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Volojahre (25): Der Satz, der gut formuliert ist, kann gut formuliert sein

(24) -> 14.6.2009

Drei Tage unseres zweiten Grundkurses liegen bereits hinter uns. Und wir haben schon viel gelernt. Sage ich jetzt mal so. Falsch ist diese Behauptung auf keinen Fall.

Tag 1: Sprache. Wieder mal ging es darum, wie Texte für den Leser so ansprechend wie möglich gestaltet werden.

Ein Thema war die Verwendung von Aktiv und Passiv.
Aufgabe: Woran kranken diese Sätze und wie können sie besser formuliert werden?
Die Qualität der Erzeugnisse muss von uns immer wieder überprüft werden.
Mit dieser Feststellung wurde die Bedeutung der Zeitung unterstrichen.
Jährlich 2000 Liter Benzin werden in dem Betrieb künftig weniger gebraucht werden.

Umklammerung in Sätzen.
Aufgabe: Was ist der Satzkern und wie können die Sätze transparenter formuliert werden?
Die Debatte hat, nachdem sich die Parteien, mit Ausnahme der PDS, lebhaft am Schlagabtausch beteiligt hatten, nicht viel Relevantes ergeben.
Versuche der Polizei, den 36-Jährigen, möglicherweise unter Drogeneinfluss stehenden, fanatischen Sektenführer, der sich für Jesus Christus hält, zum Aufgeben zu bewegen, blieben ohne Erfolg.

Satz des Tages unseres Dozenten – natürlich eher ein Versprecher: Der Satz, der gut formuliert ist, kann gut formuliert sein.

Am zweiten Tag ging es ums Feuilleton und um Kritiken.
Hier verrissen wir u.a das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, die auf der ersten Seite nur Bleiwüste und ewig lange Riemen zu bieten hatte.
An Tag 3, also heute, musste ich mich ein wenig zusammenreißen. Wir sprachen über Sportberichte – und die sind ja nicht so wirklich mein Thema. Schließlich habe ich erst neulich mit einem Kollegen darüber gesprochen, dass ich zwar oft beim Handball zusehe, aber niemals drüber schreiben könnte, was da genau passiert ist.

Morgen gehen wir zum Gericht, dürfen bei einer Verhandlung dabei sein.

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4 Kommentare zu “Volojahre (25): Der Satz, der gut formuliert ist, kann gut formuliert sein”

  1. RTiesler.de » Blog Archive » Volojahre (26): Gerichtsshow ohne Kameras

    […] (25) -> 17.6.2009 […]

  2. Mitvolo

    Wollwoll, so wars.

  3. tomtesk

    Grundsätzlich kranken die Sätze an nichts, aber da es um den Genus geht, gehe ich mal davon aus, dass die Sätze besser folgendermaßen lauten sollten:

    Wir müssen die Qualität der Erzeugnisse immer wieder überprüfen.
    Diese Feststellung unterstreicht die Bedeutung der Zeitung.
    Der Betrieb wird zukünftig jährlich 2000 Liter Benzin weniger brauchen.

    Zum Zweiten: Zu viele Einschübe, oder wie?

    Die Debatte hat, nachdem sich die Parteien, mit Ausnahme der PDS, lebhaft am Schlagabtausch beteiligt hatten, nicht viel Relevantes ergeben. [Nachdem sich alle Parteien außer der PDS lebhaft am Schlagabtausch beteiligten, ergab die Debatte nicht viel Relevantes.]

    Ich weiß sogar, woran der Satz krankt: An der mittlerweile toten Partei!

    Versuche der Polizei, den 36-Jährigen, möglicherweise unter Drogeneinfluss stehenden, fanatischen Sektenführer, der sich für Jesus Christus hält, zum Aufgeben zu bewegen, blieben ohne Erfolg. [Die Polizei beklagte erfolglose Versuche den 36-jährigen, möglicherweise unter Drogeneinfluss stehenden, sich für den Heiland haltenden Sektenführer, zum Aufgeben zu bewegen.]

    Nur fünf Sätze diesmal? 🙁

  4. RT

    Der Betrieb wird zukünftig jährlich 2000 Liter Benzin weniger brauchen.
    Der Betrieb spart jährlich 2000 Lieter Benzin.

    Ja, beim zweiten Teil sind zu viele Einschübe.
    Beim PDS-Satz kommt hinzu, dass er eine Null-Meldung enthält. Wenn nichts Relevantes rauskommt, muss man es nicht berichten. Aber wenn doch:
    Außer der PDS beteiligten sich alle Parteien an der Debatte, die jedoch nicht viel Relevantes ergab.

    Beim Sektenführer kann man mehrere Sätzte schreiben.
    XY hält sich für Jesus Christus und stand möglicherweise unter Drogeneinfluss. Versuche der Polizei den Sektenführer zum Aufgeben zu bewegen, blieben ohne Erfolg.

    Ja, nur fünf Sätze. Aber Nachschub kommt bald.

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