RTelenovela

Radtour (21): Ich war noch niemals in Glashütte!

Montag, den 24. September 2012
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(20) -> 4.9.2012

In der Reihe “Mit dem Fahrrad die Heimat entdecken” geht es diesmal nach Glashütte, einem Ort innerhalb des Oranienburger Stadtgebietes, dessen Existenz ich bislang nicht mal kannte. Und nicht mal Google Maps kennt Glashütte. Dementsprechend stieß ich auch zufällig auf das kleine Örtchen.

Doch zuvor radelte ich an der Havel entlang Richtung Sachsenhausen. In dem lauschigen Viertel stehen viele Bungalows und Einfamilienhäuser. Nahe des Tulpenwegs entsteht sogar ein ganz neues Wohngebiet. Da schert man sich offenbar auch nicht darum, dass Grundstücke so gebaut werden, dass eine Straße plötzlich an einem Erdwall endet, hinter dem nun ein (unbewohntes) Haus steht. Den Spuren nach zu urteilen, haben an der Stelle schon einige Radler und Fußgänger gestanden und sich gewundert. Aber zum Glück kann man an der Seite am Gebüsch vorbei und über eine Minibarriere am Haus vorbei. Quasi direkt übers Grundstück.

Der Bahnhof in Sachsenhausen ist verwaist. Noch ein gutes halbes Jahr fährt von dort kein Zug mehr, mal von durchfahrenden Werkstattzügen abgesehen. Für die Anwohner der Strecke muss es jetzt eine Idylle sein, diese Ruhe.
Ganz leer war der Banhof aber trotzdem nicht. Im Wartehäuschen saß ein Mann und las ein Buch. Die nötige Ruhe dazu hat er ja.

Ich entschied mich, den Oranienburger Weg Richtung Norden entlang der Bahnstrecke zu fahren. Das Kopfsteinpflaster ist zwar nicht mehr das beste, aber die Straße lässt sich erstaunlich gut befahren.
Links von der Strecke sind diverse Felder und kleine Seen, die im Winter gern mal zufrieren. Und plötzlich stand es da: das grüne Ortsschild von Glashütte.
Eigentlich gibt es Glashütte nicht. Auf der kompletten Internetseite von Oranienburg kommt Glashütte nicht vor. Bei Wikipedia gibt es auch keine nennenswerten Informationen. Nur über irgendwelche Immobilienseiten ist ersichtlich, dass Glashütte zu Sachsenhausen gehört. Mehr aber auch nicht.
Viel mehr als zwei kleine Holperstraßen mit ein paar Häusern hat Glashütte aber auch nicht zu bieten. Ist ein ziemlich lauschiges Plätzchen.

Unweit von Glashütte liegt der verlassene Bahnhof Fichtengrund. Die Bahnsteige sind noch zu erkennen, Schilder gibt es keine mehr. Nur ein besprühtes Gebäude, das früher mal so etwas wie eine Wartehalle gewesen sein könnte.

Weiter ging es durch Friedrichsthal zum Oder-Havel-Kanal. Dort, wo heute die Brücke in Richtung Grabowsee ist, gab es früher eine kleine Fähre. Dort befindet sich noch immer ein kleines Ausflugslokal, wo es Kaffee, Kuchen uns Eis gibt. Ein nettes Fleckchen Erde, und die Preise sind auch noch erstaunlich niedrig.

Entlang des Radweges am Kanal und weiter am Lehnitzsee entlang, endete die Tour an diesem sonnigen Herbstsonntag.

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Radtour (16): Auf Empfehlung des Bürgermeisters

Sonntag, den 25. März 2012
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(15) -> 18.3.2012

Am Freitag fragte ich Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke auf einem Pressetermin, ob er einen Lieblingsort an der Havel hätte. Und er erzählte mir von einem Weg entlang der Havel zwischen Sachsenhausen und Fichtengrund. Dort sei es unheimlich schön. Ich sagte, ich würde mir das ansehen.
Gesagt, getan.

Doch bevor ich diesen Weg erkundete, gab es für mich wieder ein neues Stück Heimat zu entdecken. In der Reihe “Stellen in Oranienburg, an denen ich noch nie war”: die hintere Liebigstraße und das hintere Mühlenfeld.
Ich wusste lange gar nicht, dass es von der Liebigstraße einen zweiten Teil gibt. Er geht nördlich von der Rungestraße ab und ist erst seit dem vergangenen Jahr saniert. Am Ende der schmalen Straße ist das Mosaik-Gymnasium. Den Mühlenfeld entlang – zwischendurch ist die Straße für Autos gesperrt – gelangt man zur Heidestraße, von dort aus übers Kopfsteinpflaster zur Sachsenhausener Straße.

Der Weg, den Laesicke meint, beginnt an der Chausseestraße in Sachsenhausen. An der zweiten Schleusenbrücke von Oranienburg kommend, steht ein Schild, das auf den KZ-Todesmarsch hinweist.
Dort beginnt ein schmaler Weg, eigentlich ist es nur ein Trampelpfad. Über eine schmale Brücke geht es weiter Richtung Fichtengrund.
In der Tat: Es ist die pure Idylle. Abseits von Sachsenhausen wird es ganz ruhig, nur ein Mann steht am Ufer und schaut irgendwohin. Dann: niemand mehr.

Der Weg ist schmal und holprig, an einigen Stellen sogar leicht matschig. Es wundert mich ein bisschen, dass der Bürgermeister hier entlang Radtouren macht. Die Gegend ist herrlich, der Weg – nun ja. Vielleicht bekommen wir dort ja irgendwann mal einen Radweg.
Weitere schmale und nach unten durchsichtige Brücken führen über die diversen Havelarme.
Links und rechts der Havel ist weites Feld. Auf dem Wasser schwimmt eine Ente, die mit großen Getöse immer wieder ein Stück weiter fliegt – sie folgt mir mehrere Minuten lang.

In Fichtengrund biegt der Weg in eine Wohngegend ab. Vermutlich ist Laesicke dort auch abgebogen.
Ein schmales Weglein führt jedoch weiter an der Havel entlang.
Rechts des Pfades sind nun Wassergrundstücke, auf denen sogar Leben herrscht an diesem sonnigen Sonnabendnachmittag.
Der Weg wird schmaler, enger, jetzt kommen noch Sträucher dazu. Wieder einmal befinde ich mich auf einer Safari. Keine Ahnung, wo ich ankommen werde.
An einer Stelle wird der Weg matschig. So matschig, dass mein Hinterrad durchdreht. In der Ferne rauscht der RE5 auf dem Bahndamm vorbei.

Und ich erreiche wieder Zivilisation. An einer Bahnbrücke, vor der das Friedrichsthaler Ortsschild steht, geht auch der Havelpfad nicht mehr weiter.
Ich fahre in den Ort rein, am ehemaligen Bahnhof (Fichtengrund?) vorbei, rein ins Dorf.
In der Bahnhofstraße stehen lauter noble Häuser, um so weiter es in den alten Dorfkern geht, desto älter werden auch die Häuser. An der Bahnhofstraße sieht man ganz gut, wie sich das Dorf nach und nach in Richtung Bahntrasse ausgedehnt hat.
Hunde scheinen in Friedrichsthal ein echtes Problem zu sein. An einem der Grundstücke steht ein Schild: “Das ist ein Weg für Fußgänger und kein Hundeklo!” Scheint was zu bringen, zumindest liegt kein Häufchen davor.

Ich fahre durchs Dorf zum Radfernweg am Oder-Havel-Kanal. Oft beschrieben, immer wieder schön!
Kurz vor der Klinkerhafenbrücke ist auf dem Radweg noch immer das Würfelspiel auf dem Asphalt – offenbar wurde es sogar nachgebessert. es ist wieder besser zu entziffern als noch im vergangenen Herbst.

Der Radweg entlang des Lehnitzsees endet an der Oranienburger Wörthstraße und führt in eine Radwegkatastrophe. Die Heidelberger Straße ist für Radler das Grauen. Kopfsteinpflaster. Der Fußweg ist auch im Eimer. Da besteht – der Teil gehört immerhin zum Radfernweg Berlin-Kopenhagen – ganz dringender Handlungsbedarf.

Zum Schluss ging es aber noch einmal auf Entdeckungsreise. Zwischen Falkennest-Kita und der Beachhalle vom Turm beginnt ein weiterer schmaler Weg. scahde, dass der nicht ausgebaut ist.
Er führt hinter der Turm-Erlebniscity und dem Sportplatz entlang. Man sieht, dass hinter dem Turm auf dem Gelände lauter hässlicher Schrott liegt. Ein Stücl es Weges riecht es nach Chlorwasser aus dem Spaßbad.
Zum allerersten Mal auf meinen Radtouren landete ich dann in einer Sackgasse. Denn ein Geländer versperrte unter der Lehnitz-Eisenbahnbrücke den Weg Richtung Kanal-Havel-Gabelung. ich drehte um und kam am Fußballplatz an, wo offenbar gerade ein Spiel endete. Keine Ahnung, wer gewonnen hat, aber die Leute waren gut drauf…

-> Fotos

aRTikel

1991: Bombe nach Lehnitz transportiert

Samstag, den 23. April 2011
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März 1991 II -> 31.3.2011

Rückblick: Oranienburger müssen im April 1991 evakuiert werden / Bahn hat Ölunfall

MAZ Oranienburg, 23.4.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die erste Hälfte im April 1991.

OBERHAVEL
Bombenalarm in Oranienburg: Bei Bauarbeiten am Gesellschaftshaus in der Straße des Friedens (Bernauer Straße) wird am 2. April 1991 eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. Einwohner im Umkreis von 300 Metern müssen sofort ihre Häuser verlassen. Der chemische Langzeitzünder kann jedoch vor Ort nicht entschärft werden, die Bombe wird zum Bundeswehr-Schießplatz nach Lehnitz gefahren. Dazu widerrum müssen alle Anwohner an der B 273 ihre Häuser vorübergehend räumen.

Die Bildungslandschaft im Kreis steht vor einem Umbruch. Eine Umfrage ergibt: Jeder zweite Schüler will aufs Gymnasium. Die entstehenden Gymnasien in Oranienburg und Hennigsdorf können kaum so viele Bewerber aufnehmen. Unklar ist noch, wie das Auswahlverfahren ablaufen wird.

Birkenwerders Bürgermeister Kurt Vetter befürchtet, dass der Süden Berlins dem Norden vorgezogen wird. Geplant ist, den S-Bahn-Anschluss von Berlin nach Potsdam zu bauen. Vetter macht sich dafür stark, auch die Anschlüsse von Frohnau nach Hohen Neuendorf sowie von Heiligensee nach Hennigsdorf und Velten wiederherzustellen.

Bald soll die Borgsdorfer Kreuzung an der B 96 eine Ampel bekommen. Ein MAZ-Leser aus Borgsdorf hat da ganz andere Vorstellungen: Eine Brücke muss her. Wegen der vielen Staus auf der Strecke könne nicht noch eine Ampel den Verkehr behindern, argumentiert er.

Neuigkeiten hat auch die Politik parat, und Landrat Karl-Heinz Schröter hat sie aus der Zeitung erfahren: Die neuen Kreistage sollen nicht erst 1994, sondern schon 1992 gewählt werden. Das würde sich auch auf den Zeitplan der Kreisgebietsreform auswirken. Schröter ist sauer.

Schwere Panne bei der Reichsbahn: In Fichtengrund ist ein Kesselwagen undicht, Heizöl läuft aus und sickert ungehindert in den Boden.

Ein Gasventil wird am 10. April 1991 in der Oranienburger Otto-Nuschke-Straße (Lehnitzstraße) beschädigt. Der Unglücksort an der Ecke André-Pican-Straße muss weiträumig gesperrt werden.

Gegen den Bahnhof im Kremmen wird am gleichen Tag eine Bombendrohung ausgesprochen. Polizei und Feuerwehr suchen aber vergebens.

Die ehemalige Infrarot-Poliklinik in der Sachsenhausener Straße in Oranienburg ist nun ein Ärztehaus. Zahnarzt, Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, ein Allgemeinmediziner, eine Röntgenpraxis, Physiotherapie und Sauna sollen das Gesundheitsangebot in der Stadt verbessern.

Die Bergfelder sind empört: Die Treuhand hat das Forsthaus am Ortseingang an einen eigenen Mitarbeiter aus Berlin verkauft. „Anscheinend schieben sich die Herren dort gegenseitig die Grundstücke zu“, sagt Bürgermeister Reinhard Groß

ORA aktuell

Castor: Atomkraftgegner befürchten Transport durch Oranienburg

Samstag, den 12. Februar 2011
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Atomkraftgegner befürchten, dass der Castor-Transport am 16. Februar auch durch Oranienburg rollen könnte. Der Zug rollt von Karlsruhe nach Lubmin. Die Gegner weisen auf die Bombenbelastung der Stadt hin, bei Erschütterungen könnte alte Munition in die Luft gehen.
Ein Castor-Transport im Dezember führte entgegen allen Befürchtungen durch die Prignitz.

Nördlich von Oranienburg, in Fichtengrund, wurden an der Bahnstrecke Spreng- und Brandsätze gefunden. Es ist unklar, ob es einen Zusammenhang zu den Castor-Transporten gibt.