RTelenovela

Oldtimer-Nostalgie

Dienstag, den 8. Juli 2014
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100 alte Autos auf dem Markt von Kremmen. Wunderschöne alte Modelle. Dazu Leute, die sich teilweise in passende Klamotten geworfen haben. Toll! Oldtimertouren wie die am Freitag durch Kremmen und Oranienburg machen mich immer ein bisschen nostalgisch. Denn als Kind habe ich mit meiner Familie auch so manche solcher Touren miterlebt.

Mein Vater gehörte Zeit seines Lebens zu den Oranienburger Autonarren, die ihren Oldtimer hegten und pflegten und damit natürlich immer wieder unterwegs waren. Ich mittenmang.
So erinnere ich mich an Ausfahrten nach Fürstenberg oder zum Schloss nach Sommerswalde, es muss Mitte der 80er-Jahre gewesen sein. Die Fahrten an sich waren toll. Bei sonnigem Wetter mit offenem Dach und wehenden Haaren – was kann es Schöneres geben? Auch wenn unser Oldie hinten nur „Notsitze“ hatte und die nicht so wirklich gemütlich waren. Was ich aber hasste, war das ewige Rumstehen, wenn die Autos präsentiert worden sind. Wenn man eine halbe Ewigkeit auf irgendeinem Platz oder auf einer Wiese verbringt, ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Als Kind hat man keinen Nerv dafür. Heute kann ich die Faszination besser nachvollziehen.

Ein gibt ein legendäres Foto, es muss am Schloss in Sommerswalde entstanden sein: Die Gruppe stand um einen Oldtimer herum, und der Fotograf meinte: Jetzt schauen Sie doch alle mal zum Auto. Und das machte ich. Und ich war der Einzige, der auf dem Foto aufs Auto glotzte, während alle anderen natürlich in die Kamera schauten…

RTelenovela

Todesmutig hoch über Sommerswalde

Donnerstag, den 27. März 2014
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Die Stufen der Blechleiter sind dünn. Alles wackelt. Und ich kann mich nicht richtig festhalten, weil ich mein Notizbuch unter den Arm geklemmt habe. Warum bloß habe ich mich entschieden, auf das Dach kraxeln zu wollen?

Im Sommerswalder Dreieck an der B273 tut sich momentan einiges. Das alte Forsthaus, das seit 1987 leergestanden hat, wird restauriert. Im Frühjahr 2015 soll dort eine Ausflugsgaststätte eröffnen. Am Mittwoch war Richtfest, und die Richtkrone hing hoch über dem Dach. Der Richtspruch ist hoch oben auf dem Gerüst aufgesagt worden. Mein Kollege und ich entschieden uns: Wir gehen mit hoch.

Zunächst ging es die besagte Leiter hoch. Kurz vor dem Ziel legte ich oben mein Büchlein ab. Oben ging es weiter über Bretterbohlen zu einem Fenster. “Da müssen Sie durch”, rief der Bauherr. Also wieder: klettern! Mein Kollege ist ganz souverän rüber- und durchgeklettert. Mir war das zu hoch, ich musste mich aufs das nicht vorhandene Fensterbrett setzen und mich da irgendwie drübermanövieren.
Das war der Moment, wo sich mein Notizbuch von mir verabschiedete. Es landete ganz unten im Sommerswalder Sand. Mein Stift stoppte im ersten Gerüststockwerk.
Mit leicht zittrigen Beinen stand ich nun also hoch oben im Gerüst und beobachtete den Festakt.

Todesmutig haben wir uns da hoch gewagt, und recht schnell stellen wir fest: völlig unnötig. Denn natürlich machten wir dann dort oben auch Fotos. Aber dort bekamen wir weder das Haus, um das es ging, noch den Richtkranz aufs Bild.
Wären wir doch lieber unten geblieben.
Ich kraxelte wieder runter und holte mir mein im Sand liegendes Notizbuch zurück. Nur an den Stift, an den kam ich nicht mehr ran. Wer von den Bauarbeitern in Sommerswalde also einen Kugelschreiber findet, darf ihn behalten. Mit freundlichen Grüßen.

aRTikel

1993: Sanierungsfall Pinnower Brücke

Samstag, den 27. Juli 2013
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Mai/Juni 1993 -> 13.7.2013

Vor 20 Jahren: Holzfahrbahn muss im Juli 1993 gesperrt werden / Erster Rohbau im Wohnpark Sommerfeld ist fertig / Alle warten auf das Atrium

MAZ Oranienburg, 27.7.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Juli 1993.

OBERHAVEL
Das Geheimnis wird am 1. Juli 1993 gelüftet: Das Abfallunternehmen Alba übernimmt das Schloss in Sommerswalde. Darin soll ein Schulungszentrum etabliert werden.

Die Badelustigen in Kremmen können aufatmen. Das Seebad „Kremmener Luch“ öffnet. Die gleichnamige Gaststätte ist schon seit Frühjahr in Betrieb, nun ist auch der zweite Anziehungspunkt fertiggestellt.

In Lehnitz finden Kampfmittelräumer am 5. Juli 1993 gleich zwei Bomben. Fast schon Alltagsgeschäft. Sie liegen unweit von der Stelle entfernt, wo im Dezember 1991 ein Blindgänger aus heiterem Himmel explodiert war. Am nächsten Tag gibt es einen Fund in Hohenbruch zu vermelden.

Im Wohnpark Sommerfeld sind die ersten Häuser rohbaufertig. Die Parzellengrößen liegen zwischen 550 und 1500 Quadratmetern. Im Frühherbst sollen die ersten Bewohner einziehen. Der Bau könnte im Jahre 1995 abgeschlossen sein.

Die Oranienburger erhalten am 8. Juli 1993 eine sehr überraschende Nachricht. Von einem Baubeginn für das Atrium-Einkaufszentrum am Schloss kann keine Rede sein. Außerdem kommt heraus: In der Stadtverwaltung in Oranienburg liegt zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Bauantrag vor. Niemand weiß etwas Genaueres, es herrscht Ratlosigkeit.

Auf der Liebenwalder Chaussee in Nassenheide prallt ein Trabant gegen einen Straßenbaum. Darufhin fängt das Auto Feuer. Von den vier jungen Leuten zwischen 16 und 20 Jahren überlebt der Beifahrer den Unfall nicht.

Die Pinnower Brücke in Borgsdorf muss saniert werden. Die Autos dürfen die Oder-Havel-Kanal-Querung schon jetzt nur noch mit Tempo 10 befahren. Immer wieder heben sich die Holzplanken von der Brücke. Am 12. Juli 1993 kann es endlich losgehen, da kommt die Vollsperrung.

In der Turnhalle in Bötzow laufen Bauarbeiten. Das Gebäude war zuvor noch zu zwei Dritteln mit Klassenräumen belegt. Die werden nicht mehr gebraucht, die Zwischenwände kommen weg. Laut Bürgermeister Gerd Eickenhorst kann der Sportbetrieb noch vor dem Winter wieder losgehen.

Carola und Michael Labahn eröffnen am 17. Juli 1993 den „Gasthof Bärenklau“ im ehemaligen Dorfkrug. Künftig können im Saal auch die Zusammenkünfte der Gemeindevertretung stattfinden.

Die Gemeinde Beetz kommt mit der Wiederbelebung des Gutshauses in Ludwigsaue nicht voran. Das Anwesen ist inzwischen nahezu abrissreif. Im Weg steht der Rückübertragungsanspruch der Alteigentümerin. Eigentlich hatte die Gemeinde bereits einen Investor aus Berlin, doch das Landratsamt stoppt den geplanten Verkauf.

Im Oberkrämer-Verwaltungssitz in Eichstädt herrscht der blanke „Telefon-Horror“. Noch immer hat die Behörde nur zwei öffentliche Anschlüsse – und von denen ist einer regelmäßig gestört. Dennoch hören die Anrufer in solchen Fällen ein Freizeichen. Doch die Telekom winkt ab. Es gibt keine Zusage für weitere Verbdinungen nach Eichstädt. Funktelefone anzuschaffen, ist für die Gemeinde zu teuer.

aRTikel

1993: Kremmen ist pleite und bekommt einen neuen Amtsdirektor

Samstag, den 26. Januar 2013
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Dezember 1992 II -> 29.12.2012

Vor 20 Jahren: Klaus-Jürgen Sasse setzt sich gegen hessischen Kandidaten durch / Zwei Tote werden aus der Oranienburger Havel geborgen

MAZ Oranienburg, 26.1.2013

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die Ereignisse im Januar 1993.

OBERHAVEL
Neues Jahr, neue Namen: Viele Straßen in Oranienburg sind umbenannt worden. Die Otto-Nuschke-Straße ist nun die Lehnitzstraße, die Leninallee ist jetzt die Berliner Straße, die Straße des Friedens nennt sich nun Bernauer Straße.

Es ist kalt in Oberhavel in den ersten Januartagen 1993. Die Gewässer frieren zu. Im Hafen in Velten ruht die Binnenschifffahrt. Die Wasserschutzpolizei muss ihre Boote aus dem Lehnitzsee ziehen, selbst die Eisbrecher fahren nicht mehr. Als das Eis schmilzt, taucht im Wasser des Veltener Hafens plötzlich ein alter Wartburg auf.

In der Lehnitzstraße brennt am Neujahrsmorgen 1993 die Baracke des ehemaligen Finanzamtes bis auf die Grundmauern nieder. Es war wohl Brandstiftung.

Das Schloss in Sommerswalde steht leer. Die Bildungsgemeinschaft Embut und das Bildungsministerium haben ihren Streit beigelegt, Embut verließ die Stätte. Offen ist, wie das Haus nun genutzt werden soll. Im Gespräch sind das Landratsamt und die Industrie- und Handelskammer. Auch die Treuhand-Anstalt erhebt Ansprüche.

Am 7. Januar 1993 taut das Eis auf der Havel. Es kommt zur Tragödie. Feuerwehrleute ziehen nahe der Lehnitzbrücke in Oranienburg einen Mann des GUS-Hubschrauberregiments aus dem kalten Wasser – er ist ertrunken. Einen Tag später bergen Taucher ein zweites Todesopfer aus der Havel.

Konsul Ronald Bauermeister will bis Ende 1994 das Schloss in Schwante sanieren. Geplant ist ein kulturelles Zentrum.

Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus gerät am 10. Januar eine Party mit Jugendlichen aus Heiligensee außer Kontrolle. Draußen stehen 50 Leute, die wegen Überfüllung nicht mehr reinkommen. Einige beginnen, Gehwegplatten durch die Fenster zu schmeißen.

Große Pläne für das Areal an der B273 am Germendorfer Ortseingang. Dort soll nicht nur der neue Betriebshof für die Busgesellschaft entstehen, sondern auch ein Baumarkt.

Am 15. Januar 1993 wird in Oranienburg der Grundstein für das neue Pharmawerk gelegt. Zum Akt kommen auch Ministerpräsident Manfred Stolpe und Vorstandvorsitzender Klaus Schweickart.

Mehrere mittelständische Betriebe in Hennigsdorf proben den Aufstand. Mit gut 35 Fahrzeugen fahren sie schnell mal eben tanken – und bringen so den Verkehr in der Stadt zum Erliegen. Es handelt sich wohl um eine Protestaktion wegen fehlender Gewerbeflächen.

Post Zehlendorf ist Sieger der Fußball-Hallenkreismeisterschaften. Der FC Kremmen landet auf dem 2. Platz.

Die Leute in Nieder Neuendorf fühlen sich von Hennigsdorf benachteiligt. Sie fordern einen Ortsrat. Bürgermeister Schulz verweist auf die Kommunalverfassung, die Ortsräte nicht kennt.

Flatows Bürgermeister Hermann Maeker hat sein Amt niedergelegt. Nun amtiert der vorherige Stellvertreter Gert Dietrich.

Kremmens Bürgermeister Michael Kinne teilt es den Stadtverordneten am 28. Januar 1993 eher beiläufig mit: Die Stadt ist pleite. Es ist nicht mal mehr Geld da, um Schaukästen aufzustellen. Nun soll die Schulküche an den Verein „Pro Seniorenpflege“ verkauft werden. Kinne muss sich von den Abgeordneten heftige Kritik anhören.

Einen Tag danach entscheidet sich der Amtsausschuss von Kremmen für Klaus-Jürgen Sasse als neuen Amtsdirektor. Der Germendorfer Bürgermeister setzt sich gegen Ortwin Bayer aus dem hessischen Wetzlar durch.

aRTikel

1992: Premiere für S-Bahn nach Frohnau

Mittwoch, den 30. Mai 2012
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Mai 1992 I -> 15.5.2012

Vor 20 Jahren: Tausende feiern in Hohen Neuendorf / Anschlag in Sommerswalde

MAZ Oranienburg, 30.5.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die zweite Hälfte im Mai 1992.

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Zwei Tage nachdem die MAZ berichtet hat, dass in die Baracken am Rande von Sommerswalde ein Asylbewerberheim mit 80 Leuten einziehen soll, legen Unbekannte dort am 16. Mai 1992 einen Brand. Mehrere Zimmer sind durch den Ruß unbewohnbar. Aber auch nach dem Brandanschlag hält der Kreis an seinem Vorhaben fest.

Die Gemeinde Beetz will das alte Schloss in Ludwigsaue verkaufen. Der Verfall schreitet voran, der symbolische Kaufpreis ist eine Mark. Für die neuen Schlossherren könnte eine Renovierung allerdings extrem aufwändig werden.

Die Einwohner von Glienicke sprechen sich mit großer Mehrheit für die Eigenständigkeit der Gemeinde aus. Fast 87 Prozent wollen, dass Glienicke sich keinem Amt anschließt. Der Kreistag stimmt allerdings zwei Wochen später dagegen. Glienicke habe zu wenige Einwohner für eine amtsfreie Gemeinde.

Auch in Germendorf kracht es gewaltig. Es gibt den Plan, gemeinsam mit Leegebruch eine Gemeinde zu bilden. Sie soll Leegebruch heißen – mit den Ortsteilen Germendorf und Gartensiedlung. Doch die Germendorfer wollen das nicht. Sowohl Alteingesessene als auch Neubürger pochen auf Tradition und Selbstbewusstsein. Germendorfs Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse kritisiert am 18. Mai 1992 den überstürzten Abschluss des Vertrages.

Das Oranienburger Gymnasium am Bahnhof hat nun einen Namen: den von Friedlieb-Ferdinand Runge. 750 Jugendliche besuchen die Schule, der Akt der Namensgebung findet am 22. Mai 1992 in der Aula statt.

Der Ausbruch eines mehrerer Banküberfälle verdächtigen Mann aus der Oranienburger U-Haft am 24. Mai 1992 wirft Fragen nach dem baulichen Zustand der Justizvollzugsanstalt auf. Der Mann war während des Hofgangs geflüchtet, selbst ein Warnschuss stoppte ihn nicht. Nun soll die Mauerkrone erneuert werden.

Das Tauziehen um die Kreisgebietsreform geht weiter. Nachdem sich Templin für einen gemeinsamen Kreis mit Oranienburg und Gransee ins Gespräch gebracht hat, will die Oranienburger SPD den Kreis Nauen ins Boot holen.

Am 31. Mai 1992 fährt die erste S-Bahn zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau seit dem Mauerbau. Mehr als 1000 Leute empfangen den Zug auf dem Bahnsteig. Wermutstropfen: Oranienburg verliert die durchgehende Bahnverbindung zum Flughafen Schönefeld. Die S-Bahn fährt über den Ostring nur noch bis Birkenwerder.

aRTikel

1992: Brückenchaos rund um Havelhausen

Dienstag, den 15. Mai 2012
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April 1992 II -> 27.4.2012

Vor 20 Jahren: Bauarbeiten führen zu Megastaus / Neues Asylbewerberheim bei Sommerswalde geplant

MAZ Oranienburg, 15.5.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im Mai 1992.

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Die Brückenruine über dem Oder-Havel-Kanal in Friedrichsthal rostet vor sich hin. Die Gemeinde hat allerdings kein Geld, sie zu reparieren. Die Fähre ruht ebenfalls, doch bis zu den Sommerferien soll der Übergang zum Grabowsee wieder gewährleistet sein.
Die Brücke in Havelhausen dagegen wird saniert. Das führt am 4. Mai 1992 allerdings zu einem Verkehrschaos. Zwischen der Borgsdorfer Kreuzung und Lehnitz kommt es zum Superstau, auch weil entsprechende Umleitungsschilder fehlen. Die Lage verschlimmert sich, als eine Woche danach auch noch auf der Brücke an der Lehnitzschleuse Bauarbeiten beginnen.

Aufgemotzte Motorräder gehören im Mai 1992 neuerdings zum Ortsbild in Schwante. Die Berliner Harley-Davidson-Interessengemeinschaft mietet sich für vorerst zwei Jahre in eine Baracke am Sportplatz ein.

Auf der Schönfließer Fläche neben der S-Bahn-Strecke soll eine gemeinsame Schule mit Bergfelde entstehen, außerdem verschiedene Reihenhäuser. Ein Bebauungsplan ist in Arbeit. Entsprechende Pläne werden im Mai 1992 vorgestellt.

Zwischen Berlin-Frohnau und Hohen Neuendorf bilden Anwohner am 8. Mai 1992 eine Menschenkette. Sie wehren sich gegen die Erhöhung des dortigen Tempolimits von 50 auf 70.

Im Haushalt von Kremmen fehlen 3,5 Millionen Mark. Große Löcher klaffen unter anderem bei der Schule und der Feuerwehr. Wenn das so bleibt, sei die Zahlungsfähigkeit der Stadt akut gefährdet, so Kämmerin Heike Schmidtsdorf. Neue Einnahmequellen seien kaum zu erwarten.

Neues gibt es zum Thema Kreisreform: Zum künftigen Großkreis Oberhavel soll neben Gransee auch Templin gehören. Aus Sicht von Landrat Karl-Heinz Schröter gibt es jedoch „handfeste Argumente gegen diese Lösung“.

In der Nähe von Sommerswalde soll an abgelegener Stelle ein Asylbewerberheim entstehen. In den Baracken hausten früher die Kampfgruppen des Hennigsdorfer Stahlwerkes. Befürchtungen, dass es Zoff geben könnte, tritt Sozialamtsleiter Detlef Troppens entgegen: Wegen der abgelegenen Lage käme es sicherlich nicht zu Protesten, sagte er.

aRTikel

1992: Bagger wirbeln Staub auf

Mittwoch, den 14. März 2012
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Februar 1992 II -> 29.2.2012

Vor 20 Jahren: Bauarbeiten in Oranienburgs Zentrum / Schüsse auf Glienicker Haus / Bombe in Vehlefanz

MAZ Oranienburg, 14.3.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im März 1992.

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Der Abriss der Häuser auf dem Grundstück des künftigen Atrium-Einkaufscenters geht voran. Zwischen Leninallee (Berliner Straße) und Breite Straße in Oranienburg wirbeln die Bagger viel Staub auf.

Der sogenannte Schuhkarton im Oranienburger Schlosspark soll zu einer Grundschule umgebaut werden. Kosten: 2,8 bis 3,2 Millionen Mark. Wie Bürgermeister Wolfgang Arps sagt, sei das die billigste Lösung – aber keine Dauerlösung: Im Jahr 2002 soll die Schule wieder raus aus dem Haus im Park.

Bärenklau wächst. In einer neuen Siedlung am Ortsrand entstehen 115 Häuser. Bürgermeister Helmut Jilg sagt, dass die meisten Zuzügler wohl aus dem Westen kommen: „Ossis sind Ausnahmen.“
Auch Germendorf erlebt einen großen Zuwachs. 130 neue Wohnungen sollen im Laufe des Jahres 1992 entstehen. Ein Haus kostet etwa 300 000 Mark. Nun fehlt nur noch eine Tankstelle im Ort.

Die Oranienburger Stadtverordneten beschließen am 5. März 1992 Parkplatzgebühren für die Innenstadt. In der City kostet das Parken nun 50 Pfennige für 30 Minuten. Selbst in einigen Neubaugebieten sollen die Autofahrer künftig zahlen.

Die Liebenwalder fordern ein Tempolimit auf der B 167 und der Landesstraße. Schon im November 1990 stellten sie einen Genehmigungsantrag in Potsdam. Doch fast anderthalb Jahre später ist immer noch nichts passiert.

Auf ein Haus in der Charlottenstraße in Glienicke fallen am 11. März 1992 aus größerer Entfernung Schüsse. Drei Geschosse durchschlagen den verglasten Balkon, ein Schuss geht in ein Fenster im Untergeschoss. Löcher sind auch im Putz zu sehen. Die Motive für die Tat sind zunächst vollkommen unklar.

Beim Bau der Grundschule in Vehlefanz kommt es am 12. März 1992 zu einem Zwischenfall. Bauarbeiter finden einen metallischen Gegenstand. Es handelt sich dabei um eine zwei Zentner schwere Bombe. Sie muss sofort entschärft werden, was einige Stunden dauert. Bürgermeister Hubert Gediga befürchtet durch die anschließende Bombensuche eine Verzögerung des Neubaus.

Das Landeskriminalamt ermittelt gegen die Bildungsgesellschaft im Schloss Sommerswalde. Das Bildungsministerium hat zuvor Strafanzeige erstattet. Der Vorwurf: Der Mietvertrag sei ungültig, das Ministerium will eine Million Mark zurückerstattet haben. Die Gesellschaft weist den Vorwurf zurück, der Vertrag sei mit der Ingenieurschule in Velten abgeschlossen worden.