Arme Auguste

Sogar in Berlin wurde für den Oranienburger Weihnachtsmarkt geworben. Oranienburg hat ja auch keinen ganz normalen, pupsigen Weihnachtsmarkt, sondern den Weihnachtsgans-Auguste-Markt. Wegen Friedrich Wolf, der die geschichte einst schrieb und in der Gegend lebte.
Ähm, nun ja, pupsig ist der Markt trotzdem.

Sonntagnachmittag. Okay, es ist noch hell, und richtig weihnachtlich wird es auf einem Weihnachtsmarkt sowieso erst, wenn es dunkel ist. Und wenn es kalt ist. Und vielleicht sogar Schnee liegt hat.
Hatten wir alles nicht.

Der Oranienburger Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz hat ein paar Buden zu bieten, eher Zelte. Und irgendwie nicht sehr weihnachtlich geschmückt. Ein Weihnachtsmarkt muss ein bisschen kuschelig sein, nicht allzu breite Gänge, dazu was zu naschen, zu trinken, ein bisschen Gedöns. Und Musik natürlich.
Letztes Jahr, im Berchtesgadener Land, habe ich solche schönen kleinen Märkte gesehen. In Kleinstädten oder sogar Dörfern – klein, aber fein. Kuschelig, kitschig, heimelig, weihnachtlich. All das hatte der Oranienburger Markt nicht zu bieten. Wenig geschmückt, wenig Atmosphäre, und am Rand des Platzes ein Mini-Käfig mit Gänsen. Letzteres braucht kein Mensch, und die armen Gänse haben das auch nicht verdient.

Angeblich soll der Markt im letzten Jahr schöner gewesen sein, habe ich mir sagen lassen.
Angeblich seien kaum Weihnachtsmänner auf dem Markt gewesen, dafür lauter Männer in Thor-Steinar-Klamotten, habe ich mir sagen lassen.
Nun ja.


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