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Rügen 2015 (9): Licht und Schatten

(8) -> 19.7.2015

Welches Wetter ist eigentlich ideal, wenn man an der Küste Urlaub macht? Muss es sommerlich heiß sein? Müssen 35 Grad herrschen?
Nein, auf keinen Fall.
Auf der Wetterkarte wirkte es eigentlich ein bisschen traurig: In weiten Teilen Deutschlands waren Temperaturen um die 30 Grad angesagt. Und für Rügen: 21 Grad.
Nun könnte man sagen: So ein Mist, warum ist’s hier so kühl?! Aber nein: 21 Grad reichen völlig aus.
Denn in der Sonne am Strand lässt es sich auch so – und gerade so – wunderbar liegen. 35 Grad sind dagegen unerträglich, der Strandsand dann kaum begehbar.

Am Strand nahe Thiessow. Die Temperaturen waren eigentlich okay, aber es war leicht windig und wolkig. So war es in der Sonne richtig schön, im Schatten aber: na ja, nicht so schön. Und das immer im Wechsel.
Die Leute am Strand braten in der Sonne, als sich die nächste Wolke davor schiebt. Auffällig unauffällig schauen alle nach und nach gen Himmel: Wie lange wird es dauern, bis die Sonne zurückkehrt?
Über dem Bodden scheint das Wetter richtig mies zu sein, bis zu uns nach Thiessow schafft es der Regen aber zum Glück nicht. Die ganz schweren Wolken ziehen vorbei.

T-Shirt an. Handtuch drüber. Es wird kühl am Strand, so ganz ohne Sonne. Die vorhin noch Unbekleideten ziehen sich immer mehr Klamotten an. Der Mann auf dem handtuch neben mir gibt auf: Er zieht sich ganz an und haut ab.
Fünf Minuten später: Sonnen-Comeback! Deutliches Aufatmen am Strand! Die zwei Frauen nebenan jubeln, die Klamotten kommen wieder weg.

Der etwa 14-Jährige ein paar Meter weiter, quält sich unterdessen mit seiner Unterhose und dem Handtuch, das er sich umgewickelt hat. Er schämt sich, er will nicht, dass man ihm was wegguckt. Was lustig ist, denn er befindet sich am FKK-Strand, was ihm (und seine Familie) seltsamerweise noch nicht aufgefallen ist.
Minutenlang zieht sich der Vorgang hin, und er zieht mehr Aufmerksamkeit an sich, als wenn er sich einfach so umgezogen hätte.

Unterdessen kommt der Eiswagen angerauscht. In Thiessow sind die ganz modern. Während zum Beispiel in Binz ein Typ das Ding mit seinen Muskeln schieben und sich damit abquälen muss, haben die Eisleute in Thiessow einen kleinen Trecker. Total modern. Gerade will aber keiner sein Langnese-Eis haben. Und kaum ist er abgerauscht, kommt auch schon sein Kollege mit dem Schöller-Kram. Aber auch er hat kein Verkaufsglück, also düst er weiter.
Und die Sonne brennt, und die Leute lassen sich braten.

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Ein Kommentar zu “Rügen 2015 (9): Licht und Schatten”

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