Tagesarchiv für 25. September 2008

ORA aktuell

Die alte Schlossbrücke ist Geschichte

Donnerstag, den 25. September 2008
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Gestern um 21.15 Uhr war die alte Schlossbrücke in Oranienburgs Zentrum Geschichte. 180 Tonnen Stahl wurden von den Widerlagern genommen. Ingesamt drei Kräne waren für die Arbeiten nötig. Die Brückenteile werden verschrottet. Sie stammen aus dem Jahr 1934. Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Bauwerk gesprengt. Die Teile wurden aus der Havel gehievt, das Provisorium hielt von 1947 bis gestern. Südlich davon rollt der Verkehr bereits über die neue Schlossbrücke.

aRTikel

Frisches Blut für die Altherren-Runde

Donnerstag, den 25. September 2008
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Jungpolitiker: Max Koziolek (18) und Leah Kunz (19) treten in Falkensee zur Kommunalwahl an

MAZ Falkensee, 25.9.2008

Zur Kommunalwahl am Sonntag stellen sich auch junge Leute dem Votum der Wähler im Havelland. In Falkensee treten unter anderen Max Koziolek (18) und Leah Kunz (19) an.

FALKENSEE
Er hängt Plakate auf, verteilt Flyer und will mit den Menschen ins Gespräch kommen. Sie stand schon mit fünf Jahren mit ihren Eltern am Parteistand: Max Koziolek und Leah Kunz gehören zu den Jugendlichen, die sich am Sonntag zur Wahl stellen. Ihr Ziel ist der Einzug in die Falkenseer Stadtverordnetenversammlung (SVV).
Max Koziolek ist seit Herbst 2007 Mitglied der JuLis, der Jungen Liberalen. Der 18-jährige Lise-Meitner-Gymnasiast tritt für die FDP an. „Ich will ganz bewusst auf Jugendliche zugehen und ihnen vermitteln, dass auch sie sich stärker politisch und ehrenamtlich engagieren sollten.“ Er sei davon überzeugt, dass jeder etwas verändern könne, aber „das Interesse wird zu wenig geweckt. Die Jugend ist nicht politikverdrossen, sie braucht nur einen Schubs.“
Seine Steckenpferde sind die Jugend-, Sozial- und Sportpolitik. „Ich finde, es gibt viel zu viel Bürokratie“, sagt er. „Das müssen wir vereinfachen und generalisieren, dadurch könnten wir auch das Engagement der Jugendlichen erhöhen.“ Als Beispiel führt er das Jugendparlament an, das nur über viele bürokratische Umwege die Durchführung des Freiluftkinos in Falkensee ermöglichen konnte. Die allgemeine Situation für Jugendliche in Falkensee könnte laut Max Koziolek auch besser sein: „In der Stadt ist am Abend sehr wenig los, da könnte viel mehr geschehen.“ Viele junge Leute seien darüber unzufrieden.
Auf der FDP-Vorschlagsliste belegt Max Koziolek Platz zwei. „Das ist ein echter Vertrauensbeweis und ein Bekenntnis für die Jugend. In der SVV fehlt jedenfalls bisher der jugendliche Schwung, das ist fast eine Altherren-Runde.“ Ein festes politisches Karriereziel hat Max Koziolek nicht. Nach der Schule steht wohl der Zivildienst auf dem Plan. Wenn er tatsächlich den Sprung in die SVV schafft, „dann kommt ein schönes Stück Arbeit auf mich zu. Das ist eine gute Herausforderung für mich.“
Leah Kunz war 16, als sie den Jusos, den Jungen Sozialisten, beitrat. „Alles andere wäre für mich undenkbar gewesen. Ich bin familiär vorbelastet, und die Erziehung spielt ja immer eine Rolle. Leahs Vater Norbert ist stellvertretender Vorsitzender der SPD in Falkensee. „Als ich fünf Jahre alt war, habe ich gesagt, dass ich die erste Kanzlerin werden möchte“, erzählt sie. „Das hat sich ja nun Gott sei Dank erledigt.“ Im Sommer legte die 19-Jährige ihr Abitur am Lise-Meitner-Gymnasium ab, demnächst beginnt sie ihr Philosophie- und Geschichtsstudium an der Universität Potsdam. Vor der Wahl diskutiert sie oft mit Freunden und anderen Jugendlichen. „Das Interesse an Bundestagswahlen ist immer größer, obwohl die kommunalen Themen sehr viel näher dran sind“, sagt sie. Auch ihr Ziel ist es, „frisches Blut ins Parlament zu bringen. Da fehlt der Pep.“ Große Probleme sieht Leah Kunz in Falkensee in den fehlenden Anlaufstellen, wo sich junge Leute treffen können. „Es gibt trotz Mikado und Baracke zu wenig Treffpunkte.“
Dass sich wieder mehr Jugendliche in der Politik engagieren, ist auch eines der großen Ziele von Leah Kunz: „Jeder kann in den Jugendorganisationen der Parteien mitmachen. Wir haben noch das Privileg, Fehler machen zu dürfen. Den Älteren wird das dann immer vorgeworfen, aber als junger Mensch darf man noch den Störenfried spielen.“
Sonntag entscheidet sich, ob Max Koziolek, Leah Kunz und weitere Jungpolitiker in Falkensee mitreden dürfen.

ORA aktuell

Oranienburg ist Ort der Vielfalt

Donnerstag, den 25. September 2008

Für ihr weltoffenes Klima und das demokratische Engagement zeichnete das Bundesfamilienministerium die Stadt Oranienburg als “Ort der Vielfalt” aus. 66 Kommunen aus ganz Deutschland wurden in Berlin ausgezeichnet. Bürgermeister Laesicke bekam die Urkunde überreicht: “Toleranz war und ist das Leitbild unserer Stadt.”

RT im Kino

Der Baader Meinhof Komplex

Donnerstag, den 25. September 2008

2. Juni 1967. Der persische Schah kommt mit seiner Frau nach Berlin. Auf dem Kaiserdamm warten bereits viele Schaulustige darauf, dass der hohe Besuch eintrifft. Unter ihnen viele junge Leute, Studenten. Plötzlich tauchen schwarz gekleidete persische Demontranten auf, die Pro-Schah-Plakate hochhalten. Als er dann endlich ankommt, kippt die Situation: Die Schaulustigen buhen, holen Protest-Plakate heraus. Mehlbeutel fliegen auf die Straße. Als daraufhin plötzlich die persischen Begleiter auf die Deutschen am Straßenrand losgehen, bleibt die Polizei regungslos. Als sie sich doch regt, prügeln sie brutal auf die Studenten ein. Ohne Gnade. Mit voller Wucht. Der Student Benno Ohnesorg stirbt. Erschossen von einem Polizisten.
Eine Szene, die schockiert, die einen fassungslos im Kinosessel erstarren lässt.
Das ist “Der Baader Meinhof Komplex”.
150 Minuten lang erzählt Regisseur Uli Edel die Geschichte der Roten Armeefraktion (RAF).
Ende der 60er-Jahre herrschte Aufruhr in Deutschland. Die Studenten revoltierten, stellten sich gegen die BRD, die unter der Kontrolle der Aliierten stand. Kämpften gegen den Krieg in Vietnam. Gegen den Kapitalismus. “Ho-Ho-HoTschi-Minh” rufen die Studenten der FU, als Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg) zu ihnen spricht. Als wenig später ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, beginnt die Lage zu eskalieren. Gewalttätige Proteste richten sich insbesondere auf den Axel-Springer-Verlag und die “Bild”, die voller Hetze über die Studentenproteste berichtet.
Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) trifft auf Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), die gemeinsam mit ihrem Freund Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) aus Protest gegen den Vietnamkrieg ein Kaufhaus in Brand steckte – und die weitere Aktionen vor haben.
Es gibt viel zu erzählen über den “Baader Meinhof Komplex”. Der Film zeigt die Geschichte von 1967 bis 1977: vom Schah-Besuch bis zur Schleier-Entführung. Er stützt sich dabei auf die Recherchen von Stefan Aust in dem Sachbuch, dessen Name auch der Film trägt.
Der Film zeigt die Härte, die Brutalität auf beiden Seiten. Die revoltierenden Studenten und RAF-Anhänger und die Ohnmacht des Staates, der Polizei. Zu sehen ist aber auch, wie sich die Qualität der Anschläge ändert, wie mit mehr und mehr Härte vorgegangen wird, wie viel skrupelloser die nachfolgenden RAF-Generationen wurden. Unfassbar die Kaltschnäuzigkeit, mit der die Begleiter von Hanns-Martin Schleyer abgeknallt werden.
Der Zuschauer bekommt ein wichtiges Stück Zeitgeschichte in ihrer modernsten Filmform präsentiert, und das nahezu ohne Wertung. Die sollte der Zuschauer danach selbst vornehmen können, für die Einordnung, die so mancher Feuilleton-Schreiber vom Film fordert, ist der zuschauer selbst zuständig. Und er sollte dazu auch in der Lage sein.
Obwohl zweieinhalb Stunden lang nie langweilig, immer fesselnd, faszinierend, auch abstoßend. Aber, und das scheint irgendwie bedenklich: Zumindest einige der Thesen von Baader und Meinhof kommen einen auch und gerade heute noch aktuell vor.
Für diesen Film wurden teilweise bis in die Nebenrollen hochkarätige Schauspieler engagiert. Und alle sehen sie ihren “Vorbildern” teilweise sehr ähnlich: großartig Moritz Bleibtreu als Andreas Baader. Eindringlich: Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin. Daneben: Nadja Uhl, Jan Josef Liefers, Stipe Erceg, Alexandra Maria Lara, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Heino Ferch, Bruno Ganz – die Liste ist noch sehr viel länger.
Nur einen Minuspunkt erhält dieser ansonsten großartige Film: Viele Personen tauchen nur kurz auf, ständig wechseln die Akteure. der Einfachheit wegen, hätten hier beim ersten Auftritt vielleicht kurz die Namen eingeblendet werden können.
Dennoch: unbedingt ansehen!

9/10

RT im Kino

Wall-E

Donnerstag, den 25. September 2008

Die schöne Tradition von Pixar, vor den eigentlichen Film einen Vorfilm zu platzieren, wird auch in diesem Jahr fortgeführt. In dem wirklich sehr gelungenen, sehr witzigen, bösen Streifen “Presto” will sich ein Hase von seinem Arbeitgeber, einem Zauberer, seine langversprochene Möhre erobern. Ein echter Höhepunkt gleich zu Beginn – und es bleibt auch der Höhepunkt der ganzen Vorstellung.
Dann rollt Wall-E auf die Leinwand. Wall-E ist ein kleiner Roboter, der ganz allein auf der Erde den zurückgelassenen Müll zusammenpresst und stapelt. Menschen sind seit Jahrhunderten nicht mehr da. Er ist ganz allein, bis plötzlich ein Raumschiff autaucht und einen Androiden dalässt. Wall-E verknallt sich sofort in Eve.
“Wall-E” ist der neue Film aus den Pixar-Studios, die sich nach “Ratatouille” eine sehr hohe Meslatte gelegt haben – und sie leider rissen.
Das besondere ist diesem Film ist, dass der Roboter, die Hauptfigur, kaum spricht, bis auf wenige Worte. Das gesprochene Wort kommt erst sehr viel später zum Zuge. Was den Reiz ausmacht, wird aber auch zum Problem. Wall-E kann zwar herzzerreißend gucken und witzige Dinge tun, es zieht sich jedoch schon mit der Zeit. Fast wird es ein wenig langweilig zwischendurch. Das Problem ist, dass Wall-E die einzige wirklich sympathische Figur ist, von der aber irgendwann wenig Neues kommt. Der “Oh wie süß”-Effekt hat sich bald aufgebraucht.
So ist den Pixar-Machern ein ganz ordentlicher Film gelungen, aber eben leider kein sehr guter. So gibt es 6 Punkte – und für den Vorfilm den 7. oben drauf.

7/10