RTelenovela

Sorry, Wahlvolk und auf Wiedersehen!

Samstag, den 21. Juni 2014
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Wo fängt eigentlich Wählertäuschung an?
Eberhardt Schmidt war lange Ortsvorsteher von Wensickendorf. Dass er den Job abgeben wird, war klar. Zur Kommunalwahl trat er trotzdem an, die Wensickendorfer konnten ihn in den Ortsbeirat wählen. Er bekam die zweitmeisten Stimmen, ist also gewählt worden.
Nun aber ist ihm ganz plötzlich eingefallen, dass er gerne eine Verjüngung des Gremiums hätte. Er nahm das Mandat nicht an, es gibt nun einen Nachrücker.
Das ist natürlich clever: Ein bekanntes Mitglied der Dorfgemeinschaft sammelt noch mal ordentlich Wählerstimmen, um danach den Abgang zu machen und irgend jemand anderes ranzulassen, der von den Leuten aber gar nicht gewählt worden ist.
Ich finde: Das ist Wahlbetrug.
Laut einem Bericht des “Oranienburger Generalanzeigers” ist das einigen Wensickendorfern – völlig zurecht – sauer aufgestoßen. Schmidt saß im Publikum und schwieg.

Aber auch anderswo in Oberhavel sind Wähler getäuscht worden. In Hennigsdorf stellte sich Bürgermeister Andreas Schulz zur Wahl für das Stadtparlament und kassierte für die SPD viele Stimmen. Dabei darf er das Mandat gar nicht antreten. Als Bürgermeister ist er sowieso Teil des Stadtparlamentes.
Ich finde: Das ist Wählerbetrug.

In Liebenwalde trat Landrat Karl-Heinz Schröter für die SPD und den Kreistag an. Auch er sammelte viele Wählerstimmen, aber auch er darf sein Mandat als amtierender Landrat nicht antreten. Schröter sagt, er wolle mal testen, wie er so ankomme im Volk. Aha.
Ich finde: Das ist Wählerbetrug.

Aber wen interessiert das schon?!

aRTikel

1993: Vier Meter tiefes Loch mitten auf der Kreuzung

Sonntag, den 15. September 2013
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Juli/Aug 1993 -> 30.8.2013

Vor 20 Jahren: An der André-Pican-Straße bricht ein Gully ein / Eine Wand der kleinen Runge-Sporthalle fällt zusammen / Kesting übernimmt Wohnblöcke

MAZ Oranienburg, 14.9.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der August und September 1993.

OBERHAVEL
Ein Loch. Mitten auf der Straße! An der Kreuzung André-Pican-Straße, Ecke Industriestraße (Bykstraße) stürzt ein Gully ein. Es entsteht ein vier Meter tiefes Loch und ein Meter breites Loch. Die Stelle muss am 12. August 1993 weiträumig abgesperrt werden.

Nicht mehr gesperrt ist hingegen die B-96-Ortsdurchfahrt in Hohen Neuendorf. Bürgermeisterin Monika Mittelstädt lädt zum großen Bändchendurchschneiden. Die 946 Meter lange Strecke ist saniert worden. Ein Vertreter der Potsdamer Abteilung Straßenwesen orakelt von einer vierspurigen Straße von Berlin bis Mecklenburg-Vorpommern, die an den Ortschaften vorbeiführe. Zukunftsmusik.

Musikalisch geht es auch auf dem Bötzower Platz in Oranienburg zu. Am 15. August 1993 wird er offiziell eingeweiht. Die Kreisstadt hat eine neue Flaniermeile.

Dass Oranienburg und Gransee bald zum neuen Kreis Oberhavel fusionieren, ist Mitte August bekannt. Dennoch existiert ein Volksbegehren, nach dem Oranienburg als Landkreis ohne Partner bleibt. Damit das Parlament in Potsdam darüber noch mal berät, müssten 80.000 Unterschriften zusammenkommen. Zwischenstand: Genau fünf Leute haben sich beteiligt.

In der kleinen Sporthalle des Runge-Gymnasiums an der Bernauer Straße kommt es fast zum Unglück. Nebenan entsteht gerade ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Gerade als die Fechter trainieren, stürzt in der Halle die Giebelwand ein, gesprengt vom flüssigen Beton der Nachbarbaustelle. Die Sportler kommen mit dem Schrecken davon.

In der Weißen Stadt in Oranienburg werden am 24. August 1993 die ersten Wohnblöcke an die Firma Kesting übergeben. Laut Bürgermeister Wolfgang Arps habe der Kreis großes Interesse, die sanierungsbedürftige Schule auf dem Kasernengelände ab 1994 zu nutzen. Kesting habe die Modernisierung angeboten.

Über der künftigen fußballfeldgroßen Produktionshalle von Francotyp Postalia in Birkenwerder hängt am 26. August die Richtkrone. Noch bis Ende des Jahres soll die Produktion der Frankiermaschinen losgehen.

Der Beginn einer Ausstellung des dänischen Widerstandsmuseums in der Gedenkstätte Sachsenhausen wird von einem Zwischenfall überschattet. Jugendliche ritzen Hakenkreuze in einige Holzfiguren.

Auf der Kirmes in Bötzow muss die Polizei am 30. August 1993 massiv vorgehen. 25 Jugendliche rufen am späten Abend zum „Bullenaufklatschen“ auf. Als Flaschen fliegen, lösen 100 Zivilfahnder die Gruppe auf.

Die Heidekrautbahn ist in Gefahr. Am 7. September 1993 berichtet die MAZ, dass die Strecke zwischen Basdorf und Liebenwalde zum Monatsende eingestellt werden soll. In Berlin sucht man offenbar händeringend nach einem Betreiber für die Strecke.

Der Oranienburger SPD-Ortsverein schickt Bürgermeister Wolfgang Arps ins Rennen für den Landratsposten. Karl-Heinz Schröter will zugunsten seines Bundestagsmandates auf das Amt verzichten. Nachfolger von Arps könnte Hans-Joachim Laesicke werden. Die Wende kommt am 9. September: Schröter will doch Landrat bleiben. Die Mehrheit der SPD-Ortsvereine habe ihn dazu unmissverständlich aufgefordert, sagt er in einer Pressekonferenz.

aRTikel

1993: Hennigsdorfer boykottieren Unterricht

Freitag, den 30. August 2013
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Juli 1993 -> 27.7.2013

Vor 20 Jahren: Beliebte Lehrerin soll Diesterwegschule verlassen / Weiße Stadt an Kesting verkauft / Polizeieinsatz in Stolpe

MAZ Oranienburg, 30.8.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Juli und August 1993.

OBERHAVEL
In der Gemeinde Schwante herrscht Klarheit: Das Schloss soll nicht verkauft, sondern nur verpachtet werden. Konsul Ronald Bauermeister ist enttäuscht, er wollte das Grundstück kaufen, das Schloss sanieren und es zur „kulinarischen Residenz“ ausbauen. Ob der Honorarkonsul seine Pläne trotzdem umsetzt, lässt er noch offen.

In Hennigsdorf entsteht am 22. Juli 1993 ein Menschenauflauf. Eine nackte Frau ist auf der Straße unterwegs. Die Polizei kommt vorsorglich mit einer Decke vorbei. Die Frau kann sich aus naheliegenden Gründen nicht ausweisen. Es handelt sich um eine 35-Jährige in psychischer Behandlung.

Ein Unfall auf der Rollbahn des russischen Militärflugplatzes in Oranienburg fordert acht Schwerverletzte. Militärangehörige nutzten die Betonpiste für Testfahrten mit neuerworbenen Autos. Dabei stießen zwei vollbesetzte Wagen frontal zusammen und wurden dabei total zerstört.

Die Oranienburger Stadtverordneten protestieren gegen den Verkauf der Weißen Stadt. Die Firma Kesting habe das gesamte Gelände gekauft, so heißt es. Die Vertreter von CDU und FDP kritisieren, dass die Weiße Stadt mit 31.450 Quadratmetern für nur eine Mark verschleudert worden sei. Firmenchef Klaus Kesting merkt jedoch an, dass dazu Sozialbindung, Abrisskosten und Altlastensanierung gehören, die er bezahlen müsse.
Unterdessen verhandeln die Liebenwalder mit Klaus Kesting über einen Verkauf des ehemaligen Krankenhausgeländes. Die Stadt verspricht sich davon Geld für einen Schulerweiterungsbau.

Landrat Karl-Heinz Schröter will offenbar auf eine Kandidatur als Landrat für den künftigen Kreis Oberhavel verzichten. Die Doppelfunktion als Landrat und Bundestagabgeordneter sei kräftemäßig nur für eine Wahlperiode zu schaffen. Auch gibt er zu, gern mal in den Regierungsbänken sitzen zu wollen. Allerdings lässt sich Schröter am 3. August 1993 noch ein Landratshintertürchen offen. „Bislang“ wolle er verzichten.

Einen Tag später hat Christa Balke, die Bürgermeisterin von Hammer, Tränen in den Augen. Helfer räumen die Grundschule aus. Aus Mangel an Kindern ist sie geschlossen worden, die Verbliebenen müssen nach Liebenwalde oder Neuholland.

An der neuen Bötzower Turnhalle ist am 6. August 1993 Richtfest. Zurzeit haben die Kinder keine Möglichkeit, Sport zu treiben.

Ist das geplante Atrium-Einkaufszentrum gegenüber des Oranienburger Schlosses nur ein Windei? Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses sind „arg befremdet“, dass immer noch kein Bauantrag dafür vorliegt.

Aus dem Wutzsee in Hammer wird ein Netz mit toten, vor sich hinfaulenden Fischen geholt. Zuvor hatte sich im Wasser bereits ein Fettfilm gebildet. Die Beseitigung durch einen Prendener Fischer zog sich eine gute Woche hin.

Mit einem Warnstreik boykottieren 256 Schüler der Hennigsdorfer Diesterwegschule am 11. August 1993 den Unterricht. Grund: Das Schulamt will eine beliebte Lehrerin an die Kremmener Gesamtschule versetzen. Erst wenige Tage zuvor hatte die Lehrerin erfahren, dass sie nach Kremmen wechseln muss.

Auf dem Dorffest in Stolpe kommt es zu einem massiven Polizeieinsatz. Aus einem Zoff am Bierzelt wird eine ganz große Sache. Etwa 20 Beamte in Vollausrüstung umstellen den Platz, die Gäste werden aufgefordert, das Areal zu räumen. Die Stolper sehen das als unverhältnismäßig an und weigern sich, worauf die Polizei das Gelände gewaltsam räumen lässt. Im Nachhinein gibt es heftige Kritik an den Einsatzkräften, die nicht das Gespräch mit den Menschen gesucht, stattdessen provoziert haben sollen.

aRTikel

1993: Regine Hildebrandt lobt neue Sommerfelder Rehaklinik

Dienstag, den 25. Juni 2013
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April/Mai 1993 -> 11.5.2013

Vor 20 Jahren: Ausbau des Hellmuth-Ulrici-Geländes kommt voran / Zoff um Schildower Amtsdirektor / Racheakt in Friedrichsthal

MAZ Oranienburg, 25.6.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Mai und Juni 1993.

OBERHAVEL
An der B 96 bei Nassenheide soll ein Motel gebaut werden. Entsprechende Pläne werden am 21. Mai 1993 bekannt. Entstehen soll es in rustikaler Blockbauweise mit mehr als 30 Betten, einer Gaststätte, Sauna und einem Fitnessbereich.

Der Löwenberger SV gewinnt das Fußball-Kreispokalfinale. Gegen den 1. FC Kremmen gewinnt die Mannschaft mit 3:2.

Die SPD ist die große Siegerin bei der Wahl zum Gemeindeparlament in Stolpe-Süd. Am 23. Mai 1993 bekommt sie mehr als 50 Prozent der Stimmen. Werner Ebert wird neuer Bürgermeister. Nach heftigen Streitigkeiten und dem Rücktritt fast aller Gemeindevertreter ist die Wahl notwendig geworden.

Sprengmeister Horst Reinhardt steht am 25. Mai 1993 vor seinem bis dahin schwierigsten Fall. Am Bachstelzenweg in Lehnitz muss eine 500-Kilo-Bombe entschärft werden. Sie liegt in sechs Metern Tiefe, lange muss erst das Grundwasser abgepumpt werden. Am Ende ist eine Sprengung aber doch nicht notwendig, Reinhardt gelingt es, sie zu entschärfen.
Nur 24 Stunden später ist wieder Bombenalarm, diesmal auf dem Gutsplatz in Lehnitz.

Peter Ihloff soll nicht mehr Amtsdirektor in Schildow sein. Sieben von acht Mitgliedern des Amtsausschusses sind am 26. Mai 1993 für seine Abberufung. Die Unzufriedenheit über die Arbeitsweise Ihloffs im Amt Schildow ist groß. Mühlenbecks Bürgermeister Helmut Woggon bemängelt vor allem das Finanzchaos, aber das bringt ihm Ärger ein. Auch Waggon sieht sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt, denn die Mühlenbecker Gemeindevertretung hatte eigentlich gegen die Abwahl Ihloffs gestimmt. Die Mühlenbecker wollen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Woggon bleibt zunächst Ortschef.

Am Birkengrund in Wensickendorf sollen auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern drei Tennisplätze entstehen. Zum Komplex gehört ein Klubhaus. Die Gemeindevertreter erhoffen sich auch Impulse für die Jugendlichen im Dorf.

Nach dem Brandanschlag von Solingen, bei dem Ende Mai 1993 fünf türkische Bewohner sterben, demonstrieren Schüler des Oranienburger Runge-Gymnasiums am 3. Juni gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass.

Die Liebenwalder Marktschule platzt aus allen Nähten. Die Konsequenz: Die 3. Klasse wird im kommenden Schuljahr 1993/94 in Räumen der Schule in Neuholland unterrichtet.

Erstmals wird der Kulturpreis des Kreises Oranienburg vergeben. Er geht 1993 an die Marwitzer Keramikerin Hedwig Bollhagen, die für ihre jahrzehntelange Arbeit geehrt wird.

Brandenburgs Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) kommt am 9. Juni zur Eröffnung der Sommerfelder Rehaklinik. Es handelt sich um die erste Stufe des Ausbaus der Hellmuth-Ulrici-Kliniken. Hildebrandt versprach, sich um den Landtausch zu kümmern, denn das Gelände in Sommerfeld gehört immer noch dem Land Berlin.

Racheakt in Friedrichsthal. Vier Männer verwüsten ein Haus am Ortsrand, die Polizei kann sie am 9. Juni 1993 bei einer Verfolgungsjagd schnell festnehmen. Der Tat ging ein Vorfall voraus, bei dem der Hund der betreffenden Familie von einem anderen Hund gebissen worden ist. Daraufhin kam es zu einer brutalen Schlägerei unter den Besitzern.

aRTikel

1993: Hennigsdorfer Metaller streiken, Oranienburger hoffnungslos

Samstag, den 11. Mai 2013
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März/April 1993 -> 9.4.2013

Vor 20 Jahren: Riva-Belegschaft will mehr Lohn / Krupp verkündet Aus für Werk in der Kreisstadt / Bomben in Lehnitz und Eichstädt

MAZ Oranienburg, 11.5.2013

OBERHAVEL
Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der April und Mai 1993.

Der Unternehmer Horst Eichholz erwarb am Germendorfer Ortsausgang ein 60 Hektar großes Areal. In den kommenden 30 Jahren, also bis 2023, will er Bausande gewinnen. Das Gelände rund um den Kiessee will er zum Naherholungsgebiet ausbauen.

Harald Juhnke dreht mal wieder im Hennigsdorfer Media-Park-Studio. Im April 1993 entstehen Szenen für den Film „Ein Kerl wie Samt und Seide“.

Fast 4000 Fans erleben das Osterspektakel auf der Speedwaybahn in Wolfslake. Bei den Solomaschinen gewinnt Christian Görs aus dem heimischen Team.

Otto Arndt ist neuer Bürgermeister von Freienhagen. Bislang war er nur Stellvertreter.

Das Rathaus von Kremmen ist viel maroder als angenommen. Amtsdirektor Klaus-Jürgen Sasse schätzt im April 1993, dass die Sanierung etwa zwei Millionen Mark kosten würde, das kann sich das Amt momentan nicht leisten. Deshalb könne erst mal nur der Seitenflügel bearbeitet werden.

Die Beschäftigten von Krupp-Stahl Oranienburg beginnen am 16. April 1993 eine Mahnwache vor dem Werkstor. Das Werk soll geschlossen werden, doch eine Entscheidung darüber wird immer wieder aufgeschoben. Erst im Mai ist klar: Am 30. Juni 1993 ist Schluss. Die Kaltwalzwerker wollen bis dahin nicht mehr streiken, sondern sehen, was für sie und ihre Familien noch möglich ist.

Ein neu erschienener Gästeführer für Oranienburg sorgt für Aufsehen. Erstellt worden ist die Broschüre von einer Agentur in Worms – und sie ist voller schlimmer Fehler. Im geschichtlichen Teil ist von „Luise-Henriette von Nassau-Oranienburg“ die Rede. Dazu gibt es eine Straßenkarte aus der Nazizeit. Darauf befindet sich das Heimatmuseum in der Horst-Wessel-Straße, der Adolf-Hitler-Damm ist mit Tipp-Ex nur leicht unleserlich gemacht worden. Die Stadtverwaltung lehnt es ab, dafür die Verantwortung zu übernehmen, das Heft wird nicht mehr ausgeliefert.

Am Veltener Autobahnsee (Bernsteinsee) soll eigentlich bald die Badesaison beginnen, doch am 22. April 1993 ist alles verbarrikadiert. Am Strand liegen riesige Rohre. Die Stadt Velten will die Anlage verkaufen, doch die Verträge sind noch nicht fertig.

In Hammer schrillen die Alarmglocken. Die Schule soll geschlossen werden und die neuen ABC-Schützen auf Liebenwalde und Neuholland aufgeteilt werden – der Hort jedoch würde in Hammer bleiben. Der Gemeinderat beschließt am 29. April 1993, die Schule offen zu lassen und stellt sich damit gegen das Amt Liebenwalde.

Unter der Regie der Orion-Agrar-GmbH entsteht im Kremmener Ortsteil Orion eine Erschließungsstraße für das neue Gewerbegebiet. Komplizierte Grundstücksangelegenheiten haben das Projekt verzögert, wie Geschäftsführer Christoph Brunner erklärt.

Es gibt Gedankenspiele der Flughafenplaner, den neuen Großflughafen für Berlin-Brandenburg zwischen Tietzow (Kreis Nauen) und Flatow zu bauen. Dagegen spricht nicht nur der Kranichrastplatz, auch die Landesregierung lehnt einen nördlichen Standort für den Flughafen ab.

Die Belegschaft des Hennigsdorfer Riva-Stahlwerkes beginnt am 3. Mai 1993 einen Streik. Die Belegschaft kämpft um höhere Tarife.

Im Oranienburger Lehnitzsee muss am 5. Mai eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gesprengt werden. Die Wasserfontäne bei der Explosion ist gewaltig. Im Eichstädter Dorfteich kommt bei Baggerarbeiten am 13. Mai 1993 eine Bombe ans Licht, die jedoch nur noch eine leere Hülse ist. In Lehnitz aber steht der nächste Kracher bevor: Im Bachstelzenweg liegt eine 500-Kilo-Bombe. Die Entschärfung könnte schwierig werden.

aRTikel

1993: Metaller blockieren Oranienburgs Verkehrsschlagader

Dienstag, den 9. April 2013
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Feb/März 1993 -> 12.3.2013

Vor 20 Jahren: Arbeiter protestieren gegen Treuhand / Polizei stoppt russische Wagenkolonne aus Fürstenberg / Eklat im Parlament Hohen Neuendorf

MAZ Oranienburg, 9.4.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der März und April 1993.

OBERHAVEL
Die ehemalige MC „Eichenring“ Wolfslake benennt sich im März 1993 in „Speedway-Team Berlin-Wolfslake“ um. Ursprünglich hatten die Vereinsmitglieder dagegen gestimmt, doch der neue Name sei notwendig, um neue Sponsoren zu bekommen, so der Vorsitzende Gerd Sievers.

Die Polizei stoppt am 15. März 1993 bei Nassenheide eine Kolonne mit 40 Autos, die von Löwenberg nach Oranienburg unterwegs ist. Es handelt sich um Angehörige der russischen Garnison in Fürstenberg. Es kommt heraus: 19 der Autos, überwiegend vom Typ Lada Samara, sind als gestohlen gemeldet. Diebe sind es dennoch nicht, vermutlich bekamen sie die Autos von Zwischenhändlern, so die Polizei. Solche Fahrzeugkarawanen sollen schon öfter in der Region gesichtet worden sein.

Auf einem Grundstück in der Berliner Straße in Kremmen muss am 18. März 1993 eine russische Fliegerbombe entschärft werden. Tischlermeister Heiko Höft stieß vorher bei Fundamentarbeiten auf einen harten Gegenstand. Die 125 Kilogramm schwere Bombe ist noch scharf und kann schnell unschädlich gemacht werden.

Die Hennigsdorfer wollen eine Zersplitterung ihres Gymnasiums verhindern und den Beschluss, das Haus in kreisliche Hand zu geben, kippen. Der Landkreis sieht vor, dass die Schüler in Hennigsdorf und Velten nur von den Klassen 7 bis 10 in die jeweiligen Schulen gehen, ab Klasse 11 auf das Oberstufenzentrum. Die Stadtverordneten wollen die Pläne nicht hinnehmen.

Über der zukünftigen Grundschule in Vehlefanz hängt die Richtkrone. Nach einer unsicheren Finanzierung findet die Feier am 19. März 1993 doch noch statt.

Eklat im Hohen Neuendorfer Parlament. Nachdem Dieter Kuhnke (SPD) aufgefordert wird, seinen Platz im Plenum zu räumen, weil er bereits 1991 nach Berlin gezogen und sein Mandat damit erloschen sei, verlässt die SPD-Fraktion den Saal. Die Sitzung muss abgebrochen werden.

Gerade hat Oranienburg des 60. Jahrestages der Errichtung des Konzentrationslagers an der Berliner Straße gedacht, gibt es Streit um dieses Gelände. Die Lebensmittelkette Reichelt soll das Areal von der Treuhand erworben haben. Nun gibt es heftige Diskussionen, ob ein Supermarkt an dieser Stelle statthaft sei.

In Marwitz, Eichstädt und Bärenklau geht am 25. März 1993 das erste neue Kanalisationsnetz der Region in Betrieb.

Thomas Henning wird zum neuen Gemeinde-Oberhaupt in Zühlsdorf gewählt. Er lebt seit 1990 im Ort.

Unbekannte treiben ein böses Spiel mit der Kremmener Feuerwehr. Von Januar bis Ende März 1993 gibt es elf Alarme, die sich als Fehlmeldungen herausstellen. „Das ist eine ganz böswillige Angelegenheit“, sagt der Feuerwehr-Technikwart Günter Heisler.

Der 53-jährige Erhard Heide aus Neuruppin wird am 29. März 1993 zum neuen Amtsdirektor von Liebenwalde gekürt. Er will gegen die wachsende Arbeitslosigkeit kämpfen, sagt er.

Am 31. März 1993 steht es fest: Oranienburg wird Kreisstadt von Oberhavel. Nur zwei Abgeordnete stimmen dagegen.

600 Beschäftige aus der Metallindustrie blockieren am 7. April 1993 Oranienburgs Verkehrsschlagader, die Kreuzung Berliner/Sachsenhausener Straße. Die Arbeiter protestieren gegen die Politik der Treuhand, gegen die drohende Zerschlagung der Gewerkschaften.

aRTikel

1992: Liebenwalde verliert Amtsdirektor

Samstag, den 29. Dezember 2012
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Dezember 1992 I -> 14.12.2012

Vor 20 Jahren: Oberhavelkreis beschlossen

MAZ Oranienburg, 29.12.2012

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die zweite Hälfte im Dezember 1992.

OBERHAVEL
Reinhard Kubik ist gerade mal 48 Tage Amtsdirektor von Liebenwalde, da nimmt er schon wieder seinen Hut. Er will Bürgermeister in Ruhla (Thüringen) werden. „Ruhla hat eben ein bisschen mehr westliches Flair“, sagt er in einem MAZ-Interview. Martina Schnur übernimmt seine Geschäfte eine Zeit lang kommissarisch, die Stelle muss neu ausgeschrieben werden.

Die Kündigung von 63 Mitarbeiterinnen im Oranienburger Kita- und Hortbereich ruft im Dezember 1992 tiefe Bestürzung hervor. Die Reduzierung der Arbeitsplätze sei eine bittere Notwendigkeit, sagt Joachim Knop von der CDU-Fraktion.

Neu-Vehlefanz ist überschuldet. Oberkrämers Hauptamtsleiter Dieter Blumberg wirft Bürgermeister Jürgen Raschke vor, „unkorrekte Angaben“ gemacht zu haben. Die Schulden belasten nun das ganze Amt Oberkrämer. Schuld seien teure Planungen gewesen, von denen aber kaum etwas umgesetzt worden sei.

In Hohen Neuendorf öffnet am 13. Dezember 1992 das neue Hotel „Am Lunik Park“. Der Hausherr Klaus-Dieter Lück beschäftigt 26 Angestellte und vier Lehrlinge.

Am 16. Dezember 1992 beschließt der Landtag die Zusammenlegung der Kreise Oranienburg und Gransee zum Landkreis Oberhavel.

Die Gewalt an Schulen nimmt drastisch zu. An der Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg wird ein 17-Jähriger im Schulgebäude überfallen. Die mutmaßlichen Täter sind jedoch keine Schüler des Hauses.

Die Bötzower kämpfen für eine Ampel an der Veltener Straße, in Höhe der Kita und der Gemeindeverwaltung. Zum vereinbarten Ortstermin erscheint jedoch niemand von der Straßenbaubehörde. Zählungen ergeben, dass 999 Fahrzeuge pro Stunde die Straße passieren.

In der Oranienburger Emil-Polesky-Straße wird am 19. Dezember 1992 der 51-jährige Hans-Jochen Lommatsch von zwei Männern erschlagen. Es gibt kein Motiv. Später wird klar, dass die Männer zur Neonazi-Szene gehören, die Polizei jedoch bestreitet das zunächst.

Im Kremmener Ortsteil Orion wird der Grundstein für das neue Lidl-Logistikzentrum gelegt. Es entsteht auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern.

Die Treuhand hat den Elektronikhändler RFT an den Haushaltsgeräteservice (HGS) verkauft – rückdatiert auf den 1. Januar 1992. Nun kommt es im Laden in Oranienburg zum Ausverkauf. Allerdings nicht für Kunden, sondern nur für RFT- und HGS-Mitarbeiter, die teilweise von weither anreisen. Die Stimmung ist vergiftet.