Tagesarchiv für 27. Juli 2011

RT liest

Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch – Amerika

Mittwoch, den 27. Juli 2011

Wer durch den Buchladen schlendert, der achtet vor allem auf interessante Buchcover. Die Titelseite von Joachim Meyerhoffs Roman „Alle Toten fliegen hoch“ fällt vor allem durch ihre unfassbare Hässlichkeit auf. Neun gruselige Passbilder zieren das Cover, den Namen des Buches hat man irgendwie dazwischengeklatscht. Aber wer weiß, irgendwas werden sich die PR-Leute oder der Autor ja dabei gedacht haben.

„Alle Toten fliegen hoch“ ist wohl der Beginn einer Reihe von Romanen. Im Teil „Amerika“ erzählt Meyerhoff von seinem Austauschjahr im US-Bundesstaat Wyoming. Sehr lustlos füllte er den Bogen aus, gab an, dass er streng gläubig ist und das platte Land liebt. Und das hatte er nun davon: Laramie, irgendwo im Nirgendwo.
Das Seltsame an dem Buch ist: Besonders der Anfang ist relativ langweilig, auch nicht besonders gut aufgeschrieben und oft belanglos. Dennoch fesselt die Geschichte – gerade in der zweiten Hälfte, wenn er schildert, was er in Wyoming alles erlebt, wie er beispielweise im Basketballteam als „The German“ mitspielt. Da möchte man dann schon wissen, wie es weitergeht.

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RTelenovela

Er lebt in einem Museum

Mittwoch, den 27. Juli 2011
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Ich habe vergessen, zu fragen, wann das Haus gebaut wurde, in dem er lebt. Aber es muss um die 100 Jahre alt sein. Wenn nicht mehr.
In Liebenwalde frischen sie nach und nach die Altstadt auf. Viele Fördergelder sind geflossen. Und auch das Haus, in dem der Mann lebt, den ich am Dienstag besucht habe, ist in einem guten Zustand.
Der Mann verlegt Bücher, und davon hat er mir erzählt.

Als er mich ins Haus bat, musste ich den Kopf ducken, als ich ins Wohnzimmer kam. Ein großer Raum. An den Rändern, immer an der Wand lang, stehen diverse alte Möbel. Eine Kommode, ein Schrank. In der Mitte ein Teppich, darauf ein Tisch und Stühle. Alles antike Möbel. Dazu ein leicht modriger Geruch, aber nicht unangenehm.
Wow, dachte ich. Es war, als würde ich in einem Museum stehen.
Auch der Nebenraum war gespickt mit historischen Möbelstücken. Der Fernseher darauf wirkt fremd, er scheint da nicht hinzugehören. Auch nicht die Funktelefonstation, die auf einer der Kommoden steht.

Wir laufen in den Innenhof. Er wirkt, als ob dort die Zeit stehen geblieben ist. Jahrzehntelang. Erst als ich wieder die Straße vor dem Haus betrete und mein Auto davor steht, bin ich wieder im 21. Jahrhundert.

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