Rügen 2017 (4): Clevere Oma

(3) -> 7.4.2017

Da hatte ich doch die wahnwitzige Idee, um kurz vor halb 9 am Abend in dem Hotel, in dem ich bin, noch was essen zu wollen. Blöderweise war die Küche war schon aufgeräumt, und, nein, da konnte man nichts mehr machen, das tut uns aber Leid.
Nun ja, mir nicht, ich habe mir einfach eine andere Location gesucht (und schon das Frühstück hier im Haus ist eher mau) und konnte da leckere Nudeln essen und ein bisschen die Bundesliga-Konferenz verfolgen.

Zum Frühstück – na ja, eher zum Mittag – hatte ich mir eh schon angewöhnt, außerhäusig zu speisen. Ein zünftiges Hackepeter-Kraftbrot und noch ein halbes Brötchen mit Ei, dazu eine große Tasse Kakao – und die Tageszeitung lesen. So kann der Tag beginnen.

Und apropos essen: Ich bin ja öfter mal in Binz, und da kommt man um „Omas Küche“ gar nicht rum. Dahinter verbirgt eine alte Gaststätte, in der es Hausmannskost gibt. Bekannt macht sich das Geschäft unter anderem damit, dass die Betreiber zwei englische Oldtimer im Ort umher fahren lassen. Gern warten die Autos direkt an der Seebrücke. Entweder für Rundfahrten – oder kostenlos direkt in die Gaststätte.
Immer schon dachte ich: Da muss ich mal hin.
Nun habe ich es geschafft – und bin durchaus beeindruckt von der geleistete PR-Arbeit.

Ich dachte immer, den Laden gibt es schon seit Ewigkeiten in Binz – auch wegen der Oldtimer, die so prägnant im Ortsbild sind. Tatsächlich ist die Kneipe auch relativ klein und verwinkelt. In einem Raum stehen in den Regalen alte Fotoapparate und hängen alte Fotos. Nacktfotos in schwarz-weiß, vielleicht ja von Oma.
Man wird platziert, und die Frau am Tresen musste lange auf ihren Monitor schauen, ob denn noch ein Plätzchen frei ist. Und war war sogar eins frei – alle anderen aber auch, aber das sah ich ja erst später.
In der Speisekarte steht dann auch die Story des Lokals. Und da kam das große Staunen: Das Lokal gibt es erst wenige Jahre. In dem Gebäude war vorher eine Firma, es ist dann umgebaut worden – auch ein Hotel gehört dazu.
Das Essen selbst war übrigens gut – ein kleines Hamburger Schnitzel mit Spiegelei und Bratkartoffeln. Machte was her, sah aber nicht nach Omas Küche aus. Denke ich an Oma, denke ich an echte Hausmannskost.
Aber egal – die Masche funktioniert sehr gut, und für die richtig gut funktionierende PR im Ort kann man nur sagen: Glückwunsch!


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Eine Antwort zu „Rügen 2017 (4): Clevere Oma“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert