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Die Giovanni Zarrella Show

Dienstag, den 14. September 2021
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SA 11.09.2021 | 20.15 Uhr | ZDF

Er kommt raus und singt erst mal ein bisschen. Auf Italienisch. Das kann er besonders gut. Und er hat ja auch gerade erst wieder ein Album mit italienischen Songs rausgebracht. Er begrüßt Gäste. Mit denen singt er auch gern mal. Auf Deutsch, aber auch auf Italienisch. Das kann er, wie gesagt, besonders gut. Er hat immerhin gerade erst ein… du weißt schon. Zwischendurch wird immer wieder seine Familie gezeigt, die ist besonders stolz auf ihn. Und der Papa kommt dann auch noch auf die Bühne, gemeinsam singen sie ein Lied. Auf Italienisch. Das kann… und die CD… und so weiter.

Der Name ist Programm: Am Sonnabend moderierte Giovanni Zarrella im ZDF erstmals “Die Giovanni Zarrella Show”. Nachdem Carmen Nebel dem ZDF nicht mehr jung genug war – und vielleicht auch nicht cool genug, und singen kann unsere Carmen doch auch nicht, oder? -, durfte nun erstmals Zarrella ran.
Er soll so auch ein bisschen das ZDF-Gegenstück von Florian Silbereisen sein. Denn auch beim ZDF möchte man eine kuschlig-fetzige Schlagershow haben. Auf ein jüngeres Format hatte man wieder keine Lust.

Deshalb wehte auch ein silbereisiger Wind durch das ZDF-Programm, als Andrea Berg auftrat. Und Nino De Angelo. Und Und Nik P. Und Chris Cronauer. Und Kerstin Ott. Und und und.
Es ist ein bisschen schade, dass sich das ZDF da nicht mehr traut. Dass auch hier wieder nur ein Segment bedient wird, das im deutschen Fernsehen eigentlich schon eine breite Bühne hat. Warum gibt es stattdessen in Deutschland keine richtige Show, die sich mit dem Pop beschäftigt? Warum müssen es immer nur Schlager sein? Deutschland hat so viele junge und etablierte Popkünstler, die in solchen Primetimeshows quasi nicht vorkommen, weil da immer nur Maite Kelly und Co. singen dürfen.

Giovanni Zarrella selbst war seine Nervosität stark anzumerken. Er brauchte eine gute Stunde, um warm zu werden. Seine Moderationen waren zunächst extrem hölzern und beschränkten sich auf das Ansagen und Absagen der Musikacts, wenn er nicht gerade selbst mitsang. Dass er ständig ein Teil der Show war, ist Konzept der Sendung – das muss man mögen, wenn man diese Show einschaltet.
Scheinbar kam der Applaus nicht nur aus dem Saal, manchmal schien auch aus der Konserve nachgeholfen worden zu sein, und apropos Saal: Warum sehen die Bühnenbilder der ZDF-Shows eigentlich immer so gleich aus? Also, gleich langweilig, so geleckt und bieder.

Und, wie war sie denn nun, die Show-Premiere? Es könnte für ein “Na ja” reichen. Zarrella hat noch viel Moderationsluft nach oben, die Musikauswahl könnte ein bisschen breiter sein, das Bühnenbild etwas frischer und cooler. Vor allem sollte sich das ZDF darauf besinnen, keine schlechte Silbereisen-Show-Kopie abzuliefern.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 10. Oktober 2021)

Hits: 144

RTZapper

Junior Eurovision Song Contest 2021 – Wer fährt nach Paris?

Sonntag, den 12. September 2021
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FR 10.09.2021 | 19.35 Uhr | KiKA

Die deutsche Premiere Ende November 2020 ging ordentlich in die Hose. Letzter Platz beim Junior Eurovision Song Contest. Was wir ja beim großen ESC schon irgendwie gewöhnt sind, das setzte sich bei der Junior-Version fort.

Am Freitagabend ist beim KiKA die Kandidatin für den diesjährigen Wettbewerb gesucht worden, der diesmal am 4. Advent in Paris stattfinden wird. Denn die Franzosen haben im vergangenen Jahr mit einer wunderbar verspielten Partynummer gewonnen.

Wer diesmal für uns dabei ist, wurde nun – auch wieder eine Premiere – in einer Live-Show ermittelt, und vielleicht ist so ein deutscher Vorentscheid uns ja 2022 in Deutschland beim großen ESC auch wieder vergönnt.
Drei junge Mädchen traten an. Zunächst sangen Emilie, Marta und Pauline denselben Song: “Imagine us”, eine gefällige Popnummer, die tatsächlich jede von ihnen anders gesungen hat.
Das Problem bei solchen Kindermusikshows ist ja immer, dass man nicht wirklich offen sagen kann, wenn sie nicht gut gesungen haben. Tatsächlich war ein Mädchen dabei, das schrecklich schief gesungen und quasi keinen Ton richtig getroffen hat – trotzdem waren natürlich alle schwer begeistert.
Danach sangen die Mädchen noch eigene Songs.

Pauline siegte am Ende, nun musste noch gewählt werden, ob sie mit “Imagine us” antritt oder mit “Hausboot”, einer schönen, lockeren Nummer, die eher beschwingt war. Im Voting entschieden sich die (vermutlich sehr jungen) Zuschauer für “Imagine us”.
Der Song könnte zwar ein Ohrwurm sein, aber es bleibt abzuwarten, was die Verantwortlichen am 19. Dezember in Paris für eine Show darum stricken. Wenn die wieder so einfallslos ist wie 2020, dann ist mit dem Song wohl wieder nur wenig zu holen – immerhin gibt es diesmal Konkurrenz aus 18 Ländern.

In Deutschland muss noch viel getan werden, um die Popularität des JESC zu steigern, gerade mal 200.000 Menschen sahen die Show beim KiKA. Offenbar hat sie aber zumindest Europa wieder erreicht. 2020 waren nur 12 Länder dabei, nun sind es wieder 19.

-> Die Show auf Eurovision.de

Hits: 136

RTelenovela

Musik-Battle

Donnerstag, den 9. September 2021
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Gemeinsam Musik zu hören, war ja schon immer eine gute Sache. In der Disco zum Beispiel. Lief gute Musik, sind wir auf die Tanzfläche gerannt.
Inzwischen sind wir älter, und in die Disco zieht es uns nicht mehr so wirklich. Und momentan sind die eh noch geschlossen.

Aber wie ist das, wenn man sich gegenseitig Musik vorspielt? Songs, die man mag? Schon lange oder gerade erst entdeckt hat. Sich zu erzählen, ob man die Musik des anderen gut findet oder nicht. Ein bisschen fachsimpeln.
Warum nicht mal das Musikhören zu einer Art Spiel machen?

Wir haben uns heute erstmals zum Musik-Battle getroffen. Beide hatten wir acht Songs im Gepäck. Für die Premiere gab es kein Thema, die absolut freie Wahl.
Ich habe mich für fünf Alltime-Songs entschieden und für drei aktuelle Playlist-Lieder.
Am Anfang entscheidet das Los, wer immer anfängt.
Dann spielt er seinen ersten Song, erzählt ein bisschen was dazu: Gibt es dazu eine Geschichte? Wie wurde der Song entdeckt, was bedeutet er für ihn.
Dann bin ich dran, spiele meinen ersten Song und erzähle dazu was.
Und dann gibt es eine dritte Person beziehungsweise ein größeres Publikum, das entscheidet, welcher Song ihnen besser gefallen hat. Der Sieger bekommt den Punkt.
Das Ganze achtmal. Am Ende gibt es einen Sieger – oder ein 4:4 Unentschieden, so wie heute.

Uns hat das großen Spaß gemacht, und wir können uns vorstellen, so ein gemeinsames Musikhören mit dazugehörigem Battle auch mal in einer öffentlichen Veranstaltung auszutragen.
Na, mal Lust auf gemeinsames Musikhören? Auch im kleinen Rahmen ist eine kleine Jury dann immer willkommen!

Hits: 126

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ABBA: I still have Faith in you

Samstag, den 4. September 2021
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FR 03.09.2021 | Youtube

Neues von ABBA.
Ja, echt.
Andererseits: Weg waren die ja eigentlich nie, und in Wirklichkeit haben sie ja 1982 gesagt, dass sie nur eine Pause einlegen. Dass diese Pause fast 40 Jahre dauern würde, konnte da natürlich noch niemand ahnen.
Aber die Rückkehr von ABBA könnte dennoch das Comeback des Jahres 2021 sein.

“ABBA Voyage” ist das Motto, im Herbst soll es ein neues Album geben, aber vor allem aber wird in London eine spezielle Konzerthalle für ABBA gebaut. Die Band selbst wird aber dort auch nicht selbst auftreten, die Leute, die zum Konzert gehen, werden nur Avataren zuschauen können. Und vermutlich viel Geld dafür zahlen werden, dass sie technisch erzeugten Wesen beiwohnen und keinen echten Musikern beim Singen.
Letztlich geht es dann vermutlich doch nur um Geld. Denn angekündigt worden ist dieses Comeback schon 2018 – lange hat man dann davon nichts mehr gehört, und dann kam Corona. Mit Corona keine Leute in einer Konzerthalle – so musste es September 2021 bis zum Comeback werden.

Am Donnerstag gab es live auf Youtube die Verkündungsshow, bei der allerdings auch nur die ABBA-Herren anwesend waren, die ABBA-Damen hatten wohl darauf keine Lust, was natürlich ein wenig enttäuschend war.
Veröffentlicht worden sind aber auch zwei brandneue ABBA-Songs. Einer davon, “I still have Faith in you” hatte am Freitag schon fast 7 Millionen Klicks, allein der Videoclip.
Das Lied klingt nach ABBA, es ist irgendwie rührend, den Song in Verbindung mit den Bildern von früher zu sehen. Und auch wenn das Lied irgendwie nicht knallt, es schleicht sich schließlich doch ins Ohr.
Aber hat es dieses Comeback gebraucht? War es nötig, den alten ABBA-Mythos wieder aufzumachen? Die Frage lässt sich wohl erst in einigen Monaten beantworten.

-> Die Ankündigungsshow auf Youtube
-> Der Videoclip auf Youtube

Hits: 155

RTZapper

Eurovision Song Celebration 2021

Dienstag, den 1. Juni 2021
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SA 29.05.2021 | 21.00 Uhr | Youtube

Wäre es nicht möglich gewesen, den Eurovision Song Contest 2021 doch nicht in der Ahoy-Arena in Rotterdam auszutragen, dann wäre das Event trotzdem nicht abgesagt worden. Denn im Vorhinein mussten alle teilnehmenden Länder ein Back-up-Video einreichen. Es musste also vorab schon mal eine Live-Performance aufgezeichnet werden, die dann anstatt der eigentlichen Live-Show eingespielt worden wären.
Das war nun aber – zum Glück – nicht nötig. Nur Australien musste darauf zurückgreifen, weil die Teilnahme in den Niederlanden wegen des Coronavirus dann doch nicht möglich war.

Damit diese Back-Up-Videos nicht vollkommen umsonst produziert worden sind, präsentierte die EBU auch 2021 eine Eurovision Song Celebration – mit eben jenen Clips. Nur Irland und Großbritannien haben sich geweigert, diese Clips ausstrahlen zu lassen.
Am Donnerstagabend liefen auf Youtube die Auftritte der Länder, die im Halbfinale ausgeschieden waren. Am Sonnabend war noch mal das Final-Line-up zu sehen.

Auffallend: Die Auftritte von Litauen und Deutschland waren so ziemlich identisch mit denen in Rotterdam. Kein Wunder, denn erstens nutzten die beiden Länder dieselbe Location. Und zweitens haben die die Rotterdam-Bühne für diesen Dreh nachgebaut.
Ansonsten gab es durchaus Unterschiede. Die Schweiz hatte im Back-up-Video noch eine karge Bühne, der künstlerische Aufbau fehlte. Mit dem Clip wäre die Schweiz nicht dritte geworden. Auch die Ukraine (“Shum”) hat in Rotterdam noch mal umgeplant. Im Back-Up-Video scheint die Projektion hinter der Bühne noch kleiner zu sein, die marschierenden Figuren am Ende wirken erst in der Rotterdam-Show richtig gut und sind erst dort beeindruckend.

Nach der Youtube-Ausstrahlung ist vor allem die Erkenntnis: Gut, dass alles in Rotterdam über die Bühne gegangen ist. Es war toll, dass man mit aller Kraft versucht hat, die Show über die Bühne zu kriegen – und wenn nur diese Clips gelaufen wären. Aber es wäre ein ruhigerer Abend gewesen, die Emotionen hätten gefehlt, die Aufregung, der Thrill.

-> Die Sendung auf Youtube

Hits: 165

KeineWochenShow

#230 – Abstieg und Aufbruch

Sonntag, den 30. Mai 2021
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30 Wochen danach. 30 Wochen dauerte der aktuelle Lockdown mit Restaurantschließungen, geschlossenen Kinos, Theater und Schwimmbädern. Jetzt wird das öffentliche Leben langsam wieder hochgefahren.
Vor 30 Wochen, in Ausgabe #201 begann unsere Reihe mit den Corona-Gesprächen. In gut 10-minütigen Gesprächen haben Menschen von ihren Nöten rund um die Coronakrise berichtet. Genau genommen gab es ein solches Gespräch auch schon in Ausgabe #200, aber das war sowieso eine Sonderausgabe zum Jubiläum.
Nun also, in Ausgabe #230 das (vorerst?) letzte Gespräch in der Reihe, bevor der Lockdown in den verschiedenen Gebieten wieder aufgehoben wird. Stefanie Dietrich ist freiberufliche Sängerin und Betreiberin des Hofes “Landlust” in Falkenthal. Dort hat sie im Interview erzählt, wie durch die Pandemie gleich beide ihrer Standbeine weggebrochen sind.

Wir sprechen in dieser Ausgabe aber natürlich auch über den Eurovision Song Contest 2021. Und weil bei uns im Kellerstudio eine Werder-Bremen-Fahne hängt, ist die Trauer über den Abstieg aus der 1. Liga natürlich groß.
Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #230 auf Youtube.

Hits: 199

RTZapper

Eurovision Song Contest 2021

Montag, den 24. Mai 2021
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SA 22.05.2021 | 21.00 Uhr | Das Erste

Bitte nennt mich jetzt ganz offiziell ESC-Experte! Im Tippspiel zum ESC 2021 tippte ich fünf Länder in die Top 5 – und alle diese Länder schafften es auch wirklich an die Spitze – wenn auch in anderer Reihenfolge. Aber immerhin. Deutschland hatte ich übrigens auf die 17 gesetzt.

Ja, Deutschland ist nur Vorletzter. Das ist nicht schön. Aber ist es wirklich das, was uns nach diesem Abend vorrangig gleich am Anfang beschäftigen sollte?
Denn: Der Eurovision Song Contest 2021 am Sonnabend, live aus Rotterdam, gehört sicherlich jetzt schon zu den Events des Jahres. Wieder einmal zeigte die Show, wie 39 Nationen zusammenkommen können und Musik leben und feiern.

2020 mussten wir darauf verzichten, das Coronavirus sorgte für eine Absage. Doch die Niederländer erstellten für 2021 ein Konzept (oder ja eigentlich mehrere), damit das Event auch wirklich über die Bühne gehen kann. Strenge Hygieneregeln wurden durchgesetzt, aber immerhin durften 3500 Zuschauer in die Halle. Was auch dafür sorgte, dass wir nach langer Zeit eine Show erlebten, in der der Applaus nicht (ausschließlich) aus der Konserve kam.

Aber auch inhaltlich konnte dieser Abend voll und ganz überzeugen. Es gab die härtere Rocknummer, es gab die Ballade, den Chanson, Elektrobeats, Ethnosounds, Rap, Pop. Für jeden sollte etwas dabei gewesen sein, natürlich gehört auch eine Prise Trash dazu.
Die Punktevergabe war an Spannung nicht zu überbieten. Seit es das neue System mit der getrennten Jury- und Zuschauerwertung gibt, dauert es bis zum allerletzten Ergebnis, bis feststeht, wer gewinnt.

Am Ende standen sich Italien mit der härteren Rocknummer und die Schweiz mit einer wahnsinnig tollen Ballade gegenüber. Den Sieg trägt die Band Måneskin aus Italien mit “Zitti e buoni” nach Hause. Beim Televoting lag die Band erstaunlicherweise ganz vorn. Aber der Auftritt war hochprofessionell und gut gemacht – und in der Landessprache. Ebenso wie die Schweiz, die dann auf Platz 3 landete. Gjon’s Tears sang “Tout l’univers” (mein Favorit!) auf Französisch. Dazwischen sortierte sich Frankreich mit “Voila” von Barbara Pravi ein – natürlich auch in Landessprache.
Große Freude auch für Island. Wie schon berichtet sind Teile von Daði & Gagnamagnið in Corona-Quarantäne, die Band nahm nur mit einem Probenvideo teil – und trotzdem war Platz 4 drin. Allerdings auch verdient, “10 Years” ist ein schöner, poppiger, cooler Song mit einer außergewöhnlichen, aber eben nicht bombastischen Show.
Und auf Platz 5 schließlich die Ukraine. Wenn Go_A “Shum” performen geht die Post ab. Der hohe Gesang (in Landessprache!) und dazu geradezu hypnotische Technobeats, die immer schneller werden, kamen beim Publikum sehr gut an – Platz 2 im Televoting!

Die Enttäuschung des Abends war übrigens Spanien. Blas Cantó sang “Voy a quedarme”, darin geht es um seine an Corona verstorbene Oma. Ursprünglich war das eine herzzerreißende Ballade. Doch für die Bühnenshow dachte sich jemand, man müsse doch noch ein paar Beats runterlegen und daraus eine öde Popnummer machen. Die Quittung gab es prompt: Platz 24 und 0 Punkte im Televoting.

Und Deutschland: Jendriks “I don’t feel Hate” hat aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. Zunächst muss man ganz klar sagen: Die Konkurrenz war übermächtig, es waren sehr, sehr viele sehr gute Songs im Wettbewerb. Das deutsche Lied war am Ende nicht mehr als mittelmäßig. Es war nett, es war irgendwie freundlich, ein bisschen lustig. Die Performance von Jendrik und seiner Crew war niedlich. Allerdings hat die Videoprojektion im Hintergrund so gar nicht funktioniert. Es wirkte, als ploppte da Popcorn auf, ab und zu waberten (Hass-)Wörter durchs Bild. Und die Farbexplosionen aus dem Videoclips waren zwar hinten auch zu sehen – sie wurden aber nicht in die Inszenierung integriert. Sie konnten nicht wirken.
Die Jurys gaben uns drei Punkte, die Zuschauer null. Bäm.
Und wieder werden wir darüber reden müssen, wie das Auswahlverfahren besser laufen kann. Zumal Jendrik in der Nacht leider mit merkwürdigen Aussagen irritierte und verärgerte, in dem er meinte, er wollte ja eh nur dabei sein, und er habe ja bessere Lieder, aber sei ja drum gegangen, die deutsche Jury zu überzeugen.

Für die ESC-Saison 2022 wird es Aufgabe des NDR sein, endlich mal wieder mehr Euphorie für das Event zu erzeugen. Das ist wieder mal gar nicht gelungen. Brauchen wir doch einen Vorentscheid? Und überhaupt mehr Transparenz bei der Auswahl?
Allerdings: Die Antworten waren schon immer Ja, und dass wir mehr Euphorie brauchen, ist auch nicht neu. Aber beim NDR scheint man es ja besser zu wissen zu wollen.
Und wenn wir schon dabei sind: Brauchen wir wirklich noch Kommentare von Peter Urban, der uns nach einem Auftritt mitteilt, wie blöd er das Ganze fand? Und der rumheult, weil wir so schlecht abschnitten, obwohl doch alles, alles, alles so toll, toll toll (nein!) war? Die Kommentare sollten locker sein, auch mal flapsig. Aber Meinungen sollten sich die Zuschauer schon selber bilden.

Der Eurovision Song Contest 2022 zieht also nach Italien. Vielleicht nach Turin? Mailand? Rom? Es wird wieder ein Mega-Event. Es wird wieder das Mai-Highlight. Und vielleicht bekommt Deutschland ja auch mal wieder was auf die Reihe. Wir dürfen aber auch dabei nie vergessen: Am Ende geht es darum, einen tollen Abend zu haben und mit den Favoriten des Abends mitzufiebern. Das muss nicht zwingend der deutsche Act sein. Der ESC ist mehr als die Frage, wie wir da ankommen oder nicht. Es ist ein europäisches Kultur- und Musikfest!

-> Die Show in der ARD-Mediathek (bis 21. Juni 2021)
-> Die Show (ohne Kommentar) auf Youtube

Hits: 154