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Gefährlich markiert

Dienstag, den 10. Oktober 2017
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Es ist noch gar nicht so lange her, dass Feuerwehrleute beim Einsatz in Brandenburg auf der Autobahn A2 ums Leben gekommen sind. Weil Lkw-Fahrer unaufmerksam waren. Oder weil Einsatzstellen nicht gut genug abgesichert sind. Seitdem wird darüber gesprochen, wie man solche Einsatzstellen noch besser absichert, ob man Fahrbahnen immer sperren soll.

Am Montagvormittag stockte mir auf der Landesstraße 170 bei Sommerswalde der Atem. Dort ist die Fahrbahnmarkierung erneuert worden. Das ist zwar gut und wichtig, aber wie das geschehen ist, war überaus gefährlich. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei standen mitten auf der Fahrbahn und arbeiteten im fließenden Verkehr – teilweise hinter einer schlecht einsehbaren Kurve.
Irgendwo muss ein rumpeliges Baustellenschild gestanden haben – eine Absenkung des Tempolimits war allerdings nicht vorgesehen. Ein Lkw bretterte von Schwante kommend auf die Baustelle zu, und dass er rechtzeitig abgebremst hat, war schon fast eine Glückssache.

Warum bringen sich die Bauarbeiter dermaßen selbst in Gefahr? Das ist verantwortungslos! Warum gibt es keine vernünftigen Warnschilder? Solche Baustellen müssen besser abgesichert sein!

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B denkt, dass er tuckert, tut er aber nicht

Mittwoch, den 16. August 2017
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Kürzlich habe ich mich ja an dieser Stelle über tuckernde Berliner auf Brandenburger Straßen echauffiert. Vielleicht hat derjenige das ja gelesen und ist gleich nervös geworden.

Auf der L170 zwischen Germendorf und Sommerswalde. Im Wald gilt Tempo 80, und als ich mich dem Auto mit dem B-Kennzeichen langsam nähere, blinkt mein Vorfahrer rechts und wird ein wenig langsamer. Es ist das Zeichen, dass er entweder rechts abbiegen will (aber wohin?) oder dass ich überholen kann.
Allerdings: ich will gar nicht überholen, denn der Berliner fährt Tempo 80.
Er blinkt noch mal, aber ich überhole nicht. Inzwischen beschleunigt der Fahrer wieder, fährt inzwischen fast 90. Keine Ahnung, warum ich ihn hätte überholen sollen.

Am Sommerswalder Dreieck gilt dafür Tempo 50. Während ich abbremse, düst der Berliner relativ zügig durch und entfernt sich wieder von mir.
B tuckert eher nicht.

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Schlechter Empfang

Dienstag, den 21. Juni 2016
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Falls die junge Verkäuferin bei Burger King in Vehlefanz dich bittet, mit ihr mal kurz rauszugehen, dann ist das nicht zwingend eine Anmache. Das ist das eher schlechter Empfang. Wer nämlich beim Bulettenkönig mit der Bankkarte bezahlen will, wird zum Problem. Denn das Kartenlesegerät hat im Laden keinen Empfang. Erst vor dem Laden wieder. Eventuell. Könnte jedenfalls länger dauern.
Montagnachmittag musste die Verkäuferin mit einem Familienvater mehrmals rauslaufen und auf guten Empfang hoffen. Später gesellte sich noch der Chef dazu – und dann standen sie gemeinsam draußen und starrten auf das Gerät. Der Vorgang dauerte mehrere Minuten.

Es ist nicht das einzige Funkloch in der Region. Wer mal in Sommerswalde war, wird wissen, wovon ich rede. Kein Handyempfang, an das mobile Internet ist nicht mal im Ansatz zu denken. Kein Wunder, dass sie sich im Forsthaus erst mal fix W-Lan angeschafft haben.
Auf dem Gelände der Kliniken in Sommerfeld kann man das Handy ebenfalls getrost wegstecken. Was natürlich auch mal ganz entspannend ist.

In Vehlefanz habe ich es übrigens vorgezogen, bar zu zahlen. Schließlich hatte ich Hunger und nicht Lust, minutenlang auf ein Funksignal zu warten…

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Kilometerweit von der Polizei verfolgt

Mittwoch, den 9. März 2016
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Das ist ja doch irgendwie unangenehm: Wenn man mit dem Auto unterwegs ist und hinter einem die Polizei fährt. Das wird man nervös: Macht man alles richtig? Stimmt das Tempolimit? Noch schlimmer ist es, wenn sie kilometerweit hinter einem klebt. Neulich habe ich das erlebt – auf dem Weg von Germendorf bis Kremmen. Allerdings hatte ich den Vorteil, dass der Polizeiwagen vor mir fuhr und ich das muntere Treiben von hinten beobachten konnte.

Am Sommerswalder Dreieck gilt seit einiger Zeit Tempo 50, und der verfolgte Autofahrer hielt sich sogar dran. Was zur Folge hatte, dass der Polizeiwagen erstaunlich dicht auffuhr. Stichwort: Sicherheitsabstand.
In Schwante hatte der Autofahrer Glück. Während der einen Bus an der Haltestelle überholte, hatten die Polizeileute darauf keine Lust. Sie warteten und verloren den Verfolgten. An der nächsten Haltestelle konnte der Streifenwagen aber wieder am Bus vorbeifahren, und die armen Leute davor hatten wieder ihren Verfolger im Rücken. Und so zuckelten wir im Dreierpack durch Amalienfelde bis Kremmen.

Womit erregt man eigentlich Aufmerksamkeit bei der Polizei? Zum Beispiel wenn ein Abschleppwagen mit selbstgemaltem Nummernschild auf der Landesstraße unterwegs ist.
Der ewig Verfolgte bog in Kremmen auf den Schlossdamm ab, der Streifenwagen fuhr weiter geradeaus. Was muss das für ein Aufatmen gewesen sein!
Die Polizisten hatten stattdessen freie Sicht auf die Nummernschildbastelei beim Abschleppwagen. Der war doch sicherlich irgendwo in Orion fällig.

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Landpartie: Vom Guten zu viel

Montag, den 15. Juni 2015
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Allein in Oberhavel fand am Wochenende an 27 verschiedenen Orten die Brandenburger Landpartie statt. 27 Orte, an denen etwas los war. 27 Orte, an denen sich Menschen Mühe gegeben haben, um den Besuchern etwas zu bieten.
Das ist enorm. Aber auch zu viel des Guten.

Wer bitte schön soll denn all diese Orte besuchen? 27 Höfe machen sich an zwei Tagen gegenseitig Konkurrenz.
Okay, auf dem Hof in Kreuzbruch waren am Sonnabendvormittag, zur Eröffnung, ein paar Dutzend Menschen. Nicht wenig, aber viele nun wirklich nicht. In Sommerswalde war der Andrang am frühen Nachmittag stark überschaubar. In Bärenklau war am Nachmittag praktisch gar nichts mehr los.

Ein paar Höfe, wie zum Beispiel in Schwante und Vehlefanz, schließen sich zusammen, machen eine Fest- und Landpartiemeile. Da funktioniert das ganz gut. Aber bei 27 Angeboten fallen eben doch zu viele hinten runter.
in Bärenklau wird nun tatsächlich darüber nachgedacht, aus der Landpartie auszusteigen und das dort gestaltete Fest lieber an einem anderen Tag durchzuführen.

Ich kann das gut verstehen. Viele Leute geben sich Mühe, und dann ist nur wenig los. Weil es eben unmöglich ist, 27 Landpartie-Orte wirklich gut zu bespielen.

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Oldtimer-Nostalgie

Dienstag, den 8. Juli 2014
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100 alte Autos auf dem Markt von Kremmen. Wunderschöne alte Modelle. Dazu Leute, die sich teilweise in passende Klamotten geworfen haben. Toll! Oldtimertouren wie die am Freitag durch Kremmen und Oranienburg machen mich immer ein bisschen nostalgisch. Denn als Kind habe ich mit meiner Familie auch so manche solcher Touren miterlebt.

Mein Vater gehörte Zeit seines Lebens zu den Oranienburger Autonarren, die ihren Oldtimer hegten und pflegten und damit natürlich immer wieder unterwegs waren. Ich mittenmang.
So erinnere ich mich an Ausfahrten nach Fürstenberg oder zum Schloss nach Sommerswalde, es muss Mitte der 80er-Jahre gewesen sein. Die Fahrten an sich waren toll. Bei sonnigem Wetter mit offenem Dach und wehenden Haaren – was kann es Schöneres geben? Auch wenn unser Oldie hinten nur „Notsitze“ hatte und die nicht so wirklich gemütlich waren. Was ich aber hasste, war das ewige Rumstehen, wenn die Autos präsentiert worden sind. Wenn man eine halbe Ewigkeit auf irgendeinem Platz oder auf einer Wiese verbringt, ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Als Kind hat man keinen Nerv dafür. Heute kann ich die Faszination besser nachvollziehen.

Ein gibt ein legendäres Foto, es muss am Schloss in Sommerswalde entstanden sein: Die Gruppe stand um einen Oldtimer herum, und der Fotograf meinte: Jetzt schauen Sie doch alle mal zum Auto. Und das machte ich. Und ich war der Einzige, der auf dem Foto aufs Auto glotzte, während alle anderen natürlich in die Kamera schauten…

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Todesmutig hoch über Sommerswalde

Donnerstag, den 27. März 2014
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Die Stufen der Blechleiter sind dünn. Alles wackelt. Und ich kann mich nicht richtig festhalten, weil ich mein Notizbuch unter den Arm geklemmt habe. Warum bloß habe ich mich entschieden, auf das Dach kraxeln zu wollen?

Im Sommerswalder Dreieck an der B273 tut sich momentan einiges. Das alte Forsthaus, das seit 1987 leergestanden hat, wird restauriert. Im Frühjahr 2015 soll dort eine Ausflugsgaststätte eröffnen. Am Mittwoch war Richtfest, und die Richtkrone hing hoch über dem Dach. Der Richtspruch ist hoch oben auf dem Gerüst aufgesagt worden. Mein Kollege und ich entschieden uns: Wir gehen mit hoch.

Zunächst ging es die besagte Leiter hoch. Kurz vor dem Ziel legte ich oben mein Büchlein ab. Oben ging es weiter über Bretterbohlen zu einem Fenster. “Da müssen Sie durch”, rief der Bauherr. Also wieder: klettern! Mein Kollege ist ganz souverän rüber- und durchgeklettert. Mir war das zu hoch, ich musste mich aufs das nicht vorhandene Fensterbrett setzen und mich da irgendwie drübermanövieren.
Das war der Moment, wo sich mein Notizbuch von mir verabschiedete. Es landete ganz unten im Sommerswalder Sand. Mein Stift stoppte im ersten Gerüststockwerk.
Mit leicht zittrigen Beinen stand ich nun also hoch oben im Gerüst und beobachtete den Festakt.

Todesmutig haben wir uns da hoch gewagt, und recht schnell stellen wir fest: völlig unnötig. Denn natürlich machten wir dann dort oben auch Fotos. Aber dort bekamen wir weder das Haus, um das es ging, noch den Richtkranz aufs Bild.
Wären wir doch lieber unten geblieben.
Ich kraxelte wieder runter und holte mir mein im Sand liegendes Notizbuch zurück. Nur an den Stift, an den kam ich nicht mehr ran. Wer von den Bauarbeitern in Sommerswalde also einen Kugelschreiber findet, darf ihn behalten. Mit freundlichen Grüßen.