Monatsarchiv für Juli 2003

RTZapper

die nacht

Donnerstag, den 31. Juli 2003
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MO 30.07.2003, 0.15 Uhr, SAT.1

Na, wenn das kein Aufreger-Thema ist! Die armen Politiker werden mal wieder durch den Kakao gezogen. Von Dieter Bohlen, der in einem Werbespot eine neue Partei ausruft. Darüber regen sich einige Abgeordnete mächtig auf! SAT.1 war das am Montag in der Nachrichtensendung „die nacht“ einen langen Bericht wert. Da durften wir uns noch mal den Werbespot ansehen. Mit der Bemerkung, dass die Politiker ganz böse darüber sind. Aber wer eigentlich genau? Das wurde uns leider nicht verraten. Niemand, der sich über Bohlens Werbespot aufregt, kam zu Wort. Stattdessen gab es einen Rückblick auf andere Aktionen, in denen Politiker veräppelt wurden. Informationswert gleich Null. Handelte es sich vielleicht doch nur um geschickte Schleichwerbung?

aRTikel

Der Test-Bader: Jenseits von Leegebruch

Mittwoch, den 30. Juli 2003
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Der Test-Bader (6): Am „Autobahnsee II“ an der neuen B 96 ist das Baden nicht zu empfehlen

MAZ Oranienburg, 30.7.2003

LEEGEBRUCH
Geheimtipp: Ein See, der noch in keiner Karte zu finden ist. Kurz vor dem Autobahnkreuz Oranienburg ist er rechts, abseits der neuen B 96, zu erkennen. Er ist im Zuge der Straßenbauarbeiten entstanden und befindet sich eigentlich auf privatem Gelände. Was für die Besucher jedoch nicht zu erkennen ist, ein Schild ist nicht zu sehen.
Wer den See erreichen will, muss auch ein wenig suchen. Von der Veltener Straße in Leegebruch wird auf die Hauptstraße abgebogen, von dort geht’s auf einem schmalen Weg weiter. Im Volksmund wird er bereits „Autobahnsee II“ genannt. Offiziell trägt er gar keinen Namen, irgendwelche Messwerte liegen dementsprechend auch nicht vor.
Da bisher nur wenige davon Notiz genommen haben, ist es hier natürlich auch noch relativ leer. Das Auto findet direkt am Ufer ein Plätzchen. Da sich niemand drum kümmert, ist der Sandstrand nur bedingt sauber. Einige Kippen, aber auch einiges an Müll sind hier zu finden. Ist weniger dramatisch, als es klingt.
Der Baggersee bietet viele Überraschungen. Der Einstieg ist zwar recht angenehm, weil der Kies inzwischen festgetreten ist. Aber später weiß man nie genau, wie tief der See ist. Ganz plötzlich wird es an einigen Stellen wieder sehr flach. Das Wasser macht nicht wirklich einen sauberen Eindruck. Wer mit den Knien im Wasser steht, erkennt seine Füße schon nicht mehr. Das Stehen an den flachen Stellen ist äußerst unangenehm, um nicht zu sagen ekelhaft. Absolut schlammig.
Wie gesagt, noch nicht viele Leute gehen hier baden. Empfehlenswert ist das Baden hier auch nicht. Viele Jugendliche nutzen den See allerdings als Treffpunkt. Fahren mit ihren Autos vor und lassen hören, was ihre Anlage so hergibt. Überraschenderweise sogar deutscher Schlager: Nino de Angelo ist „Jenseits von Eden“. Ein Typ droht seiner Freundin, sie ins Wasser zu schmeißen. Sie wehrt sich erfolgreich. Die Nino-Einlage entpuppt sich unterdessen als ganzes Album. Interessanterweise kenne ich sogar alle diese Hits.
„Kommste her? Ja, hier ist Oberparty, Mann!“, brüllt jemand in sein Handy. Unsere Vorstellung einer Oberparty gehen zwar auseinander, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Aus einem anderen Autoradio dröhnt die Technoversion der „Spiegel TV“-Melodie. Gegensätzlicher kann das Musikprogramm nicht sein. Die Nino-Fans brechen auf – und ich mache das jetzt auch.

Subjektive Wertung
(Schulnote):
Der Strand: Note 2
Das Wasser: Note 5
Die Leute: Note 2

Offizielle Wertung
(Quelle: Landkreis):
keine Messungen

aRTikel

Warten auf Samakirma

Mittwoch, den 30. Juli 2003
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Bei der Supershow auf dem Mühlenbecker Sommerfest war so einiges los

MAZ Oranienburg, 30.7.2003

MÜHLENBECK
Eigentlich passt der Name Samajona gar nicht mehr. Der Bandname bezog sich auf die Vornamen der Bandmitgliederinnen. Aber weil sich Nadja und Joe „nicht mehr so hundertprozentig für die Band engagiert haben“ (Pressemitteilung), sie wohl keinen Bock mehr hatten, hoppeln und trällern Sabrina und Marleen nun mit Kirsty und Marie: Samakirma also. Samakirma hatten am Sonnabend ihren Auftritt auf dem Mühlenbecker Sommerfest. Ganz am Ende der „Supershow“.
Es ist 20.45 Uhr. Das Vorprogramm schleppt sich dahin. Die XXL-Dancer, zwei Mädels, die beim Star-Choreographen „D!“ ein paar Tanzschritte gelernt haben, zeigen dem noch gelangweilten Publikum ihr Können. Die Mädels machen ihre Sache ganz gut, doch die Mühlenbecker nehmen davon kaum Notiz. Die Stimmung war schon mal besser. Viel lieber beschäftigen sich alle untereinander, nebenan gibt es Softeis für 1,50 Euro: Größe XXXXL. Die größte Portion, die Mühlenbeck je gesehen hat. „Country Roads“ aus der Konserve bringt in der Pause den ersten Herrn dazu, sich auf eine Bank zu stellen und zu… nennen wir es mal tanzen.
21.48 Uhr. Die Masse teilt sich. Ein Golf fährt auf die Bühne zu. Da fahren ganz wichtige Leute vor. Durch das Fenster sind mehrere aufgedonnerte Damen zu erkennen. Samakirma sind es noch nicht, die werden noch am Flughafen erwartet. Im Golf sitzen Nicole da Silva und ihre Bühnengespielinnen. Auftreten können sie allerdings noch nicht, sie müssen sich erst umziehen – und sich ausruhen. Ach ja, und Nadine Kiss steht noch im Stau, weshalb sich auch ihr Auftritt noch verzögere, erfahren wir vom freundlichen DJ.
Nadine wer? „Wer is’n dit?“, wird der freundliche MAZ-Reporter gefragt. Doch der hat sich peinlicherweise auf diesen Abend nicht näher vorbereitet und weiß keine Antwort. Als Nadine es dann doch noch nach Mühlenbeck geschafft hat, wird sie auf der Bühne erst einmal vollkommen eingenebelt. Hinten am Getränkestand ist nicht auszumachen, ob die gute Frau auf Deutsch oder Englisch singt. Wir einigen uns, dass es wohl deutsch sein muss. Aber nicht live gesungen. „Kennt ihr die nächste Single?“, fragt Nadine das Publikum. Auch sie muss erst mal den Chris, den DJ, fragen, welcher ihrer Hits eigentlich als nächstes folgt. „Wozu ein Mann, wenn ich’s auch alleine kann“. Die Deutung dieser Textpassage von Nadine Kiss sei an dieser Stelle jedem Leser allein überlassen.
„Wollt ihr als nächstes eine schnelle oder eine langsame Nummer?“ Schnell wäre gut – schnell runter von der Bühne. Wir wollen unser Geld zurück. Ach nein, der Eintritt war ja frei. Ihr nächster Song: „Viel zu lang!“ Das ist ihr Stichwort. Schon viel zu lang steht Nadine auf der Bühne.
Dann kommt auch Nicole da Silva. Um zu vertuschen, dass sie allerdings total langweilige Musik macht, wurden ihr noch zwei gut aussehende Mädels daneben gestellt. „Sex sells“, raunt eine Supershow-Besucherin ihrem Freund zu. Als sie mit einem ihrer Songs fertig ist: „Ich habe das Gefühl, dass einige von euch eingeschlafen sind.“ Das ist eine erstaunliche und zugleich auch vollkommen richtige Erkenntnis. Nicole scheint die Lage erfasst zu haben.
Inzwischen ist es spät geworden, schon viertel zwölf. Als Wolle Petry vom Band den „Wahnsinn“ besingt, hat er damit sogar irgendwie recht. Nur dass ganz plötzlich sogar die Stimmung steigt. Viele singen mit, tanzen ein wenig. Unterdessen wird das letzte Geld zusammengekratzt, um sich vor Langeweile noch was zu essen zu kaufen. Fehlen eigentlich nur noch Samajo… äh, Samakirma.
Es ist genau 23.23 Uhr, als die vier Damen samt Daimler eintreffen. Umringt von Bodyguards, fahren sie direkt vor die Bühne. Gerade noch bei der Aufzeichnung der „Bravo Supershow“, schon bei der nächsten Supershow – in Mühlenbeck. Gut 20 Minuten später ist es dann endlich so weit, das lange Warten hat ein Ende. Samakirma. Die Stimmung erreicht ihren verspäteten Höhepunkt. Dass wir das noch erleben durften!

RTelenovela

Am Rahmer See

Mittwoch, den 30. Juli 2003
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Moby singt „Why Does My Heart Feel So Bad?“ Der Besitzer des kleinen Radios liegt gemütlich im Gras der kleinen Badestelle des Rahmer Sees in Wensickendorf. Es herrscht angenehme Ruhe. Doch damit ist es ganz schnell vorbei, als er weiblichen Besuch bekommt. Mit Kind im Schlepptau, das ihn erst mal darauf hinweist: „Das gehört mir, was du da hast.“ Das Kind wird erst einmal zum Wasser geschickt: „Kannst mit den Füßen rein!“ Da besteht auch gar keine Gefahr, das Wasser ist sehr lange flach.
Die Badestelle erreicht man unter anderem, wenn man aus Richtung Oranienburg kommend kurz vor der Gaststätte „Rahmer See“ von der B 273 rechts auf einen kleinen Weg, den Seeweg, abbiegt. Danach immer weiter geradeaus bis zum Schluss. Dort ist eine kleine Fläche für das Auto. Dann zu Fuß dem Weg folgen.
Klein, aber fein ist die Badestelle. Die Decke kann ins Gras gelegt werden. Da kann kaum etwas passieren, es ist so gut wie kein Müll zu sehen.
Wer dann im Wasser schwimmen will, läuft sich aber erst einmal einen Wolf. Wie gesagt, es bleibt verdammt lange flach, fast schon hat man keinen Bock mehr aufs Schwimmen. Sogar an der Stelle, wo der lange Steg, der rechts entlang führt, zu Ende ist, kann man noch locker stehen. Der Boden ist recht fest, stellenweise allerdings ein wenig schwammig. Der See ist sommerlich warm, kaum noch erfrischend.
Wer sich dann auf der Liegewiese noch sonnen will, muss sich nur mit einigen fetten Fliegen und gegen Abend auch mit heimtückischen Mücken herumschlagen. Ansonsten ist es schön ruhig.
Hin und wieder kommen Leute, die wohl in der Nähe wohnen. Sie haben nur ihr Handtuch dabei ziehen sich das Shirt aus, und tappsen die lange Flachstrecke in den See hinein. Ein kleiner Junge trocknet sich gerade wieder ab, als ihn sein Opa fragt, was denn mit den Haaren sei: „Ich will mir aber nicht die Haare abtrocknen! Ich will Oma doch zeigen, dass wir im Rahmer See waren!“ Ja, Oma, er war! Das kann ich bestätigen.

RTelenovela

Autobahnsee II

Montag, den 28. Juli 2003
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Geheimtipp: Ein See, der noch in keiner Karte zu finden ist. Kurz vor dem Autobahnkreuz Oranienburg ist er rechts, abseits der neuen B 96, zu erkennen. Er ist im Zuge der Straßenbauarbeiten entstanden und befindet sich eigentlich auf privatem Gelände. Was für die Besucher jedoch nicht zu erkennen ist, ein Schild ist nicht zu sehen.
Wer den See erreichen will, muss auch ein wenig suchen. Von der Veltener Straße in Leegebruch wird auf die Hauptstraße abgebogen, von dort geht’s auf einem schmalen Weg weiter. Im Volksmund wird er bereits „Autobahnsee II“ genannt. Offiziell trägt er gar keinen Namen, irgendwelche Messwerte liegen dementsprechend auch nicht vor.
Da bisher nur wenige davon Notiz genommen haben, ist es hier natürlich auch noch relativ leer. Das Auto findet direkt am Ufer ein Plätzchen. Da sich niemand drum kümmert, ist der Sandstrand nur bedingt sauber. Einige Kippen, aber auch einiges an Müll sind hier zu finden. Ist weniger dramatisch, als es klingt.
Der Baggersee bietet viele Überraschungen. Der Einstieg ist zwar recht angenehm, weil der Kies inzwischen festgetreten ist. Aber später weiß man nie genau, wie tief der See ist. Ganz plötzlich wird es an einigen Stellen wieder sehr flach. Das Wasser macht nicht wirklich einen sauberen Eindruck. Wer mit den Knien im Wasser steht, erkennt seine Füße schon nicht mehr. Das Stehen an den flachen Stellen ist äußerst unangenehm, um nicht zu sagen ekelhaft. Absolut schlammig.
Wie gesagt, noch nicht viele Leute gehen hier baden. Empfehlenswert ist das Baden hier auch nicht. Viele Jugendliche nutzen den See allerdings als Treffpunkt. Fahren mit ihren Autos vor und lassen hören, was ihre Anlage so hergibt. Überraschenderweise sogar deutscher Schlager: Nino de Angelo ist „Jenseits von Eden“. Ein Typ droht seiner Freundin, sie ins Wasser zu schmeißen. Sie wehrt sich erfolgreich. Die Nino-Einlage entpuppt sich unterdessen als ganzes Album. Interessanterweise kenne ich sogar alle diese Hits.
„Kommste her? Ja, hier ist Oberparty, Mann!“, brüllt jemand in sein Handy. Unsere Vorstellung einer Oberparty gehen zwar auseinander, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Aus einem anderen Autoradio dröhnt die Technoversion der „Spiegel TV“-Melodie. Gegensätzlicher kann das Musikprogramm nicht sein. Die Nino-Fans brechen auf – und ich mache das jetzt auch.

aRTikel

Kneipen-Test: Ein wenig von gestern, aber nett

Donnerstag, den 24. Juli 2003
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Kneipen-Test (22): Die „Sonnenburg“

MAZ Oranienburg, 24.7.2003

ORANIENBURG
Es war einmal ein Land. Das hieß DDR. Ein kleiner Junge ging mit seinen Eltern in eine Gaststätte. Was auf der Speisekarte damals zu finden war, hat ihm nicht so ganz gepasst. Nur ein einziges Gericht sagte ihm zu. Ein Stück Fleisch, Spiegelei und Pommes. Freudestrahlend teilt der Kleine seine Entscheidung der Kellnerin mit. Doch diese: „Oh, das tut mir Leid, wir haben leider gar keine Eier mehr im Haus.“ Für den kleinen Jungen brach eine Welt zusammen. Und vor Wut wollte er am liebsten gar nichts mehr dort essen.
Die „Sonnenburg“ in der Oranienburger Robert-Koch-Straße ist eine der Gaststätten, die es schon zu den glorreichen DDR-Zeiten gab. Heute wird es sicherlich auch nicht mehr vorkommen, dass in der ganzen Küche keine Eier mehr zu finden sind.
Heute kann sich auch jeder Besucher etwas aus der reichhaltigen Karte aussuchen und sich (fast) sicher sein, dass es auch noch zu haben ist. Von diversen Suppen und Salaten, Fischgerichten bis hin zu saftigen Steaks.
Um auch zu zeigen, dass sich die Preise seit der Euro-Umstellung nicht verändert haben, findet man noch heute sowohl die D-Mark- als auch die umgerechneten Euro-Preise. Was zur Folge hat, dass viele unrunde Beträge zu zahlen sind. Es wird sogar noch angeboten, die letzten D-Mark-Reste in der „Sonnenburg“ zu verhökern.
Insgesamt macht das alles irgendwie einen „gestrigen“ Eindruck. Das Ambiente wirkt auch noch ziemlich „ostig“. Das ist aber nicht unbedingt als negativ zu bewerten.
Eine große Terrasse bietet reichlich Platz für jeden, so dass sich ein Abstecher in die Robert-Koch-Straße nach Oranienburg-Süd als Treffpunkt durchaus lohnt.

RTZapper

Tagesschau: Wetter

Montag, den 21. Juli 2003
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MO 21.07.2003, 20.00 Uhr, ARD

Trotz des sommerlichen Wetters bin ich am Dienstag mit dem Auto zur Redaktion gefahren. Schließlich gab es eine Unwetterwarnung: Ein heftiges Gewitter wurde angekündigt. Da wäre es doch dumm, auf dem Fahrrad davon überrascht zu werden. Und überhaupt sollte der Dienstag ein total verregneter Tag werden. Auf der Wetterkarte der ARD-„Tagesschau“ war am Montagabend jedenfalls nur Regen über unserem Gebiet zu sehen. Und was war? Schönster Sonnenschein und drückende Hitze. Was war nicht? Regen, ein Unwetter schon mal gar nicht. Zurzeit verspielen die Wetterfritzen ihren ohnehin schlechten Ruf. Und es ist doch kein Wunder, dass niemand mehr die ständigen Unwetterwarnungen ernst nimmt, wenn sie dann doch nicht zutreffen.