Monatsarchiv für Januar 2012

RTZapper

Werbung: Activia

Sonntag, den 29. Januar 2012
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FR 27.01.2012 | 23.45 Uhr | RTL

Vera Int-Veen gehört nicht zu den Prominenten, denen man alles abnimmt, was sie so erzählen. Vera Int-Veen, die für RTL unbescholtene Leute verarscht, die in ihren Dokureihen Menschen vorführt und sich lächelnd-seriös über sie lustig macht.
Diese Frau will den Menschen nun weismachen, dass sie jeden Tag einen total gesunden Joghurt in sich reinschüttet? Lächerlich.

Vera Int-Veen macht Reklame für Activia. Mit ihrer dicken Knollennase und meterdick geschminkt erzählt sie uns in die Kamera, dass sie sich immer so aufgebläht fühlte. Nun pupst sie aber angeblich nicht mehr rum, weil sie sich das Joghurtzeug in sich reinstopft. Sagt sie jedenfalls.
Aber sollte man dieser Frau auch nur ein Wort glauben? Ausgerechnet der Frau, die durch einen Skandal in die Schlagzeilen geriet, in dem sie sich über ihre TV-Protagonisten lustig machte und bei man in Ausschnitten sah, wie sie ihr Team frech auf Minderjährige hetzte? Und so eine zwielichtige Figur lässt Activia Reklame für sich machen?

Ich glaube Vera jedenfalls kein Wort. Soll sie doch ruhig weiter rumpupsen. oder einfach mal aufs Klo gehen. Activia lasse ich im Kühlregal übrigens auch links liegen.

RT im Kino

J. Edgar

Sonntag, den 29. Januar 2012
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J. Edgar Hoover war fast ein halbes Jahrhundert lang einer der mächtigsten Männer in den USA. Er baute das FBI auf, um, wie er selbst sagte, sein Land zu schützen. Sein Kampf richtete sich gegen Betrüger, Verbrecher und überhaupt alle Bedrohungen im In- und Ausland.
Der Regisseur Clint Eastwood nimmt sich der Geschichte dieses überaus spannenden Mannes an – und machte daraus einen nicht weniger interessanten Film: “J. Edgar”.

Leonardo DiCaprio spielt diesen J. Edgar Hoover, der sein Imperium um sich herum aufbaut. Über sein Privatleben ist nur sehr wenig bekannt, er hat es immer erfolgreich verborgen. Nur wenig drang nach außen, und Eastwood versucht die Detung. Hoover vertraute nur wenigen Menschen. Dazu gehören seine Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) und sein Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer), der ein Leben lang viel mehr für ihn war – sein Begleiter.

Anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig, Leonardo DiCaprio als alten Mann zu sehen. Vielleicht liegt das an der Synchronstimme von Gerrit Schmidt-Voß, die zwar ansonsten perfekt passt, mit dem alten Mann aber Probleme hat. Die Stimme wirkt da wie ein junger Mann, der so tut als ob. Aber das gibt sich mit der Zeit, und vor allem spielt DiCaprio drüber hinweg. Er spielt den Mann, der den harten Kerl gibt, der seine Ziele durchsetzen will und Gefühle nicht zulässt. Es ist eine Schande, dass er dafür nicht oscarnominiert ist – dass “J. Edgar” so komplett ignoriert wird.
Eastwoods Film erzählt über ein sehr spannendes Stück Geschichte, über die Arbeitsweise des FBI und einen Mann, der doch mehr verbittert ist, als er es zugeben will und kann.

9/10

aRTikel

1992: 18-Jähriger erbeutet von Laesicke 25 Mark

Samstag, den 28. Januar 2012
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Dezember 1991 III -> 28.12.2011

Vor 20 Jahren: Vize-Bürgermeister wird überfallen / Illegaler Müll in Schwante / Autowrack in der Havel

MAZ Oranienburg, 28.1.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Heute: die erste Hälfte im Januar 1992.

OBERHAVEL
Das Jahr 1992 beginnt in Hohen Neuendorf mit mehreren Bränden. Auf dem Grenzstreifen zu Berlin bricht ein Feuer in einem Wohn- und Bürocontainer aus. Auch ein Bulldozer Hanomag wird völlig zerstört. In der Paulstraße richtet ein Feuer in einem Einfamilienhaus enorme Verwüstungen an.

Die Feuerwehr muss Neujahr aus der Havel in Friedrichsthal ein Auto bergen. Nahe der Brücke nach Dameswalde liegt ein Opel Kadett im Wasser. Spezialtaucher und ein Abschleppwagen sind im Einsatz. Bevor der Wagen im Kanal landete, ist schnell noch das Autoradio ausgebaut worden.

Für Oranienburgs Vize-Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke beginnt 1992 mit einem Schock. Am Morgen des 6. Januar stoppt ihn am Bahndamm in der Neustadt ein 18-Jähriger und will Geld. Laesicke glaubt zunächst an einen Scherz – bis der junge Neulöwenberger einen Revolver hervorzieht. Er erbeutet 25 Mark. Mehr hat Laesicke nicht dabei.

In der Kreisgebietsreform gibt es eine Neuentwicklung. Der Kreis Bernau als potenzieller Partner hat für Oranienburg wohl nun ausgedient. Landrat Schröter will die „Ehe“ mit Gransee. Zuvor haben Experten des brandenburgischen Innenministeriums genau das empfohlen.

Auf dem Gelände der Schwanteland GmbH liegen riesige Mengen Abfall: As-bestrohre, PVC-Material sowie verzinkte Bleirohre. Durchgerostete Ölfässer sind ins Schilf gekippt worden. Auf einigen Papiersäcken steht der Hinweis „gesundheitsschädlich“. Es handelt sich nicht nur um DDR-Altlasten. Firmenchef Jürgen Ebel spricht in einer Stellungnahme von einem Versehen und davon, dass es mehrere Verursacher gebe.

Die Oranienburger dagegen freuen sich: Das „G-Haus“ öffnet wieder – mit Live-Musik und Showeinlagen. Künftig soll im „Gesellschaftshaus“ immer am Wochenende was los sein: Diskos und Brunch.

Die Bildung der Ämter im Landkreis geht voran. Nun wollen sich auch Marwitz und Bötzow der Gemeinschaft der „Autobahn-Dörfer“ anschließen. Dazu gehören Bärenklau, Eichstädt, Groß-Ziethen, Neu-Vehlefanz, Schwante, Staffelde und Vehlefanz. Eichstädt soll das Hauptamt werden. Das Problem: Kremmen braucht noch eine Gemeinde, um groß genug für ein eigenes Amt zu sein. Leegebruch und Germendorf erwägen unterdessen die Vereinigung – kommt „Leegedorf“?

In Friedrichsthal tritt Michael Alpermann als Bürgermeister zurück. Landrat Schröter warnt vor dem Ausbluten der Ämter. Es wird ein großes Stühlerücken befürchtet, schon jetzt sind etliche Mitarbeiter vom Landratsamt in die Wirtschaft gewechselt.

RT im Kino

Kriegerin

Samstag, den 28. Januar 2012

Nazis fühlen sich gestört, wenn sie Ausländer in ihrem Blickfeld sehen. Denn Nazis mögen Ausländer nicht. Diese Sprache, die die Nazis nicht verstehen, da fühlen sie sich ganz doll gestört. Schließlich sind wir hier doch in Deutschland, und da habe man doch deutsch zu sprechen. Da müssen sich die Nazis eben mal wehren.
Was hier so lapidar klingt, ist in Wahrheit beklemmend. Denn Nazis denken in ihrem kleinen Hirn tatsächlich so.

Marisa (Alina Levshin) lebt in einer Kleinstadt in Mitteldeutschland. Sie arbeitet im Supermarkt ihrer Mutter. Kommen Ausländer und wollen mit ihren staatlichen Gutscheinen bezahlen, weigert sie sich, zu kassieren. In der Bahn zieht sie mit ihren Freunden umher und schikaniert die anderen Fahrgäste. Sie überfährt mit dem Auto zwei junge Asylanten, die, nachdem ihnen Marisas Freund aufs Shirt gepinkelt hat, ihren Außenspiegel abgebrochen haben.
Ihr Freund sitzt im Knast, als er frei kommt, gehen die Prügeleien und Rangeleien wieder von vorn los. Was er nicht weiß: Marisa hat sich mit einem jungen Afghanen angefreundet.

“Kriegerin” von David Wnendt dringt ein in die Neonaziszene. Was treibt diese Leute um, warum sind sie so, wie sie sind? Der Film liefert keine Antworten, er kann sicherlich auch gar keine endgültigen Antworten finden.
Er zeigt jedoch sehr eindrucksvoll, was es in der rechtsradikalen Gruppe und im Umfeld nicht gibt: Gefühle. Marisas Mutter stotzt nur so von Gefühlskälte, scheinbar lässt es sie kalt, was abläuft. Dabei hat sie wohl nur eines: Angst. Marisas Freund verwechselt Gefühle mit dem bloßen Ficken. Will sie nicht, fragt er, warum sie seine Gefühle nicht erwidere. Was für Gefühle?
Spannend ist auch die Geschichte der 15-jährigen Svenja (Jella Haase). Von ihrem Stiefvater und ihrer Mutter nicht verstanden und wenig geliebt, stößt sie über ihren Schwarm zur Nazigruppe. Eigentlich gar sie gar keine Ahnung von Hitler, sie kennt den gar nicht – aber sie sieht den Zusammenhalt. Dafür sticht sie sich sogar die “88” (für: heil Hitler) auf den Bauch.
“Kriegerin” zeigt die Dumpfheit diese Leute, den Frust, die unterdrückten Gefühle, den Hass, den diese Menschen in sich tragen – bis zur Eskalation.
Alina Levshin spielt die Rolle der Marisha fast gespenstisch gut. Scheinbar regungslos und ohne mit der Wimper zu zucken, ist sie zu grauenvollen Taten fähig. Wahnsinnig gut gespielt.
Ob Wnendts Film etwas bewirkt, ist ungewiss. Aber wenn er die Augen öffnet für den alltäglichen Rassismus, die Brutalität und die Dummheit, dann ist schon viel erreicht.

9/10

RTelenovela

Vor 20 Jahren (76): Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

Samstag, den 28. Januar 2012
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(75) -> 24.11.2011

Dienstag, 28. Januar 1992.
“Ich weiß nicht was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin…”
Vielleicht hatten wir tatsächlich “Das Loreley-Lied” im Kopf, als wir vor 20 Jahren in St. Goarshausen auf den Loreley-Felsen geklettert sind.
Ende Januar 1992 waren wir ein gutes halbes Jahr Runge-Gymnasiasten. Und zum ersten Mal stand eine Klassenfahrt bei uns auf dem Programm.
Für mich war es meine erste Klassenfahrt überhaupt, denn unsere Lehrerin in der Grundschule weigerte sich, mit uns zu verreisen.

Die Fahrt mit dem Reisebus führte uns ins Rheintal. In St. Goarshausen checkten wir im Hotel ein. Allerdings kann ich heute gar nicht mehr so genau sagen, mit wem ich eigentlich auf einem Zimmer war. Vielleicht weiß das ja noch jemand…

An jenem Vormittag des 28. Januar 1992 bestiegen wir nun also den Loreley-Felsen. Ich kann mich eigentlich nur erinnern, dass wir dort ein Klassenfoto gemacht haben, ansonsten habe ich erstaunlich wenig visuelle Erinnerungen daran. Dass wir uns den Rhein von hoch oben angesehen haben – das weiß ich noch.
Aus meinen schriftlichen Aufzeichnungen von damals kann ich sehen, dass wir danach noch in St. Goar waren und am Nachmittag in einem Schimmbad in St. Goarshausen – die ganze Truppe ging baden.

Am Abend war Disco. Offenbar war das Hotel auf Schülergruppen spezialisiert, vielleicht war es auch eine Art Jugendherberge.
In den Tagen danach saßen wir noch oft im Bus eines Oranienburger Unternehmers, wir sahen Koblenz und Cochem und sahen uns in der “Asbach Uralt”-Brennerei in Rüdesheim um – was eigentlich ein seltsamer Programmpunkt für 13-Jährige ist. So im Nachhinein betrachtet.

ORA aktuell

Neues Runge-Gymnasium: Sporthalle eröffnet

Samstag, den 28. Januar 2012

Das neue Runge-Gymnasium in Oranienburg geht nun Schritt für Schritt in Betrieb. Am Freitagvormittag ist die neue Sporthalle im ersten Obergeschoss des Neubaus an der Willy-Brandt-Straße eröffnet worden.
5,479 Millionen Euro hat das Multifunktionsgebäude gekostet.

Das neue Schulhaus selbst wird zum neuen Schuljahr im August eingeweiht.

RTZapper

Family.TV-Frühstücksfernsehen

Samstag, den 28. Januar 2012
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DO 26.01.2012 | 9.00 Uhr | Family.TV

Die Macher von Family.TV sind keine Frühaufsteher. Bei denen beginnt das Frühstücksfernsehen nämlich erst um 9 Uhr und dauert bis zum Mittagsessen um 13 Uhr. Müssen komische Familien sein, die um diese seltsame Zeit ein Frühstücksfernsehen gucken.

Aber was der Internetsender Family.TV als Frühstücksfernsehen bezeichnet, ist sowieso nur eine Mogelpackung. Eigentlich ist es eher ein moderiertes Vormittagsprogramm. Aber immerhin haben sie inzwischen ein Mikrofon, selbst das war anfangs nicht der Fall.
Nach dem Wetterbericht und einem ewigen Werbe- und Programmtippblock lief am Donnerstagvormittag eine 40-minütige (!) Reportage über Häuslebauer, gefolgt von einer sonnenklar.tv-Werbesendung über ein Restaurant in Montenegro. Wen das interessieren könnte, ist allerdings unklar.
Später läuft eine komplette Folge (25 Minuten) von “Zacherl – Einfach kochen”.

Inzwischen ist es fast 11 Uhr, das Frühstück schon lange verdaut. Doch bei Family.TV gibt’s immer noch das Frühstücksfernsehen – oder so was ähnliches.
Aber erst mal ein weiterer Programmtipp: Das absolute Highlight bei Family.TV ist die “ProSieben-Reportage”. Der Kram kommt von der ProSiebenSat.1-Resterampe, und bei Family.TV ist man sich nicht zu schade, die Herkunft nicht zu verschleiern. Aber bei “Zacherl” haben sie ja auch vergessen, die Internetseite des Frauensenders sixx zu entfernen.

Vier Stunden müssen irgendwie gefüllt werden. Zum Beispiel mit einer packenden Doku über Raser (die mitten im Satz nach einer guten halben Stunde abgewürgt wird) und einem halbstündigen Bericht über “Tahiti – Frankreichs Perle in der Südsee”. Letzteres ist erstaunlich, denn die Reisereportage stammt von der ARD, sie lief auch bei Phoenix. Ob selbst die Öffentlich-Rechtlichen Sendematerial an den Rumpelsender Family.TV verkauft?

Nach 12 Uhr liest der Moderator noch mal das Wetter vor und erzählt, wie der Tag wettermäßig beginnen wird. Dabei ist der Tag um 12 Uhr schon zur Hälfte rum. Aber so steht’s halt auf dem Zettel.
Schließlich läuft noch eine Folge von “Zacherl”, und wahrscheinlich denken die Macher, sie bieten damit ein spannendes Programm.

Versprochen wird übrigens ein Mix aus Nachrichten, Service und Spielen. Irgendwie muss der abhanden gekommen sein, denn dieses … ähm … “Frühstücksfernsehen” war nicht mehr als eine haarsträubend konzeptlose Anreihung aus altem Ramsch, der früher mal im richtigen Fernsehen lief.
Gerade ließ Family.TV verlauten, dass vorerst keine Nachrichten laufen (Vertrag mit Reuters aufgelöst) und dass das Frühstücksfernsehen bald pausiert.
Vielleicht pausiert’s ja für immer, was allerdings kaum jemandem auffallen dürfte.