Monatsarchiv für April 2015

RTZapper

Der Deutsche Webvideopreis 2015 – Die Nominierten

Montag, den 27. April 2015
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SO 26.04.2015 | 18.00 Uhr | einsplus

Da denkt man, die Youtube-Generation und die heutigen Webvideofilmer sind total modern, und dann läuft so eine verschnarchte Veranstaltung wie die Nominierungsshow zum Deutschen Webvideopreis 2015. Erstmals übertrug am Sonntagabend einsplus die Veranstaltung live, und sie wirkte wie eine längst verschollene Aufzeichnung aus den 80ern.

Das Bühnenbild bestand aus einem Fernseher aus Oma-Opa-Zeiten, was ganz sicher (hoffentlich!) ironisch wirken sollte. Immerhin sollten ja – so die Ankündigung – die TV-Welt mit der digitalen Welt vernetzt werden.
Was allerdings grandios misslang.
Okay, einsplus hat sowieso kaum Zuschauer. Aber wer sich vielleicht doch dorthin verirrte und womöglich wenig mit Webvideos am Hut hat, der wird sich gefragt haben, was das alles soll.
Die Nominierten in den verschiedenen Kategorien sind nämlich nur verlesen worden: Ausschnitte? Fehlanzeige. Wer wissen will, warum die Nominierten ausgewählt worden sind, stand im Regen, man wurde mit den bloßen Namen poder Titeln alleingelassen. Und ganz am Ende mit dem Hinweis, wo man sich denn nun infomieren könne.
Immerhin sind in den bereits prämierten Kategorien (sehr) kurze Ausschnitte gezeigt worden.

Wenn man wirklich auch andere Zielgruppen auf diese Kunst im Web aufmerksam machen will, dann sollte man sie auch ein bisschen anfüttern und neugierig machen. Das ist dieser seltsam altertümlich wirkenden Show nicht gelungen.
Was schade ist: Denn hinter den Nominierungen stecken hier und da wirklich hervorragende und sehenswerte Projekte, die man auch Fernsehzuschauern gern mal näher bringen könnte.

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RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Erste Event-Show inklusive Live-Entscheidung

Montag, den 27. April 2015
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SA 25.04.2015 | 20.15 Uhr | RTL

Wie RTL es schafft, ein immer noch einigermaßen erfolgreiches Musikformat in die Tonne zu treten, das ist schon atemberaubend. In der aktuellen Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” gibt es keine Live-Shows mehr, weil nach den castings die Quoten schlechter wurden. Stattdessen müssen, äh, dürfen die Kandidaten auf Konzertbühnen auftreten. Und damit RTL noch ein paar Soap-Elemente reinschneiden kann, ist das alles nicht live.

Am Sonnabend kam man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.
Die erste sogenannte Event-Show kam aus Ischgl. RTL setzt seinen Zuschauern Ende April – der Frühling ist endlich da – eine winterliche Sause mit Schneefall vor. Will nun wirklich keiner mehr sehen.
Stimmung kam nicht wirklich auf. Auch vor Ort scheint kaum Stimmung gewesen zu sein, oder täuschte der Eindruck, dass das permanente Gejubel vom Band kam? Kein Wunder, dass Oliver Geißen die Show ziemlich gelangweilt runtermoderierte – wobei er sich da kaum von seinen anderen Sendungen unterschied.

Der Gipfel war die Live-Entscheidung. Für die hatte RTL nicht mal mehr ein Studio übrig, stattdessen kam sie live von einem Parkplatz. Viele Zuschauer konnte die Produktionsfirma auch nicht aufbringen, es waren vielleicht zwei Dutzend. Als Hintergrund diente der Tourbus mit der Aufschrift “Die größte Show ever!” RTL sendet seine größte Show ever also vom Studioparkplatz. Gut zu wissen. Die Kandidaten saßen auf Klappstühlen.
Als klar war, welche Kandidaten weiter dabei sind, stiegen die in den Bus, der dann auch gleich wegfuhr – und den weiten Blick auf den düsteren Parkplatz zuließ.
Die sogenannte Show war vorbei, auf dem Parkplatz leerte sich der rote Teppich schlagartig, und es wenn das Elend nicht so unfreiwillig komisch gewesen wäre, hätte man heulen können.

Mit der einst großen Castingshow hatte dieses peinliche Schauspiel jedenfalls nichts mehr zu tun.

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ORA aktuell

Oranienburger Runge-Gymnasium am begehrtesten

Montag, den 27. April 2015
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Das Oranienburger Runge-Gymnasium liegt bei den Erstanmeldewünschen für die künftigen Siebtklässler vorn. Das geht aus Zahlen hervor, die der Oranienburger Generalanzeiger am Sonnabend veröffentlicht hat.
Danach haben 152 künftige Siebtklässler angegeben, auf das Runge-Gymnasium gehen zu wollen. Es gibt allerdings nur 112 Plätze. Für das Louise-Henriette-Gymnasium gibt es 128 Erstwünsche bei 107 Plätzen.
Die Kreisverwaltung schlägt vor, am LHG im August fünf statt vier 7. Klassen zu eröffnen.

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RTelenovela

Rügen: Das B-96-Desaster

Montag, den 27. April 2015
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Es ist der blanke Wahnsinn, was da auf Rügen passiert. Weil die alte B96 hoffnungslos überlastet ist, soll zwischen der Rügenbrücke und Bergen eine neue Trasse gebaut werden. Ein paar Kilometer sind auch schon fertig. Die neue Strecke wird dreispurig, was natürlich völlig bekloppt ist, weil dadurch zu Stoßzeiten keine Entlastung erreicht wird und der Straßenneubau somit völlig absurd ist. Der Stau auf Rügen vor der Rügenbrücke in Stralsund wird bleiben. Nur die Leute in Rambin freuen sich, wenn denn irgendwann mal der Verkehr nicht mehr durch ihr Dorf rauscht.

Nun ist aber der Bau sehr viel teurer als geplant. 80 Millionen Euro sollte die 20 Kilometer lange Straße kosten. Die sind aber schon beim ersten Abschnitt ausgegeben. Nun fordert der Bundesrechnungshof, auf den zweiten Abschnitt zu verzichten, stattdessen soll zwischen Samtens und Bergen die alte B96 nur ausgebaut werden.
So wird dann vielleicht wenigstens das Nadelöhr Samtens umfahren, dann aber geht es zurück auf die alte Trasse.

Die Rüganer diskutieren sowieso sehr verbissen über die neue B96, dass sie geliebt wird kann man nun nicht gerade sagen. Dass das, was da gerade gebaut wird, völliger Murks ist, ist auch klar. Dass nun aber eventuell nicht mal zu Ende gebaut werden wird – da kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Mecklenburgs Verkehrsminister will am Vorhaben festhalten, so berichtet die Ostsee-Zeitung. Dabei möchte man fast sagen: Reißt den Mist einfach wieder weg!

Der Bau der B96 auf Rügen – ein echter Reinfall!

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RTelenovela

Festliche Waldidylle

Sonntag, den 26. April 2015
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Das erlebt Neu-Vehlefanz vermutlich nicht so oft: Ein Auto fährt hunderte Meter rückwärts, und erst im Dorf bietet sich eine Wendemöglichkeit. Kein Wunder: Zwischen Neu-Vehlefanz und Wolfslake war die schmale Straße stellenweise auf beiden Seiten zugeparkt. Gegenverkehr? Unmöglich!

Die Menschen strömten in den Wald, um in der Idylle das Krämerwaldfest zu feiern. Wer vom Auto auf das Festgelände läuft, konnte tatsächlich auch noch mal die Ruhe genießen und die Vögel zwitschern hören.
Das Fest in Wolfslake ist ein Besonderes: Mitten im Wald gelegen, können die Leute entspannt spazieren gehen, es gibt keine Autos, keine Abgase.
Die Kinder können klettern oder an den Waldfestspielen teilnehmen, während sich Papi ein Bier gönnt und Mami nach Schmuck Ausschau hält. Auf der Bühne singt ein Chor, ein Falkner erklärt seinen Umgang mit Tieren.

Dazu eine Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und zum Nachtisch Erdbeeren mit Vanilleeis. Bei 23 Grad und Sonne. Was will man mehr?

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RTZapper

Mein Sohn Helen

Samstag, den 25. April 2015
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FR 24.04.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Aus Finn wird Helen. Zur besten Sendezeit widmet sich die ARD in einem Fernsehfilm dem Thema Transgender. Mit Happy End.
Als Finn nach einem Jahr in die USA zurückkehrt, nennt er sich Helen und sieht aus wie eine Frau. Finn fühlte sich schon immer im falschen Körper, wie Helen jetzt sagt. Alle müssen sie nun damit klarkommen: der Vater, die Freunde, die Mitschüler. Kein leichter Weg. Für alle.

“Mein Sohn Helen” zeigt, dass von allen Beteiligten einiges abverlangt wird. Von Finn/Helen unfassbar viel Mut. Von den anderen Toleranz und den Willen, das alles so zu akzeptieren und zu verteidigen.
Ein wirklich sehr gut gemachter, gelockerer, lustiger, junger, sehr oft nachdenklich machender Film, zudem flott inszeniert und mit Jannik Schümann als Finn/Helen hervorragend besetzt.
Nach einem dramatischen Fast-Ende schlägt der Film ganz zum Schluss noch eine recht gewagte Happy-End-Kurve. Eine irgendwie nicht ganz glaubhafte, denn im wahren Leben dürften sich wohl kaum alle Probleme in Luft auflösen.
Muss das sein?

Muss nicht, aber kann. Einerseits wäre es völlig in Ordnung gewesen, den Film früher enden zu lassen. Nämlich an der Stelle, wo der Vater den Selbstverstümmelungsversuch von Finn/Helen verhindert hat.
Aber warum kann man nicht auch mal träumen? Von einem Happy End, davon, dass man all diese Probleme irgendwie lösen kann, dass am Ende die Freude überwiegt.
Das Thema kann ein so positives Ende durchaus vertragen – und vielleicht auch mal ein wenig zu sehr vom Realismus abweichen.

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RTelenovela

Fremdenhass: Die nächste Stufe

Samstag, den 25. April 2015
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Es gibt Geschichten, da fasst man sich an den Kopf. In der Facebook-Gruppe “Die Oranienburger” erzählte eine Frau von einer Begebenheit, die an den Menschen zweifeln lässt: Ein gebürtiger Dominikaner fuhr neulich auf dem Rad mit seinem Sohn durch Oranienburg. Sie kamen an einem Paar vorbei, und die Frau rief hinterher: “Guck mal, was die für neue Fahrräder für die Asylanten sammeln und verschenken!”

Was ist das? Neid? Dummheit? Hass? Alles zusammen?
Dazu sollte man wissen, dass an der hautfarbe des Mannes zwar erkennbar ist, dass er nicht von hier stammt. Er lebt jedoch mit seiner Familie schon recht lange in der Stadt – er geht im Schichtbetrieb arbeiten – und ist kein Asylbewerber.
Dessen Frau ist tief bestürzt, und sie fragt, wohin das alles noch führen soll.

Klar ist, dass der Unmut einiger Leute wächst. Schlimm ist, dass sich sie ihren Unmut einfach mal pauschal auf jeden loslassen, der irgendwie fremd aussieht. Wer das ist und was er macht, das ist völlig egal. Im selben Forum ist neulich vor klauenden Asylbewerbern gewarnt wollen, weil man sich angeblich vor allen Asylbewerbern schützen müsse. Ja, Hauptsache draufhauen. Zunächst verbal, aber aus anderen Orten Deutschlands wissen wir, dass es nicht beim Verbalen bleibt. Und das gilt es, zu verhindern.

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