KeineWochenShow

#184 – Bei Achim in Bremen

Sonntag, den 12. Juli 2020
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Diese Sendung findet natürlich nicht bei Achim in Bremen statt, aber sowohl Achim als auch Bremen stehen in der KeineWochenShow zumindest kurz mal im Mittelpunkt. Und eine Fahne in unserem Kellerstudio, die überraschenderweise doch nicht abgehangen werden muss.

Diesmal geht es um das Reisen in der Zeit des Coronavirus – die Kreuzfahrtschiffe wollen wieder ablegen. Und dann steht in diesem Jahr auch noch der Neuruppiner Martinimarkt auf der Kippe. Nicht abgesagt, aber verschoben ist die diesjährige Ausgabe von “Wer besiegt Paul?” in Hohen Neuendorf. Darüber spricht Paul Aurin in einem kurzen Interview.
Außerdem diskutieren wir darüber, ob Oranienburg ein weiteres Einkaufszentrum braucht, und wir schauen noch mal kurz auf die Maskennäh-Aktion in Bärenklau, wo es ein Endergebnis gibt.

Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #184 auf Youtube.

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (91): In Zeiten des Coronavirus

Montag, den 6. Juli 2020
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(90) -> 27.10.2019

Abstand halten. Überall hört man das. Und Maskenpflicht in der Bahn. Davon hört man auch überall. Aber wie sieht das in der Wirklichkeit aus?
Das erste Mal überhaupt während der Coronakrise fahre ich mit der Bahn. Mit dem Regionalexpress geht es nach Berlin. Es ist Sonntagnachmittag, und als der Zug in Oranienburg einrollt, ist er schon ziemlich voll.
Ich setze meine Maske auf und betrete den Zug.

Der Waggon ist voll. So ziemlich alle Sitze sind belegt. Die meisten Leute haben Masken auf, aber längst nicht alle. Überall auf den Gängen stehen weitere Leute. Auch, weil sie die letzten freien Plätze nicht belegen wollen – so von wegen Abstand.
Klar ist aber: Im RE5 sind Abstände einzuhalten nicht möglich. Dafür hat der Zug gar nicht die nötigen Kapazitäten. Hier die Maskenpflicht abzuschaffen, wäre Wahnsinn.
Ich laufe in einen anderen Waggon, aber da ist die Situation nicht anders.
Letztlich setze ich mich auf eine der Treppen – da habe ich zumindest so was wie einen Sicherheitsabstand zu den anderen Leuten um mich herum.

Auf der Erde vor der Tür liegt ein Pärchen. Beide haben sie keine Maske auf. Sie klammert von ihrem Freund und schläft. Bewegt er sich, klammert sie noch mehr. Auch er hat die Augen geschlossen, und irgendwann nestelt er an seiner Hosentasche herum und holt sein Smartphone heraus. Er fummelt darauf herum, hält es dann weg. Er schließt die Augen wieder, dreht seinen Kopf zu seiner Klammerfreundin. Er macht ein Selfie. Und noch eins. Dann schaut er sich das Ergebnis an, es muss nicht zufriedenstellend gewesen sein, denn wieder macht er seine träumerisch-entspannte Pose, um das auf einem träumerisch-entspannten Insta-Fotos festzuhalten – beobachtet übrigens nicht nur von mir, sondern auch vom Pärchen gegenüber.

Beim anderen Pärchen hat sie die Maske auf, er nur ab und zu. Ansonsten hat er die Maske unterm Kinn. Sie überlegen Essen zu gehen, aber sie will auf keinen Fall was mit deutscher Küche, weil das so doll gesalzen sei, und überall alles viel zu viel sei. Er lacht ein bisschen, aber wahrscheinlich muss er sich dem beugen.

In Berlin-Gesundbrunnen leert sich der Zug merklich, für die letzte Station bis zum Hauptbahnhof habe ich nun sogar einen richtigen Sitzplatz.

Rückfahrt mit der S1 vom Potsdamer Platz nach Oranienburg. Der Zug ist fast leer, trotzdem muss man Maske tragen, und es tragen tatsächlich alle Maske. Vor den Bahnhöfen nehmen die Ansagen aus dem Lautsprechern inzwischen kaum noch ein Ende: Hinweis auf Maskenpflicht. Nächster Bahnhof. Ausstieg links. Türen öffnen automatisch. Umsteigemöglichkeiten. Da braucht man sich gar nicht mehr zu unterhalten…

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RTelenovela

Sauna in Zeiten des Coronavirus

Sonntag, den 5. Juli 2020
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Ein gutes Vierteljahr mussten auch Schwimmbäder und Saunen im Zuge der Coronakrise schließen. Und das, obwohl es am Anfang der Krise hieß, Sauna sei ja eigentlich sehr gut gegen die Viren, weil sie bei der Hitze nicht überleben würden.
Jetzt darf man wieder saunieren – allerdings müssen die Saunen mindestens 80 Grad heiß sein, und Aufgüsse sind verboten. Ich habe mir das in Oranienburg am Sonnabend mal angesehen.

Wer das Gebäude betritt, muss sich erst mal einen Mund- und Nasenschutz aufsetzen und sich in eine Liste eintragen. Die Maske darf man in dem Moment absetzen, wenn man die Straßenklamotten abgelegt hat.
Das ist einerseits sinnvoll – weil man ja im Saunabereich schlecht immer die Maske dabei haben kann. Andererseits ist es natürlich unlogisch, weil man sich ja fragt, warum es einen räumlichen Unterschied gibt, dass man im Vorraum Maske tragen muss und ansonsten nichts. Aber so sind die Regeln, die werden ja nicht in Oranienburg gemacht. Und natürlich ist saunieren ohne Maske angenehmer.

Geschlossen sind nur das Dampfbad und das Caldarium. Beide Saunen haben nur gute 45 Grad, und der Dampf kommt ja einem Aufguss gleich, der auch verboten ist. Alle anderen Saunen sind im Betrieb, und die, die sonst 60 Grad haben, sind auch auf 80 Grad hochgeheizt. Andere Saunen wie die Erdsauna, die eigentlich 110 Grad haben, sind dagegen auf 90 Grad runtergesetzt – was diese Sauna übrigens gleich viel angenehmer macht.
Und es scheint, dass die 60-Grad-Saunen zwar auch mit 80 Grad funktionieren, dafür aber nicht ausgelegt sind. In der Panoramasauna – eigentlich 60 Grad – sind nämlich durch die 20 Grad mehr die Bänke und der Fußboden so heiß, dass man sich fast dran verbrennt. Wie immer ist es dagegen in der finnischen Sauna, auch wenn da natürlich der Aufguss sehr fehlt.

Ansonsten hieß es: Abstand halten. An jeder Sauna steht zudem, wie viele Leute höchstens reindürfen – in die finnische 22 Leute. Und in allen Saunen sind rote Punkte, die anzeigen, wo man sich setzen darf.
Grundsätzlich war es ziemlich leer, was aber vielleicht auch mit dem gleichzeitig stattfindenden DFB-Pokal-Finale zu tun haben könnte. So waren Abstände natürlich kein Problem, aber ob sich das finanziell auf Dauer lohnt, ist eine andere Frage. Man kann nur hoffen, dass wir die Coronakrise weiter im Griff behalten und es nicht wieder zu Verschlechterungen kommt.

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#182 – Auto-Abi 2020

Sonntag, den 28. Juni 2020
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Das Coronavirus sorgt auch dafür, dass die Menschen kreativ werden müssen. Die Abiturzeugnis-Übergabe am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium konnte nicht wie üblich stattfinden. Stattdessen traf sich der Abitur-Jahrgang in Lehnitz auf dem Tüv-Gelände zum LHG-Auto-Abi 2020 – die Zeugnisse gab es am Drive-In.
Dazu gibt es in KeineWochenShow #182 einen ausführlichen Beitrag.

Außerdem sprechen wir über die Coronavirus-Hotspots. Der größte ist in Rheda-Wiedenbrück in der Tönnies-Fleischfabrik. Eine vierstellige Infiziertenzahl, und die Frage steht im Raum, ob das alles noch beherrschbar ist oder ob eine zweite Viruswelle droht.
Und wir blicken auch auf die “Night of Light” zurück, bei der die Event- und Veranstaltungsbranche auf ihre Probleme in der Coronakrise aufmerksam machen – mit Bildern aus Oranienburg, Kremmen und Marwitz.

Wir blicken aber auch auf die Krawalle von Stuttgart und die Blicke, warum es so viele Menschen auf die Polizei abgesehen haben. Das und mehr in KeineWochenShow #182 auf Youtube.

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Richtig holpern

Donnerstag, den 25. Juni 2020
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Die spannendste Verkehrsbeobachtungsstelle der vergangenen Tage in Oranienburg war eine Baustelle in der Stralsunder Straße. Quer über die Straße waren dicke Kabel verlegt worden. Damit die Autos nicht direkt drüber rollen konnten, wurden diese Kabel unter eine Art Brücke gelegt. Über die Brücke mussten alle Autos langsam rüberholpern.
Macht man das zu schnell, droht das Auto aufzusetzen. Denn der Holperer ist natürlich ziemlich groß. Schilder wiesen auf Tempo 10 hin, aber eigentlich war selbst das zu schnell.

Ich selbst hatte folgende Strategie. Dann ranfahren und dann rüberrollen. So schnell, dass man noch Schwung hat, aber so langsam, dass man nicht zu viel Schwung hat und unten aufsetzt. Das passiert, wenn man im falschen Moment Gas gibt. Sind die Vorderräder drüber, gibt man ganz kurz Gas, um wieder etwas mehr Schwung zu haben, dann geht es mit den Hinterrädern drüber.

Umso spannender, mal die anderen zu beobachten. Neulich war ich zu Fuß unterwegs und blieb da einfach mal zehn Minuten stehen.
Da gab es die Autos, die schlicht zu schnell waren und fix mal in der Mitte aufsetzten, weil die Federung zu stark beansprucht wurde. Andere nahmen zu wenig Anlauf und rollten vor der Kabelbrücke wieder zurück. Sie mussten einen zweiten Anlauf nehmen. Busse holperten besonders stark, wegen der Größe der Fahrzeuge, die Leute im Bus wurden stark durchgeschüttelt. Ein Auto stoppte vor der Kabelbrücke und die Frau hinterm Steuer musste erst mal schalten und verursachte ein sehr unangenehmes Geräusch. Ein Mann gab dagegen zu früh Gas, nämlich schon, als er nur mit der Vorderrad drüber war, das tat dann hinten besonders weh und rumpelte ordentlich.

Am Mittwochmorgen war die Kabelbrücke auf einer Seite kaputt, am Mittag war sie dann samt Kabel ganz weg.

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Burger, gegrillt

Dienstag, den 23. Juni 2020
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Burger King rühmt sich ja seltsamerweise immer noch damit, dass bei denen das Burgerfleisch gegrillt wird. Blöderweise schmeckt man das gar nicht mehr, weil das Fleisch ja trotzdem aus der Kühlung kommt und nach dem Grillen gern mal länger warmgehalten wird.

In Oranienburg gibt es einen Imbiss, bei dem die Burger wirklich noch gegrillt werden, und man kann sich davon überzeugen, in dem man zusieht.
Der Imbiss ist neben dem Südcenter an der Berliner Straße im Stadtteil Süd. Er trägt einen Doppelnamen, “Diner 96 & SkyOase”. Letztere befindet sich eigentlich in der Schulstraße, und es scheint eine Zusammenarbeit zu geben, die Leute die dort arbeiten, sind auch aus der Schulstraße teilweise bekannt.

Wer dort den Burger bestellt, sieht wie eine Portion frisches Fleisch einmal plattgedrückt wird und dann auf den Holzkohlegrill kommt. Dort gart das Fleisch. Es kommt Honig-Senf-Soße drauf, dazu Käse. Außerdem Salat, Tomate, Gurke, Zwiebeln und ein Spiegelei. Und Brot natürlich.
Das Ganze schmeckt sehr lecker, man kann ihn auch gut essen, ohne dass er auseinanderfällt. Und das Fleisch schmeckt gegrillt. Das können sich die Leute von Burger King gern mal ansehen.

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Abiturfeier als großes Auto-Event

Montag, den 22. Juni 2020
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Die Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiasten bekommen ihre Zeugnisse auf dem Tüv-Gelände in Lehnitz

MAZ Oberhavel, 22.6.2020

Lehnitz.
„Mit Abstand die Besten“ – das war das Motto des 2020er-Abitur-Jahrgangs am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium (LHG). Und das hatte im Jahr des Coronavirus nicht nur mit Leistung und Sympathie zu tun. Um auch physisch Abstand zu halten, fand die diesjährige Zeugnisübergabe nicht in der Schule, sondern auf dem Tüv-Gelände in Lehnitz statt – als Auto-Event.
„Wir haben unter den damaligen Bedingungen überlegt, was können wir machen, damit alles gemeinsam stattfindet – also mit Familie, Abiturienten, Lehrern“, erzählte Lehrerin Ines Jahn, die die Feier in Lehnitz mitorganisiert hat, am Sonnabendnachmittag. Vorbild seien die Konzerte in Autokinos gewesen. Auf diese Idee ist dann am LHG aufgebaut worden.

So kam der Abiturjahrgang mit den Autos nach Lehnitz – fast überall saß die Familie mit drin. Felix Wigger, der ein Studium für Agrarwissenschaften beginnen will, kam mit dem Traktor zur Feier. „Ich finde das gut, denn bei einer Feier in der Schule hätten die Eltern nicht dabei sein können“, sagte Julien Neukirch, der am Sonnabend ebenfalls sein Zeugnis bekam.
In strömendem Regen füllte sich am Sonnabendnachmittag langsam der große Parkplatz. Alles war vorbereitet. Jeder Wagen hatte seinen Platz, und die Stellplätze boten auch Freiraum zwischen den Autos. Auch, wenn es in diesem Jahr auf eine andere Art und Weise feierlich war als sonst, wenn auch der eigentliche Abiball nicht stattfinden konnte – die mehr als 70 Abiturientinnen und Abiturienten haben sich alle schick angezogen. Während der Zeremonie saßen alle in ihren Autos. Allerdings brauchten danach zwei Wagen Starthilfe, die Batterien hatten zu schnell aufgegeben.
„An Tagen wie diesen wünscht man sich die alten Zeiten zurück“, sagte Schulleiterin Gabriele Schiebe in ihrer Festrede. „Normalerweise stehe ich vor erwartungsvoll schauenden, festlich gekleideten Abiturienten in der liebevoll geschmückten Turnhalle.“ Wobei auch der Parkplatz zum LHG-Auto-Abi 2020 ein wenig geschmückt war, und auch an vielen Autos waren Luftballons oder Banner befestigt.

Martin Steuer, der stellvertretende Schulleiter, verlas später alle Namen derer, die das Abitur bestanden haben, und im Anschluss sind die Zeugnisse übergeben worden. Dazu sind alle Autos nacheinander auf die Rampe am Rand des Tüv-Platzes gefahren, dort bekamen alle die Zeugnisse und Geschenke ins Fenster gereicht. Als es nicht mehr regnete, durften die Jugendlichen auch kurz aussteigen, um alles in Empfang zu nehmen. Schulleiterin Gabriele Schiebe sagte danach, sie sei erleichtert und glücklich, dass alles so gut über die Bühne gegangen sei.
Danach wäre eigentlich der Abiball dran gewesen – aber auch daran war offiziell nicht zu denken. „Wir trinken jetzt zu Hause einen schönen Kaffee mit der Familie“, erzählte Abiturient Benno Kaddatz.

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