Monatsarchiv für April 2018

KeineWochenShow

#68 – Darum geben wir unsere Echos nicht zurück!

Sonntag, den 22. April 2018
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Der Echo 2018 kommt weiterhin nicht aus der Diskussion raus. Einige Prominente haben inzwischen ihre Preise zurückgegeben. Und warum wir unsere Echos aber behalten, das erzählen wir in unserer aktuellen Sendung.
Außerdem geht es um den Besuch im ZDF-Hauptstadtstudio und um die Frage, warum Moderatorin Maybrit Illner so unauthentisch wirkt.

Wir besprechen ebenfalls, warum eigentlich das Grillen so gefährlich für unsere Umwelt ist und sich unterschiedlicher Auffassung darüber, wie man mit diesem Thema umgehen sollte.

Das Fast-Outing von Conchita über ihre HIV-Infektion ist ebenso ein Thema wie der frühe Tod des Star-DJs Avicii. Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #68 auf Youtube.

RTZapper

rbb spezial: Bombenentschärfung in Berlin

Sonntag, den 22. April 2018
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FR 20.04.2018 | 11.00 Uhr | rbb

Wenn in Oranienburg Bombe Nummer 204 entschärft wird, dann scheint das außerhalb Oranienburgs scheinbar niemanden zu interessieren.
Anders in Berlin. Dort ist in der Heidestraße, unweit des Hauptbahnhofs, eine Bombe gefunden worden.

Während also eine Bombe in der Provinz, wo aber auch gern mal mehr als 10.000 Leute evakuiert werden müssen, im rbb nur eine Randnotiz ist, zeigte der Sender am Freitag gleich drei Sondersendungen. Zu sehen war im Hintergrund des Moderators der leere Hauptbahnhof, Reporter standen auf leeren Straßen, um zu erzählen, dass die Straßen leer sind. Ein anderer Reporter stand draußen an der Bundesstraße, um zu erzählen, dass kein Stau ist.

Zwischendurch noch ein Beitrag über Bomben in Berlin und Brandenburg im Allgemeinen, mit dem Hinweis, dass Evakuierungen in Oranienburg ja schon Alltag seien. Weshalb es beim rbb da auch keine Sondersendungen mehr gibt. Aber vielleicht gibt’s solche “Events“ ja in Zukunft auch öfter in Berlin, und irgendwann winkt man beim rbb auch ab und schenkt sich das aufwendige Sonderprogramm.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Maybrit Illner

Samstag, den 21. April 2018
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DO 19.04.2018 | Berlin, ZDF-Hauptstadtstudio

Unglaubliche 18 1/2 Jahre läuft jeden Donnerstag die ZDF-Talkshow mit Maybrit Illner, gestartet noch im alten Jahrtausend. Das merkt man auch – an der Moderatorin selbst und an der altbackenen Sendung.
Ein Ticket für “Maybrit Illner” kostet 12 Euro, was erstaunlich viel ist. Es ist relativ simpel über den ZDF-Kartenservice zu haben.

Als wir am ZDF-Hauptstadtstudio Unter den Linden ankommen, sehen wir schon den ersten Security-Mann. Das erste Anzeichen, dass da heute besonders wichtige Leute auftreten.
Ich wusste schon, dass es um das Thema Syrien gehen wird, und ich wusste auch, dass Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident und Russland-Experte Matthias Platzeck auftreten.
Einlasskontrollen gibt es allerdings immer. Wie am Flughafen.

Im Studio werden wir platziert. Niemand darf sich da hinsetzen, wo er will. In die Nähe der großen LED-Wand durfte man nicht mit blauen Klamotten – oder irgendwelche Muster waren an einigen Stellen auch schwierig.Wir saßen in der letzten Reihe, was aber unproblematisch ist, weil das Studio relativ klein ist.
Gute 20 Minuten vor dem Start der Live-Sendung beginnt das Warm-Up, in dem es zum Glück keine Applaustests gibt, stattdessen erklärt man uns, wie das jetzt eigentlich ablaufen wird.
Zum Beispiel, dass niemand gezwungen ist, zu klatschen. Wer will, darf. Wer nicht will, muss nicht. Das ist ganz angenehm, und so kommt es, dass oft nur die von den Gästen mitgebrachten Leute an den passenden Stellen applaudieren.

Maybrit Illner kommt dann als erstes rein. Die Frau ist ein seltsames Phänomen. Dass sie ihre Sendung fast zwei Jahrzehnte lang macht, merkt man ihr an. Alles ist Routine, das Publikum wird kurz, na ja, zur Kenntnis genommen. Sie ist nett, aber es ist eine distanzierte Nettigkeit. Sie macht einen merkwürdig unauthentischen Eindruck. Ihre Gesichtsschminke wirkt ebenso wie ihre Friseur wie betoniert, ihre Haare sehen aus wie eine Perücke. Ihre ganze Haltung wirkt wie Beton, stocksteif sitzt sie auf ihrem Sessel.
Nach und nach holt sie die Gäste rein, alle bekommen sie höflichen Applaus. Bevor es los geht, gibt es noch Smalltalk mit allen – als Mikrotest.

Die Sendung beginnt pünktlich, und im Studio wirkt der Übergang vom Geplänkel in die Live-Sendung eher unspektakulär.
Zwar ist man hautnah dabei, man sieht auch alle gut. Aber mit dem Hören hapert es. Als Studiopublikum muss man ziemlich lauschen, wenn man der Diskussion folgen will.
Die verläuft sehr herkömmlich, mehr oder weniger überraschungsfrei, und die ganze Zeit überlege ich, ob man heute wirklich noch so Talkshows machen sollte. Die Elite unterhält sich, ansonsten kommt keiner zu Wort. Zu Hause, vor dem Fernseher, würde ich das langweilig finden.

Im Studio kann man immerhin beobachten, was drumherum passiert. Sage und schreibe sechs Kameras nehmen das Geschehen auf, darunter eine Krankamera und eine Steady-Cam. Der Mann mit der Körperkamera scheint immer Vorrang zu haben, denn wenn er kommt, müssen alle anderen Kameras weichen.
Der junge Aufnahmeleiter wuselt auch immer mal von A nach B, am Ende zeigt er Maybrit Illner, die ihre Gäste weiter abfragt, wie viele Minuten sie noch talken darf. Als die zeit um ist, macht Illner aber weiter. Scheinbar darf sie – wie die “heute show” auch, inoffiziell ein paar Minuten überziehen, diesmal diesmal mehr als sieben Minuten.

Als die Sendung zu Ende ist, werden noch Fotos gemacht, Maybrit Illner verabschiedet sich erneut höflich, aber routiniert vom Publikum, und alle strömen raus. Was übrigens auch einige Mitarbeiter verwundert. Während zu Beginn die Security wohl streng war, laufen nun alle durcheinander – die Ministerin mittenmang.

Vermutlich ist es themenabhängig, ob ein Besuch bei Maybrit Illner lohnt. Spannend ist Live-Fernsehen aber allemal. Jedoch im Gegensatz zu “aspekte” ist das eine Sendung, in die ich kein zweites Mal muss.

RTelenovela

Ausmisten

Samstag, den 21. April 2018
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Irgendwann muss man sich trennen. Da kommt der Moment, wo man sagt: Nein, jetzt ist Schluss!
Wenn zum Beispiel der Klamottenschrank dermaßen überquillt, dass man eigentlich gar nicht in den Laden zu gehen braucht, weil eh kein Platz mehr ist. Aber dann schafft man eben mal Platz, und der Frühjahr ist die beste Zeit, um mal auszumisten.

Nachdem neulich schon die Kassetten dran glauben mussten (na gut, die fristen ihr Gnadenbrot im Keller), ging’s also diesmal an die Klamotten.
Dieses schöne T-Shirt, das ich mal geschenkt bekommen habe, selbst bemalt. Wegschmeißen? Kann man doch nicht, war doch ein Geschenk! Andererseits, es ist blass geworden, der Stoff nicht mehr schön. Also dann doch weg!
Und dann dieses tolle Shirt, das ich in New York gekauft habe. Erinnerungen! Aber andererseits ziehe ich es nicht mehr an. Also dann doch weg!
Dieser Pullover! In Blau, und es war mal ein schönes Blau. Wie gesagt: war. Und auch schon lange nicht an gehabt, und der Stoff ist auch hinüber. Also weg damit.

Letztlich war es doch ein sehr ordentlicher Stapel, der ausgemustert worden ist. Im Schrank war plötzlich wieder ein bisschen Platz, und der Gang zum C&A hatte wieder einen Sinn.

RTelenovela

Musik aus dem Rucksack

Freitag, den 20. April 2018
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Ein sonniger Mittag in Schwante. Im Schlosspark zwitschern die Vögel, der Wind rauscht sanft. Bis in der Ferne Musik zu hören ist. Und immer lauter wird. Vom Mühlenweg her nähert sich ein junger Mann. Von der Idylle scheint er nichts zu halten, denn die Musik kommt aus seinem Rucksack. Er hat seine Disco mit dabei. Dass eventuell andere davon gestört sein könnten – egal. Ist aber eine Masche, die man öfter sieht.

Am selben Tag, in der Oranienburger Schulstraße. Ein Pärchen läuft nebenein­ander. Aus seinem Rucksack ertönt laute Musik, und er erzählt seiner Freundin irgendwas. Aber die Musik übertönt alles. Seine Freundin schaut sehr desinteressiert auf ihr Handy. Ob sie überhaupt mitbekommt, dass ihr Typ mit ihr spricht oder sie schlicht kein Interesse am Gesprächsinhalt hat, war leider nicht rauszufinden. Vielleicht fand sie aber einfach auch nur seine Musik doof.
Wer demnächst mit Disco im Rucksack durch die Schulstraße läuft: Ich wünsche mir den Song „Dancing“ von Kylie Minogue. Wenn schon laut, dann wenigstens gute Mucke.

ORA aktuell

Oberhavel TV verliert Sendelizenz

Donnerstag, den 19. April 2018
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Der in Oranienburg ansässige Lokalfernsehsender Oberhavel TV hat im Januar die Sendelizenz verloren, wie jetzt bekannt wurde. Geschäftsführerin Stefanie Kuß gilt als untergetaucht, ein Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen läuft seit Anfang November, der Geschäftsbetrieb sei eingestellt, berichtet der Oranienburger Generalanzeiger.

Laut Medienanstalt Berlin-Brandenburg stehe die Lizenz zur Verfügung, Interessenten können sich für das Sendegebiet bewerben, so heißt es weiter.

RT liest

Georg Uecker: Ich mach dann mal weiter!

Donnerstag, den 19. April 2018
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Es ist eine schlimme Geschichte. Am Fastnachtsdienstag 1993 ändert sich das Leben des Schauspielers Georg Uecker dramatisch. Er bekommt zwei Diagnosen: erstens ein Tumor im Lymphsystem, zweitens HIV-positiv.
Für Uecker stehen furchtbare Monate bevor, mit Bestrahlung, schweren Schmerzen und Depressionen.

Das ist der Aufhänger für Georg Ueckers Biografie. Vielleicht sieht er selbst das gar nicht so, der Fischer-Verlag aber definitiv. Um nichts anderes drehen sich die Klappentexte – aber auch von so gut wie nichts anderes handelten die vielen Fernseh- und Radioauftritte, die er rund um die Bucherscheinung absolvierte.
Das Problem: Sehr viel mehr als das, was Uecker sowieso schon überall erzählt hat, erfährt man im Buch nicht. Das zweite Problem: Die Story, die der Verlag so pusht, beginnt auf Seite 200 von 268.

Georg Uecker kennt man vor allem seit 1986 als Darsteller des Carsten Flöter in der “Lindenstraße”. Außerdem war er Spielleiter in der “Schillerstraße” und Produzent von “Kaffeeklatsch” und “Blond am Freitag”. Außerdem ist er Eurovision-Song-Contest-Experte.

Die Biografie von Georg Uecker ist seltsam oberflächlich und verhuscht. Es fehlt an einer konkreten Idee, an einem Konzept, wovon er eigentlich erzählen will. Und so streift er irgendwie alles kurz an. Aber er streift eben nur, und das kurz.
Ohne ihm zu nahe treten zu wollen, aber seine Jugend war nicht besonders aufregend. Spannend sind seine ersten Engagements, sein “Lindenstraße”-Leben, sein Leben als Produzent. Und natürlich alles über seine schlimme Krankheit.
Aber all das wird nur angekratzt. Nichts geht in die Tiefe. Dafür gibt es manchmal seltsam überflüssige Einschübe, in denen Uecker kurz erklärt, was deutschland- oder weltpolitisch passierte. Oder was irgendwie irgendwo im Fernsehen lief – und teilweise sind ihm da auch Fehler unterlaufen.
Die Zeit, in der sich Uecker etwa 2007 plötzlich auch äußerlich sehr stark veränderte, wird im Buch als Randnotiz geschildert. Dabei wäre doch zum Beispiel die Frage spannend gewesen, ob es einen Zusammenhang zur “Lindenstraße”-Story gibt, als sich auch seine Figur Carsten Flöter zugrunde richtet. Immerhin sah Uecker zwischenzeitlich wirklich schlimm aus, und auch in der Serie trat er zwischenzeitlich kaum noch auf. Im Buch heißt es nur lapidar, ihm sei es super gegangen.
So zieht sich das durch das ganze Buch. Es bleiben viele Fragen offen. Eher Uninteressantes wurde nicht weggelassen zugunsten der spannenden Geschichten.
So ist “Ich mach dann mal weiter!” zumindest von Verlagsseite her sehr auf die Krankheit fokussiert. Das löst aber das Buch nicht ein. Nicht nur deshalb ziemlich enttäuschend und mau. Mit ein bisschen Tiefgang hätte Uecker garantiert mehr zu erzählen gehabt.

Georg Uecker: Ich mach dann mal weiter!
Fischer, 268 Seiten
4/10