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Warum floppt ein Autokino?

Die Idee war gut. Die technische Umsetzung war brillant. Das Gelände hatte was. Und dennoch: Das Autokino Mildenberg auf einer Wiese im Ziegeleipark war ein Flop. Das Interesse war zu gering. Ich habe es immerhin einmal dorthin geschafft, an einem Dienstagabend – es waren gerade mal zehn Autos auf dem Gelände.
Am Sonntagvormittag läuft dort der letzte Mal, am Sonntagabend gibt es zum Abschluss Live-Comedy mit Emmi und Willnowsky. Wenn es denn stattfindet, wegen geringen Interesses wurde die Show schon mal verschoben.

Nun könnte man es sich leicht machen und auf die Menschen schimpfen, die Kultur wollen, sie dann aber nicht nutzen, wenn sie denn angeboten wird. Aber so einfach ist das alles nicht.
Zunächst muss man ganz nüchtern feststellen: Mildenberg ist vielleicht nicht der günstigste Ort, um täglich viele Menschen anzuziehen. Vielleicht ist ein Ort wie der Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen oder das Tüv-Gelände in Lehnitz besser geeignet – es leben in der Region im Oberhavel-Süden mehr Menschen.
Viele wird abgeschreckt haben, dass Tickets nur online gekauft werden konnten. Was unverständlich war, denn einkaufen und bezahlen gehört überall zu unserem Alltag. Warum nicht also auch in Mildenberg?
Dann sind – inklusive Gebühren – mehr als 23 Euro für zwei Personen auch nicht ganz preiswert. Das normale Kino ist preiswerter, und da laufen auch meist die aktuelleren Filme.
Und die PR-Maschine war auch nicht so ganz geölt, für eine Comedyshow wie mit Emmi und Willnowsky muss mehr getrommelt werden.
Und ganz grundsätzlich kam die Eröffnung des Autokinos auch schon zu spät, da war der Hype eigentlich schon wieder vorbei, und die Berliner Kino haben auch schon wieder alle geöffnet.

Autokino ist aber eigentlich eine schöne Sache. Die Veranstalter sollten 2021 einen neuen Versuch wagen. Aber sich überlegen, wo und wie.

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