RTelenovela

Leute, bitte bittet um eine Zugabe!

Montag, den 25. März 2019
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Ich gehe längst nicht mehr so oft zu Konzerten wie früher. Ich in den meisten Fällen immer noch gern, weil es toll ist, die Künstler, die man mag, live zu erleben.
Erst neulich wieder: AnnenMayKantereit in Hannover. Ein schönes, entspanntes Konzert. Nach guten 65 Minuten schien es aber bereits zu Ende zu sein, denn die Band ging von der Bühne. Das Publikum klatschte und forderte eine Zugabe. Was nach 65 Minuten allerdings eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass da ein Konzert noch nicht zu Ende ist.
Die Band kam wieder und spielte weitere Songs. Dann gingen wieder alle, und die Leute wollten wieder Zugaben. Die Band kam wieder, und es folgten weitere Songs.

Am Sonntag wieder – diesmal bei einem Comedyabend mit Hennes Bender in den Berliner Wühlmäusen. Ein Abend, der großen Spaß gemacht hat, aber auch er ging irgendwann, sagte Tschüss, und das Publikum klatschte und wollte Zugaben – und bekam sie. Er machte weitere Gags, ging wieder, und das Publikum klatschte wieder, und bald kam Bender zurück für weitere Gags.

Ja, das sind Zugaben. Aber eigentlich sind sie fest im Programm eingeplant. Oder haben AnnenMayKantereit wirklich schon mal ein Konzert ohne Zugabe beendet?
Es ist ein Spiel, das alle kennen, alle machen mit, alle finden das normal.
Ich finde es albern. Ich mag es nicht, darum zu betteln, dass eine Band, für die ich 40 Euro bezahlt habe, doch bitte noch mal wiederkommt.
Es geht mir da nicht ums Geld, sondern ums Prinzip. Ich fände es ehrlicher, wenn sie einfach ihr Programm spielen, und irgendwann sagen, dass jetzt noch drei Songs kämen, dass jetzt der letzte Song kommt, und dann ist es auch gut. Wenn die Leute dann noch laut nach mehr fordern, dann kann man sich ja was einfallen lassen. Aber an sich finde ich geplante Zugaben blödsinnig.

Der Zugabenkönig ist übrigens Herbert Grönemeyer. In der Waldbühne erlebte ich ein Konzert, das nach 90 Minuten endete, und die zig Zugaben dauerten noch mal 90 Minuten. Und natürlich war keine geplant, zwinker, zwinker.

Hits: 58

RTZapper

Alle singen Kaiser – Das große Schlagerfest

Dienstag, den 19. März 2019
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SA 16.03.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

“Alles oder dich” heißt das neue Album von Roland Kaiser. Diesen Titel hat die ARD am Sonnabend ziemlich wörtlich genommen. Denn weit mehr als drei Stunden huldigte sie Roland Kaiser in einer großen Show zur Primetime. Wobei: Ein bisschen haben sie dann doch geschummelt.

Florian Silbereisen lud mal wieder zu einem seiner Feste, die ja schon lange keine “Feste der Volksmusik” mehr sind, sondern Schlagerfeste. “Alle singen Kaiser” hieß das Motto diesmal. Es hieß, der ganze Abend sei dem Kaiser gewidmet, und der Titel der Show sollte und weismachen, dass an diesem Abend alle nur dessen Hits singen.
Ätsch! Reingefallen! Natürlich war das nicht so, und das wäre ja auch blöd gewesen für die vielen Stars, die dort auftraten. Hätte sie nur Rolands Songs singen dürfen, dann hätten sie ja nicht ihre eigenen neuen Musik-Produkte vorstellen können.
Dann hätte Oli.P ja gar nicht seine neue Single singen können, ebenso wenig Sarah Lombardi und wie sie alle hießen.

So war “Alle singen Kaiser” am Sonnabend eigentlich “Alle machen Werbung für sich und singen dann auch noch Kaiser”. Wäre nur ein ziemlich sperriger Titel gewesen.

Hits: 98

aRTikel

Entspannte Mädelstruppe trifft sich zum Singen und Quatschen

Freitag, den 15. März 2019
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In der Scheune von Familie Trümper in Beetz geht es immer am Mittwochgemütlich zu – einmal ist „Weibration“ aber auch schon aufgetreten

MAZ Oberhavel, 15.3.2019

Beetz.
Das ist Frauensache! Jeden Mittwochabend in der Scheune der Familie Trümper in Beetz: Nach und nach treffen sie ein, und alle haben etwas dabei: ein paar Getränke, Brot, Butter, Eier, Gemüse, Knabbereien. Alle versammeln sich um den großen Tisch, der am Rand des Raumes steht. Gemütlich ist es. Ein Kamin sorgt für Wärme und Gemütlichkeit. Alle setzen sich, dann wird geredet, gegessen und getrunken. Die Atmosphäre ist fröhlich und entspannt. Und dann, wenn ihnen danach ist, singen sie gemeinsam.

„Das ist für uns einfach ein Ausgleich zum Alltag“, erzählt Dana Wölfer aus Sommerfeld. Seit zwei Jahren kommen die Frauen wöchentlich zusammen, in der Regel sind sie zu neunt. Der feste Kern besteht aus fünf Frauen. „Ursprünglich ist das entstanden aus einer Volleyballgruppe, da habe ich meine Idee verbreitet. Wer hat Lust zu singen, habe ich damals gefragt.“ Das erste Treffen fand im November 2017 statt. „Das war hier richtig schön eingedeckt.“ Gleich beim ersten Treffen haben sie auch gesungen, ganz spontan: „Guten Abend, gute Nacht.“ Das klang sehr gut: „Wir waren total überwältigt. Sie nennen sich Weibration. Das setzt sich zusammen aus „Weiber“ und „Vibration“.

Die Frauen kommen aus Beetz, Sommerfeld und Hohenbruch. Gemeinsam haben sie, dass ihre Kinder in Beetz zur Schule gehen. Wobei es für die Abende in der Scheune eine Regel gibt: Es geht nicht um Schule und Kinder. Motto: Alltag haben wir alle genug. „Wir haben gleich von Anfang an gesagt, dass wir uns keinen Stress oder Druck machen, sondern das nur aus Spaß an der Freude machen.“ Auf die richtigen Töne kommt es nicht an, wobei die Frauen da ein bisschen tiefstapeln. Wenn sie sich im Raum aufstellen und beginnen zu singen, dann klingt das toll. Meist sind es englische Stücke wie „Abide with me“ oder „A Childs Prayer“. Auch Kanons sind dabei. Aufgetreten sind die Frauen aber auch schon mal – bei einem Weihnachtskonzert in der Sommerfelder Kirche. „Das kam gut an und war toll, schon wegen der Akustik in der Kirche.“ Ansonsten aber „sind wir einfach eine Mädelstruppe und kein professioneller Chor“, sagt Dana Wölfer. Es geht den Frauen ums Entspannen, Quatschen, Essen, Trinken. Manchmal tanzen sie auch. Oder sie singen auch mal gar nicht, dann wird nur gequatscht. Aber das ist eigentlich egal – es kommt ihnen vor allem auf den gemeinsamen Abend an.

„Wenn es das nicht mehr gäbe, würde mir wirklich was fehlen“, sagt Claudia Schulenburg aus Hohenbruch. „Das ist ein perfekter Ausgleich, passend zur Wochenmitte, und die Lieder, die wir singen, finde ich teilweise richtig gut.“ Das findet auch Kathrin Trümper. Die Beetzerin ist auf dem Grundstück, auf dem die Scheune steht, zu Hause. „Es ist toll, dass hier so viele Frauen auf einem Haufen sind, das organisieren und klarkommen, ganz ohne Chorleitung“, sagte sie und lächelt. Hin und wieder kommt ihr Mann Matthias Trümper. Er ist dann aber auch der einzige Mann, der zugelassen ist zur Beetzer Weibration.

Hits: 93

KeineWochenShow

#112 – Bitte nominiere mich!

Sonntag, den 24. Februar 2019
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Es wird wieder Zeit für eine Nominierung! Wir haben da natürlich einen ganz speziellen Preis im Blick, aber welcher das ist, das erfahrt ihr, wenn ihr euch KeineWochenShow #112 anseht.

Ansonsten sind wir natürlich immer noch die große Expertensendung zum Eurovision Song Contest (also, einer von uns). Wir sprechen über die S!sters, die für Deutschland mit “Sister” zum ESC 2019 nach Tel Aviv reisen werden.
Es geht aber auch um Einkaufskörbe, die immer wieder aus dem Rewe-Markt in Velten geklaut werden – in Oranienburg gibt es sie deshalb schon gar nicht mehr.
Auch einige Comebacks werden wir besprechen – nämlich das vom “Superball” und von tm3, der allerdings kein Frauensender mehr ist.

Dazu natürlich wieder ein Bier, eine CD, ein Buch, Promi-Geburtstage, Trauerfälle und Jubiläen – alles in KeineWochenShow #112 auf Youtube.

Hits: 132

RTZapper

Eurovision Song Contest 2019: Unser Lied für Israel

Samstag, den 23. Februar 2019
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FR 22.02.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die S!sters treten mit ihrem Song “Sister” für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv an. Wie dieser Song in Israel und beim internationalen Fernsehpublikum, müssen wir natürlich erst noch abwarten – aber wir hätten es wirklich schlechter treffen können. Der Refrain ist letztlich recht eingängig, dass wir mal mit einem Frauenduo antreten, ist auch mal was Neues.

Dennoch gibt es ein großes Aber. Denn die Show “Unser Lied für Israel” am Freitagabend im Ersten zeigte auch recht deutlich, wie mutlos wir eigentlich geworden sind.
Im Bestreben bloß alles richtig zu machen, setzten wir auf Plastikpop. Fast jeder der sieben vorgestellten Songs hätten zum Event nach Israel ohne Weiteres fahren können. Keiner der sieben Songs war wirklich schlecht, sie waren alle okay, aber eben auch nicht mehr.
Nicht einer der Songs war auf Deutsch. Nicht falsch verstehen: Es ist kein Muss, dass wir deutschsprachig beim ESC antreten. Aber man kann doch wenigstens mal einen Song antesten und schauen, wie und ob der funktioniert. Nicht einer der Songs kam aus einer ungewöhnlichen musikalischen Richtung. Man hat sich nichts trauen wollen. Kein Rock, kein Schlager – nichts, was irgendwie herausstechen konnte.

Siebenmal erlebten wir glatten Pop, und am Ende schien es irgendwie egal, wer da eigentlich gewinnt. Wenn es das ist, was rauskommt, wenn man monatelang castet, Songs schreiben lässt, Leute zu Umfragen einlädt – das ist das ziemlich dünn. Dass mit “Sister” übrigens der Song gewonnen hat, der gar nicht aus diesem Findungsprozess stammt, sondern vom NDR nachnominiert worden ist, ist mindestens bemerkenswert. Dass die S!sters gar keine Schwester sind, sondern vor einem Monat überhaupt das erste Mal extra für den ESC aufeinandertrafen, ist da auch schon fast wieder wurscht.

Bei aller Meckerei: Mit “Sister” müssen wir uns vermutlich nicht verstecken, und bis Mai wird sicherlich noch an einer guten Performance gearbeitet.

Hits: 158

RTZapper

NeoMagazin Royale: Lösen sich Die Ärzte auf?

Freitag, den 22. Februar 2019
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DO 21.02.2019 | 22.20 Uhr | zdf neo

Die Ärzte aus Berlin sind ja nicht nur die beste Band der Welt. Sie machen auch die beste PR. Gerade gibt es auf ihrer Webseite ein Buchstabenrätsel, das die Fans in Aufruhr versetzt. Immer wieder werden Buchstaben hinzugefügt, und es scheint, als ob das Lösungswort “ABSCHIED” sein könnte.
Abschied? Lösen sich Die Ärzte auf?

Wie gut, dass Jan Böhmermann am Donnerstagabend auf zdf neo im ersten “NeoMagazin Royale” im neuen Jahr Bela B. zu Gast hatte. So konnte er ihm auch die Fragen aller Fragen stellen: Lösen sich Die Ärzte auf?
Die Antwort… haben wir nicht gesehen. Blöderweise gab es da einen kleinen Schnittefehler, und bei Stream in der Mediathek fror auch irgendwie das Bild ein. Und kam erst zurück, als im Publikum alle bestürzt guckten.

Und wir sind so schlau wie vorher. Die PR-Maschine läuft weiter wie geschmiert, und am Ende werden wir alle… tja, mal sehen.

Hits: 137

RT liest

Klaus Schneider-Bierschulz: Leute & Lieder

Sonntag, den 17. Februar 2019
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Klaus Schneider alias Bierschulz aus Nieder Neuendorf hat ein besonderes Hobby. Er schreibt Prominente an und bittet sie, ihre drei Lieblingslieder zu nennen.
In den vergangenen Jahrzehnten ist daraus eine beträchtliche Sammlung geworden, denn sehr viele dieser Prominenten haben ihm tatsächlich geantwortet. Für das Buch “Leute & Lieder” sind nun einige dieser Antwort zusammengefasst worden.
Klaus Schneider hat diese Antworten ergänzt mit Anekdoten und Geschichten zu den meisten der angegebenen Liedern.

Herausgekommen ist ein an vielen Stellen durchaus interessantes Buch. Interessant auch deshalb, weil viele der Prominenten tatsächlich alte Volkslieder als Lieblingslieder nennen. Zeitgenössische Lieder oder gar Popsongs kommen nur sehr selten vor.
Gregor Gysi nennt die “Ode an die Freude”, Sigmund Jähn “Wer hat dich, du schöner Wald”, Gesine Schwan “Abend wird es wieder”, Frank-Walter Steinmeier “Ein feste Burg ist unser Gott”.
Die Auswahl der Promis ist allerdings relativ streng, und man merkt, dass der Autor offenbar bekannte Leute angesprochen hat, die insbesondere aus der Politik und Kultur kommen. Da wäre vielleicht eine noch breitenwirksamere Auswahl gut gewesen. Auch ist die Promiliste sehr ostlastig – zum Beispiel mit Wilhelm Pieck, Erich Honecker und anderen DDR-Funktionären. Zumal gerade lange Verstorbene gar nicht mit Antworten auf Anfragen im Buch vorkommen, sondern mit allgemeinen Erklärungen zu ihren vermuteten Lieblingsliedern. Das wäre verzichtbar gewesen.

Klaus Schneider-Bierschulz: Leute & Lieder
Nora, 200 Seiten
5/10

Hits: 91