Eurovision Song Contest 2024 – Das deutsche Finale

FR 16.02.2024 | 22.20 Uhr | Das Erste

„Always on the Run“ heißt unser Lied für Malmö. Isaak wird damit für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2024 ins Rennen gehen. Er gewann „Das deutsche Finale“, das am Freitagabend im Ersten über die Bühne ging.
Und eigentlich bleibt nach dieser Show eigentlich wieder mal nur: Seufz.

Welche Chancen wir mit dem poppigen Mitklatschsong in Malmö haben werden, ist unklar. Das hängt auch sehr vom weiteren Starterfeld ab. Mein Favorit war Ryk mit „Oh Boy“, einem Song, der durchaus ein hohes ESC-Potenzial hatte – mit einer tollen Komposition, die Eindruck macht.
Nur leider kam das alles am Freitag nicht so toll rüber – die Abmischung des Live-Auftritts war nicht doll, und die Bühnenshow hinter Ryk nicht sehr überzeugend.

Was der NDR gemeinsam mit der Produktionsfirma Bildergarten am Freitag ablieferte, war einmal mehr über weite Strecken einfach nur traurig.
Es sind diesmal gar nicht wirklich die Songs selbst, die schlecht waren. Neben Isaak und Ryk war da auch die Schlagernummer von Marie Reim, die vorher ordentlich getrommelt hat – aber doch keinen Erfolg hatte. Was auch an der piefigen Inszenierung lag.
Es gab am Freitag durchaus gute Songs – aber an den Bühnenshows hat man überall gespart. Und falls es nicht am Sparen lag, dann wohl an fehlenden kreativen Köpfen, die bei solchen Auftritten auch visuell was auf die Bühne zaubern.

Aber auch sonst war „Das deutsche Finale“ ganz schön schlimm.
Die Macher konnten es nicht lassen, Leute zum Labern einzuladen. Dabei hat Florian Silbereisen nichts mit dem ESC zu tun. Ebenso wenig die Sängerin Alli Neumann, die auch nichts Spannendes zu erzählen hatte. Riccardo Simonetti saß vermutlich nur wegen der ESC-Diversität da. Einzig Mary Roos hatte wirklich was zum ESC zu sagen – ihr Auftritt dort war allerdings auch schon 1984.
So musste sich Barbara Schöneberger durch furchtbare Smalltalks hangeln. Zwischendurch musste sie vollkommen sinnfrei mit einem Bauchladen durchs Studio latschen – was das sollte, wusste vermutlich nicht mal der Autor der Show. Zwischendurch sprach Schöneberger im Publikum auch noch eine falsche Frau an.
Es war alles so verdammt larifari und billig.

Beim Voting stimmte erst die internationale Jury ab, vergab jeweils im 12-Punkte-System. Am Ende lag Isaak weit vorn – sämtliche Punkte wurden am Ende aber wieder ins 12-Punkte-ESC-System gezwängt, so dass das Abstandsverhältnis nicht mehr stimmte und das Publikumsvoting kaum noch was ändern konnte. Unfair war zudem, dass nach Ende des Juryvoting die Zuschauer weiter abstimmen konnten.
So duellierten sich am Ende vermutlich auch beim Publikumsvoting wohl vor allem Isaak und Max Mutzke, der mit dem enttäuschend lahmen Song angetreten war. Isaak hatte dann die Nase vorn.

Dass der NDR und Bildergarten auch 2024 so eine muffig-uninspirierte Show aufs Parkett legt, das ist mehr und mehr unverzeihlich. Der NDR muss sich neue Leute ranholen – Leute mit mehr Ahnung und Liebe zur Musik und zu Fernsehshows.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 16. Februar 2025)


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Kommentare

Eine Antwort zu „Eurovision Song Contest 2024 – Das deutsche Finale“

  1. […] besprechen wir in der KWS-Edition von „Funk & Zapper“ das „deutsche Finale“ des Eurovision Song Contests 2024. Was wir vom Gewinnersong halten und was sonst noch zur Show zu sagen […]

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