RTelenovela

Bahndamm ohne Gleise

Montag, den 27. Januar 2020
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Der Bahndamm in Oranienburg ist für mich ein Stück Heimat. Vielleicht auch Nostalgie. Es geht um die ehemalige Kremmener Bahn. Der Bahndamm beginnt nahe der Lehnitzstraße, wo die Trasse von der großen Nord-Süd-Strecke abweichte. Von dort geht es über die Havel, weiter über die Robert-Koch-Straße, am Ärzteviertel, an der Weißen Stadt und Eden vorbei bis Germendorf.

Ich kann mich noch erinnern: Als ich ein Kind war, fuhren dort oben noch Güterzüge. Das war in den 80ern. Der Bahndamm war in Sichtweite von zu Hause, und manchmal stand ich oben am Fenster und habe die Waggons gezählt. Mit der Wende wurde es ruhig. Immerhin einmal bin ich 1997 mit einer Ferkeltaxe auf der Strecke unterwegs gewesen. Die fuhr nur testweise, danach war bald ganz Schluss.

Bis Mitte der 90er waren wir oft oben auf dem Bahndamm. Als gar keine Züge mehr fuhren, spazierten wir oft vom Oder-Havel-Kanal bis nach Eden und zurück. Highlights waren natürlich die Brücken – über dem Wasser und über den Straßen. Lange standen wir immer da, um zu schauen.

Inzwischen liegen längst dort oben nicht mal mehr die Gleise. Die Brücken über die Straßen sind längst abgebaut, der Bahndamm wird zigmal unterbrochen. Neulich kletterte ich mal wieder nach oben, unweit der Havel. Die Brücke ist gesperrt.
Heute, wo wir alle über die Umwelt sprechen, ist es schade, dass man den Zugverkehr eingestellt hat. Es wäre eine tolle städtische Strecke. Die Weiße Stadt wächst, die Züge hätten weiter nach Germendorf und Kremmen fahren können. Aber das ist vorbei, es sei denn, man entschließt sich, die Brücken wieder aufzubauen. Es kommt sicher eine Zeit, wo wir das Bahn-Aus auf dem Damm bedauern werden. Wenigstens die Idee von einem Radweg auf dem Bahndamm sollte man weiterverfolgen.

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KeineWochenShow

#160 – Verantwortung vergeht nicht

Sonntag, den 26. Januar 2020
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Brexit und Megxit! Während der Brexit ja nun tatsächlich vollzogen wird, hat es den Megxit schon gegeben. Was das zu bedeuten hat, darüber reden wir in KeineWochenShow #160.

Zum Abschluss der Grünen Woche 2020 in Berlin gibt es bei uns diesmal auch Bier aus dem diesjährigen Partnerland: Kroatien. Allerdings geht es auch um die neuen Brandenburghalle, die ja… nun ja, nicht allen gefällt.

Außerdem bieten wir diesmal eine Sammelkarten-Tauschbörse an. Rewe in Oranienburg verkauft Sammelkarten vom Oranienburger Handballclub. Ein paar davon haben wir zu veschenken. Wert Interesse hat, kann sich gern melden.

Der Holocaust-Gedenktag, das Coronavirus, der Eurovision Song Contest 2020 – all das und mehr besprechen wir in KeineWochenShow #160 auf Youtube.

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RTelenovela

Wenn sich Falschparker über Falschparker aufregen

Sonntag, den 12. Januar 2020
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​An der Oranienburger Willy-Brandt-Straße stritten sich am Sonnabend eine Passantin und zwei Taxifahrer. Streitpunkt: Ein parkendes „Fremdauto“ im Bereich der dortigen provisorischen Taxistellplätze. Es steckte sogar schon ein Knöllchen am Falschparker-Auto. 
Die Taxifahrer waren pikiert, dass die Passantin – ob auch sie in dem Bereich verbotenerweise geparkt hat, war nicht zu sehen – das alles nicht so eng sah. Es gab einen Disput.

Ich gebe zu, dass ich mich auch oft über die Autos aufrege, die an der Oranienburger Schulstraße auf dem Gehweg parken. Aber ich habe es aufgegeben, die Leute dezent auf ihren Fehler hinzuweisen.

Und den Taxifahrern kann man nur zurufen: Packt euch an die eigene Nase. Am Abend stehen die Taxis nämlich nicht auf ihren Stellplätzen, sondern weiter vorne auf dem Radweg, näher am Bahnhof dran. Vermutlich, damit die Kunden nicht so weit laufen müssen oder damit sie nicht denken, es gebe gar keine Taxis in Oranienburg. Und angeblich sei das geduldet, sagte einer der Taxler zu mir. Von wem auch immer. Vielleicht geigt ihnen ja auch mal ein Radler seine Meinung. Aber das ist ja dann sicherlich was ganz anderes.

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Unser gefährliches Leben als Kinder in den 80ern

Freitag, den 10. Januar 2020
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Neulich habe ich mal wieder von Helikoptereltern gehört, die sich übermäßig Sorgen um den Nachwuchs machen. Überall könnte was passieren.
Dazu fällt mir mal wieder eine “Der Alte erzählt von früher”-Geschichte ein. Denn wenn ich mir überlege, was wir als Kinder damals alles angestellt haben, da werden sich Helikoptereltern von heute voller Grausen abwenden. Da muss ich heute feststellen: Wir hatten eine gefährliche Kindheit.

Wir sind im Oranienburger Ärzteviertel aufgewachsen, damals in den 80ern. Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs war, dann wussten meine Eltern mitunter stundenlang nicht, wo genau wir eigentlich waren. Ob sie wussten, dass wir damals nahe des Bahndamms einen Kletterbaum hatten, auf den wir regelmäßig raufkraxelten, war uns damals relativ egal. Dass wir hätten abstürzen könne, zogen wir gar nicht in Betracht. Neulich ist mir aufgefallen, dass es den Baum gar nicht mehr gibt.
Und, jetzt haltet euch bitte fest: Damals sind wir auch immer wieder über den Bahndamm geklettert. Über die Gleise gelaufen! Hin und wieder fuhren damals dort noch Güterzüge, aber die haben wir ja rechtzeitig gehört. Aber wir hatten eben unsere Bude, einen weitläufigen Busch auf der anderen Bahndammseite.

Ob das heute auch noch möglich wäre? Und ob die Kinder so was heute noch machen? Es heißt ja immer wieder, sie würden nur noch am Computer oder am Handy kleben und mit ihren Freunden chatten statt live reden.
Tja, gefährlich war’s damals. Sehr gefährlich. Aber auch schön.

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Wie billig: “FCK CPS”

Mittwoch, den 8. Januar 2020
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Zum Jahresbeginn habe ich gleich mal was Neues gelernt: Gute „Bullen“ sind Polizisten. Schlechte „Bullen“ sind Cops, also die Korrupten und Gewaltbereiten in dieser Zunft. So begründet das jedenfalls Jean Willemsen, der für die Linke auch in der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung sitzt.

Seine Begründung, warum es für ihn okay ist, beim Linke-Landesparteitag in Potsdam während seiner Rede ein „FCK CPS“-T-Shirt zu tragen, ist allerdings haarsträubend. Siehe oben.
Es klingt wie eine ganz billige Ausrede, denn wenn man sich im Internet mal umschaut, was diese Abkürzung bedeutet, beziehungsweise wofür der Satz „Fuck Cops“ steht, dann ist das wirklich eindeutig. Der Satz drücke die allgemeine Ablehnung gegenüber der Polizei aus, außerdem die Abgrenzung gegenüber der staatlichen Ordnungsmacht.

Nun ist es Jean Willemsen natürlich erlaubt, seine Meinung gegenüber der Polizei – Verzeihung: den Cops – zu äußern. Der Satz ist nicht strafbar. Aber für einen Stadtverordneten ist das schon ziemlich kurz gedacht und blanke Provokation. Ein bisschen Respekt wäre schon schön. Auch wenn er, wie er sagt, schon schelchte Erfahrungen mit der Polizei gemacht habe. Aber deshalb alle über einen Kamm scheren? Hinzu kommt auch noch eine so lächerliche Begründung.
In der Stadt mit einer Polizeischule sollte beim jungen Stadtverordneten ein bisschen mehr Weitsicht herrschen.

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Der Bahnhof, der eine Barriere ist

Sonntag, den 29. Dezember 2019
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Barrierefreiheit im Oranienburger Bahnhof? Darüber können die Leute, die auf diese Barrierefreiheit angewiesen sind, nur herzlich lachen. Seit Wochen ist dort der Fahrstuhl zum S-Bahnsteig gesperrt.

Die Reparatur dauert – und zwar bis März. Aber wie sollen Gehbehinderte oder Leute mit Kinderwagen denn in dieser Zeit auf den Bahnsteig kommen?
Die Bahn sagt, dass sie doch bitte mit der Regionalbahn bis Birkenwerder oder Gesundbrunnen fahren sollen, von da wieder zurück. Ich glaube, es hackt! Soll ich mit einem kaputten Bein eine halbe Weltreise unternehmen, nur weil ich in Oranienburg S-Bahn fahren will? Das wird ernsthaft als Alternative genannt, um mit der S-Bahn fahren zu können?
Heißt im Umkehrschluss eigentlich nur: Die S-Bahn ist für Behinderte derzeit nicht nutzbar. Es sei denn, jemand hievt sie die Treppe hoch.

Zudem hält es die Deutsche Bahn ja auch nicht nötig, weitere Zugänge zum Bahnhof zu bauen. Eigentlich wären welche nötig in Richtung Neustadt, was den ganzen Verkehr in Richtung Innenstadt entlasten würde, zudem kenne ich kaum einen Bahnhof, der nur so einseitig begehbar ist. Auch ein Zugang vom Parkplatz, der ziemlich weit entfernt ist, fehlt. Mit einem Zugang am anderen Bahnhofsende wäre den Pendlern ebenfalls viel geholfen.
Und dann gäbe es auch das Fahrstuhlproblem nicht – weil es diese Alternative gäbe.

Aber von Service hält die Bahn in Oranienburg wenig. Keine Schließfächer, kein Klo. Für einen Fernbahnhof ziemlich peinlich.

Und davon mal abgesehen: Wieso dauert eine Fahrstuhlreparatur bis März? Wird der Zugang gehäkelt?

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Dunkle Nacht, unheilige Nacht

Samstag, den 21. Dezember 2019
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Ich bin abends eindeutig zu lange unterwegs. Irgendwas muss ich da mal ändern. Woran ich das merke? Ich sehe relativ selten die Weihnachtsbeleuchtung in der Oranienburger Innenstadt.

Mittwochabend, zum Beispiel. Ich rolle mit meinem Auto um 22.15 Uhr auf die Innenstadt zu, und da ist schon alles zappenduster. Kein Licht mehr am Weihnachtsbaum am Schloss, auch die Lichterketten sind bereits ausgeschaltet. Nach 22 Uhr ist es in der Kreisstadt offensichtlich mit der Festlichkeit vorbei, obwohl noch relativ viel Verkehr herrscht. Die Stadt muss wohl sparen.

Das war mal anders, da brannten die Lichter auch später und in der Nacht noch. Nun ist es nicht zwingend notwendig, den Baum auch nachts erstrahlen zu lassen, aber vielleicht ein oder zwei Stunden länger? Und Heiligabend? Wird da alles auch nach 22 Uhr, wenn die Mitternachtsmesse noch nicht mal begonnen hat, ausgeknipst? Bleibt die Heilige Nacht in Oranienburg auch zappenduster? Das wäre wirklich schade.

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