Monatsarchiv für November 2011

aRTikel

1991: Francotyp-Postalia will nach Birkenwerder

Freitag, den 25. November 2011
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November 1991 I -> 14.11.2011

Rückblick – November 1991: Unternehmen will Produktion bündeln / Zoff um Hennigsdorfer Stahlwerk

MAZ Oranienburg, 25.11.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Heute: die zweite Hälfte im November 1991.

OBERHAVEL
Die Oranienburger Stadtverordneten zoffen sich weiter um das Amt des Bürgermeisters. Nach dem Rücktritt von Udo Semper sollte eigentlich am 18. November 1991 der Nachfolger gewählt werden. Auf Druck von SPD und PDS wird die Wahl jedoch verschoben. Der Posten soll nun ausgeschrieben werden. Ein empörter Zuschauer machte seinem Ärger noch in der Sitzung Luft: „Ich schäme mich, dieses Parlament gewählt zu haben.“ Neuer Termin für die Wahl: 2. Dezember.

Schon wieder werden tausende Oranienburger evakuiert. In der Emsstraße wird am 19. November 1991 eine Bombe entschärft. Dass die Stadt damit noch länger zu tun haben wird, ist inzwischen klar. Es liegen Hinweise auf 15 weitere Sprengkörper in der Stadt vor.

Helmut Löchert (SPD) ist neuer Bürgermeister von Nassenheide. Das größte Problem im Dorf sind ungeklärte Grundstücksfragen, sagt er. Selbst das Buswartehäuschen steht auf privatem Grund. Auch die Trink- und Abwasserleitungen müssen erneuert werden.

Die Hennigsdorfer Stahlwerker machen Druck. Sie ziehen zum Sitz der Berliner Treuhandanstalt und demonstrieren für ihre Forderungen im Zuge der Privatisierung. Das Fass zum Überlaufen brachte die Nachricht, dass die Treuhand den Verkauf der Hennigsdorfer Stahl GmbH an den italienischen Riva-Konzern zustimmen wird.

Der Verkauf der Lokomotivbau Elektrotechnische Werke GmbH Hennigsdorf (LEW) an den AEG-Konzern ist unterdessen perfekt. Der Vertrag wird am 21. November 1991 in Hennigsdorf unterzeichnet.

Ganz ohne Vertrag, aber mit Pistole erbeutete ein Unbekannter am selben Tag in Mühlenbeck 50 000 Mark. Der Mann überfällt am frühen Morgen als erster „Kunde“ die Sparkasse.

Der gemeinsame Landkreis mit Oranienburg, Gransee und Bernau steht auf der Kippe. Bei einer Bürgermeisterkonferenz sagt Brandenburgs Innenminister Alwin Ziel, dass nun wohl Oranienburg nur mit Gransee zu einem Landkreis verschmelzen soll und Bernau mit Eberswalde.

Um das Christliche Jugendzentrum (CJO) in Oranienburg gibt es heftige Turbulenzen. Monatelang verhandelte das CJO um die Fläche am Gesellschaftshaus in der Straße des Friedens (Bernauer Straße), nun soll es an den West-Berliner Investor Igewo verkauft werden. Die Jugendlichen drohen mit Protestaktionen. CJO-Chef Herbert Weimer fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Die Verwaltung hält dagegen: Das CJO habe sowieso nur einen Ein-Jahres-Vertrag für die Fläche gehabt.

Die Firma Francotyp-Postalia will sich in Birkenwerder ansiedeln und dort ihre bisherigen vier Standorte bündeln. Der Vertrag soll noch 1991 unterzeichnet werden. Die Firma will 44 Millionen Mark investieren – so viel wie noch nie in der Unternehmensgeschichte.

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RTelenovela

Dänemark (1): World Famous

Freitag, den 25. November 2011

Dänemark ist klein, aber Dänemark hat viel zu bieten. Weltberühmtes Porzellan. Weltberühmten Kaffee. Weltberühmte Hot Dogs. Die älteste Fußgängerzone. Die längste Fußgängerzone. Die älteste Flagge. Den schönsten Weihnachtsmarkt. Den berühmtesten Märchenerzähler.
Die weltberühmte, die älteste, die längste, die schönste. World Famous. Nach gerade 13 Stunden in Kopenhagen ist das mehr als eine Floskel. So wird uns das jedenfalls versichert. “Weltberühmt in Dänemark” hört man allerdings auch immer mal wieder gern in dem Zusammenhang.

Heute hat meine Vorweihnachtszeit begonnen. Genauer gesagt: die Juletid.
Kopenhagen ist schon festlich geschmückt. Wir wohnen in einem Hotel am Nyhavn, die Straße ist voller Buden mit Waffeln, Schmuck und sonstigem Tinnef.
Der Traum von einer Vorweihnachtszeit ist das Geschäft von Tage Andersen. Es ist wohl so bliebt, dass er Eintritt verlangt, damit man überhaupt rein darf. Wer allerdings was kauft, der bekommt das Eintrittsgeld zurück. Auch dort gibt’s Schmuck und Bücher und was weiß ich noch für Kram.

Die Dänen zelebrieren das Weihnachtsfest. Am 24. Dezember, am Heiligen Abend, ist der wichtigste Tag. Am Abend tanzen sie um den Weihnachtsbaum, der meist in der Mitte des Raumes steht. Gegen 18 Uhr gibt es Essen, meist liegt Ente auf dem Teller, Schweine-Krustenbraten oder Truthahn. Zum Tischtisch gibt’s Reispudding mit zerhackten Mandeln. Da hauen alle rein, denn wer in seinem Kompott eine ganze Mandel findet, bekommt ein Geschenk – ein Marzipanschwein. Ist es gefunden, haut der Rest auch nicht mehr rein, denn dann macht’s ja keinen Spaß mehr.

Ein echtes Highlight ist der Tivoli (oder das, oder die, keine Ahnung). Dabei handelt es sich um den (natürlich!) schönsten Weihnachtsmarkt der Welt. Oder wenigstens von Dänemark.
Einerseits glänzt und glitzert es überall. Eine Mischung aus schönem Kitsch und festlichem Ambiente. Richtig nett ist ein Fahrgeschäft, in dem es sich um die Märchen von Hans-Christian Andersen dreht. Man setzt sich in eine Gondel, die permanent in Bewegung ist und fährt vorbei an Figuren, die die vielen Märchen von Andersen zeigen.
Ein Stück weiter weg ist ein See. Die Trauerweiden ist voller Lichter, echte Romantik. Gleich dahinter beginnt der Vergnügungspark. Mit fahrgeschäften, die mir den Atem stocken lassen. Dort steht ein riesiges Teil mit zwei Armen, an denen je eine Gondel befestigt ist. Der Arm beginnt sich zu drehen, wie eine Zentrifuge – schneller und schneller. Unglaublich. Ein paar Meter weiter steht die Achterbahn. Dahinter eine Art Kettenkarussell, aber sicherlich 50 Meter hoch.
4,5 Millionen Menschen kommen jedes Jahr zum Tivoli, der aber nur vom Mitte November bis Ende Dezember so weihnachtlich glitzert wie jetzt.

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RTZapper

Werbung: McDonald’s-Gipfeltreffen

Donnerstag, den 24. November 2011
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MI 23.11.2011 | 0.34 Uhr (Do.) | Sat.1

Okay, ich mag den McDonald’s-Fraß. Aber es ist eben auch genau das: ein Fraß, der selten kulinarisch ist, aber leider trotzdem viel zu gut schmeckt.

Alfons Schubeck würde ich jetzt nicht zwingend bei dem Bulettenbrater erwarten. Der Sternekoch macht neuerdings trotzdem Werbung für McDonald’s. Er preist den Big Rösti an. Und dazu eine Cola Jahrgang 2011. Alles total gesund, würde sich Alfons Schubeck bestimmt auch alles reinschieben und, wenn es geht, zu Hause nachkochen.

Klingelingeling, Herr Schubeck! Ich hoffe, in Ihrer Kasse hat es wenigstens ordentlich geklingelt. Denn dafür, dass Sie Ihr Image als guter Koch auf den Abfall schmeißen, werden Sie hoffentlich gut bezahlt.

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ORA aktuell

Bahn: Ohne Talent von Oranienburg nach Potsdam

Donnerstag, den 24. November 2011
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Wenn ab 11. Dezember die Züge der RB20 von Oranienburg nach Potsdam durchfahren, dann kommen nicht, wie geplant, die neuen Talent-2-Züge aus Hennigsdorf zum Einsatz. Sie sind noch nicht betriebsbereit. Stattdessen fahren die bereits vorhandenen Fahrzeuge.

Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke kämpft unterdessen dafür, dass der Zug dauerhaft auf der Strecke unterwegs ist. Bislang ist nur von einem einjährigen Betrieb die Rede.

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RTZapper

live ran: Fußball-Champions-League

Donnerstag, den 24. November 2011
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MI 23.11.2011 | 0.20 Uhr (Do.) | Sat.1

Das muss doch dem Kaiser mal jemand sagen! Dass es nicht kurz vor Mitternacht ist, sondern schon lange nach Mitternacht!

Nach der “Harald Schmidt Show” gingen bei Sat.1 am späten Mittwochabend Johannes B. Kerner und Franz Beckenbauer noch einmal mit “live ran” auf Sendung, nachdem die eigentlich Sause schon eine Stunde beendet war.
Was der Zuschauer nicht weiß: Um 0.20 Uhr ist “live ran” gar nicht mehr live. Offenbar wusste das der Kaiser auch nicht, sonst hätte er sich ja nicht verplappert. Kerner hat ihn auf die falsche Uhrzeit dezent hingewiesen, dass es doch schon viel später sei. Zwinker, zwinker.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (75): Aidstod

Donnerstag, den 24. November 2011
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(74) -> 21.11.2011

Sonntag, 24. November 1991.
Erst am Freitag habe ich erfahren, dass Helga Hahnemann tot ist. Zwei Tage später, am Totensonntag, trifft es den nächsten.

Als am 25. November 1991 die “B.Z.” groß berichtet, dass der Queen-Sänger Freddie Mercury erklärt hat, dass er schwul ist und Aids hat, da ist der Mann bereits tot. Einen weiteren Tag später, stand dann also in der Zeitung, dass Freddie Mercury gestorben ist.

Alle diese Schlagzeilen habe ich durch die Zeitung erfahren.
1991 muss die noch einen höheren Stellenwert gehabt haben, als heute. Vielleicht habe ich 1991 aber auch schlicht weniger oder gar keine Nachrichten gesehen. Und das Internet gab es noch nicht.
Gerade durch die dichte Abfolge der beiden Meldungen zu Mercury, hat mich dessen Tod sehr erschüttert. Seine Musik aber, die lebt weiter.
The Show must go on.

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aRTikel

Gehört: Das Ziel ist Berlin

Mittwoch, den 23. November 2011
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CD: Debüt von Jazzica Nabis aus Birkenwerder

MAZ Oranienburg, 23.11.2011

Jazzica Nabis: „Ohne Karte & Ziel“.
Dass die Musiker aus Birkenwerder ohne Ziel sind, wie es im Titel ihres Debütalbums heißt, stimmt nicht so ganz. Denn gleich ihr zweiter Song handelt von Berlin. „Ick lieb meen Berlin, die schönste Hauptstadt der Welt“, singt Lars Hünerfürst, der Frontmann von Jazzica Nabis.

Seit Anfang 2009 gibt es die Gruppe, zu der auch Thomas Kolarczyk (Kontrabass), Philipp Kubiak (Gitarre), Max Liesegang (Schlagzeug) und Friedrich Mechner (Saxophon) gehören. Von Anfang an stand fest, dass im Bandnamen der „Jazz“ vorkommen muss. Das heißt jedoch nicht, dass Jazzica Nabis nur Jazz machen. Die elf Titel auf ihrem Album sind poppig und verspielt. Schon der Einstiegssong „Stadtgeflüster“ geht richtig ab. „Wir drehen die Musik laut, bis der Nachbar an die Wände haut“ ist gleichzeitig das Motto für die Hörer der von Felix Gebauer im Berliner KMA-Studio produzierten CD. Doch die „Jazzicas“ schlagen auch ernstere Töne an. In „Augen auf“ erzählen sie von Menschen, die mit vielen Sorgen umherlaufen. In „Letter to the Editor“ erinnern sie an die Nachrichtenaufreger der vergangenen Zeit und singen: „Ich hab’ das alles so satt.“ Hünerfürst und seine Mitstreiter haben gute Arbeit geleistet. „Ohne Karte & Ziel“ ist ein abwechslungsreiches Album, das man gern von Anfang bis Ende hört.

Wenn ihr das Album haben möchtet, schreibt eine E-Mail an info@jazzica-nabis.de.

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