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Oranienburg ist ein großer Parkour

Für Busta, Krone und Rey ist kein Hindernis zu hoch – ein Mix aus Akrobatik und Sport

MAZ Oranienburg, 28.2.2013

Regelmäßig trainieren die Jungs im Buchstabenpark an der Berliner Straße. Oft bekommen sie auch Applaus.

ORANIENBURG
Über Stock und Stein, über jede Mauer und jeden Hügel. In der Sporthalle springen sie auf den Mattenhaufen und machen einen Salto. In der Oranienburger Innenstadt ist kein Hindernis vor ihnen sicher.
German „Busta“ Molleker (18), Oliver „Krone“ Dey (16) und Nico „Rey“ Winkler (17) springen über das Treppengeländer am Oranienburger Boulevard. Die Schlossparkmauer ist vor ihnen ebenso unsicher wie der Abhang runter zur Havel. Passanten erblicken plötzlich, wie Busta auf einer Wiese am Louise-Henriette-Steg eine paar Überschläge macht.

Wenn sich die Jungs im Buchstaben-Themenpark an der Berliner Straße zum Üben treffen, über Bänke und die Buchstaben springen, dann kommt es schon mal vor, dass Leute stehenbleiben und am Ende applaudieren. „Meistens sind wir hier“, sagt Busta. „Jede freie Minute gehen wir raus.“
Das Hobby, das sie betreiben, heißt Parkour. Erfunden hat die Sportart der Franzose David Belle. „Es geht darum, wie man am schnellsten von A nach B kommt“, erklärt Busta, „um Effizienz und Akrobatik, um die Überwindung von Hindernissen.“ Die drei Jungs schlossen sich im März 2011 zum Team zusammen. Auf Facebook im Internet haben sie ihre eigene Seite: „SwiftStealth Parkour“.

Die Orte, an denen Busta, Krone und Rey trainieren, sind „Spots“. „Entdecken wir einen neuen Spot, dann lassen wir unserer Kreativität freien Lauf“, erzählt Krone. Schwer verletzt haben sie sich bei ihren Übungen noch nie. „Höchstens mal kleine Blessuren“, sagt Busta und lächelt. „Wir trainieren ja, um sicherer zu werden.“ Allein in Oranienburg gebe es 1000 Möglichkeiten für den Parkour-Sport: die Skaterbahn, viele Spielplätze, Mauern. „Wir machen das spontan, planen das nicht.“

Im vergangenen Herbst schafften sie es sogar ins Fernsehen. Als Michael Kessler auf seiner Fahrrad-Expedition für den RBB vor dem Oranienburger Schloss stoppte, machten Oliver Dey und seine Freunde auf sich aufmerksam. Gemeinsam mit Kessler übten sie ein paar Sprünge.

Ob aus dem Hobby mal ein Beruf werden könnte, wissen die Schüler des Louise-Henriette-Gymnasiums noch nicht. „Das wäre schon interessant“, sagt Busta. „Das ist kein Zwang, aber es wäre toll, wenn man das mit einem Job verbinden könnte“, findet Krone. Manchmal verabreden sie sich zu Sessions, üben mit anderen Jugendlichen, da kommen dann schon mal zehn Leute.
Auf der Youtube-Seite „Traceur0124“ gibt es inzwischen etwa 40 Videos des Oranienburger Parkour-Teams. Dort kann man den Jungs bei ihren Übungen zusehen und das in recht professionell geschnittenen Clips mit unterlegter Musik. Spezielle Auftritte sind jedoch erst mal nicht geplant. Falls sie aber jemand fragen sollte: „Dann würden wir das machen“, sagt Busta lächelnd.

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