Tagesarchiv für 9. April 2009

RTZapper

Spiel mit mir

Donnerstag, den 9. April 2009
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DO 09.04.2009 | 22.50 Uhr | Das Vierte

Das Vierte ist jetzt nicht mehr Hollywood, sondern Call-in-Resterampe. In “Spiel mit mir” suchen zwei endlos quackelnde Moderationspraktikantinnen deutsche Städte, die auf -burg enden.
Drei haben sie schon: Laufenburg, Hamburg und Freiburg.
Wahnsinn. Das wird nun langsam schwer, sagen sie. Ja, stimmt, da gibt es auch nicht so viele in Deutschland.
Das Vierte – aus einem vielversprechenden Fernsehprojekt ist ein müdes Hinterhof-Müll-TV geworden. Inzwischen ist der Kanal nur noch sechs bis acht Stunden pro Tag mit eigenem Programm auf Sendung. Den Rest füllt CNBC, Religionsfernsehen, Infomercials und Call in. Da hilft nur: abschalten und abwickeln.

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RT im Kino

Paul Blart – Der Kaufhaus-Cop

Donnerstag, den 9. April 2009

Es gibt Filme, die sollen lustig sein. Da spielen dann irgendwelche Leute mit, die anders sind. Dick und ein wenig ungeschickt zum Beispiel. Und an einer Zuckerkrankheit leidet er auch noch. Ein Typ, der deshalb schon mal plöätzlich auf den Boden fällt und pennt. Einer, der sich verliebt, aber ziemlich schüchtern ist und sich blöd anstellt. Einer, der sich zum Computerspielen einschließt und deshalb einen Einkaufscenterüberfall nicht mitbekommt. Soll lustig sein. Führt aber leider eher zum Effekt des Fremdschämens. Und wenn dieses Gefühl über die Hälfte eines Films vorherrscht, ist das irgendwie blöd.
“Paul Blart – Der Kaufhaus-Cop” ist so ein Fremdschämfilm.
Dieser Paul Blart (Kevin James) ist Wachmann in einem Einkaufscenter. Gern wäre er jedoch ein richtiger Polizist, doch dafür reicht es nicht. Das wurmt ihn. Auch, dass er keine Frau findet. Als jedoch eines Tages Gangster auftauchen, die im Center ordentlich Kasse machen wollen, schlägt Pauls große Stunde.
Kevin James spielt den etwa tumben Paul zwar durchaus überzeugend, das ändert aber nichts daran, dass er damit nur sehr wenige Lacher erzeugt. Dafür ist die Handlung leider zu platt, und die beste Szenen kennen Kinogänger aus den Trailern sowieso schon auswändig. Erst die Actionszenen im letzten Drittel des Films reißen dann auch den Zuschauer aus der leichten Lethargie. Hier ist plötzlich Tempo und Witz, wenn der Kleine gegen die Großen antritt.

6/10

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RTelenovela

Volojahre (18): Abschied von Falkensee – diesmal wohl für länger

Donnerstag, den 9. April 2009
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(17) -> 30.3.2009

Etwas mehr als zwei Monate sind vergangen. Gestern hieß es: Abschied nehmen von Falkensee – das zweite Mal. Doch diesmal wird es wohl wirklich ein Abschied für länger.
Nach meinem Urlaub wird die Wirtschaftsredaktion in Potsdam meine nächste Station sein.
Zu guter Letzt beschäftigte ich mich mit einem eher ungewöhnlichen Thema: An einem Kreisverkehr in Falkensee können die Autofahrer auf einer Seite geradeaus durchrauschen. Was dazu führt, dass viele nicht blinken. Wir wollten rausfinden, wie das denn nun wirklich ist. Eine Stunde lang stand ich also an dem Kreisverkehr und führte eine Strichliste.
Was am Ende auf dem Papier stand, wird irgendwann nach Ostern zu lesen sein.
Nur so viel: Es war heiß, denn leider fand ich kein echtes Schattenplätzchen an der Straße. Aber vielleicht habe ich ja so schon die erste Sommerbräune 2009 abbekommen.

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RT im Kino

Knowing

Donnerstag, den 9. April 2009

(mit Spoilern)

1959. Eine Schulklasse malt auf, wie sei denken, dass die Welt 50 Jahre später aussieht. Nur Lucinda (Lara Robinson) nicht: Wie im Wahn krakelt sie ewige Zahlenkolonnen auf das Blatt Papier. Die Lehrerin entreißt es ihr.
50 Jahre später, 2009. Bei einer feierlichen Zeremonie wird die Zeitkaspel geöffnet, in der die Unterlagen von damals stecken. Der Junge Caleb (Chandler Canterbury) zieht genau den seltsamen Zettel, den Lucinda vollgekrakelt hatte. Natürlich ist er enttäuscht, kann damit nichts anfangen. Aber sein Vater, der Astrophysiker John (Nicolas Cage): Die Zahlenkolonnen haben eine Bedeutung: Daten, Zahlen, Koordinaten – die schlimmsten Katastrophen der vergangenen 50 Jahre. Aus Lucindas damaliger Sicht die Zukunft. Und: Drei Ereignisse stehen noch aus. In Panik versucht John zu retten, was zu retten ist.

Der Zuschauer wird in den mitunter schockierenden Strudel gezogen, den “Knowing” entfacht. Entsetzliche Katastophen hautnah auf der Leinwand.
So zeigt der Film in einer einzigen Sequenz, ohne Schnitte, einen Flugzeugabsturz. Wie in Trance eilt John zwischen den Trümmer umher. Explosionen, die Menschen zerfetzen. Das Grauen. Auch später in einer weiteren Unglückssequenz.
In dieser Hinsicht ist der Film extrem packend, der Kinozuschauer wird in seinen Sessel gepresst und muss nach diesen Szenen erst mal durchatmen.
Spannend auch die Unklarheit: Was wird passieren? John kennt die Daten, weiß, wo die Katastrophe passiert. Er weiß nur nicht, was. Eine diffuse Angst, die sich breit macht. Und so viele Möglichkeiten des Unglücks. Terror, Unfälle, Bomben. Was auch immer. Und die Machtlosigkeit.

“Knowing” fällt zwar zwischendurch spannungsmäßig ein wenig ab, schafft aber immer wieder die Wende. Nur das Ende gleitet leider in eine seltsame religiöse Ebene ab – womit das Ganze einen faden Beigeschmack bekommt. Auch, weil Nicolas Cage Mitglied der Scientology sein soll und man das Gefühl hat, das irgendeine unterschwellige Botschaft überbracht wird. Andererseits ist der Schluss philosophisch gar nicht mal so uninteressant – konsequent natürlich auch. Inclusive Augenzwinkern.
Dennoch trüben die letzten zehn Minuten den Gesamteindruck.

8/10

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RT im Kino

Bis später, Max!

Donnerstag, den 9. April 2009

Max Kohn (Otto Tausig) hat immer noch schlag bei den Frauen – auch noch mit seinen fast 80 Jahren. Der Schriftsteller, der in Wien geboren ist, feiert kleinere Erfolge als Autor von Kurzgeschichten in den USA. Dabei stolpert er ständig in seltsame Situationen. Als er in der Bahn seine Redemanuskripte liegenlässt, muss er improvisieren. Damit er was in der Hand hat, beginnt er, eine weitere Geschichte zu schreiben. Währenddessen sitzt zu Hause seine eifersüchtige Frau.
“Bis später, Max!” ist der neue Film von Jan Schütte (“Fette Welt”). Erzählt wird nicht die die Geschichte des etwas schrulligen Alten, sondern der Zuschauer hat auch die Gelegenheit, seine Protagonisten seiner Kurzgeschichten kennenzulernen und mit ihnen das zu erleben, was Kohn ihnen andichtet. Dabei ist nicht immer gleich klar, was nun Realität und was Fiktion ist.
Schüttes Film ist … nun ja, nett. Eigentlich ist das das Schlimmste Urteil, das man fällen kann: Dass einem so rein gar nichts zu einem Film einfällt. Zwar lief er mit Erfolg auf Filmfesten, so richtig gefallen will er aber nicht. Da ist also ein Schriftstelller, der träumt, vergisst, angemacht wird und anmacht, schreibt und reist. Das ist weder aufregend, noch sonderlich interessant. Manchmal erscheint es schlicht überflüssig, wenn literarische Erzählungen (hier von Isaac Bashevis Singer) verfilmt werden.
Otto Tausig spielt aber durchaus solide, gerade im Englischen wirkt sein österreichischer Akzent sehr witzig, das war es dann leider aber auch schon.
Kann man sehen – aber nur, wenn man wirklich überhaupt nichts anderes vor hat.

5/10

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