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Landpartie (3): Funk und Flut

(2) -> 31.5.2014

Unsere Reise von Oranienburg nach Hitzacker führte uns irgendwo im Nirgendwo über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. Sie ist noch erkennbar, weil der schwarz-rot-goldene Grenzpfosten noch steht. Eine solche Erinnerung muss einfach sein, damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Dann gab es eine echte Überraschung, ein Wiedersehen. In Gartow erblickte ich einen Funkmast, und er kam mir bekannt vor. Es ist der gleiche, der bis 2009 auch in Berlin-Frohnau stand. Die beiden Türme verband eine Richtfunkstrecke, die den Telefonverkehr zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik aufrecht erhalten sollte. Nach der Wende hatte der in Berlin keine echte Funktion mehr. 2009 wurde er gesprengt. Der in Gartow steht noch, er strahlt wohl digitale Antennenprogramme ab.

Weiter nach Gorleben. Über Gorleben hört man viel, dort ist das Atommüllendlager, und immer wenn ein Castor-Transport nach Gorleben führt, ist das Dorf in den Schlagzeilen. In Gorleben merkt man davon: nichts. Weder haben wir irgendwelche Schilder gesehen, die auf das Lager hinweisen, noch irgendwelche anderen Anzeichen, dass es dort einen Streit um den Atommüll gibt. Erst ein paar Dörfer weiter erblickten wir auf einem Feld eine Protestinstallation.

Wenn Hitzacker in Niedersachsen in den Schlagzeilen ist, dann meistens wegen der Elbe. Erst 2013 hatte die Stadt mit den Fluten zu kämpfen, aber die Deiche hielten weitgehend. Aber von 2006 findet man im Internet Bilder der Flut.
An einer der Brücken in der Stadt sieht man die Pegel der Elbe, die erreicht worden sind. Die sind so hoch, und mit Blick auf die Altstadt weiß man: Da ist kaum etwas trocken geblieben. Dort, wo wir unsere Autos parken, stand meterhoch das Wasser.

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