RTelenovela

Wissenswertes über Erlangen

Montag, den 9. September 2019
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Von München nach Berlin ging es – wie schon auf der Hinfahrt – mit dem ICE. Allerdings um ein paar Euro zu sparen, wich ich in diesem Fall auf den etwas langsameren ICE aus. Der braucht eine gute halbe Stunde länger als der Sprinter. Er hält unterwegs öfter. Während der Sprinter nur in Nürnberg, Erfurt und Halle hält, stoppen wir nun zum Beispiel in Erlangen.
In Erlangen habe ich natürlich sofort den bekannten NDW-Hit “Wissenswertes über Erlangen” im Kopf. Ich suchte den Song von Foyer des Arts auf Youtube – W-Lan sei Dank! Und als wir Erlangen verließen, hatte ich den Erlangen-Song von 1982 im Ohr.

Auch in Bamberg stoppt der Zug, dann in Erfurt und auch in Leipzig. Da hatte ich ein Déjà-vu, denn in Leipzig war ich ja gerade erst. Wir rollen am Flughafen vorbei und fahren dann in die Stadt ein. Das Spezielle: Leipzig hat einen Sackbahnhof, von dort aus fährt der Zug rückwärts wieder raus. Man braucht in der Bahn ziemlich viel Zeit für Leipzig.
Dafür entfällt dann Halle, aber auch in Wittenberg stoppt der ICE nochmal.
Ganz pünktlich rollte der Zug in Berlin-Hauptbahnhof ein. In diesen Fällen ist man als Fahrgast tatsächlich extrem entspannt.

Hits: 109

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Max Herre: Nachts

Mittwoch, den 14. August 2019
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DI 13.08.2019 | Youtube

Max Herre sei Dank! Denn durch ihn habe ich im großen Archiv der DDR-Songs etwas Neues entdeckt. Einen Song, der scheinbar bislang vollkommen unbeachtet blieb, der in keine Hitliste auftaucht.

“Nachts” heißt der aktuelle Song von Max Herre. Er selber rappt, das macht er ganz okay. Aber der Knaller ist der Refrain: Darin singt nämlich Veronika Fischer.
Die war 1973 Sängerin in der Band Panta Rhei. In ihrem Song sang sie: “Die Nacht streckt ihre Hände aus. Deckt alles ringsum zu. Ich bin allein in meinem Haus und finde keine Ruh’.”
Ein toller Text, eine wahnsinnig schöne Melodie, und dass das bislang in der DDR-Nostalgie nicht vorkam, ist schade. Dafür hat Max Herre für eine 2019er-Nostalgie-Entdeckung gesorgt.

Veronika Fischer schrieb auf ihrer Facebook-Seite, dass Herre sie gefragt habe, ob er ihr Lied verwenden dürfe.
Was ärgerlich ist: Dass Max Herre weder Veronika Fischer noch Panta Rhei nennt. Eigentlich hätte der Youtube-Clip als Max Herre feat. Veronika Fischer betitelt werden müssen. Dass sie es ist, sieht man im Videoclip in einer Namenseinblendung, die aber zudem schlecht zu erkennen ist.
Das ist schäbig. Denn ohne Veronika Fischer gäbe es auch den Herre-Song nicht.
Schade ist übrigens auch, dass er im Clip gleich zwei Songs verwurstet. “Diebesgut” wird hinten rangeklatscht. Eine echte Verschwendung.

-> Der Clip auf Youtube.
-> Das Original auf Youtube.

Hits: 123

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Die 100 besten Songs des Jahrzehnts

Montag, den 5. August 2019
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SO 04.08.2019 | 9.05 Uhr | radioeins

“Get Lucky” von Daft Punk feat. Pharrell Williams & Nile Rodgers ist der beste Song des Jahrzehnts.
Sagen sie zumindest bei radioeins.
Nun ja.

Mutig ist das ja schon. Das 10er-Jahrzehnt dauert noch knapp fünf Monate, und bei radioeins wollen sie schon “Die 100 besten Songs des Jahrzehnts” küren.
Das ist schon allein deshalb schwierig, weil man ja bei neueren Songs, gerade bei den sehr aktuellen aus dem Jahr 2019, noch nicht so richtig einordnen kann, wie gut sie im Vergleich zu Top-Songs von 2010 oder 2011 sind. Aktuelle Lieblingssongs sind schwer einzuordnen in eine Alltime-Liste. Das kann man erst mit einem gewissen Abstand.
Und deshalb ist es schwierig, jetzt schon sagen zu wollen, welcher Song aus den Jahren 2010 bis 2019 der beste sein könnte.

“Wir hoffen darauf, dass wir Ihr musikalisches Kurzzeitgedächtnis gewinnbringend auffrischen können”, hieß es auf der radioeins-Internetseite. Das Problem: Mein Kurzzeitgedächtnis hatte viele der Songs gar nicht parat. Die Top-100-Liste von radioeins war ein merkwürdiges Sammelsurium aus Nischen- und Expertenlieblingen.
Los ging es zwar auf Platz 100 mit dem wundervollen “Oft gefragt” von AnnenMayKantereit, aber viele der anderen Songs waren mir unbekannt oder sind nun nicht wirklich Lieder, die ich in eine solche Liste packen würde.
So war Kettcar auf Platz 38. Zwar ist “Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)” ein Lied mit wichtiger Botschaft, rein musikalisch gesehen ist er aber recht einfallslos, der Sprechgesang – oder eher das Vorlesen des Textes ziemlich lieblos. Das Lied nervt eigentlich eher schon beim dritten Hören.
Bilderbuch aus Österreich macht gute Musik, dass die Band aber gleich zweimal die Top-10 entert, ist sehr übertrieben.

Vielleicht sollte man in zehn Jahren mal wieder so eine Liste zusammenstellen. Dann ist es spannend zu sehen, wie man aus der zeitlichen Ferne aus dieses Jahrzehnt betrachtet. Da sieht sicherlich einiges noch mal anders aus.

-> Die komplette Liste auf radioeins.de

Hits: 133

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Kaisermania 2019

Sonntag, den 4. August 2019
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SA 03.08.2019 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Wann hört eigentlich die dämliche Unsitte auf, dass am Ende von Konzerten um Zugaben gebettelt werden muss, die sowieso im Ablaufplan stehen?
Zu sehen war das auch wieder am Sonnabendabend bei der “Kaisermania 2019” im mdr. Die Live-Übertragung aus Dresden war bis 22.50 Uhr geplant, und um 22.27 Uhr verschwanden Roland Kaiser und seine Band von der Bühne. Dann: “Zugabe, Zugabe”, und um 22.29 Uhr konnte das Konzert weitergehen.

Davon abgesehen: Die Kaisermania war auch 2019 sehens- und meistens auch hörenswert. Roland Kaiser hat bei weitem an diesem Abend nicht jeden Ton getroffen. Aber andererseits: Mehr als zweieinhalb Stunden sang der live. Und wirklich live. Das ist heutzutage bei Fernsehübertragungen eine echte Seltenheit, und deshalb sind kleine gesangliche Fehler sehr verzeihlich.

Hits: 141

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Inas Nacht

Montag, den 29. Juli 2019
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SA 27.07.2019 | 23.50 Uhr | Das Erste

Lange dachte ich, dass “Inas Nacht” ihren Zenit längst überschritten hat. Denn so spontan alles im Hamburger Schellfischposten wirkt, so sehr gibt es in der Show doch relativ feste Abläufe und Positionen.
Die aktuelle Staffel aber, die macht richtig Spaß.

Denn eines muss man Ina Müller und ihrer Redaktion zugute halten: Die tun was für die Musikbranche. Sie laden nämlich nicht die üblichen Verdächtigen ein, die man eh überall zu sehen bekommt. Stattdessen recherchieren sie, wen es denn da noch so gibt. Schauen sicherlich auf Youtube, wer da was veröffentlicht und was gut hörbar ist. Durch “Inas Nacht” wird das Fernsehvolk auf diese Weise auf Künstler gestoßen, die tolle Musik machen und die es wert sind, einem breiteren Publikum vorgestellt zu werden.

In der Sendung vom 20. Juli trat beispielsweise die Band “Provinz” auf. Der Song “Reicht dir das” ging unter die Haut, weil der Song einfach toll ist und weil Sänger Vincent seine ganze Power dort reingesteckt hat. Ein ganz großer Moment in der Show.
An diesem Sonnabend war erst “Giant Rooks” zu Gast, die eine echte Entdeckung sind, und später “Großstadtgeflüster”, dessen Song “Feierabend” so richtig abgeht. Diesen Bands zuzuhören, war toll, und es ist großartig, dass man ihnen bei “Inas Nacht” ein Forum gab.

Diesmal waren auch die Gäste sehenswert. Charly Hübner und Maximilian Brückner schienen großen Spaß zu haben, auch sie beide sangen Lieder. Es war eine rundum unterhaltsame Sendung, die dann doch noch auch nach weit mehr als zehn Jahren echte Glanzpunkte setzt.
Schade, dass die aktuelle Staffel schon wieder vorbei ist!

Hits: 136

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Feuer und Flamme für Kremmen 2019

Sonntag, den 28. Juli 2019
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Das war so ziemlich perfektes Wetter! Nicht ganz so heiß, hin und wieder ein paar Wolken am Himmel, ab und zu ein leichter Wind. Die Leute strömten auf die Wiese im Kremmener Scheunenviertel und waren “Feuer und Flamme für Kremmen”.
Ich hatte auch bei der 2019er-Auflage die Ehre, das kleine Umsonst-und-draußen-Festival zu moderieren, und es hatz großen Spaß gemacht.

Zunächst feierten wir aber 25 Jahre Sanierung des Scheunenviertels. Bürgermeister Sebastian Busse hielt eine kleine Rede, und Vertreter des Scheunenviertelvereins erzählten davon, wie 1994 alles begann und wie das Viertel zu dieser Zeit ausgesehen hat.

Danach begann das eigentliche Festival. Es begann sehr entspannt und fröhlich mit Jannik & Ulf, ging dann weiter mit Melotorium. Die Band aus Birkenwerder spielte eine interessante Mischung aus Silly, “Eiskönigin” und “Stairway to Heaven”. Klang gut! Im Anschluss spielte Joe & the Booze Machine, und ich habe jetzt auch gelernt, wie man den Bandnamen richtig ausspricht. Das waren auch die ersten Augenblicke, wo die Leute auf der Freifläche vor der Bühne tanzten. Dalibors Roadshow hatten mal wieder ein Heimspiel und sorgten ebenfalls dafür, dass die Leute tanzten. Um dem Festivalnamen gerecht zu werden, gab es dann noch eine Feuershow, und zu guter Letzt gab es noch eine Rolling-Stones-Show mit Get Stoned.
Das war eine gute Mischung, die perfekt zu dieser Sommernacht gepasst hat.

Viele Ehrenamtliche haben geholfen, dass das Event geklappt hat. Da waren die Leute am Getränkestand und am Grill. Die Technik hat auch gut funktioniert, und natürlich die Bühnenarbeiter.
Die Leute haben ordentlich Getränke und Speisen gekauft, und ich denke mal, dass am Ende kein Verlust gemacht worden ist. Dann kann es ja 2020 wieder von vorn losgehen!

Hits: 206

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30 Jahre Mauerfall – Die 100 besten Ost-Songs

Montag, den 15. Juli 2019
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SO 14.07.2019 | 9.05 Uhr | radioeins

Das war jetzt nicht sonderlich überraschend: “Am Fenster” von City ist von einer Expertenjury zum besten Ost-Song gewählt worden. Am Sonntag liefen auf radioeins “Die 100 besten Ost-Songs”, und am Ende gab es den Song mit der Geige, der interessanterweise auch schon immer im Jingle zur Sendung immer wieder zu hören war.

Man könnte man sagen: DDR-Hitparaden gab es schon oft, aber radioeins wäre ja nicht radioeins, wenn diese 100er-Liste nicht auch aus lauter Liedern bestehen würde, die vielleicht nicht zum Erinnerungsmainstream gehören.
So ist Gerhard Gundermann gleich mehrere Male vertreten, auf Platz 99 das Liedertheater Karls Enkel, das mir vollkommen unbekannt war. Auf Youtube findet man den Song “Oma Amler” nur unter dem Stichwort “FDJ-Lieder”.
Oder Jacek Kaczmarski – auch an mir vorbei gegangen und ziemlich sicher nicht unter meinen persönlichen Top 100. Aber das ist ja auch die Aufgabe des rbb, einem vielleicht doch noch etwas Neues beizubringen.
Feeling B ist ebenso dabei wie Reinhard Lakomy, Gerhard Schöne, Manfred Krug und Wolf Biermann. Nicht das, was man auf schon bekannten DDR-Hit-Samplern findet.
Dass zum Beispiel Gaby Rückerts fantastischer Liebessong “Berührung” nicht dabei ist, ist extrem schade. Dass dagegen Nina Hagens Gassenhauer “Du hast den Farbfilm vergessen” auf Platz 2 landete, ist erstaunlich.

Interessant ist Platz 29. Dort landete “Kling Klang” von Keimzeit. Der wurde erst 1993 veröffentlicht. Geschrieben worden ist er aber wohl schon Ende der 80er. Aber kann etwas ein Ost-Hit sein, wenn es zu “Ost-Zeiten” noch gar nicht veröffentlicht war? Dass es der Song in die Liste schaffte, ist fragwürdig. Auf anderen Samplern mit DDR-Hits fehlt dieser Song meistens, weil er eben erst nach der DDR öffentlich wurde.

-> Die ganze Liste der Top 100 auf radioeins.de.

Hits: 147