RTZapper

Eurovision Song Contest 2013

Sonntag, den 19. Mai 2013
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SA 18.05.2013 | 21.00 Uhr | Das Erste

Der Eurovisionszirkus hat es nicht weit. Er muss nur einmal über die Öresundbrücke fahren, das sind nur wenige Kilometer: von Malmö nach Kopenhagen. Von Schweden nach Dänemark im Mai 2014. Und eigentlich war es fast ein bisschen langweilig, denn Emmelie de Forest aus Dänemark galt schon von Anfang an als die große Favoritin, und auch im Voting stellte sich sehr schnell heraus, dass sich ihr Favoritendasein bestätigen wird.
Ihr Song “Only Teardrops” war durchaus okay, aber es gab viele, viele bessere Songs im 2013er-ESC-Jahrgang.

Aber vorher müssen wir dringend über Cascada sprechen: 21. Platz. Hallo? Sooo schlimm war ihr Song “Glorious” doch nun wirklich nicht! ja, selbst wir Deutschen sind nie wirklich mit dem Lied warmgeworden, aber dennoch war es eine poppige Nummer, die ganz gut abging. Allerdings hätte Cascada nicht so doof und so lange auf dem Podest rumstehen sollen. Nun werden wohl wieder die altbekannten Diskussionen losgehen – was können wir besser machen, warum haben uns die anderen nicht lieb? Blabla.

Blabla ist auch ein gutes Stichwort für Peter Urban, der von allen so für seine Kommentare gelobt wird. Das schöne Intro hat er zugelabert, seine Kommentare zu den Songs glichen mitunter 1:1 denen, die er im Halbfinale schon gesagt hat. Und ging es darum, lange englische Textpassagen zu übersetzen, schwieg er oder er erzählte, was wir sowieso sahen. Liebe ARD, es wird höchste Zeit für eine Originalton-Option beim Eurovision Song Contest. In unserer digitalen Fernsehwelt sollte das gar kein Problem sein!

Die ESC-Show in Malmö war auch nur durchwachsen. Das Intro, in dem alle ESC-Länder in die Halle einliefen, war ganz schön, die Pausenshow dagegen wirkte wie eine Wiederholung aus den 80ern. Eine mäßig lustige Revue über schwedische Vorurteile. zeitlich uferte die Show ziemlich aus, sie ging bis 0.30 Uhr. Deshalb war wohl auch oft nicht mal genügend Zeit, sich die Länderpunkte 1 bis 7 anzusehen, sie flogen oft regelrecht durchs Bild. Auch gab es am Anfang ein paar Pannen mit der Punktevergabe. Dass Dänemark, als der Sieg feststand, dann tatsächlich schon gefeiert wurde, obwohl noch vier Länderwertungen ausstanden, war auch eher schäbig.

Leider haben wir die meisten am Sonnabend präsentierten Songs wohl das letzte Mal gehört, denn die deutschen Radiosender werden wohl höchstens den dänischen Gewinnersong spielen. Ich wünsche mir aber auch, dass die Songs aus Norwegen, Malta, den Niederlanden, Ungarn, Schweden, Großbritannien und Finnland mal irgendwo gespielt werden. Das waren nämlich die großen Lichtblicke. Und dass Deutschland den netten ungarischen Beitrag “Geldwäsche” “Kedvesem” seine zwölf Punkte gegeben hat – Respekt dafür, denn das war ein wirklich sympathisches Lied!

Eurovision Song Contest 2014 – in Kopenhagen. Es heißt, die Vorbereitungen dafür liefen bereits vor der heutigen Show. Die Dänen müssen sich sehr siegessicher gewesen sein…

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Public Viewing “Eurovision Song Contest 2013: 2. Halbfinale”

Freitag, den 17. Mai 2013
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DO 16.05.2013 | Malmö, Eurovision-Village

Das 2. Halbfinale vom Eurovision Song Contest 2013 in Malmö war für uns – mal abgesehen vom Voting – nichts Neues. Wir kannten die Show. Deshalb wollten wir sie diesmal gemeinsam mit anderen Leuten beim Public Viewing im Eurovision-Village in Malmö erleben.
Das Wichtigste vorweg: Den größten Jubel bekamen die Griechen, ihr Folklorepop kam bei den Zuschauern in Malmö sehr gut an. Ebenso natürlich die Finnen und die Norwegerin. Aber auch Cascada aus Deutschland bekam großen Applaus, als ihr Song eingespielt wurde – und natürlich Schweden selbst.

Richtig voll war das Zelt, als vor der eigentlichen Show die Sängerin Siw Malmkvist mit einer Band auftrat. Sie ist in Schweden sehr beliebt – aber auch in Deutschland (”Liebeskummer lohnt sich nicht”).
Zwischenzeitlich leerte sich die kleine Arena bedenklich, aber als es auf 21 Uhr zuging, kamen die Menschen dann doch wieder zusammen, um zu gucken.
Selbst ein kleines Fernsehteam von N24 war vor Ort, um über die Stimmung in Malmö zu berichten.

Nur wenige Dinge waren anders als in der Show einen Tag zuvor. So wurde beispielsweise ein zweiteiliger Gag komplett gestrichen. So kündigte noch am Mittwoch im Jury-Halbfinale 2 die Moderatorin den “Final Countdown” an, worauf eine Band die Bühne stürmte und das gleichnamige Lied ansetzte und die Moderatorin sie wieder von der Bühne schrie. Später das Gleiche unter dem Stichwort “Europe”, denn so hieß die Band, die den Song einst spielte. Muss wohl Mittwoch nicht funktioniert haben, heute fehlte diese Sache völlig.

Und inhaltlich?
Ralph Siegel hat’s mal wieder nicht geschafft, sein Song aus San Marino ist raus. Auch die Schweiz hat das Finale verpasst, der Song war einfach zu harmlos, in jeglicher Hinsicht.
Ansonsten ist’s eine schöne Mischung aus tollen Lieder, netten Songs und Trash geworden. Meine Favoriten aus Malta, Finnland, Ungarn und Aserbaidschan sind dabei. Aber auch der hochträllernde Herr aus Rumänien, die blonde Mähne aus Island, das Nebelpärchen aus Georgien, die Folkloreleute aus Griechenland sowie Armenien und Norwegen.
Es könnte also am Sonnabend ein schönes Finale mit vielen wirklich guten Songs werden.

Wer übrigens einmal in Schweden war, wird verstehen, wie die Skandinavien-Connection funktioniert. Norwegen, Finnland, Dänemark – alle werden hier groß bejubelt, aber alle diese Songs sind hier auch bekannt, sie werden im Radio gespielt, die Interpreten haben Fernsehauftritte. Kein Wunder, dass die Schweden dann auch gern für ihre Nachbarn abstimmen. Das hat es Deutschland mit seinen nicht wirklich vorhandenen verbündeten Nachbarn schwer.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Eurovision Song Contest 2013: 2. Halbfinale – Juryshow

Donnerstag, den 16. Mai 2013
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MI 15.05.2013 | Malmö, Malmö-Arena

Die Schweiz ist im Finale. Griechenland auch. Georgien ebenfalls. Auch Malta, San Marino, Norwegen, Rumänien, Israel, Ungarn und Finnland.
Feiern dürfen die Länder aber noch nicht. Denn das Finale des Eurovision Song Contests 2013 haben sie am Mittwochabend nur fiktiv erreicht.

Immer 24 Stunden vor dem 1. und 2. Halbfinale sowie vor dem Finale wird die komplette Show schon einmal vor Publikum aufgeführt – aber vor allem für die Jurys in den vielen Ländern der Eurovision. Das 2. Halbfinale findet am Donnerstag statt – wir haben es schon am Mittwochabend live in der Malmö-Arena erleben dürfen.

Die Halle ist erstaunlich klein, das kennt man vom ESC ganz anders. Eigentlich ist die Malmö-Arena nicht mehr als ein etwas groß geratenes Fernsehstudio. Fast möchte man sagen: nix Besonderes. Aber das wollten die Schweden offenbar: alles ein paar Nummern kleiner als in den vergangenen Jahren.
Es ist nicht ganz voll, als etwa 30 Minuten vor Showstart das Vorprogramm beginnt. Irgendwelche Sänger trällern bekannte ESC-Hits nach. Kann man bringen, muss man aber nicht. Lieber hätte kich mir nette Videos davon angesehen.
Die vielen ordner laufen ganz aufgeregt hin und her und zeigen immer mal wieder auf irgendwelche Leute im Publikum. Die Lage scheint aber doch nicht so gefährlich zu sein, wie es den Anschein hatte.

Der Moderatorin hat man für diese Show den hässlichsten Fetzen angezogen, der in ganz Schweden zu haben war. Das Kleid ist vorne unten offen. Wer direkt vor der Bühne stand, konnte ihren Schlüpper sehen, wenn sie denn einen an hatte – von hinten konnten wir das leider nicht so genau boebachten. Was sich die Macher bei der Modekatastrophe gedacht haben…?

Es gibt auch in dieser Show wieder fünf Songs, die ich sehr gut finde. Gleich am Anfang kommt Lettland mit einer fröhlichen Popnummer daher. Aserbaidschan bietet einen eingängigen Popsong und einen Typen, der auf einer Art Felsen sitzt, unter dem Nebel wabert. In dem Dingbums sitzt ein weiterer Typ gefangen, der auch von einer Dame, die später die Bühne betritt, nicht befreit werden kann. Hat sicher was zu bedeuten.
Einen bunten Zirkus mit “Dingdong”, einem fröhlichen Refrain und etwas Pyrotechnik veranstaltet Finnland. Malta hat eine sympathische Nummer im Programm, die einfach ins Finale muss, ebenso Ungarn.

Großen Applaus in der Halle bekam San Marino. Deren Show beginnt mit einer Frau, die eine helle Kugel in ihrer Hand hält. Ein Symbol, bestimmt mit großer Bedeutung!
Die Griechen beginnen ihren Song genauso so, wie man ihn vom alten Sarikakis in der “Lindenstraße” kennt, das Ding schwenkt dann aber doch schnell in eine Spaßnummer um.
Mit einer tollen Lichtshow lenken die Armenier davon ab, dass ihr Lied absolut nichtssagend ist. Aber wir hatten was zu sehen, und das ist doch schon mal was.
Ähnliches gilt für Albanien: viel Pyro, wenig Song. Um nicht zu sagen: einer der schlechtesten Songs im ganzen Wettbewerb.
Sehr enttäuscht hat uns die Schweiz. Die Heilsarmee stellt sich die Bühne, macht absolut nichts und performt einen recht öden Lala-Song. Ob das fürs Finale reicht?
Zum Schluss überrascht Rumänien die Zuschauer. Cezar kann nämlich gaaaanz hoch singen und macht das auch – was uns schon live im Eurovision-Village in Malmö genervt hat. Sein Song ist quasi unhörbar, wenn er ins Finale käme, wäre das trotzdem eine, ähm, interessante Bereicherung.

Die Umbauten auf der Bühne gingen allesamt sehr fix, die knappe Minute, in der die Postkarten gezeigt werden, reichen da völlig aus.
Sobald alle 17 Songs über die Bühne gegangen sind, setzte eine kleine Völkerwanderung ein. Ein Viertel der Halle leerte sich bereits, dabei wurde es doch gerade jetzt erst lustig.
Der Gang durch den Greenroom war für die Moderatorin was ganz Normales, sie ignorierte allerdings, dass er völlig leer war. Voll wird er nur bei der echten Liveshow. Das eine oder andere Lichtdouble saß auf so manchem Sofa und wurde von der Moderatorin angesprochen. Blabla, schön hier und viel Spaß noch.

Bei der Verkündigung der (fiktiven) Finalteilnehmer musste dann das Fernsehteam selbst ran. Wir sahen immer wieder jubelnde Tonleute, oder welche, die gebannt in die Kamera starrten, weil sie ja so gespannt waren. Sie hatten sichtliche Freude an ihrem schauspielerischen Einsatz.

Am Donnerstag geht das ganze dann noch mal über die Bühne – dann aber in echt!
Es war aber ein Erlebnis, beim Eurovision Song Contest dabei gewesen zu sein, auch wenn unsere Show außerhalb der Halle nur von den Jurys gesehen werden konnten.

Fotos auf der RT Zapper-Facebook-Seite.

RTelenovela

Schweden (1): Ihr Komfort ist nicht unser Komfort!

Dienstag, den 14. Mai 2013
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Was ist eigentlich Komfort? Und wer bestimmt, was Komfort ist? Auf dem Fährschiff “Trelleborg” ist das Liegen auf den Sofas und auf dem Boden nicht erlaubt. Und das, um den besten Komfort zu bieten.
Da muss man erst mal drauf kommen. Bitte nutzen Sie keinen Komfort, denn es könnte ja Komfort sein, und das wollen wir nicht, obwohl wir besten Komfort bieten wollen.
Vermutlich ist es einfach nur ein Übersetzungsfehler und soll bedeuten: Nehmen Sie andern Leuten nicht die Plätze weg. Aber das hätte wohl zu unhöflich geklungen.

Wir reisen von Neu-Mukran auf Rügen nach Trelleborg in Schweden. Wir befinden uns auf den Spuren des Eurovision Song Contests in Malmö.
In Trelleborg scheinen sie einiges vorzuhaben. Denn am Hafen wird gerade mächtig geschoben und gebuddelt. Offenbar wollen die sich vergrößern.

Es ist – abgesehen von einer Minifahrt an der polnischen Grenze – das erste Mal, dass ich mit meinem Auto im Ausland unterwegs bin. Das ist gewöhnungsbedürftig. Außerhalb der Ortschaft darf man nie schneller als 110 km/h fahren. Schneckentempo. Aber man gewöhnt sich dran, weil die meisten andern auch nicht schneller fahren. Die Bußgelder hier sind nämlich saftig.

Wir haben ein kleines Häuschen in Veberöd. Ein großer Raum mit Küche und Wohnzimmer, hinten eine kleine Kammer und das Bad. Recht eng, aber für fünf Tage reicht’s. Einen Supermarkt gibt’s in dem kleinen Dorf auch. Billig ist’s dort aber nicht. Selbst abgepacktes Brot kostet gern 3 Euro und mehr. Nutella schmeckt hier in Skandinavien auch anders und sieht etwas heller aus. Wohl, weil hier das Brot weicher und süßer und die Butter salziger ist. Oder so.

Auf der Autobahn ging’s dann heute bis zur letzten Abfahrt in Schweden, bevor die mautpflichtige Öresundbrücke und die Überfahrt nach Dänemark beginnt. In Bunkeflostrand spazierten wir entlang eine Schafswiese und bestaunten eben jede Öresundbrücke aus der Ferne. Das acht Kilometer lange Bauwerk sieht gigantisch aus.
Eine Reihenhaussiedlung liegt direkt an der Wiese – mit Brückenblick. Wohnen will ich da trotzdem nicht. Einheitlich schwarz sind die Häuser, eins gleich dem anderen. Ein bisschen gruselig.

Das gilt auch für die Umgebung der Malmö-Arena, in dem der Eurovision Song Contest 2013 stattfindet. Sie scheint noch recht neu zu sein, denn um sie herum stehen viele neue Hochhäuser, Einkaufszentren und Hotels sowie diverse Rohbauten und noch mehr Brachen. Irgendwo im nirgendwo hingeknallt.
Aber um die Halle herum herrscht am Nachmittag schon Geschäftigkeit. Im McDonald’s standen fahnenschwingende Fans an der Schlange. Auf den Bänken saßen auch Gäste aus diversen Ländern.
Am Mittwochabend sehen wir uns die Halle von innen an.

Malmö selbst… na ja, ganz nett. Lohnt auf jeden Fall für einen Tagesausflug. Die Innenstadt mit den Einkaufsstraßen und Plätzen sind sehenswert. Auch ein paar sehr schöne Parks gibt es, Friedhöfe mitten in der Stadt, die auch eine Mischung aus Park und Totenstätte ist.
In den Außenbezirken jedoch… uijuijui… Sehr industriell, teilweise verwechselbar mit Berlin-Marzahn.

Schweden ist im ESC-Fieber. Einer der öffentlichen SR-Radiosender berichtet quasi ausschließlich vom Eurovision Song Contest. Überall hängt Reklame für den ESC. In der Innenstadt gibt es ein Eurovision-Village, in dem auch die Stars der Show auftreten.

Und bevor wieder wieder zurück nach Veberöd aufbrachen, gab’s noch ein Stück Heimat: einkaufen bei Lidl…

RTZapper

Eurovision Song Contest 2013: 1. Halbfinale

Dienstag, den 14. Mai 2013
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DI 14.05.2013 | 21.00 Uhr | svt1

Schweden hat seine Ankündigung wahr gemacht: Der Eurovision Song Contest 2013 in Malmö ist nicht – wie in den Vorjahren – der größte oder einer der größten ESC aller Zeiten. Stattdessen: Alles wieder eine Nummer kleiner. Kein riesiges Stadition, sondern eine Konzerthalle. Keine Mega-LED-Wand, sondern eine dezenterte. Nicht drei Moderatoren, sondern nur eine.
Einerseits tut das der Show – hier in Schweden von svt1, daheim in Deutschland von einsfestival übertragen – mal ganz gut, andererseits wirkt’s dann aber auch auch ein bisschen posemuckelig.

Das Intro in Malmö jedoch war sehr gelungen. “Euphoria” von Kindern gesungen, ruhiger, aber nicht weniger euphorisch. Die Moderatorin dagegen ist gewöhnungsbedürftig, sie wirkt ein wenig streng, wie Frau Lehrerin. Auch dass sie ihre Texte von riesigen Karten abliest – vor 20 Jahren war das modern.

Und der Wettbewerb selbst? Am Ende durchaus ernüchternd, auch wenn natürlich ein paar kleine Perlen dabei waren. Der große Rest ist ganz schön egal, Songs, die für den Moment nicht stören, aber dann wieder sehr schnell in Vergessenheit geraten.
Deshalb ist auch Österreich mal wieder rausgeflogen. Natália Kellys Song war nett, die Bühnenshow lahm – woran sollte sich Europa da erinnern?

Zu den kleinen Höhepunkten zählten Dänemark, die hier in Schweden zu den Favoriten zählen, tatsächlich hat Emmelie de Forests Lied interessante Momente. Russland schafft es sowieso immer ins Finale, aber Dina Garipova hatte einen guten Song im Koffer, der allerdings wieder mal so gar nicht russisch klang…
Auch Irland und Belgien sind völlig zurecht ins Finale gerückt, schon allein weil die Frauenübermacht in diesem 1. Halbfinale zumindest gefühlt sehr groß war.

Im schwedischen Radio haben sie am Nachmittag noch den Niederländern die Daumen gedrückt, schließlich schafften sie es wohl achtmal hintereinander nicht ins Finale. Nun sind sie drin! Anouk und ihre “Birds” sind zwar eine außergewöhnliche und durchaus gewöhnungsbedürftige Nummer, aber die fehlte fürs Finale ganz dringend im Einerlei.
Wer nach eben jedem Einerlei übrigens im Schnelldurchlauf der schon gesetzten Songs Cascadas “Glorious” gehört hat, stellt fest: So schlecht sind wir vielleicht gar nicht.

Und schon jetzt mein Favorit: Schweden, der Titelverteiger! “You” von Robin Stjernberg. Ich liebe diesen Song, der hier, im schwedischen Radio, natürlich rauf und runterläuft. Wenn’s nach mir geht, gewinnt Schweden einfach noch mal!

RTelenovela

Vor 20 Jahren (95): Hyper Hyper in Thüringen

Sonntag, den 12. Mai 2013
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(94) -> 8.5.2013

Mittwoch, 12. Mai 1993.
Was sind wir gelaufen! Wir sind gelaufen, gelaufen, gelaufen. Und natürlich hatten einige von uns danach ordentliche Blasen am Fuß. Den Rennsteig entlang, durch die Drachenschlucht. Danach war von 40 Kilometern die Rede, aber das halte ich inzwischen für sehr übertrieben.

Klassenfahrt 1993. Am Montag nach unserer Jugendweihe führte uns die Reise nach Oberellen in Thüringen, dem Herkunftsort unserer Klassenlehrerin. Auf einem Freibadgelände schlugen wir unsere Zelte auf.
Mit Thommi wohnte ich im mit Abstand kleinsten Zelt. Aber es hat irgendwie funktioniert.

Oberellen liegt unweit von Eisenach, weshalb wir natürlich auch die Wartburg bestiegen. Einige von uns ritten auf Eseln. Mir war so was noch die geheuer, deshalb lief ich den Berg lieber hoch.
Eine weitere Wanderung führte uns nach Herleshausen. Das liegt schon in Hessen, und irgendwie war es dreieinhalb Jahre nach dem Mauerfall immer noch eine für uns bemerkenswerte Sache, dass wir die ehemalige deutsch-deutsche Grenze überschritten hatten.

Mehrere nervige Begleiter machen uns diese Klassenfahrt unvergesslich. Zum einen war das Snow mit seinem Song “Informer”, aber vor allem die damals noch ganz neue Band Scooter mit “Hyper Hyper”. Als die Mädels den Zug auf der Rückfahrt zum x-ten Mal damit beschallten, hagelte es Proteste. Was die Mädels natürlich nicht interessierte.

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Das große Finale 2013

Sonntag, den 12. Mai 2013
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SA 11.05.2013 | 20.15 Uhr | RTL

Deutschland hat eine neue Schlagerprinzessin. Gewählt wurde sie allerdings am Sonnabend nicht in der ZDF-Show “Willkommen bei Carmen Nebel”, sondern in der ehemaligen Teenieshow “Deutschland sucht den Superstar” bei RTL. Beatrice Egli hat die zehnte Staffel der Castingshow gewonnen, und für viele jugendliche Zuschauer ist sicherlich eine kleine Welt zusammengebrochen. RTL macht auf Musikantenstadl.

Beatrice Egli wird ganz sicher dem Produzenten Dieter Bohlen ordentlich Geld in die Kasse spülen, denn wenn es noch eine Branche gibt, in der es noch Asche zu verdienen gibt, dann ist es die Schlagerbranche. Und Beatrice wirkt, als ob sie alle Regeln der Schlagerwelt schon intus hat. Sie begrüßt ihre Fans schon als Schlagerfamilie. In nicht enden wollenden Einspielern, erzählte sie, wie schön das doch alles ist, wie überwältigt sie sei, und wie sie alle in ihr Herz geschlossen habe. Ihr ganzes Herz brenne für Schlager, immer wieder dieselbe Leier. Fast wollte man schütteln und fragen, welche Drogen man ihr denn gegeben habe.
Dazu ihre Auftritte auf einer Bühne mit Bäumen und Tänzern – hätte eins zu eins so auch bei Carmen Nebel laufen können.

Etwa 70 Prozent wollten, dass Beatrice Superstar Nr. 10 wird und nicht Lisa Wohlgemuth. Spannend wäre, den Altersdurchschnitt der Anrufer zu erfahren.

Wie es mit der Show weitergeht, ist unterdessen offen. Die Castings sollen schon bald wieder anlaufen, aber RTL will Veränderungen. Es sind schließlich viele, viele Sendeplätze zu füllen, und echte Ideen für andere Shows sind wohl rar.

Wie krass es zugehen kann, wenn sich die Textzeile “Die Show muss weitergehen” bewahrheitet, zeigte sich übrigens gleich zu Beginn der Show. Während einer Gesangsnummer der acht ausgeschiedenen Kandidaten, fiel eine von ihnen in Ohnmacht, gerade als die Jury rausgeholt wurde. RTL zeigte das Geschehen nur von weitem in einer Totale, Dieter Bohlen schaute erst besorgt zur Seite, bevor er sein Grinsen aufsetzte und auf die Bühne rauskam. Die Musik lief weiter, hätte man nicht aufmerksam hingegesehen, wäre das gar nicht aufgefallen. Ein kurzer Abbruch der Bühnenshow hätte wohl für mehr Chaos gesorgt, und das hätte die Stimmung gedrückt. Und wer will schon miese Stimmung in einer Abendshow?