute beim Telefonieren zuhören. Aber ich musste mich umstellen.
Nach den Umbauarbeiten in unseren Büros sitze ich jetzt mit vier anderen Kollegen in einem großen Raum. Bis vor ein paar Wochen saß ich in einem kleinen abgetrennten, von Glas umgebenen Raum. Da konnte zwar jeder reinsehen – aber ich hatte notfalls eine Tür, die ich zumachen konnte.
Jetzt habe ich beim Telefonieren Ohrenzeugen.
Ein seltsames Gefühl. Jeder kann mithören…
Auch neu: Wenn meine Kollegin direkt neben mir telefoniert, warte ich. Sonst ist das Stimmengewirr einfach zu groß.
Aber letztlich gewöhnt man sich an alles…

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ZAPPER VOR ORT: Udo Jürgens in Berlin

Montag, den 23. Oktober 2006
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MO 23.10.2006, 20.00 Uhr, Berlin, Max-Schmeling-Halle

Man stelle sich vor, man hat teure Karten gekauft, sitzt bei Udo Jürgens in der Berliner Max-Schmeling-Halle in der ersten Reihe. Und dann rennen beim zweiten Song plötzlich dutzende Pressefotografen vor die Bühne und versperren die Sicht. Na toll.
Wir haben das ganze aus der Ferne aus Block I beobachtet, aber ich kann mir gut vorstellen, was in den Reihe-1-Leuten vor sich ging.
Aber sie hatten ja Glück: Nach zwei weiteren Songs verdünnisierten sich die Knipser.
Man kann es so sagen: Ein denkwürdiger, spannender, faszinierender, schöner, emotionaler Abend: Der alte Udo rockt die Leute. Udo Jürgens ist ja auch nicht wirklich (nur) der Schlagerheini. Seine Songs haben mitunter durchaus eine Botschaft. Bei “Fünf vor zwölf” bekommt man eine echte Gänsehaut.
Bei Klassikern wie “17 Jahr, blondes Haar” oder “Ein ehrenwertes Haus” bebte die Halle. Eine super Stimmung.
Ein seltsames Bild, als Jürgens den Hit “Vielen Dank für die Blumen” anstimmt. Als sei der Song ein geheimes Startsignal, stürmten Frauen samt Blumen aus allen Teilen der Halle vor die Bühne, um ihm ein Plänzchen zu überreichen. Sieht man nicht oft: Die Groupies standen über die gesamte Bühnenlänge in Fünferreihen und schmachteten ihren Star an.
Udo ist übrigens pünktlich: Noch nie habe ich erlebt, dass ein für 20 Uhr angekündigtes Konzert um Punkt 20 Uhr begann. Respekt!
Dieser Abend war anders. Diese Emotionen können heutige Popbands selten erreichen. Momente, in denen man dem Typen da vorne genau zuhört, was er zu sagen. Momente, in den gefeiert wird. Gänsehautmomente.
Nach gut 120 Minuten war das Spektakel zu Ende. Dieser Abend reihte sich damit zu denen, an die man sich länger als 2 Stunden erinnern wird.

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RTelenovela

Ein Abend mit Udo Jürgens

Montag, den 23. Oktober 2006
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Unser Abend mit Udo Jürgens begann schon vor dem eigentlichen Konzert. Als wir vom S-Bahnhof Schönhauser Allee kamen, machten wir es uns noch beim Thailänder in der Gleimstraße gemütlich. Während wir heiße Suppe schlüften, beschallte die Bar gegenüber die Straße mit Udo-Jürgens-Hits. Dort sollte das Konzert auf einer Großbildleinwand übertragen werden. Eine nette Atmosphäre auf der Gleimstraße – die Leute fanden’s gut.
Aber wir hatten ja noch das Live-Erlebnis vor uns. Glückliche Umstände machten es möglich, das auch noch kostenlos haben zu können.

Man stelle sich vor, man hat teure Karten gekauft, sitzt bei Udo Jürgens in der Berliner Max-Schmeling-Halle in der ersten Reihe. Und dann rennen beim zweiten Song plötzlich dutzende Pressefotografen vor die Bühne und versperren die Sicht. Na toll.
Wir haben das ganze aus der Ferne aus Block I beobachtet, aber ich kann mir gut vorstellen, was in den Reihe-1-Leuten vor sich ging.
Aber sie hatten ja Glück: Nach zwei weiteren Songs verdünnisierten sich die Knipser.
Man kann es so sagen: Ein denkwürdiger, spannender, faszinierender, schöner, emotionaler Abend: Der alte Udo rockt die Leute. Udo Jürgens ist ja auch nicht wirklich (nur) der Schlagerheini. Seine Songs haben mitunter durchaus eine Botschaft. Bei “Fünf vor zwölf” bekommt man eine echte Gänsehaut.
Bei Klassikern wie “17 Jahr, blondes Haar” oder “Ein ehrenwertes Haus” bebte die Halle. Eine super Stimmung.
Ein seltsames Bild, als Jürgens den Hit “Vielen Dank für die Blumen” anstimmt. Als sei der Song ein geheimes Startsignal, stürmten Frauen samt Blumen aus allen Teilen der Halle vor die Bühne, um ihm ein Plänzchen zu überreichen. Sieht man nicht oft: Die Groupies standen über die gesamte Bühnenlänge in Fünferreihen und schmachteten ihren Star an.
Udo ist übrigens pünktlich: Noch nie habe ich erlebt, dass ein für 20 Uhr angekündigtes Konzert um Punkt 20 Uhr begann. Respekt!
Dieser Abend war anders. Diese Emotionen können heutige Popbands selten erreichen. Momente, in denen man dem Typen da vorne genau zuhört, was er zu sagen. Momente, in den gefeiert wird. Gänsehautmomente.
Nach gut 120 Minuten war das Spektakel zu Ende. Dieser Abend reihte sich damit zu denen, an die man sich länger als 2 Stunden erinnern wird.

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