aRTikel

Mein Tipp: Die Pferdeinsel war schon immer ein Ort für Abenteuer

Der Oranienburger Stadtpark direkt an der Havel wird von den Stadtleuten gut angenommen – Zeit zum Entspannen für alle Generationen

MAZ Oberhavel, 11.4.2018

Oranienburg.
Als wir Kinder waren, gingen wir am Nachmittag sehr oft auf die Pferdeinsel. Es war ein bisschen der Ort für Abenteuer. Ein Wald mitten in der Stadt, verschlungene Pfade, ideal zum Versteckspielen. Überall gab es etwas zum Entdecken – irgendwie auch ein bisschen unheimlich, aber das machte ja den Reiz aus. Ganz am Ende der Pferdeinsel, in Sichtweite zum kleinen Hafen und dem Speicher, gab es eine kleine Badestelle, an der wir ganz viele Nachmittage verbracht haben. Auch heute gibt es diese Pferdeinsel noch, auch wenn sie sich ziemlich verändert hat.

Ursprünglich hieß dieser Ort, der in Oranienburg zwischen dem Lindenring, der Lehnitzstraße und der Havel liegt, wohl noch Inselwiese. Damals gab es dort noch ein richtiges Freibad, und der Park war eben jene Liegewiese. Wie es heißt, war das Areal irgendwann wirklich mal fast eine Insel. Inzwischen endet der Havelarm am Speicher, an der anderen Seite ist nur noch eine Einbuchtung zu sehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich scheinbar einiges geändert. Damals haben Pferdebesitzer ihre Tiere dort weiden lassen – woraufhin der Volksmund diesen Ort gleich mal einen neuen Namen gab – die Pferdeinsel.

Wer heute über das Areal schlendert, wird sehen, wie viel sich in den vergangenen Jahren dort getan hat. Es sind neue Wege angelegt worden, teilweise befestigt, teilweise provisorisch. Auch einige der alten Trampelpfade sind noch zu entdecken. Der Park wird von den Oranienburgern angenommen, an sonnigen Nachmittagen ist da viel los. Leute spazieren durch den Park oder sie setzen sich auf eine der vielen Parkbänke. Am schönsten sind natürlich die, auf denen man auf die Havel blicken kann.
Außerdem gibt es am Ufer des Wassers eine Grillstelle, die ebenfalls ganz gut genutzt wird – auch wenn der Qualm mitunter ein wenig heftig ausfällt.
Und noch immer sind Kinder zu beobachten, die die Pferdeinsel einfach zum Spielen und für Abenteuer benutzen. Das zu beobachten ist schön, erinnert es doch an die eigene Kindheit an dieser Stelle.

Während die Pferdeinsel zu DDR-Zeiten vor allem nur über den Lindenring erreichbar war, gelangt man inzwischen auch über einen Weg von der Lehnitzstraße dorthin. Das ist übrigens auch ideal für Radfahrer, denn so lässt sich der Weg von der City in Richtung Neubaugebiet einfach abkürzen – und das durch den herrlich schattigen Park. Nur eines sollten sich die Besucher dieser grünen Lunge in der Kreisstadt mal hinter die Ohren schreiben: Nehmt euren Müll mit! Überall liegen Papierchen und anderer Dreck rum. Das ist nicht so schön. Der eine oder andere Papierkorb mehr wäre da auch hilfreich.

Einen Kommentar schreiben: