Tagesarchiv für 12. April 2017

RTZapper

radio B2 spezial: 30 Jahre Hundert,6

Mittwoch, den 12. April 2017
Tags: ,

MO 10.04.2017 | 20.05 Uhr | radio B2

Als am 10. April 1987 in Berlin einer der ersten privaten Radiosender Hundert,6 auf Sendung ging – da hörten wir noch öffentlich-rechtlich. Als vernünftige DDR-Bürger hörten wir natürlich kein DDR-Radio, sondern den SFB. Und am Sonntagvormittag das “Klingende Sonntagsrätsel” beim RIAS.
Doch Hundert,6 war eine kleine Radiorevolution, und bald wechselten auch wir den Sender.

30 Jahre sind seit der Sendergründung vergangen. 2005 endete die Geschichte nach mehreren Verkäufen und einer Insolvenz. Einer der damaligen Radiomacher, Oliver Dunk, gründete vor einigen Jahren 104|9 Oldiestar Radio – und wandelte es inzwischen zum deutschlandweiten Schlagersender radio B2 um. Dort ist am Montagabend in einer Spezialsendung an Hundert,6 erinnert worden.
Moderatoren erzählen von damals, auch sind Ausschnitte aus dem Radiosender gespielt worden.
Wenn man so lange die Jingles und Stimmen nicht mehr gehört hat, sorgte das für kleine Schauer der Erinnerung.

Damals hörte man noch viel offensiver Radio. Man hörte bestimmte Sendungen, die mehr boten als reine Musik und ein paar Comedys. ich mochte sehr den “Night Talk” mit Jürgen Rummel. Dreimal pro Woche ging es zwischen 0 und 3 Uhr schon mal hoch her. Zweimal pro Woche gab es erotische Bettgeschichten – sicherlich nichts, was man als Jugendlicher hören sollte. Nachts um 3 Uhr begann der “Berlin-Wecker”, in dem Leute zum Sender schreiben konnten, um on Air geweckt zu werden.
Hundert,6 war ein paar Jahre echter Kult – man reiste in den frühen 90ern nach Berlin – um in Mitte zu Live-Sendungen zu pilgern, die im gläsernen Studio produziert worden sind.
Dass ein einst so erfolgreicher Sender durch diverse Verkäufe und Krisen ins Aus geriet – das ist bemerkenswert. Hundert,6 war Anfang der 90er der Renner – nun ist er nur noch Erinnerung.

Hits: 127

RT im Kino

Nichts zu verschenken

Mittwoch, den 12. April 2017

Was für ein unfassbarer Geizkragen! Dabei kann François Gautier (Dany Boon) gar nichts dafür. Sein Vater gab einst sehr Geld für Kram aus, und seine mit ihm schwangere Mutter hat ihrem Baby in den Bauch geschworen, er möge nicht so sein wie sein Vater. Und daran hält sich François sein Leben lang.
Er gibt quasi kein Geld aus – gerade mal 10 Euro am Tag, 50 Euro pro Woche (am Wochenende gibt’s nur Reste) holt er sich von der Bank ab. Er benutzt kein Licht, isst längst abgelaufenen Kram, lässt sich einladen, wo es es geht. Irgendwo essen gehen? Viel zu teuer. Klamotten kaufen? Eine Garnitur reicht doch!
Als aber Laura (Noémie Schmidt) vor seiner Tür steht, steht sein Spar-Dasein auf dem Spiel. Die 16-Jährige sagt, sie sei seine Tochter. Sie zieht bei ihm ein – und denkt, er ist so sparsam, weil er stattdessen armen Kindern hilft. Ein Lügengebilde, das bald droht, zusammenzubrechen. Und dann ist da auch noch die Liebe – und Liebe kostet unter Umständen auch mal Geld.
Bei François sorgen Tochter und Liebe sowie die Aussicht, Geld ausgeben zu müssen, für schlimme Panikattacken.

“Nichts zu verschenken” ist eine nette französische Komödie über einen Mann, der einen Megatick hat – und den viele Leute versuchen, umzukrempeln.
Das ist hübsch anzusehen, aber alles andere als anspruchsvoll und einfallsreich. Denn mal ehrlich – irgendwie ist das alles dann doch vorhersehbar, am Ende eher schmunzelig statt besonders witzig.
Dany Boon sorgt für Slapstick, wobei seine Figur leider nicht so ganz sympathisch rüber kommt.
Ein Film fürs Wohnzimmer an einem Sonntagnachmittag – fürs Kino nicht zwingend ein Muss.

Nichts zu verschenken
Frankreich 2016, Regie: Fred Cavayé
Central Film, 90 Minuten, ab 0
6/10

Hits: 83