RTZapper

Die Schlager-Hüttenparty des Jahres

Montag, den 3. Februar 2020
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SA 01.02.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Werde ich langsam alt? Oder bin ich schon so was wie altersmilde? Oder finde… ähm… finde ich es vielleicht… nun ja… sogar gut?
Am Sonnabend lief im mdr zur besten Sendezeit “Die Schlager-Hüttenparty des Jahres”, und ich fühlte mich überraschend gut unterhalten. Denn der Titel der Show versprach nicht zu viel: Es waren fast allesamt aktuelle und bekannte Partyhits, und selbst am Schreibtisch kam ich nicht drumherum, mit den Füßen mitzuwippen.

Was der mdr clever gemacht hat: Die Show wirkte tatsächlich wie komplett in Österreich aufgezeichnet. In der Tat hat Moderator Florian Silbereisen mit einigen seiner Gäste in Kirchberg in Tirol und im Brixental einige Songs aufgezeichnet. Draußen und im Schnee. Der Rest kam aus der Hütte. Dass die sich aber in Wirklichkeit nicht in Österreich befand, sondern in der Media-City in Leipzig, fiel erstaunlicherweise nicht wirklich auf. Da musste man schon sehr genau hingucken.

Eines aber fiel dann doch auf: Florian Silbereisen begrüßte u.a. voXXclub, DJ Ötzi, Marianne Rosenberg, Andy Borg, Giovanni Zarrella, Matthias Reim, Oli.P, Anna-Carina Woitschack und Stefan Mross, Lucas Cordalis, Thomas Anders, Willi Gabalier, Jürgen Drews, Ross Antony und viele mehr. Nur Klubbb3 waren nicht dabei, weil Sänger Jan Smit aus gesundheitlichen Gründen pausiert.
Vor drei Wochen erst lief Silbereisens letzte Schlagershow im Ersten, und weitere sechs Wochen davor die Adventsshow, ebenfalls im Ersten. Und irgendwie wird man den Eindruck nicht los, als dass immer dieselben Künstler mit immer denselben Songs auftreten. Zumal Silbereisen erst vor einer Woche eine Schlagershow mit Mary Roos im mdr moderierte, in der auch einige der üblichen Verdächtigen dabei waren.
Ist der deutsche Schlagermarkt dann doch so klein? Oder will man auf die großen Namen einfach in keiner der Sendungen verzichten?

Im März gibt’s im Ersten die nächste Schlagershow mit Florian Silbereisen. Ich bin ja schon echt gespannt, wen er sich dann eingeladen hat…

-> Die Show in der ARD-Mediathek (bis 2. März 2020)

Hits: 89

RTelenovela

Ich wünsche mir den Lambada!

Sonntag, den 2. Februar 2020
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Lambada! Na, wer erinnert sich noch an den Song und den Tanz?
Am 21. Februar wird in der Hohen Neuendorfer Stadthalle eine Wiedervereinigungsparty gefeiert. Anlass: Die Maueröffnung am 17. Februar 1990 zwischen Hohen Neuendorf und Frohnau.

Da laufen dann sicherlich die üblichen DDR-Hits – „Jugendliebe“, „Am Fenster“ und „Geh zu ihr“ dürfen da nicht fehlen –, plus Songs aus dem alten Westen.

Aber natürlich sollten auch folgende vier Songs auf dieser Party gespielt werden: „Lambada“ von Kaoma war im November 1989 auf Platz 1 der (west-)deutschen Charts. Ich kann mich noch an den Videoclip mit dem Jungen erinnern, der mit seiner Freundin den Lambada tanzt.
Die nächste Nummer 1 war Phil Collins’ „Another Day in Paradise“. Ein bisschen ruhiger. Und im Februar 1990 stand ein gewisser Werner Wichtig mit „Pump ab das Bier“ ganz oben. Zum Mitgrölen!
Nicht zu vergessen: David Hasselhoffs „Looking for Freedom“, er sang es Silvester 1989 am Brandenburger Tor.
Dann kann die Party ja steigen!

Hits: 59

RT im Kino

Lindenberg! Mach dein Ding

Sonntag, den 2. Februar 2020
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Mehr als 4,4 Millionen Tonträger hat Udo Lindenberg verkauft. Nach einer Durststrecke ist er seit einigen Jahren wieder obenauf und gehört in Deutschland noch immer zu den ganz großen Musikern. Doch wie ist das alles eigentlich gekommen? Davon erzählt dieser Film.

Wäre es nach Udos Vater (Charly Hübner) gegangen, dann wäre sein Sohn Klempner geworden. Aber schon mit sechs Jahren hat Udo rhythmisch auf einen Eimer geschlagen. Er hatte es im Blut, und tatsächlich wird er als junger Erwachsener Schlagzeuger. Er gehört zu den besten seiner Zunft, dennoch muss er sich meist mit kleinen Aufträgen rumschlagen.
Zuvor hat er eine Hotelfachlehre gemacht – auch um von zu Hause raus zu kommen. Aber eigentlich war das nichts für ihn – die Musik rief ihn. Und die Schlagzeugerei reicht bald nicht mehr. Udo (Jan Bülow) will eigene Songs schreiben. Nun muss er nur noch jemanden finden, der sie veröffentlicht. Das aber erweist sich als schwieriger als er dachte.
Eine Liebelei in Ost-Berlin ist es, die die musikalische Wende in seinem Leben bringt.

“Lindenberg! Mach dein Ding” führt uns an die Anfänge von Udos Schaffenszeit. Wir sehen, wie er sich zu Hause abnabeln musste, weil ihm sein Vater nichts zugetraut und auch nichts gegönnt hat. Seine Anfänge als Schlagzeuger und die ersten Versuche, eigene Songs zu veröffentlichen. Aus heutiger Sicht ist es spannend zu hören, was für tolle Songs er geschrieben hat – und was für eine klare Stimme er mal hatte. Und auch, wie sehr er sich schon in jungen Jahren dem Alkohol hingab.
Jan Bülow spielt das alles auf eine faszinierende Art. Er kopiert Udo nicht, er ist er wohl relativ nah dran. Ein wütender Mann mit großem Tatendrang. In Nebenrollen sind Detlev Buck als irrer Musikproduzent, Max von der Groeben als Udos Bandkollege und Julia Jentsch als Udos Mutter zu sehen.
Das hätte stellenweise ein bisschen gerafft werden können, ist aber dennoch interessant zu sehen – und vielleicht auch eine Gelegenheit, die Musik des jungen Udo wieder- oder neu zu entdecken.

-> Trailer auf Youtube

Lindenberg! Mach dein Ding
D 2019, Regie: Hermine Huntgeburth
DCM, 135 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 107

RTZapper

Die große Schlager-Überraschung zum Abschied!

Sonntag, den 26. Januar 2020
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SA 25.01.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Eigentlich ging Mary Roos davon aus, dass sie auf dem Riverboat des mdr in Leipzig zu Gast ist. Tatsächlich begann auch die Talkshow, Kim Fisher und Jörg Kachelmann begrüßten ihre Gäste, es begann die allgemeine Plauderei, und plötzlich erschien Florian Silbereisen – um Mary Roos mitzuteilen, dass hier gar nicht das “Riverboat” aufgezeichnet werden würde. Alle waren gekommen, um eine Überraschungsshow auf die Beine zu stellen. Und so begann nach einer Umbaupause “Die große Schlager-Überraschung zum Abschied!” für Mary Roos. Sie lief am Sonnabendabend im mdr.

Mary Roos beendet ihre Schlagerkarriere, und dass das Fernsehen ihr zum Anschied eine große Show schenkt, das hat sie mehr als verdient. Dass sie nur im mdr lief und nicht im Ersten, ist schade.
Alle Stars mussten heimlich nach Leipzig reisen und sich auch bis zur Show verstecken. Angeblich gab es keine Proben. Viele Weggfährten kamen, um sich zu verabschieden. Wobei man natürlich sagen muss, dass sie ja nicht weg ist. Mary Roos will weiter auf der Bühne stehen, nur eben nicht mehr singen. Mehr Theater. Auch mit Wolfgang Trepper.

Aber zu sehen, wie sich alle amüsiert haben, wie die Sängerin echt überwältigt war, das hat Spaß gemacht. Dass man es in der Postproduktion aber nötig hatte, immer wieder nachträglich Jubel einzuspielen, ist fragwürdig.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 24. Februar 2020)

Hits: 115

RTelenovela

Traumtagebuch (146): Tanz!

Donnerstag, den 16. Januar 2020
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(145) -> 8.11.2019

Edvard Griegs Peer Gynt, Suite 1, Ased Tot.
Diese unter die Haut gehende Komposition ist der Soundtrack zu diesem Traum.
Denn ich habe gleich meinen großen Auftritt. Ich stehe am Bühnenrand und beobachte die beiden Tänzer vor mir. Sie machen Tanztheater und sollen eine Choreographie zu Griegs “Peer Gynt” darstellen.
Ich bin fasziniert. Auch deshalb, weil ich mir vorher gar keine großen Gedanken gemacht habe. Ich will mich einfach spontan bewegen, und ganz am Ende sterbe ich. Also, in der Choreografie.
Die anderen bekommen Applaus, und dann bin ich und mein Tanzpartner dran – den ich aber im Traum nicht näher kenne.

Ich sehe im Traum alles aus meiner Perspektive.
Die Musik setzt ein, ich beginne mich zu bewegen. Ich wedele mich den Armen, laufe, nein, tänzele nach links und nach rechts. Aber eigentlich weiß ich nicht genau, was ich machen soll. Ich sehe den anderen tanzen, und der macht das gut.
Die Musik wird lauter, fordernder, die Bewegungen werden kraftvoller.

Aber das Ende des Tanzes erlebe ich nicht, weil ich wach werde.

Hits: 117

RTelenovela

Überraschungsevent (36): Golden Gospel

Dienstag, den 14. Januar 2020
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(35) -> 15.12.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen, im nächsten Monat bin ich dran.

Diesmal ging es in den Berliner Bezirk Tiergarten – in die Philharmonie. Im kleineren Kammermusiksaal fand die Golden-Gospel-Gala mit Donna Brown & Friends statt.
Dazu muss man wissen, dass der Saal rund um die Bühne bestuhlt ist. Deshalb gibt es bei Konzerten, je nachdem wie die Bands sich gruppieren, auch viele Plätze, bei denen man die Leute von hinten sieht.
Bei uns war das so halb der Fall. Alle Singenden sangen von uns weg. Die kleine Band stand seitlich von uns, nur die Pianistin sah mit Blick zu uns.
Das hat auch Folgen für die Akustik. Wer von einem weg singt, klingt natürlich anders, als wenn er zu einem singt. So fühlte man sich ein wenig wie Zaungäste.
Aber natürlich weiß man das vorher, und wegen unserer Preisgrenze war kein anderes Ticket drin.

Das Konzert hatte dennoch sehr schöne Momente. Einer der Sänger hatte einen phantastischen Solopart, der völlig zurecht bejubelt und betanzt worden ist. Auch andere Songs waren toll. Aber es gab auch die Momente, wo der Gospel ein wenig eintönig wirkte, als ob man eine Viertelstunde dasselbe Lied hört.

Interessant war der Abend aber auch, weil wir etwas beobachtet haben. Während der ersten Konzertminuten setzte plötzlich eine Völkerwanderunhg ein. Das Konzert war längst nicht ausverkauft, und nach und nach standen Gruppen plötzlich auf, um auf bessere Plätze zu wandern.
Ich habe in einem klassischen Konzertsaal selten etwas Respektloseres erlebt. Denn es stört, wenn Leute im Saal rumlatschen, während in der Mitte die Musiker ihr Bestes geben. Das wäre was anderes in riesigen Konzerthallen, wo das eh wurscht ist, aber nicht im kleinen Kammermusiksaal.
Manieren sind halt nicht mehr so gefragt.

Hits: 106

RTZapper

Schlagerchampions – Das große Fest der Besten: Mary Roos

Montag, den 13. Januar 2020
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SA 11.01.2020 | 20.20 Uhr | Das Erste

Tränen in den Augen, ihre Stimme bricht weg. Sie singt “So war mein Leben”.
Es ist der rührendste Augenblick am Sonnabend bei den “Schlagerchampions” im Ersten. Beim “großen Fest der Besten” ist sie ganz eindeutig die Beste. Und nun nimmt sie Abschied: Mary Roos.

Im Berliner Volodrom hatte Mary Roos ihren letzten Auftritt ihrer Gesangskarriere – nach 60 Jahren. Im vergangenen Jahr feierte sie ihren 70. Geburtstag, und sie verkündete, dass sie im Januar 2020 als Sängerin abtreten wolle.
Und es geht eine wunderbare Frau von der Schlagerbühne – wobei natürlich die Frau selbst hoffentlich noch längst nicht geht. Und offenbar wird sie der Bühne auch weiterhin treu sein, denn mit Kabarettist Wolfgang Trepper will sie wohl mit der Fortsetzung ihres Musikcomedy-Programms weitertouren.
Allein an diesem Programm kann man sehen, was Mary Roos ausmacht. Sie ist witzig, klug und hat sehr viel Selbstironie. Sie nimmt ihre Musik ernst, nimmt aber vieles locker. Ihr zuzuhören, wenn sie in Talkshows sitzt, macht Spaß

Am Ende verbeugte sie sich im Velodrom vor dem Publikum, und das Publikum applaudierte ihr lautstark.
Am 25. Januar zeigt der mdr eine schon Ende des vergangenen Jahres aufgezeichnete Abschiedsüberraschungsshow für und mit Mary Roos. Sie hätte es verdient gehabt, dass die Sendung im Ersten zu sehen ist.

-> Der Auftritt auf Youtube

Hits: 124