Auf Geschenke-Tour

Senioren in Vehlefanz bekommen in diesen Tagen Beutel mit Adventspräsenten überreicht – Spaziergang von Haus zu Haus

MAZ Oranienburg, 9.12.2021

Vehlefanz.
Es waren nicht die heiligen drei Könige, die am Mittwochvormittag in Vehlefanz unterwegs waren, um Geschenke zu verteilen. Stattdessen gingen die Seniorenbeauftragte Kerstin Laatsch, Kerstin Rosen von der Tourismusinfo und der Vehlefanzer Ortsvorsteher Hubert Gediga von Haus zu Haus.
Sie hatten Tüten mit kleinen Aufmerksamkeiten zum bevorstehenden Fest dabei. Insgesamt werden 73 solcher Tüten im Ort verteilt – an die Menschen über 80 Jahre. „Bezahlt wird das von der Gemeinde“, sagt Kerstin Laatsch. „Wir haben einen Fonds für die Senioren.“ Dafür hat sie einen Großeinkauf getätigt. In die Tüten kommt, „worüber sie sich freuen könnten.“

Vom „Haus der Generationen“ aus geht es los. Kerstin Laatsch klingelt an einer Haustür an der Lindenallee. Die Frau, die die Tür öffnet, schaut zunächst ungläubig. Ihr muss erst erklärt werden, warum da jetzt jemand kommt und ihr ein Geschenk in die Hand drückt. Am nächsten Haus werden die Geschenkeüberbringer gleich mal reingebeten. „Das ist ja nett, dass Sie für alle packen“, sagt Edeltraut Kiok. Die 89-Jährige bietet einen Schnaps an, aber dafür ist es dann doch noch zu früh. „Sie können ja auch ein anderes Mal kommen“, sagt sie. Dass Vertreter des Dorfes zum Geschenkeverteilen kommen, finden sie und ihr Mann gut. „Man hat ja sonst kaum noch Kontakt.“

Die kleine Gruppe pilgert weiter, einmal über die Lindenallee, zum nächsten Haus. Ein Ehepaar nimmt den Geschenkebeutel gleich vom Wohnzimmerfenster aus entgegen – mit freudigem Gesicht. „Das ist wirklich eine große Freude“, sagt Helga Fromm mit einem Lächeln.
Erneut geht es über die Lindenallee, diesmal zum Seniorenhaus in der ehemaligen Schule. Dort werden diverse Beutel verteilt. Kerstin Laatsch geht einmal die Liste durch und schaut, ob die Beutel alle da sind. „Kommt alle rein!“, ruft Gisela Hübner, nachdem sie die Tür geöffnet hat. Kerstin Rosen und Hubert Gediga bleiben lieber draußen – wegen Corona müssen alle vorsichtig bleiben. Kerstin Laatsch übergibt den Beutel. Auch Vera Ick bekommt das Weihnachtspräsent, und auch sie freut sich sichtlich. „Und nicht das Frauenfrühstück nächste Woche vergessen“, sagt Kerstin Laatsch noch.
Es geht weiter innerhalb der Wohnanlage. An einer weiteren Tür öffnet ein Herr. „Dit is aber lieb!“, ruft er. „Ist ja super“, als er den Beutel überreicht bekommt. Auch Günter Heinemann wird bedacht. Auch er bittet den Tross in seine Wohnung. Den Beutel packt er gleich mal aus. „Da ist ja wieder alles abgesichert. Tee, der ist auch sehr gut, um 10 Uhr ist bei mir immer Tee-Time.“ Dazu noch Honig und ein bisschen was zum Naschen, inklusive Dominosteine. „Da will ich ja echt nicht meckern“, sagt Günter Heinemann. Es folgt noch ein kleiner Plausch, und dann geht es schon weiter.

Nach und nach werden die Beutel gerade in Vehlefanz verteilt. „Die ersten Jahre habe ich auch Mandarinen reingelegt, aber da waren dann schon schlechte bei“, erinnert sich Kerstin Laatsch. Aber auch Selbstgebasteltes liegt im Beutel.


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