RTelenovela

Hamsetnichkleena?

Sonntag, den 23. September 2018
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Da bekommt man ja richtig Lust auf den Club. Oranienburg hat ja nicht so viele davon. In einem fand am Sonnabendabend ein Konzert statt, und ich stand erst mal vor der verschlossenen Tür. Die war einfach zu, obwohl es sich um den Haupteingang handelte. Dachte ich jedenfalls. Einen Hinweis, wo sich denn stattdessen der Eingang befindet, konnte ich nicht finden.
Ein Freund, der schon drinnen war, musste mich dann reinlotsen.

Am Eingang saß ein älterer Herr, der den 8 Euro teuren Eintritt kassierte. Ich legte ihm einen 20-Euro-Schein hin, und er so: “Hamsetnichkleena?” Ob ich es nicht kleiner habe. Und das wirklich, ähm, sympathisch rübergebracht.
Ich habe darauf nicht geantwortet, denn in seiner Kasse habe ich Unmengen von Scheinen und Eurostücken gesehen. Er reichte mir problemlos den Zehner und das 2-Euro-Stück als Rückgeld.
Aber Hauptsache erst mal den Kunden anblaffen.
So nach dem Motto: Wir empfangen den Besucher mit offenen Armen.
Na ja, vielleicht das nächste Mal.

aRTikel

Ein Abend mit Oberhavel-Talenten

Montag, den 17. September 2018
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Junge Musiker aus der Region treten in der ausverkauften Kulturschmiede in Schwante auf

MAZ Oranienburg, 17.9.2018

Schwante.
Ausverkauft! Damit haben die Leute von der Kulturschmiede in Schwante nicht gerechnet. „Das sah erst nicht so aus“, sagte Albrecht Kleye am Sonnabendabend. Dabei war es ein besonderer Abend. Sonst laden sich die „Freunde der Kulturschmiede“ immer Leute von außerhalb für ihre Programme ein. Diesmal aber ging es um Talente aus der Region, aus Oberhavel. „Das war ein guter Einfall“, so Albrecht Kleye. „Wir haben geguckt, wen wir denn so unserer Umgebung haben.“ Es gab auch persönliche Bekanntschaften, und jemand kannte jemanden.
Fünf junge Leute traten am Sonnabend in Schwante auf. „Wir haben diesen Abend gewagt“, sagte Dieter Blumberg in seiner Anfangsmoderation. „Aber dann haben wir alle kennengelernt, und dann wussten wir, dass es kein Wagnis ist. Wir haben eine Künstlergruppe gefunden, die ansehenswert und hörenswert ist.“ Dass der Raum voll war, „das zollt Respekt gegenüber unseren jungen Künstlern“, so Dieter Blumberg weiter. Dass zwei der Künstler direkt aus Schwante kommen, hat ihn besonders gefreut.

Den Anfang auf der Bühne machten Jannik und Katharina. Er wohnt in Oranienburg, sie kommt aus Sommerfeld. „Wir haben die gleiche Gesangslehrerin“, erzählte die 29-Jährige. „Und sie hat mir erzählt, dass jemand eine Sängerin sucht.“ Sie hat sich dann mit Jannik getroffen. „Es passt. Sowohl von unserer Art her, wir sind beide eher ruhig, als auch von unserem Musikstil.“ Die beiden machen seit einem halben Jahr gemeinsam Musik, sie traten Ende August auch schon beim Vehlefanzer Dorffest auf. Er spielt Gitarre, sie singt gefühlvolle Lieder auf Englisch und Französisch. „Hier ist die Atmosphäre total schön“, sagte Katharina über die Kulturschmiede in der Pause. „Es ist toll, dass wir zeigen können, was wir so machen.“

Danach sang Cornelia Tom. Die 30-Jährige aus Oranienburg trat am Sonnabend auch schon beim Zwiebelkuchenfest auf dem Dorfanger in Schwante auf. „Ich habe heute ein volles Programm“, sagte sie. Seit zehn Jahren macht sie Musik, intensiver seit drei Jahren. Ein Lied heißt „Fremder“ und handelt von jemandem, den sie auf der Uni ganz gut fand, wie sie bei ihrem Auftritt sagte. Sie mochte die Stimmung in der Schmiede. „Es ist toll, wie die Leute hier das genießen.“ Mitte Oktober will sie ihre erste CD aufnehmen. Darauf sollen acht Songs sein, im Dezember könnte sie erscheinen.

Die Sache mit der Musik hat bei der 19-jährigen Saskia Pauli aus Schwante schon früh begonnen. „Das hat schon in der Schule angefangen.“ Sie war im Schulchor in Neuruppin und spielte die Hauptrolle in einem Schulmusical. Mit elf Jahren nahm sie Gesangsunterricht. Sie trat vier Jahre lang in einem Ensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes auf. Jetzt singt sie im Chor „Young Voices“ und trat auch schon in der Deutschen Oper auf.

Eines ihrer selbst geschriebenen Lieder in Schwante hieß „Mirror made of Glass“, ein sehr gefühlvolles Lied. Und ist es eigentlich schöner in der Deutschen Oper aufzutreten oder in der Kulturschmiede? „Das ist ganz anders. Hier hat man viel mehr Angst, Fehler zu machen“, sagte Saskia Pauli. „Das ist sehr viel persönlicher hier.“ Sie war ziemlich aufgeregt. Dass es diesen Abend gibt, fand sie sehr gut. „Das ist interessant für die Leute, die hier wohnen, dass sie sehen, wen es hier so gibt.“

Der Jüngste an diesem Abend war Vincent Nowak aus Schwante. Der 14-Jährige spielte auf dem Schlagzeug zu bekannten Hits. „Seit fünf Jahren spiele ich“, erzählte er in der Pause. Er war schon immer von den Rhythmen begeistert. Sein Traum: einmal auf der Berliner Waldbühne spielen. „Aber ich muss mir mal eine coole Band zusammensuchen.“ Aber da ist er ganz optimistisch, er kenne da schon ein paar Leute. Jeden Tag übt er rund 20 Minuten zu Hause. „Das ist immer sehr lustig für die Nachbarn“, erzählte er. Für ihn war es etwas Besonderes, in der Kulturschmiede auftreten zu dürfen. „Ich war hier schon bei vielen Konzerten, und jetzt trete ich selber auf, das ist toll.“

Auch die Zuschauer waren angetan von diesem Abend. „Super gut“, sagte Cornelia Beckert aus Vehlefanz in der Konzertpause. „Was die kleinen Orte zu bieten haben, ist Wahnsinn.“ Beate Czech aus Schwante lobte die kulturelle Vielfalt. „Auch wenn die Vorträge sehr unterschiedlich waren. Jeder für sich war sehr gut.“

RTelenovela

Grüne Welle

Samstag, den 15. September 2018
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Seit ein paar Tagen ist die Dropebrücke in der Oranienburger Saarlandstraße gesperrt. Und ich genieße jetzt jeden Tag die Grüne Welle im Stadtzentrum.
Die wurde nämlich versprochen. Seitens der Kreisverwaltung hieß es, man programmiere die Ampeln im Stadtzentrum so, dass der Verkehr quasi locker durchflutscht.
Wahnsinn, wie gut das funktioniert. Der Verkehr rollt total flüssig, es ist einfach herrlich.
Ich kann das immer ganz genau und lange beobachten, wenn ich nämlich im Stau stehe – in der Gegenrichtung. Während der Verkehr von West nach Ost – also Richtung Schmachtenhagen – gut vorankommt, geht vom Bahnhof bis zur Schlossbrücke gar nichts mehr. Normalerweise brauche ich fünf Minuten für die Strecke. Jetzt sind es gut und gerne mal 20 bis 25 Minuten zu Stoßzeiten. Von einer Grünen Welle merke ich nichts.

Aber wie soll das auch gehen? Während stadteinwärts der Verkehr von der Schlossbrücke aus sich verteilt, ist es stadtauswärts so, dass vor der Schlossbrücke zwei größere, verkehrsreiche Straßen auf die Hauptstraße treffen. Da nutzten keine grünen Wellen – da staut es sich.

Am Freitag stand ich andererseits in der Robert-Koch-Straße an der roten Ampel und habe gewartet – auf das Nichts. Denn wegen der Brückenbaustelle herrscht in diesem Bereich quasi kein Verkehr mehr. Warum trotzdem keiner auf die Idee kommt, die Ampel abzuschalten, weiß ich nicht. Eine gute Minute Lebenszeit vergeudet – für nichts und niemanden. Da könnte sich bitte mal jemand drum kümmern!

KeineWochenShow

#88 – Extrem(o)

Sonntag, den 9. September 2018
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Diesmal dreht sich sehr viel um Musik.
Um Musik in Chemnitz.
Um Musik im Radio.
Um Schlagermusik und Popmusik, und was der Unterschied sein könnte.
Um Musik und Autorennen.
Um Live-Musik mit In Extremo in Oranienburg – mit Ausschnitten vom Konzert im Schlosshof.
Um Musik von Gundermann im Kino.

Das und mehr seht ihr in KeineWochenShow #88 auf YouTube.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (51): Internetfrei

Donnerstag, den 6. September 2018
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(50) -> 1.9.2018

Technik ist Segen, wenn sie funktioniert.
Technik ist Fluch, wenn sie nicht funktioniert.
Ich hatte eine Woche und einen Tag kein Internet zu Hause. Das heißt – ein klitzekleines bisschen hatte ich schon. Eine Minibrandbreite, die es erlaubte, dass ich mal eine E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht bekomme. Oder besser: Die Infos, dass ich’s bekommen habe. Öffnen konnte ich das Ganze nicht. Dafür das reichte das Mininetz nicht.

Oder Internet geht nichts mehr. Ich schaue Fernsehen fast nur noch über Mediatheken. Videoclips schaue ich auf Youtube. Serien oft auf Amazon.
Das fiel nun weg. Vom Handy-Daddeln ganz zu schweigen.

Plötzlich musste ich wieder normales Fernsehen nutzen und mir Sendungen programmieren, wenn ich sie nicht verpassen wollte. Plötzlich musste ich auf dem Handy das mobile Netz nutzen und zigmal nachladen, was teuer wird. Plötzlich konnte ich zu Hause nicht mehr auf dem Laptop arbeiten.

Das bei Vodafone zu melden, ist nicht ganz einfach. Ich war zunächst im Vodafone-Shop in Oranienburg, die fühlten sich jedoch nicht zuständig, was ich unverschämt finde. Vodafone ist Vodafone, da können die sich ruhig mal drum kümmern, wenn ein Kunde kommt und ihn nicht wieder wegschicken und auf eine Hotline verweisen.
Für die 1212-Hotline braucht man Nerven. Eine Ansage folgt auf die nächste. Wollen Sie, dass jemand mithört? Welches Problem haben Sie? Um welchen Geschäftsbereich geht es? Wie ist Ihre Kundennummer? Oder Telefonnummer? Und wasweißich. Manche Ansagen kamen doppelt.
Hat man endlich einen Menschen in der Leitung, möchte man ihn anschreien. Ätzend.

Die Servicefrau regte an, ich solle mir doch jetzt mal die App runterladen, um festzustellen, wie viel Internet ich denn empfange. Dass das nicht gehe, weil ich ja mit ihr telefoniere und ich ja kein Internet habe, musste ich ihr auch erst erklären. Sie musste sich auch erst drei Minuten beraten, während ich anderen Beratermonologen lauschen durfte. Dann endlich sagte sie, dass sich bald irgendjemand bei mir melden würde.
Tatsächlich war nun ein Servicetechnier da, vielleicht war es ein loses Kabel im Schalterkasten, vielleicht sind Bauarbeiten schuld – wer weiß das schon so genau.
Ich habe jedenfalls wieder Internet. Hurra.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (50): Schlüssel aus

Samstag, den 1. September 2018
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(49) -> 11.7.2018

Ja, so was gibt’s: dass der Schlüssel aus ist. Aus – im Sinne von: Kaputt. Keine Batterie mehr. Die neumodischen Autos haben keine Schlüssel mehr, sondern so Dinger, bei denen man auf ein Knöpfchen drückt, und dann ist das Auto auf oder zu.
So lange das Ding Saft hat.

Da stand mein Auto auf dem Grundstück eines Freundes, und ich stand daneben und drückte auf meinen Schlüssel. Und es passierte: nichts. Akku alle.
So ganz überraschend war das nicht, denn schon am Vortag zeigte mir der Bordcomputer des Autos, dass die Batterie fast leer ist. Aber dass das dann so fix geht.

Zum Glück stand das Auto so, dass wir mit dem anderen Auto gerade noch drumherum fahren konnten. Ansonsten hätten wir mein Auto nicht mal wegschieben können. Es wäre nichts gegangen.
Und so fuhren wir zum Autohaus, ich legte meinen Schlüssel auf den Tresen, der Akku wurde gewechselt, ich legte 7 Euro und ein paar Zerquetschte hin, und wir konnten wieder fahren.
Der Schlüssel hat wieder Saft, und ich konnte wieder losfahren.

Erst später erfuhr ich, dass auch der „Drücker“ auch eine Vorrichtung hat, dass man zur Not doch noch irgendwie ins Auto kommt. Aber zum Autohaus hätte ich ja sowieso fahren müssen.

RTelenovela

Einschulung: 33 Jahre danach

Montag, den 20. August 2018
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Meine Einschulung ist schon 33 Jahre her. Anfang September 1985 stand ich mit meiner Schultüte auf der Treppe der Oranienburger Pablo-Neruda-Oberschule. Das Foto ist mir neulich mal wieder in die Hände gefallen.

Am Sonnabend erlebte ich die Atmosphäre einer Einschulung wieder – diesmal in der Grundschule Niederheide in Hohen Neuendorf.
Ganz klar: Für die Kinder war das ein wahnsinnig wichtiger Tag. Endlich Schule! Endlich zu den Großen – oder, na ja, zu den Größeren gehören!

Viel wichtiger als der Unterricht war aber natürlich der Inhalt der Schultüte. Und die scheint bei einigen der Kinder verdammt schwer gewesen zu sein. Immerhin mussten sie das Teil aus der Turnhalle zum Fototermin mit mir und weiter in den Unterrichtsraum schleppen. Ein Junge schien zwischenzeitlich ganz froh gewesen zu sein, sie mal ablegen zu können. Hoffentlich war das Auspacken nach dem ersten Schultag auch so ein schöner Moment.