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Allein unter Hard-Rock-Bands

Rockwettbewerb 2002 im Fuchsbau / Greensession Vierter / Scheuch auf dem 7.Platz

MAZ Oranienburg, 20.3.2002

BERLIN
„Wir feiern alle Bands!“ So lautete das Motto, das Sherman Noir in der vergangenen Woche im Fuchsbau vorgab. Noir war Organisator und Moderator des „Rockwettbewerb 2002 im Fuchsbau“, der die gesamte letzte Woche im Haus der Jugend in Berlin-Reinickendorf stattfand. Mehr als 50 junge Bands aus Berlin und dem Umland hatten sich für den Contest, der dieses Jahr seinen 20.Geburtstag feierte, angemeldet. 20 Gruppen schafften es in den Wettbewerb, dessen Vorrunde von Montag bis Freitag ausgetragen wurde.
Zu diesen 20 Auserwählten gehörten auch zwei Bands aus Oberhavel. Die fünf Jungs von Scheuch haben in unterschiedlichen Schülerbands gespielt, bevor sie sich zusammenfanden. Benjamin Ritter (Gesang), Andreas Buhl (Gitarre), Stefan Schulze (Schlagzeug), Jens Gabriel (Gitarre) und Andreas Koristka (Bass) schreiben ihre Songs selbst. Ihren Musikstil beschreiben sie als Alternative-Rock mit Metal-, Ska-, Reggae- und Punkeinflüssen. Rafael Triebel (Gitarre und Gesang), Florian Büttner (Piano), Benjamin Steinke (Bass) und Christoph Hengelhaupt (Schlagzeug) von Greensession bieten ebenfalls eine große musikalische Bandbreite, die von Alternative Rock und Pop bis hin zu Funk und Reggae reicht.
Die Auftritte von Scheuch und Greensession lagen am Donnerstagabend direkt hintereinander. Applaus gab es auch für das „Scheuch“, das kleine Maskottchen, das ganz vorn am Bühnenrand stand. Der Song „Revolutionskinder“ ist unter den Fans bereits bekannt, denn sie fingen auch gleich an, ordentlich mitzusingen. „Wir sind recht zufrieden über unseren Auftritt“, meinte der heisere Sänger Benjamin nach dem Auftritt.
Greensession hat mit ihrer Art von Musik beim Rockwettbewerb Akzente gesetzt. Gute Akzente. Denn mit ihrer nicht ganz so harten Musik stachen sie schon ein wenig aus der Masse heraus. So präsentierten sie mit „Mein Gefühl“ eine ruhige Ballade, mit „I’m Flying Away“ schlugen sie dagegen die schnelleren Töne an.
Die Auswertung mittels eines Punktesystems erfolgte durch eine Jury aus verschiedenen Musikern. Bewertet wurden unter anderem das Zusammenspiel, die Fähigkeit am Instrument und die Bühnenpräsenz. Am Freitagabend, nachdem die letzte Band aufgetreten ist, wurde bekannt gegeben, welche vier Bands es in die Endausscheidung am Sonnabend geschafft haben. Die Jungs von Scheuch schafften einen guten siebten Platz.
Was von Greensession aber keiner zu hoffen wagte, ist tatsächlich eingetroffen: der Einzug ins Finale und damit ein zweiter Auftritt am Sonnabend.
Und auch an diesem Abend fielen die Jungs mit ihrem Repertoire auf. Die anderen Finalisten Scavenger, Leakspin und Colibri waren eher im Hard-Rock/Crossover-Bereich aktiv und mischten den kleinen Saal im Fuchsbau gehörig auf. Dass Greensession es ins Finale schaffte, ist, wenn man die anderen drei Gruppen betrachtet, umso erfreulicher. So spielten die vier an diesem Abend auch das abwechslungsreichste Programm. Ruhige und schnelle Nummern wechselten sich ab. Den Auftritt vom Donnerstag konnte Greensession am Sonnabend noch perfektionieren.
Am Ende des langen Abends gab es für Rafi, Flo, Benny und Christoph den vierten Platz. Der vierte Platz von insgesamt mehr als 50 Bands. Ein Ergebnis, mit dem sie hoch zufrieden sein können und auch sind. Leakspin aus Reinickendorf ist der Gewinner des diesjährigen Rockwettbewerbs.
Ein bisschen schade ist allerdings, dass es vom Veranstalter keinerlei Andenken an den Wettbewerb gab. Eine Urkunde, etwas zum Vorzeigen, hätte schon drin sein können. Auch gab es für die Platzierungen keine richtigen Begründungen. Aber das wird beim nächsten „Rockwettbewerb im Fuchsbau“ bestimmt besser klappen.

Scheuch und Greensession im Internet:
www.smaragdenstadt.de.vu
www.greensession.de

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