Monatsarchiv für Mai 1999

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Grand Prix Eurovision de la Chanson 1999

Sonntag, den 30. Mai 1999
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SA 29.05.1999, 21.00 Uhr, ARD

Schweden gewinnt den Grand Prix Eurovision! Das Konzept, ABBA zu kopieren, ging auf. Allerdings haben sich bereits jetzt zwei (!) Komponisten gemeldet, die meinten, sie hätten das Lied schon vor ein paar Jahren geschrieben.
Mit den orientalischen Klängen von Sürpriz erreichte Deutschland einen dritten Platz. Dadurch wird das Lied aber auch nicht besser…
Die eigentliche Gewinnerin war aber erneut Dana International. Nicht nur wegen ihrer spektakulären Preisübergabe, bei der sie samt preis auf der Bühne lang hinschlug, sondern auch mit ihrer Darbietung vor der Punktevergabe. Selten so etwas Beeindruckendes gesehen. Warum konnte man die nicht einfach wiederwählen?

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Parteien zur Europawahl

Sonntag, den 30. Mai 1999
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SA 29.05.1999, ARD

Beeindruckend sind immer wieder die Europawahlspots. Am Sonnabend lief der von der PBC (Partei bibeltreuer Christen). Und sie sagen “Europa für Jesus”. Mit dem Glauben an Gott gehe alles und wird schon seinen Gang gehen.
Soso.

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Die Harald Schmidt Show

Samstag, den 29. Mai 1999
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FR 28.05.1999, 0.30 Uhr (Sa.), SAT1

Eine ganz herzliche Bitte an SAT1. “Die Harald Schmidt Show” läuft auch so schon spät genug. Warum muß es freitags erst weit nach Mitternacht sein?

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Traumstart

Montag, den 24. Mai 1999
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SO 23.05.1999, 20.15 Uhr, ZDF

Seit kurzem darf Michael Schanze auch wieder Shows mit erwachsenen Leuten machen. Alle paar Wochen läuft Sonntagabend im ZDF die Gewinnshow “Traumstart”. In dieser Show dürfen Leute, die glückliche Besitzer eines Loses der Norddeutschen Klassenlotterie sind, darauf hoffen, mal fix eine Million Mark zu kassieren. Und wenn man es genau nimmt, müssen sie dafür auch nichts weiter tun. Sie müssen einfach nur Glück haben.
Das Ganze geht so ab: Am Anfang sitzen da fünf Leute rum. Dann wird eine Kugel, die letztlich auf einer bestimmten, den Kandidaten zugeordneten Farbe landen muß, geworfen. Um so später man auserwählt wird, desto mehr ist die Kugel wert. Der Kandidat muß dann entscheiden, ob er weiter um die million spielt oder die Knete gleich nimmt. Am Schluß werden dann die Kugeln der Mitspieler in einen “Zufallsgenerator” geschmissen. Welche als letztes wieder heraus kommt, derjenige hat die Million auf seinem konto. Respekt! Ein echt spannendes Konzept! Wie einfach das heutzutage geht!
Daß das nicht abendfüllend ist, haben sich die Macher wohl auch gedacht. Deshalb können drei Elternpaare nebenbei noch um die finanzielle Zukunft ihrer Kinder spielen. Auch mordsmäßig spannend! Spiele, die oftmals von anderen sendungen hemmungslos kopiert wurden.
Und Michael Schanze nervt irgendwie auch nur noch. Total überdreht und übertrieben lustig führt er durch diese völlig überflüssige und langweilige Show. Aber vielleicht ist es ja auch ein bißchen Galgenhumor, denn “Tarumstart” hat nicht gerade Traumquoten. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis zur Absetzung. Besser so!

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Überall Ossis!

Mittwoch, den 19. Mai 1999
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Es ist schon ein Weilchen her, daß ich im “TV Today”-Anhängsel “F.F.dabei” einen Leserbrief fand, in dem sich eine Frau darüber aufregte, daß in diesem Heft ein großer Bericht über den Wessi Andreas Elsholz stand. Stattdessen solle man doch auch weiterhin lieber nur über Ost-Stars berichtet. Mal ganz abgesehen davon, daß ich diese Einstellung ziemlich bedenklich finde, hätte diese Frau aber wissen sollen, daß Andreas Elsholz eben KEIN Wessi ist (wenn man das überhaupt noch sagen kann). Er gehört nämlich schon zu der Generation von Stars, wo man gar nicht mehr so genau weiß (oder es wissen will), ob er nun aus Ost oder West stammt.
Das volkstümliche Musik trällernde Mädel Stefanie Hertel beispielsweise kommt aus Sachsen! Auch Kai Pflaume, der in der SAT1-”Glücksspirale” gerne Menschen “quält”, stammt aus dem östlichen Teil Deutschlands.
Es gibt sogar Ossis in der “Tagesschau”! Jens Riewa stammt aus dem wunderschönen Spreewald. Der vor allem durch die Tour de France bekannt gewordene Sportreporter Hagen Boßdorf kommt ursprünglich von unserem heimatlichen ORB. Und, man mag es kaum glauben, die Stefanies aus der SAT1-Serie “Für alle Fälle Stefanie” (Kathrin Waligura und Claudia Schmutzler) sind Ossis!
Diese Liste könnte unendlich verlängert werden. Aber wenn es nicht solche Leserinnen wie die oben beschriebene gäbe, bräcuhte man heutzutage auch gar nicht mehr darüber reden. es ist schließlich völlig wurscht, ob der oder die nun aus dem Osten oder Westen kommt. Aber ich glaube, Zeitungen wie die “Super Illu” oder “Super TV” fördern das Ganze auch weiterhin!

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Frauen-Fußball

Dienstag, den 11. Mai 1999
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Als ich diese Meldung im Videotext las, bin ich fast vom Stuhl gefallen! Ab der nächsten Saison läuft die Fußball-Champions-League bei tm3.
Ganze 200 Millionen Mark zahlt der kleine Sender pro Jahr, um dieses Spektakel übertragen zu können und übertrumpfte damit den eigentlich nur unbedeutend größeren Konkurrenten RTL.
Um das nochmal festzuhalten: tm3 ist ein Frauensender und soll es nach dem Willen der Verantwortlichen auch bleiben. An anderer Stelle haben ich daran ja schon mal Zweifel gehegt, ob dem Geschmack der weiblichen Zuschauer mit dem tm3-Programm gerecht wird. Neuerdings laufen ausgedehnte Kinderprogramme, Western und sogar Erotikfilme. Und jetzt auch noch Fußball…
Wie hat man sich denn das vorzustellen? Slipeinlagen und Lippenstifte als Werbepartner? Frauen als Kommentatoren? (”Der Mann in Blau mit der Nummer 14 hat ein Tor gemacht – 1:0 für die Blauen!”) In den Spielpausen ausgedehnte Analysen, wer heute wieder am besten aussieht?
Aber mal im Ernst: tm3 hatte bisher nicht einmal eine Sportredaktion und will in knapp vier Monaten Veranstaltungen dieser Größenordnung übertragen. Man darf gespannt sein, wie das bewältigt wird.
Bei RTL sollte man sich hingegen echt die Frage stellen, wie es passieren konnte, daß so ein kleiner Sender diesen Medienriesen (Gut, Rupert Murdoch, der reiche Medienzar, steht hinter tm3). Und: RTL will jetzt die Rechte für die Fußball-Bundesliga an Land ziehen. Ob die allerdings billiger zu haben sind, ist zu bezweifeln. Aber die wollen es ja nicht anders. Freuen wir uns also auf Fußball bei tm3!

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Kopfball-Nacht 1999

Sonntag, den 2. Mai 1999
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SA 01.05.1999, 22.50 Uhr, WDR

Im WDR fand in der Nacht zum Sonntag ein besonderes Fernsehereignis statt: Die “Kopfball-Nacht 1999″. Das eigentlich Besondere an dieser einmal im jahr stattfindenden Sendung ist aber nicht die Sendung an sich (die gibt es auch jeden Sonntagvormittag in der ARD), sondern, daß sie live von 22.50 Uhr bis 6.15 Uhr in der Frühe gesendet wurde. Und das ist doch wirklich eine Leistung, oder?! Über sieben Stunden Live-Programm – und das in der Nacht! Man kann es durchaus als Erlebnis bezeichnen, dabei gewesen zu sein und – vor allem – durchgehalten zu haben (dieses Jahr habe ich’s nicht geschafft).
Überhaupt ist der WDR Vorreiter für diese Art von Fernsehereignissen. Ebenfalls einmal im Jahr (etwa Anfang September) gibt es “Feuersteins Nacht”. Herbert feuerstein kommuniziert von seinem “Wohnzimmer” aus mit Köln und der ganzen Welt. Und das sogar annähernd zwölf Stunden lang (von 20.15 Uhr bis 8 Uhr). Da kann man ihm auch beim Schnarchen und Speisen zusehen.
Ich finde, daß diese Art von “TV-Marathon” wahnsinnig spannend sein kann. Man muß natürlich auch etwa geboten kriegen!
Anderes Beispiel ist auch die “Herzblatt-Kultnacht” in der ARD. In so geballter Ladung kann man sich das schon mal antun. Ansonsten sehe ich niemals “Herzblatt”!
Spannend war auch einmal eine zigstündige Sendung auf 3sat, in der zwei Leute das Nachtleben einer Großstadt unsicher machten. Das Ganze war nicht live, aber weitestgehend ungeschnitten. Der Weg zum Taxi, die Fahrt mit der U-Bahn, alles wurde gesendet. Die “Pudel-Over-Night” könnte ruhig einmal auf 3sat wiederholt werden und vielleicht bekommen ja sogar auch andere Sender Ideen der derartige TV-Marathon-Nächte!