Im Bistro im „Blauen Wunder“ in Hennigsdorf gibt es täglich wechselnde Speisen – mittwochs ist Schnitzeltag, Hähnchengeschnetzeltes ist ein Renner
MAZ Oberhavel, 5.12.2025
Hennigsdorf.
Die Boulette ist natürlich hausgemacht. Dazu Mischgemüse und Kartoffelstampf. Wer es lieber vegetarisch haben möchte, kann alternativ auch eine Gemüseboulette bestellen. Als die MAZ zum Mittagessen in der Hennigsdorfer „Food-Agentur“ vorbeischaute, war es das Tagesessen in der Einrichtung im „Blauen Wunder“ in der Neuendorfstraße 21.
Seit September 2024 betreiben Henri Schmidt und seine Frau Jessica das Bistro im Gewerbegebiet. Es ist montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Los geht es mit dem Frühstück. In der Theke liegen belegte Brötchen mit Käse, Ei, Camembert und Einigem mehr. Zudem gibt es Snacks, die immer verfügbar sind. Dazu gehören Backfischbrötchen, Clubsandwiches oder Salate.
„Wichtig sind uns die immer gleichbleibenden Preise“, sagt Küchenchef Henri Schmidt. „Die Leute sollen sich darauf verlassen können.“ Denn sich das Essen auch leisten zu können, spiele eine große Rolle. So gibt es eine Bonuskarte. „Beim zehnten Mal Essen bei uns gibt es 50 Prozent Rabatt“, sagt Jessica Schmidt. So kostet der Salat 4 Euro. Wenn es Mittagessen gibt, dann kosten die Fleischgerichte 8 Euro, die vegetarischen Gerichte 7 Euro. Wer ein Fleisch-Hauptgericht mit einem Getränk zum Menü macht, zahlt einen Zehner, ein Extra-Dessert ist für 2 Euro zu haben.
„Die Mittagsgerichte sind jeden Tag wechselnd“, erklärt Henri Schmidt. So gab es beispielsweise am Montag, 17. November, einen Nudelauflauf in Specksahnesoße oder in Sahnesoße mit Blumenkohl.
Mittwochs ist Schnitzeltag. „Mit verschiedenen Beilagen“, so der Küchenchef weiter. In dieser Woche war das ein Schnitzel Wiener Art mit Kaisergemüse und Kartoffeln und Sauce hollandaise. Die vegetarische Variante war ein Kartoffelgratin.
Am Donnerstag, 20. November, gab es Hähnchen-Gemüse-Pfanne mit Eierreis. In der vegetarischen Variante wird das Hähnchen weggelassen. Am Freitag, 21. November, steht eine Ofenkartoffel mit Quark und Hähnchenschenkel auf dem Plan – oder mit Rote Bete.
„Wir haben eine sehr kleine Küche“, sagt Henri Schmidt. „Aber die Leute sind froh, dass das Essen frisch und täglich wechselnd ist.“ Es ist die klassische deutsche Hausmannskost, die bei der Food-Agentur angeboten wird.
„Wenn wir am Freitag mal eine Currywurst anbieten, dann läuft es auch richtig gut.“ Was dagegen in Hennigsdorf nicht so angekommen sei, seien Fischgerichte. Ebenso die sogenannte „Tote Oma“: „Die hat sich jemand gewünscht, aber das war dann unser schlechtester Tag, den wir im Jahr hatten.“
„Das Hähnchengeschnetzelte läuft immer gut und auch der Schnitzelmittwoch.“ Jessica Schmidt ergänzt: „Die Pasta Bolo, die Burger und auch Lasagne laufen immer.“
Die Mitarbeitenden aus den Firmen kommen in die „Food-Agentur“, aber auch Privatleute, hin und wieder die Feuerwehr und Leute aus dem Rathaus, sagt Henri Schmidt. „Wir haben schon eine kleine Reichweite, ich bin mir aber unsicher, wie viele uns wirklich schon kennen.“
Potenzial für Werbung gebe es immer. Bislang wirbt die „Food-Agentur“ vor allem in der Facebook-Gruppe „Hennigsdorf verbindet“ für sich, auch auf Instagram.
Henri Schmidt (43) ist gelernter Koch und Konditor. Im Berliner „Palais unter den Linden“ hat er gelernt. Später hat er in einem Fischrestaurant in Gager auf Rügen gearbeitet, war stellvertretender Küchenchef in einem Restaurant in der Schweiz.
Jessica Schmidt (42) hat eine kaufmännische Lehre absolviert, hat im Bezirksamt Reinickendorf in Berlin gelernt, arbeitete in der freien Wirtschaft. Gemeinsam hatten sie ein Bistro beim Tennisclub in Berlin-Hermsdorf. Jetzt also die Hennigsdorfer „Food-Agentur“. Die beiden wohnen in Berlin-Heiligensee. „Wir wollten keinen langen Fahrtweg“, sagt Jessica Schmidt. Im Internet seien sie auf das Bistro aufmerksam geworden.
Beiden gefällt es, eine Gastronomie zu leiten, aber am Wochenende und an Feiertagen frei zu haben. „Das ist total toll, das kennt man in der Gastro ja sonst gar nicht“, erzählt Henri Schmidt. Das erste Jahr sei gut gelaufen. „Aber wir würden gern mehr Hochzeiten machen“, sagt Jessica Schmidt, die sich um die Buchhaltung kümmert. Das sei ein Wunsch für das kommende Jahr.
Auch hoffen sie auf weitere Firmen, die ihren Mitarbeitenden das Mittagessen subventionieren. Das würde für eine noch beständigere Kundschaft sorgen. Aber warum „Food-Agentur“? Eigentlich haben die beiden 2021 den „FoodAgent 030“ gegründet – als Mrs. and Mr. Schmidt. „Wir haben angefangen mit Streetfood und sind weiter gewachsen“, so Henri Schmidt.
Aber sie wollten auch eine Basis mit fester Küche. Das sei erst das Bistro in Hermsdorf gewesen, nun das in Hennigsdorf. Und aus „FoodAgent 030“ wurde so die „Food-Agentur“. „Drei bis vier Leute arbeiten hier“, sagt Jessica Schmidt. Im kommenden Jahr soll eine weitere Stelle im Service oder als Allrounder besetzt werden.
Infos und den Speiseplan gibt es im Internet auf www.foodagent-ur.de.
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