RTelenovela

Mittagessen in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 1. April 2020
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Heute gab es Stampfkartoffeln, Rührei und Gemüse. Letzte Woche gab es Hackbraten mit Kartoffeln, Gemüse und Soße. Und am Tag davor Stampfkartoffeln mit zwei Eiern und Senfsoße.
Im Auto.
Ich schiebe dann den Sitz ein wenig zurück, mache das Radio an oder einen Podcast, wenn ich dran gedacht habe, habe ich meine Gabel dabei. Oder ich bekomme eine Plastikgabel.
Und dann mache ich es mit essend gemütlich.

Das ist die neue Art des Mittagessens.
Wegen der Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dürfen Gaststätten, Bistros und Imbisse nur noch Essen-to-go verkaufen. Sich dort hinzusetzen, um zu essen geht nicht mehr.

Wenn ich jetzt also ins “Bistro 23” in Oranienburg gehe, bekomme ich das Essen in eine Verpackung, ich kaufe noch was zu trinken, und dann laufe ich zum Auto, um dort essen.
Ich hoffe, das Bistro hält durch!

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KeineWochenShow

#169 – Irgendwie, irgendwo, irgendwann

Sonntag, den 29. März 2020
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Woche 2 in der Coronakrise liegt schon schon hinter uns, und noch dürfen wir zu zweit unsere Sendung fabrizieren. Und natürlich ist es das beherrschende Thema.

Wir haben diesmal einen Gast – oder besser: Ich habe mit Susi ein Videointerview geführt. Sie erzählt, wie ein Coronatest in Berlin gemacht wird – und wie lange man da so warten muss.
Wir sprechen über die Lage in den Krankenhäusern und bei den Tafeln. Es geht um Coronasongs und Coronashows. Um einen Friseur in Hennigsdorf, der einfach weitermachte. Um den Landkreis Ostprignitz-Ruppin, der dicht machte. Wir erinnern uns an damals und zeigen, wie es in Oranienburg aussieht.

Und über das Ende der Lindenstraße sprechen wir am Ende auch noch.
Leider hat der Schnittmeister ganz am Ende den letzten Einspieler vergessen, falls das jemandem auffällt. Holen wir nächste Woche nach!

KeineWochenShow #169 gibt es auf Youtube.

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RTelenovela

Musizieren in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 28. März 2020
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Uns steht wieder ein Wochenende bevor, an dem wir sehr viel Zeit haben werden. Da ist es doch toll, wenn die Familie sehr musikalisch ist. In der Oranienburger Mittelstraße musizieren beispielsweise Christel und Manfred Specht jeden Abend um 19 Uhr auf ihrem Balkon „Der Mond ist aufgegangen“.
Am Donnerstagabend gab es zusätzlich noch ein Geburtstagslied für Laura, die in der Nachbarschaft wohnt.

Einfach klasse – mit einem Aber: Wenn die Familie spielt, sollten sich die Leute nun nicht zwingend auf die Straße stellen. Das ist ja gerade nicht Sinn der Sache. Deshalb die Bitte und die Idee: Bitte bleibt zu Hause! Stellt euch um 19 Uhr auf den Balkon oder ans offene Fenster und spielt und singt mit! Irgendwie kann man sich sicher auf ein Lied einigen, „Der Mond ist aufgegangen“ ist ja schon ein guter Anfang. Und wenn alle an ihren Fenstern stehen und mitsingen – dann wäre das eine wirklich großartige Sache!

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Lokal einkaufen in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 25. März 2020
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Wenn man wegen der Coronakrise den ganzen Tag zu Hause im Home-Office verbringt, dann muss es einfach sein, dass man einmal wenigstens rausgeht. Mein Auto habe ich das letzte Mal am Sonnabend bewegt.
Stattdessen bewege ich mich nur in meinem Viertel. Einmal um den Block.

So überlege ich dann immer, was ich draußen mache, wohin ich denn konkret gehen will. Am Dienstag war klar: Es sollte der Gang zum Bäcker sein. Ich wollte dort ein halbes Brot kaufen, und mit Absicht bin ich dafür nicht in den Supermarkt gefahren. Denn der hat meinen Einkauf gerade nicht ganz so zwingend nötig. Aber der Bäcker um die Ecke, der momentan Umsatzeinbußen hat, der braucht jeden Einkäufer, also auch mich.
Gleich neben ist ein Fleischer, und weil ich ja was brauche, was ich mir aufs Brot lege, kaufte ich da gleich noch Aufschnitt – und ein Stück Blutwurst. Also gleich noch was für die Pfanne.

Telefonisch habe ich mir heute in unserem Buchladen zwei Bücher bestellt, die in diesen Tagen erschienen sind und die ich auch schnell anfangen will, zu lesen. Einen Tag danach sind sie da, sie werden mir geliefert, oder ich kann sie draußen vor der Ladentür in Empfang nehmen.
Es wäre schön, wenn es alle diese Läden auch nach der Krise noch gibt.

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Oranienburg in Zeiten des Coronavirus

Sonntag, den 22. März 2020
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Oranienburg am Sonnabendmittag. Normalerweise herrscht da noch ziemlich Trubel. Aber momentan ist ja eher nichts normal. Gerade steht die Frage im Raum, ob es wegen des Coronavirus eine Ausgangssperre geben soll, und aus der Politik kommen die Signale, dass es an uns liegen werde, wie wir uns verhalten, ob wir freiwillig daran, zu Hause zu bleiben.

Auf dem Bahnhofsplatz jedenfalls ist nahezu nichts los. Auch entlang der Stralsunder Straße ist niemand zu sehen. Ein Blick in die Innenstadt ist fast schon gespenstisch. Nichts los. Vereinzelte Autos, ein einziger Spaziergänger in der Ferne.
Zumindest in der Oranienburger City hält man sich offenbar an die Empfehlung, nicht rauszugehen.
Anderswo soll es nicht ganz so sein – am Müggelsee in Berlin musste wohl die Polizei einschreiten, weil dort mehr als 100 Leute den Frühling genossen.

Am Nachmittag im Supermarkt war es auch erfreulich überschaubar. Während man von Edeka in Oranienburg schon große, neue Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen vernimmt – Einkaufswagen werden abgewischt, nur noch eine bestimmte Zahl Leute darf rein, passiert in der Hinsicht bei Rewe noch erstaunlich wenig. Um nicht zu sagen: fast nichts. Selbst der Spender mit der Desinfektion am Getränkeautomaten ist verschwunden.

Was mittlerweile extrem nervt sind die Empörungswellen, die durch die sozialen Netzwerke schwappen, wenn wieder jemand irgendwelche Jugendliche irgendwo gesehen hat. Oder wenn Leute in einem Café saßen. Dann wird da mit dem Finger hingezeigt, und man ist total empört, und das gehe ja alles gar nicht. Leute, macht euch doch ein schönen Tag, konzentriert euch auf euch selbst und lasst die Unbelehrbaren machen. Das Gezetere ist jedenfalls auch ganz schön ansgtrengend geworden. Aber was wären Facebook und Co. ohne diese Empörten.

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Wochenendeinkauf in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 21. März 2020
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Freitag, Zeit für den Wochenendeinkauf. In einigen Supermärkten in der Gegend gibt es bereits Zugangsbeschränkungen. Ist es zu voll, müssen die Leute draußen warten, bis jemand rauskommt. Dann kann einer rein.
In meinem Oranienburger Stamm-Supermarkt scheint die Lage noch relativ entspannt zu sein. Hier deutet nichts darauf hin, dass es Einlassbeschränkungen geben könnte. Allerdings ist es auch nicht besonders voll.

Das Regal mit dem Klopapier und den Küchenrollen ist mittlerweile absolut leer, von vorne bis hinten. Nichts mehr da, gar nichts mehr. Nicht dass ich Klopapier brauche, ich habe noch sechs Rollen. Es könnte also vielleicht nach Ostern kritisch werden. Aber vielleicht haben sich die Leute bis dahin ja eingedeckt.
Milch ist auch Mangelware. Die Schokoladen haben sich auch verabschiedet – Kinder-Schokolade scheint immer noch extrem beliebt zu sein.

Gespenstisch sind die Durchhalteparolen, die aus den Lautsprechern kommen. Es gebe keine Lieferschwierigkeiten, alles werde aufgefüllt, irgendwann, und wir sind für Sie da. Das Ganze soll beruhigen, aber ehrlich gesagt, löst eine solche Lautsprecherdurchsage unterschwellig eher bedrohlich. Weiß auch nicht, warum.

Vor den Kassen sind Markierungen auf dem Boden. Schließlich sollen wir ja alle 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Die Frau hinter mir hat die Markierungen wohl nicht gesehen, sie steht plötzlich direkt hinter mir. Ich bitte sie zurückzuziehen. Sie tut es lächelnd, sie habe nicht dran gedacht.
Die Frau an der Kasse hat jetzt immerhin Handschuhe an, sonst ist sie allem ausgesetzt. Auch sie ist eine Heldin unserer Zeit. Ich gehe mit den Worten: Bleiben Sie gesund!

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Dönerladen in Zeiten des Coronavirus

Freitag, den 20. März 2020
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Auch in Oranienburg müssen seit Mittwoch die Gaststätten und Bistros um 18 Uhr schließen. Zumindest für den Publikumsverkehr im Geschäft. Stattdessen können sie einen Außerhaus-Verkauf anbieten.
Inwiefern das sinnvoll ist, müssen andere entscheiden.

Im Dönerladen in der Schulstraße schließen sie jedenfalls um 18 Uhr den Eingang. Stattdessen steht in der Eingangstür ein Stehtisch, und dort werden die Bestellungen angenommen. Die Leute müssen draußen warten, und wenn sie clever sind, dann haben sie nicht vergessen, dass man ja anderthalb Meter Abstand halten soll.

Am Donnerstagabend hat es erstaunlich gut funktioniert. Ein Mann mit zwei Kindern bestellte, und um ihn herum standen ich, ein weiterer Herr und ein Polizist (nicht im Einsatz, sondern hungrig) in weitem Abstand. Wer bestellt hat, wurde gebeten, sich mit Abstand irgendwo hinzustellen, um andere an den Bestelltisch treten zu lassen.

Einer der Jungs merkte dennoch an, dass das Coronavirus ziemlich scheiße sei. Und während ich das eingepackte Hähnchenschnitzel im Brot entgegennahm, konnte ich dem jungen Mann nur zustimmen.

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