Monatsarchiv für Oktober 2011

RTZapper

on tape: Clueso

Samstag, den 29. Oktober 2011
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FR 28.10.2011 | 23.00 Uhr | zdf.kultur

Man kann ja vom ZDF halten, was man will: Was der Sender mit seinen Digitalkanälen zustande gebracht hat, ist höchst erstaunlich – und erfreulich auch.
Am Freitagabend zeigte zdf.kultur mit der Show “on tape” ein kleines, aber sehr feines Musikformat. In einem Club in Berlin-Weißensee gab Clueso ein Konzert, sprach via Internet mit seinen Fans und war einfach locker drauf.

“on tape” entsteht in Zusammenarbeit mit dem Internet-Musiksender tape.tv, wo die Show vor einigen Wochen bereits live zu sehen war. Eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die sich auch in der darauffolgenden Sendung zeigte: Auch “Auf den Dächern” ist ein Musikformat von tape.tv und zdf.kultur. Eine Band sitzt auf einem Hochhausdach und spielt unplugged ein paar Songs – mit nur einer Kameraeinstellung. Sehr simpel, aber wirkungsvoll.

Damit und mit vielen weiteren neuen Produktionen erreicht zdf.kultur hoffentlich das junge Publikum, das die Öffentlich-Rechtlichen suchen und brauchen. Und vielleicht schafft es ja das eine oder andere Format ja mal ins ZDF-Hauptprogramm. Wieso kann es beispielsweise nicht mal eine “on tape”-Nacht im ZDF geben?

RTelenovela

Die Verführungskünste der Martinifrauen

Samstag, den 29. Oktober 2011
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Ein Blick aus dem Bürofenster: Drüben, auf dem Schulplatz in Neuruppin, steht wieder ein Riesenrad. Der Martinimarkt beginnt. Aber wir sind enttäuscht: Das Riesenrad ist ganz schön klein – also, zumindest für Neuruppiner Verhältnisse. 2009 stand dort immerhin eines der größen Riesenräder Europas – auf dem ich allerdings nach dem damaligen Wintereinbruch kurzzeitig gefangen war.

Während noch am Nachmittag auf der Martinimarkt-Meile entspannte Stille herrschte, war der Trubel nur drei Stunden später groß.
Im Festzelt nuschelte Bürgermeister Jens-Peter Golde seine Eröffnungsrede, dass der Markt nun eröffnet sei, fiel irgendwie unfeierlich in einem Halbsatz. Mit einem Böllerschlag kam dann das Signal: Jetzt geht’s los. Die Karussells setzen sich in Bewegung.

Es ist der blanke Wahnsinn, was da in Neuruppin alles aufgefahren wird. Geisterbahnen, Berg- und Talbahnen, Megaschaukeln und was weiß ich nicht noch alles. Dazu zig Fressbuden, Getränkestände, Losbuden und Büchsenwerfanlagen. Ich liebe den Martinimarkt, erwähnte ich das schon?

Ich war heute Abend mit zwei Frauen unterwegs auf dem Markt. Beide Kolleginnen sind begeisterte Fahrgeschäftsmitfahrerinnen – so richtig mit Kreischen und so, wie zumindest eine von ihnen sagte. Und beide wollten sie mich überreden, dass ich mit ihnen mitfahre.
Das Dumme ist nur: Ich hasse so was.
Und um eventuellen Kommentaren vorzubeugen: Ja, ich bin ein Angsthase, ein Schisser, eine Pussi, eine Mimose. Aber egal, ich bleibe dabei, nämlich beim Nein.

Meine Kolleginnen ließen jedoch nicht locker. Der “Breakdance”, der ist doch gar nicht schlimm, sagten sie. Doch, doch, der ist ganz schön schlimm, sagte ich. Ist ja auch so: Es geht im Sitz hoch und runter, gleichzeitig um die eigene Achse. Furchtbar. Wer in Neuruppin auf den “Breakdance” will, muss übrigens seine Ellenbogen benutzen. Der Mitfahrerwechsel auf dem Braschplatz ist ein echtes Schauspiel: Kaum steht das Fing still, rennen die Leute – vornehmlich Jugendliche – los, um die besten Plätze zu ergattern.

Oder der “Take Off”: eine Karussellfahrt auf schräger Fahrscheibe. Der ist doch gar nicht schlimm, sagen meine Kolleginnen. Der ist ganz schön schlimm, sage ich.
Oder der “Jet Force”: eine Art Riesenschaukel über Überschlag in 25 Metern Höhe. Mir wird schon ganz anders, wenn ich das nur sehe. Meine Kolleginnen finden den natürlich überhaupt nicht schlimm.
Ich bleibe standhaft. Das Riesenrad, damit könnte ich mich anfreunden. Oder mit der Geisterbahn. Oder mit einer Schokobanane. Oder Puffern. Oder Bratwürsten.

ORA aktuell

Polizeireform: Oranienburg mit Inspektion statt Schutzbereich

Freitag, den 28. Oktober 2011
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Am kommenden Dienstag greift auch in Oranienburg die Polizeireform. Dann ist die Stadr nicht mehr Sitz des Schutzbereiches, sondern einer Polizeiinspektion. Sie gehört zur Polizeidirektion Nord in Neuruppin.
Leiter der neuen Inspektion in Oranienburg wird Polizeioberrat Lars Borchardt. Der 44-Jährige arbeitete vorher im Schutzbereich Dahme-Spreewald mit Sitz in Königs Wusterhausen.
Am maroden Gebäude in der Berliner Straße (das ehemalige VPKA) wird sich nach Informationen der Märkischen Allgemeinen vorerst nichts ändern.

RTelenovela

Quietschende Türen und ein Dauerkläffer

Freitag, den 28. Oktober 2011
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Es ist Nacht. Es ist neblig. Es ist ganz still in Oranienburgs Innenstadt. Also, fast. In der Ferne bellt ein Hund. Schon seit Stunden kläfft er herum, und es nimmt kein Ende. Ich entschließe mich zu einem kleinen Nachtspaziergang.

Es ist kurz nach 2 in der Nacht zu Donnerstag. Im Imbiss in der Schulstraße wird noch geputzt, ich laufe vor zur Stralsunder Straße. Das Hundegebell wird lauter. Das Tier winselt und bellt. Immer im Wechsel. Wenn es mal still ist, hört man es hecheln. Der Hund muss total fertig sein.
Er scheint in einem Zwinger zu sein, hinter dem Bistro “La Strada”. In einem Fenster brennt Licht, aber der Hund scheint allein zu sein. Armes Tier.
Es ist so leise in der Gegend, dass der Schall des Gebells an den Hauswänden abprallt. Es scheint, als ob der Hudn selbst genervt ist von seinem Radau. Ab und zu ist er ruhig, und dann wirkt es, als ob er sich erschreckt, und dann geht’s wieder los.
Auf der Polizeiwache sagen sie, man solle das Ordnungsamt verständigen. Schließlich wabert das Gebell ja nicht das erste Mal durch die Oranienburger Nacht.

Ich laufe weiter zum Bahnhofsplatz. Er ist hell in orange erleuchtet. Im Nebel ist das Orange regelrecht grell. In der Ferne ist ein seltsames Quietschen zu hören. Alle paar Sekunden. Und ein weiteres Geräusch. Am Bahnhof dann des Rätsels Lösung: Die Automatiktür geht immer wieder auf und zu – obwohl niemand da ist, der rein oder raus geht. Das ist schon ein bisschen gruselig: ein verlassener Platz, ein verlassenes Gebäude, und nur die Tür. Quietsch, klapp, und auf ist sie. Quietsch, klapp, und wieder zu. Im Fünf-Sekunden-Rhythmus.

In der Ferne ist ein Grollen zu hören. Ein Güterzug nähert sich der Stadt. Nachts donnern diverse Güterzüge durch Oranienburg. Sie lassen die Gegend erzittern. Warum Lkw die Stadt meiden müssen, Autos an vielen Stellen nur noch Tempo 30 fahren dürfen, aber die Güterzüge unbeeindruckt durchrauschen – das wissen wohl nur… nein, wahrscheinlich wissen die das auch nicht.
Als der Zug dann wirklich durchrauscht, ist auch der Hund ein paar Sekunden still.
Es ist etwa 2.30 Uhr. In einer halben Stunde öffnet der Imbiss auf dem S-Bahnsteig. Aber ich habe sowieso keinen Hunger.

In die Schulstraße biegt ein Lieferfahrzeug ein – falschrum. Nachts muss man sich nicht mehr um Verkehrsregeln scheren. Der Imbiss bekommt eine Lieferung. Als der Fahrer wieder losfährt, beäugt er mich. Vielleicht denkt er, ich will in den Laden einbrechen. Will ich aber nicht, stattdessen steuere ich meine Wohnung und mein Bett an.

RTelenovela

Tierischer Klinikhof

Donnerstag, den 27. Oktober 2011
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Wer auf dem Gelände der Sommerfelder Rehaklinik spazieren geht, erlebt mitunter spannende Überraschungen.
Als ich das letzte Mal dort war, platzte ich mitten in eine Vogeldemo – lauter zwitschernde Piepmätze.
Heute traf ich ein größeres Kaliber an.

Die Dunkelheit brach bereits über das Gelände der Klinik herein. Auf dem Weg zur Schranke verläuft ein langer, gerader Weg. Und ganz seelenruhig spaziert dort ein Hirsch entlang. Er hat es überhaupt nicht eilig. Sein Geweih wirft einen Schatten auf den Weg. Als das Tier mich bemerkt, bleibt es kurz stehen, dann verzieht es sich auf die Wiese. Aber auch das auf ganz majestätische Weise.

RT im Kino

Hotel Lux

Donnerstag, den 27. Oktober 2011

Hollywood. Da will Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) hin. Die Visitenkarte eines Managers hat er schon. Nur hat der Typ ihn noch nicht angerufen. So lange tritt er mit seinem Freund und Kollegen Siggi Meyer (Jürgen Vogel) in einem Berliner Varietétheater auf.
Es ist das Berlin in der Nazizeit vor dem Krieg. Zeisig parodiert Stalin, Meyer den Führer. Aber die lustige Zeit geht vorbei, irgendwann war es wohl ein Hitler-Witz zu viel. Zeisig muss fliehen. Allerdings landet er nicht in Hollywood, sondern in Moskau, im Hotel Lux. Dort sind Kommunisten aus Deutschland und aller Welt gestrandet. Und weil der sowjetische Geheimdienst Zeisig mit dem geflüchteten Leibastrologen Hitlers verwechselt, geht ihm es erst mal ganz gut. Aber doof sind die Sowjets ja auch nicht. Zeisig gerät in blutige Intrigen.

Um das gleich mal vorweg zu nehmen: “Hotel Lux” ist keine dieser Haha-Schenkelklopfer-Bully-Komödien. Wir haben es hier mit einer Mischung aus Satire, Komödie, Tragödie und Drama zu tun. Und Michael Bully Herbig legt eine tolle Leistung hin. Er schafft es tatsächlich, nicht Bully zu sein. Er geht in der Rolle als Zeisig auf.
Regisseur Leander Haußmann, der ja in letzter Zeit eher mit peinlichen Demonstrationsauftritten von sich reden gemacht hat, bietet einen durchaus spannenden, überraschenden Einblick in die Weltgeschichte. Denn im “Hotel Lux” begegnen uns nicht nur Hitler und Stalin, sondern auch spätere Größen wie Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht (der ein Mäuerchen aus Zuckerstückchen aufbaut) und vielen anderen.
Haußmann zeigt den Naziterror, macht sich aber auch über ihn lustig. “Hotel Lux” ist kein durchgängig heiterer Film – auch wenn uns das die Trailer weismachen wollen. “Der Film hat die Stärke, trotz des Hintergrunds zu unterhalten”, sagte Herbig auf einer Pressekonferenz in Berlin über den Film.
Er unterhält, ja. Aber nicht jeder Witz sitzt, manchmal wird es ein bisschen plump, zwischendurch flaut auch ziemlich die Spannung ab. Haußmanns Film kann nur stellenweise voll überzeugen.

Das Hotel Lux gab es übrigens wirklich. Und tatsächlich diente es in den späten 30ern als Zufluchtsort für Kommunisten – und wurde für viele von ihnen zur Falle. Es spielten sich dramatische Szenen ab. Verharmlost der Film? Haußmann weist den Vorwurf zurück. Ganz kann er ihn jedoch nicht entkräften – vor allem, wenn “Hotel Lux” auch in den Schulen gezeigt werden soll.

6/10

RT im Kino

Atemlos – Gefährliche Wahrheit

Mittwoch, den 26. Oktober 2011

Eigentlich sollte es ein Referat werden. Thema: Vermisste Kinder im Internet. Dass Nathan Harper (Tylor Lautner) selbst vermisst wird, das ist Nathan neu. Zumindest steht dort sein Foto, dort, auf der Internetseite mit Bildern von vermissten Jungs. Er muss es sein: das T-Shirt mit dem Fleck, das Kinn.
Was Nathan nicht weiß: Als er er die Hotline anruft, löst er Alarm aus.
Er kann sich gar nicht so schnell umgucken, wie sich sein Leben rasant ändert – von einer Minute zur anderen.
Erstens: Seine Eltern sind nicht seine Eltern. Zweitens: Seine Eltern, die nicht seine Eltern sind, werden von zwei Fremden erschossen. Drittens: Das ganze Haus fliegt in die Luft. Und viertens: Ab jetzt ist Nathan gemeinsam mit seiner Freundin Karen (Lily Collins) auf der Flucht. Denn es scheint noch mehr dahinter zu stecken, warum seine Eltern nicht seine Eltern waren.

Tyler Lautner? Das Gesicht werden viele Kinogänger kennen – aus den “Twilight”-Filmen. Aber schließlich kann man ja nicht immer nur die eine Rolle spielen. In John Singletons Film “Atemlos – Gefährliche Wahrheit” spielt er einen jungen Mann, der gejagt wird. Er hetzt von einem Ort zum anderen, ständig verfolgt.
das ist recht unterhaltsam und spannend, wenn auch anspruchslos. Die Geschichte ist durchaus wendungsreich und nur bedingt vorhersehbar. Singleton hat einen brauchbaren Thriller abgeliefert.
Und Tyler Lautner? Der übt hoffentlich für seine nächsten Filme noch an seinen Gesichtszügen. Die wirken manchmal noch ziemlich verkrampft, so ekelhaft cool. Wenn Lautner böse guckt, wirkt das stellenweise unfreiwillig komisch. Aber das wird schon noch…

7/10