Monatsarchiv für Dezember 2009

RTZapper

Das war 2009!

Donnerstag, den 31. Dezember 2009
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Die Wirtschaftskrise hat im Jahr 2009 auch die Medien voll im Griff. Überall wird gespart, verknappt, gestrichen. Dokusoaps, kostenpflichtige Gewinnspiele, billige Rankingshows, Astro- und Werbesendungen. Programmperlen finden die Zuschauer immer seltener.

Krisenmeldungen: Das Fernsehen aus Berlin (FAB) stellt seinen Sendebetrieb ein. Ebenso der Spielesender Giga und das Deutsche Gesundheitsfernsehen (DGF). Der hr spart im Programm ebenso wie der rbb. N24, der angebliche Nachrichtensender, will seine Nachrichten einkürzen.
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) entlässt 300 Mitarbeiter. Die “Vanity Fair” und “Tomorrow” erscheinen nicht mehr. Der Nordkurier in Neubrandenburg lässt seinen überregionalen Mantelteil außerhäusig produzieren. Die Verlage sehen die Lösung im kostenpflichtigen Internetauftritt. Ob das funktioniert, ist noch offen.
Der Relaunch des Senders Das 4. fällt aus. Stattdessen viel Astro, viel Werbung, viel Kirchen-TV und erschreckend wenig eigenes Programm. 2010 noch weniger.

In der Krise ist der Zuschauer nur noch ein Wirtschaftsfaktor. Mehr nicht. Um gutes Programm oder starke Marken geht es schon lange nicht mehr.
ProSieben unterbricht “Die Simpsons” für eine Sonderausgabe seiner “ProSieben-Newstime”. Ein außerirdisches Wesen sei gefunden worden, sagt der Nachrichtensprecher, der auch sonst die News vorliest. Dazu gruselige Bilder. Erst spät wird klar: In Wirklichkeit ist die Newssendung ein Trailer für die neue Mysteryserie “Fringe”. ProSieben narrt seine Zuschauer und die quittieren dies mit Nichtbeachtung von “Fringe”. Auch gut.
Und noch mal ProSieben. Im “Popstars”-Halbfinale verkünden die Moderatoren im Minutentakt, dass diesmal ein Kandidatenpaar rausfliegt. Aber am Ende – welch Überraschung – fliegt keiner raus. Stattdessen dürfen die doofen Zuschauer weiterwählen. Bis zur nächsten Show. 50 Cent pro Anruf. Danke und auf Wiedersehen.
Das NDR fernsehen beglückt seine Zuschauer zur Primetime mit 105 Minuten Dauerwerbung für das neue Kreuzfahrtschiff “Mein Schiff” der Tui. Das bleibt ohne Folgen.
DMAX, der Männersender, verzichtet nachts auf die Dokus und zeigt stattdessen Pornos. Ohne Erfolg: 2010 fliegen die wieder raus.
Sat.1 mal ganz dreist: Der Sender behauptet während der Übertragung des “Deutschen Fernsehpreises”, die Show sei live. Das ist eine Lüge. Klingt aber besser.

Die Zuschauer sind unterdessen immer unberechenbarer: Kein Wunder, dass die Liste der Flops unendlich lang ist. Wie die “Promi-Singles” (Sat.1) einen Partner suchen, will kaum jemand sehen. Auch die VOX-Talkshow “Frauenzimmer” sendet unter Ausschluss der Öffentlichkeit. “Ich kann Kanzler” (ZDF) behaupten ein paar jugendliche Jungpolitiker. Das Geschwafel interessiert nur wenige.
Politik scheint sowieso out zu sein: RTL geht vor der Bundestagswahl mit seinen Townhall-Meetings baden. Ebenso Sat.1 mit seiner Talkreihe zur Wahl. Aber auch das ZDF mit “Illner intensiv”. Das “TV-Duell” verliert sechs Millionen Zuschauer, und die Runde der Spitzenpolitiker wird abgesagt, weil Merkel und Steinmeier keine Lust hatten.

Aber die Menschen ergötzen sich sowieso lieber am Elend der kleinen Leute: “Bauer sucht Frau” und “Schwiegertochter gesucht” (RTL) boomen. Ebenso wie der Hohn und der Spott, die sich über die seltsamen Leute in den dortigen Sendungen ergießen.
Kopfschütteln mussten wir 2009 oft. Die Kackewette bei “Wetten, dass…?” (ZDF). Der seltsam überhebliche, schöööööne Peter Bond im Dschungelcamp von RTL. Das “Kipp-Roll-Fall-Spektakel” von ProSieben, das leider zum Kipp-Roll-Fall-Debakel wurde. Es funktionierte nichts in der Dominoshow.
In “Giulia In Love?!” wollte DJ-Zicke Giulia Siegel einen Mann suchen. Aber wo ist eigentlich der Bus mit den Leuten, die so etwas sehen wollen?
Der WDR wollte eine “Zimmer frei!”-Folge mit Ex-”Titanic”-Chef Martin Sonneborn ungesendet ins Archiv verschieben. Zu anspruchslos. Nach Protesten lief die Sendung irgendwann in der Nacht. Und heraus kam: Christine Westermann konnte mit Sonneborn einfach nichts anfangen. Und sie wirkte schrecklich hilflos.

Handfeste Skandale bot 2009 aber auch. Der NDR feuerte seine Fernsehspielchefin Doris Heinze. Sie schrieb unter Pseudonym Drehbücher und verkaufte sie. Auch an den NDR, wo sie das volle Honorar einstrich. Ihr Mann machte das Gleiche. Sehr unschön. Kritiker, wie “Polizeiruf 110″-Kommissar Uwe Steimle, feuerte sie. Er fand das Drehbuch, das Heinze unter falschem Namen schrieb, Schrott. Pech gehabt. Aber jetzt ist das Spiel aus.
Die CDU leistete Widerstand gegen den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Roland Koch und Co. stimmten gegen ihn. Brender muss gehen. Er war zu CDU-fern und überhaupt ganz schön anstregend für die Politiker. Vor allem für die CDU. Wenn die Politik ins Öffentlich-Rechtliche – bisher staatsferne – Fernsehen eingreift…
“Erwachsen auf Probe” hieß eine RTL-Dokureihe. Darin hüteten Jugendliche für einige Tage fremde Kinder. Skandal! Alle regten sich auf – ohne eine Folge gesehen zu haben. Die Reihe entpuppte sich als relativ harmlos. Aber so wissen wir wenigstens, wie viele Jugendverbände es gibt.

Die ARD weiß auch nicht mehr so genau, was wichtig ist. Horst Köhler ist es nicht. Die Bundestagsrede des Bundespräsidenten zum 60. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung war zu lang, die Sendezeit zu Ende. Da war Schluss. Das Erste musste ganz dringend um Punkt 12 Uhr zu den ZDF-”heute mittag”-Nachrichten schalten, die selbstverständlich auch im ZDF selbst liefen.
Auch die Volksmusikschunkler sind nicht mehr wichtig. Weil eine Boxübertragung anstand, blendete sich die ARD aus dem laufenden “Musikantenstadl” des ORF aus. Ein kurzes Laufband, und tschüss.
Michael Jackson dagegen ist wichtig. Die Trauerfeier für den “King Of Pop” brachte die Primetime durcheinander. Die “Tagesschau” begann erst 20.20 Uhr.

Michael Jackson. Der wohl prominenteste Tote im Jahr 2009. Als er im Juni starb, stand kurz die Welt still.
Abschied nehmen mussten wir aber auch von Pittiplatschs Stimme Heinz Schröder, Autor Robert Stromberger (”Diese Drombuchs”), den Schauspielern Fred Delmare, Gudrun Okras, Günter Neumann (”Polizeiruf 110″), Barbara Rudnik, Monica Bleibtreu, Christel Peters, Beatrice Arthur (”Golden Girls”) und Dirk Dautzenberg. Torwart Robert Enke beging Selbstmord. Gegangen sind auch Erich Böhme, Ilona Christen, Liedtexter Fred Gertz (”Sagte mal ein Dichter”), Margot Ebert (”Zwischen Frühstück und Gänsebraten”), Jeanne-Claude, Johannes Mario Simmel, Peter Zadek, die Politiker Otto Graf Lambsforff und Edward Kennedy, Gangsterjäger Eduard Zimmermann und der Sänger Stephen Gately.
Im September starb Schauspieler Patrick Swayze an Krebs. Aber wirklich. Im Mai wurde er von RTL und n-tv versehentlich schon mal für Tod erklärt.

Aber 2009 hatte auch gute Seiten. Das Fernsehjahr bot auch Höhepunkte. Die 24-Stunden-Echtzeitdoku “24h Berlin – Ein Tag im Leben” (rbb/arte) war ohne Zweifel ein Erlebnis. Spannend war auch die Dokureihe “60x Deutschland” (Das Erste) mit Sandra Maischberger. Auch die neuen Folgen von “Doctor’s Diary” (RTL) waren wieder schön, ebenso die Satireshows “Fröhliche Weihnachten” (Sat.1) und “Switch Reloaded” (ProSieben) sowie der eine oder andere “Tatort” und “Polizeiruf 110″. Im Internet machen “Fernsehkritik TV” und “retro tv” auf sich aufmerksam.
Der Quoten-Hit 2009: “ZDF Sport extra” mit dem Fußball-WM-Qualifikationsspiel zwischen Russland und Deutschland am 10. Oktober. 12,46 Millionen sahen sich das Spiel an.

Und sonst so? Unser Beitrag beim “Eurovision Song Contest” ging mal wieder unter. Und nächstes Jahr wird mit Stefan Raab alles anders. Raabs Wok-WM ist unterdessen auch offiziell zur Werbesendung geworden.
Boris Becker hat jetzt Lilly. Und seine Ex Sandy krallte sich den Pocher. Und der Pocher hatte die Schweinegrippe, die ja von den Medien 2009 ganz hochgeredet wurde. Davor trennte sich Pocher von Harald Schmidt. Ihre beiden Shows dümpeln nun im Quotenloch. Und besonders Harald Schmidt glänzt oft mit Langeweile.
Das “heute”-Studio des ZDF ist nun komplett virtuell. Und auch nach einem halben Jahr immer noch hässlich. Thomas Gottschalk hat in “Wetten, dass…?” nun einen Zivi: Michelle Hunziger. Simone Thomalla und Rainer Assauer prügeln sich auf Sylt. Und “Bild” hat die Bilder. Das ZDF macht auf Jung und startet zdf_neo. Und Premiere ist jetzt Sky.

Nun beginnt ein neues Jahrzehnt. Noch mehr Castings? Noch mehr Astro? Noch mehr Gewinnspiele? Noch mehr Dokusoaps? Egal. Hauptsache Breitbild. Und Hauptsache in HD. Und der Inhalt? Na ja, mal sehen.
Wir warten ab, in 2010.

RT im Kino

Kino 2009

Donnerstag, den 31. Dezember 2009

Die Kino-Hitliste 2009 umfasst 78 Filme.

TOPS:
1. Alle anderen
2. Milk
3. Verblendung
4. Hilde
5. Männerherzen
6. Slumdog Millionär
7. Gran Torino
8. State Of Play – Stand der Dinge
9. Der Vorleser
10. Taking Woodstock
11. Inglourious Basterds
12. Star Trek
13. Der seltsame Fall des Benjamin Button
15. Zeiten des Aufruhrs
18. Lila, Lila
20. Whisky mit Wodka
21. Harry Potter und der Halbblutprinz
25. Oben
28. Horst Schlämmer – Isch kandidiere
34. Die Päpstin
41. Männersache
46. Michael Jackson’s This Is It

FLOPS:
78. The Spirit
77. Rohtenburg
76. Er steht einfach nicht auf dich
75. The Warlords
74. Brüno
73. Deutschland 09
72. Rückenwind
71. Wickie und die starken Männer
70. Zweiohrküken

RTelenovela

2009

Donnerstag, den 31. Dezember 2009
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DIE BESTE PARTY
Der 60. Geburtstag von meiner Mutter

DAS BESTE KONZERT
Massive Attack in Berlin

DER BESTE SONG
Peter Fox: “Lok auf zwei Beinen”

DAS BESTE ALBUM
Moby: “Wait For Me”

DER BESTE FILM
Alle anderen

DER SCHLECHTESTE FILM
The Spirit

BESTE TV-SENDUNG
24h Berlin – Ein Tag im Leben (rbb/arte)

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Immer wieder Oberhavel TV.

BESTER RADIOSENDER
Immer noch radioeins.

BESTES BUCH
Garth Stein: “Enzo. Die Kunst, ein Mensch zu sein”

BESTER AUGENBLICK
Der Moment, als ich wusste, einen guten Job gemacht zu haben.

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Die Frühjahrsgesundheitskrise.

aRTikel

Mit viel Kitsch und Rückenwind

Mittwoch, den 30. Dezember 2009
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Rückblick: 53-mal „Willi“: Die MAZ-Jugendredaktion mit ihrer eigenen Jahresbilanz 2009

MAZ Oranienburg, 30.12.2009

Der Stellenwert des Internets steigt weiter. Für Politik interessieren sich immer weniger. Rückschau auf das Jahr.

Januar:
Besonders im Norden des Kreises Oberhavel haben die Jugendlichen das Gefühl, zu weit weg vom pulsierenden Leben zu sein. Immer mehr von ihnen zieht es nach Berlin. So auch Philipp Löchert aus Löwenberg. „In Berlin spielt sich das Leben ab“, sagt er.
Tausende Jugendliche deutschlandweit schwänzen jeden Tag die Schule. Ins Gespräch kommen Bußgelder und sogar Fußfesseln. Die Lösung könnten Laptops und iPods sein. Als Erfolgsprämie für regelmäßige Schulgänger. Doch in Oberhavel stößt das Konzept auf Skepsis.

Februar:
Mit Faul- oder Trägheit hat das nichts zu tun: die Krankheit vom ewigen Aufschieben. Hausaufgaben werden erst in letzter Minute erledigt oder Univorträge erarbeitet. Wer kennt das nicht? „Willi“ fragt bei einem Psychologen nach und erfährt: Schuld sind falsche Prioriäten und schlechte Organisation. Ach was.
„Willi“ testete einen Tag lang, wie es ist, in Oranienburg Rollstuhlfahrer zu sein. Einfachste Dinge werden zu einer Herausforderung. Einige Geschäfte in der Bernauer Straße sind unerreichbar, die Schlossbrücke ganz schön steil. Uff!

März:
Das Internet bestimmt mehr und mehr unsere Welt. Auch in Sachen flirten. Onlinedatingseiten oder das StudiVZ sind der neue Treffpunkt für einsame Singles. Allerdings: „Es wird auch viel gelogen im Netz“, so ein Oranienburger.
Die Schülerzeitungen in Oberhavel leiden unter Nachwuchsmangel. Der „Iwahn“ am Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg ist schon sehr lange nicht mehr erschienen.
„Willi“ klärt über die Europäische Union auf. Nur wenige junge Leute aus Oberhavel wissen über die EU Bescheid. Für den Beitrag über „Erbsen zählende Gurkenvermesser“ bekommt die „Willi“-Redaktion einen Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung.

April:
Der Neustrelitzer Fleischermeister Hans-Christian Grubenheimer plant am Vehlefanzer Mühlensee eine Technoparty. Genau zu dem Zeitpunkt, als auch Bäckermeister Klarl-Dietmar Plentz sein Sommercamp dort verantaltet. War aber nur ein Aprilscherz, und Plentz ist nur kurz drauf reingefallen: Grubenheimer hat er trotzdem vorsichtshalber mal gegoogelt, erzählt er später.
Das Pro-Christ-Festival, das auch in Oranienburg stattfindet, entpuppt sich einmal mehr als eine große mediale PR-Show für Gott.
Die Granseer Strittmatter-Gymnasiasten sorgen sich um ihren Politikunterricht. In der Sekundarstufe II soll er kaum noch stattfinden.

Mai:
Nach dem Amoklauf von Winnenden gerät auch wieder das „Counter Strike“- Computerspiel in die Schlagzeilen. „Willi“ probierte es aus. Alles abknallen – darum geht es in dem Strategiespiel. Aber so lange es nur ein Spiel bleibt…

Juni:
Davina Skwierawski und Ole Stelzer von der Musikschule Hennigsdorf treten mit ihren Krobotrostrommeln beim Bundesfinale „Jugend musiziert“ auf. Sie erringen das Prädikat „Mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“.
Vor den Europawahlen sind die Jugendlichen in Oberhavel politikmüde. Experten warnen davor, schon 16-Jährige wählen zu lassen. „Erstaunlich viele Jugendliche haben zwar Vorurteile gegenüber Politikern, kennen sich aber gar nicht aus“, sagt Patrick Weißler von den Oberhavel-Jusos.
Im Kino startet der Film „Rückenwind“ mit dem Oranienburger Eric Golub.

Juli:
Sommerzeit – Festivalzeit. Joana aus Liebenwalde beispielsweise reist zum „Hurricane“ nach Scheeßel (Niedersachsen). Mehrere Tage lang dauert das Spektakel. Und in der Nacht im Zelt geht nichts ohne Ohrstecker.

August:
Das Jazzkomplott feiert seinen zehnten Geburtstag. Das dritte Album erscheint und trägt den Titel „Kantich schon“. Hannes Rössler verkündet, im Herbst die Band zu verlassen. Er geht nach Frankreich und wird vorerst nur sporadisch beim Komplott dabei sein.
Der Seelenstrip im Internet geht weiter. StudiVZ führt den Buschfunk ein. Das funktioniert so ähnlich wie Twitter: In kurzen Nachrichten können die Nutzer mitteilen, was sie machen oder wie es ihnen geht. Schatzi wird gegrüßt und der letzte Sex als geil bezeichnet. Darauf hat die Welt gewartet.

September:
Die Musikschule Hennigsdorf verliert Maxi Ulrich und Martin Girard. Beide spielten unter anderem im Afrika-Musical „Yomo“ mit. Nun ziehen sie weg und geben im Stadtklubhaus ihr Abschiedskonzert. Sie setzen noch mal Maßstäbe.
Die Stars werden immer blöder: Ein Radiosender kündigt einen Auftritt der Backstreet Boys am Berliner „Alexa“ an. Sie kommen auch, geben aber nur Autogramme. Für einen Song hat es nicht gereicht.
U-18-Wahl in Oberhavel: Die SPD gewinnt mit 20,4 Prozent knapp vor der CDU mit 19,3 Prozent. Doch bei der Bundestagswahl kam bekanntlich alles ganz anders.

Oktober:
In Oranienburg endet die Landesgartenschau. Die Jugendlichen sind zwar dafür, das Laga-Gelände umzäunt zu lassen. Einen hohen Eintritt wollen sie jedoch nicht zahlen.
In den Kinos startet „Gangs“. In einer Nebenrolle: Christian Blümel aus Zernikow.
Die Atzen kommen nach Marwitz. In der Beat-Fabrik präsentieren Manny Marc und Frauenarzt ihren Sommerhit. „Hey, das geht ab, wir feiern die ganze Nacht!“
Die CD ist so gut wie out. Auch in Oberhavel ziehen sich Jugendliche die Musik lieber auf den MP3-Player.
Oranienburg, Hohen Neuendorf und Hennigsdorf sind im Rennen um einen Auftritt von Emilia Torrini. Der ist von einem Radiosender gesponsert. Doch der „Jungle Drum“ kommt am Ende nicht nach Oberhavel.

November:
Das StudiVZ wird zum HackerVZ. Ein 20-Jähriger klaut persönliche Daten von der Seite und wird erwischt. In der Untersuchungshaft erhängt er sich. „Meine Daten sind seit dem Vorfall eingeschränkt“, sagt danach eine Oranienburgerin.
Die Strittmatter-Gymnasiastinnen in Gransee sammeln Geld für die Abikasse. Mit dem Fotografen Uwe Halling erstellen sie einen Adventskalender für die Granseer MAZ-Ausgabe. Bis Heiligabend immer eine bildliche Dosis Kitsch.

Dezember:
„Willi“ feiert 20 Jahre World Wide Web. Heute wird gechattet und gegoogelt – vor 20 Jahren noch undenkbar.

RTelenovela

Schweiz, ich komme!

Mittwoch, den 30. Dezember 2009
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Am zweiten Weihnachtsfeiertag zeigte das ZDF am Nachmittag einen Reisenfilm. Dort fuhr Horst Lichter mit dem Bernina-Express.
Die Strecke, die der Zug fährt, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Es geht über die schweizer Alpen in eine Höhe bis zu 2253 Metern. Schneebedeckte Pisten, Berge, Brücken, Kurven, Tunnel. Los geht es in Chur.

Und ich werde mit diesem Zug fahren. Ende Februar 2010 geht es los. Und nachdem ich den Film gesehen habe, bin ich überzeugt: Es wird der reine Wahnsinn. Ich werde ein dicksten Winter erleben und die sicherlich schönste Zugfahrt meines Lebens. Für mich, den Eisenbahnfan, ein Traum.

Start unserer Reise wird in Chur in Graubünden sein – 5000 Jahre Siedlungsgeschichte. Unsere Fahrt auf der Albulastrecke beginnt ab Thusis und führt nach St. Möritz. dann noch ein Besuch des pittoresken Poschavio mit stattlichen Patrizierhäusern, weiter mit Bus und Bahn nach Savognin zum längsten überdachten Zauberteppich der Schweiz.

Das wird ein Spaß. In nicht mal mehr zwei Monaten geht es los.

RTZapper

Werbung: Always

Mittwoch, den 30. Dezember 2009
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DI 29.12.2009 | 0.32 Uhr (Mi.) | ProSieben

Sehr schön: Während sich die Frauen ihre Binde anlegen, können sie exclusiv einen neuen Song von Sarah Connor trällern.
Das ist doch mal eine perfekte Paarung: Sarah Connor und die Firma Always. Auf den Binden-Packungen steht ein Code. Wer den hat, kann sich kostenlos auf der Always-Interseite den aktuellen Song “Standing On Top Of The World” runterladen. Ein Werbespot bei ProSieben pries diese wunderbare Verbindung am späten Dienstagabend an.

So ein Image wünscht sich doch jeder Popstar: Mit Binden, Tampons und Blut in Verbindung gebracht zu werden. Aber Sarah Connor bringt ihre Lieder vielleicht auf andere Weise nicht mehr unters Volk. Blöde Sache, das. Wer keine Binden braucht, wird also von Frau Connor in Zukunft nicht mehr belästigt. Schön wär’s jedenfalls.

RT im Kino

Soul Kitchen

Mittwoch, den 30. Dezember 2009
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Die Gäste der Hamburger Kneipe namens “Soul Kitchen” sind entsetzt: Ihre Leibgerichte mit den fettigen Soßen sind von der Speisekarte verschwunden. Entrüstet verlassen sie den Laden.
Das ist nicht mal die einzige Sorge von Zinos (Adam Bousdoukos). Er braucht Geld, sein Lokal wirft zu wenig davon ab. Und seine Freundin hat sich nach China abgesetzt. Und genau dort wäre er jetzt auch gern.
Nachdem er sein Restaurant dann doch recht erfolgreich zum Szenelokal umgewandelt hat, übergibt er das Geschäft an seinen Bruder Illias (Moritz Bleibtreu). Doch der hat das alles irgendwie nicht im Griff.

Fatih Akin hat sich dem Soul verschrieben. Und der Komödie. Und seiner Heimatstadt Hamburg. “Soul Kitchen” ist eine einzige Liebeserklärung. Das fängt schon beim Hauptdarsteller an, der tatsächlich eine eigene Taverne betreibt.
Zinos muss sich um sein Lokal kümmern, um seine Gesundheit, um seine Liebe. Das macht Spaß, anzusehen. Zurücklehnen, zusehen, mitgrooven. Das ist die Devise von Akins Film. Dass gegen Ende einige der Begebenheiten allzusehr konstruiert wirken, sei ihm dann auch verziehen.
Und mit letzten Grüßen: Monica Bleibtreu in einer kurzen, aber prägnanten Rolle.

8/10