Unternehmen will Drohnen-Werk bauen

Die Berliner Hightech-Firma K9-Robotics könnte sich in Kremmen-Orion ansiedeln. Fluggeräte haben keine Zulassung für Munition. Sie sollen kritische Infrastruktur schützen helfen

MAZ Oberhavel, 15.10.2026

Orion.
Drohnen made in Kremmen. Das könnte bald Wirklichkeit werden. Das Hightech-Unternehmen K9-Robotics aus Berlin plant den Bau eines Werkes im Gewerbegebiet in Orion. Voraussetzung dafür ist allerdings die Zustimmung der Kremmener Stadtverordneten. Aus diesem Grund fand jetzt in Orion eine Präsentation zweier Drohnen-Modelle statt, die künftig neben weiteren Modellen in einem dortigen Werk hergestellt werden könnten.

Die neuartigen Geräte schaffen viel längere Flugzeiten als bisherige Modelle. Der Typ Ere1000 Armadillo Hybrid arbeitet dabei sowohl mit Benzin als auch mit einer Batterie. Unbeladen könnte sie fast sieben Stunden in der Luft sein, mit zwei Kilogramm beladen noch fünfeinhalb Stunden, mit acht Kilogramm noch drei Stunden.
In Orion ist das Gerät schon mal vorgeführt worden. Durch den Motor ist es ziemlich laut, als es über die Brache flog, auf der das Werk errichtet werden soll. Feliks Vainik, der bei der Firma K9-Robotics für den Bereich Heimatschutz zuständig ist, wies darauf hin, dass die Drohnen „keine Zulassung für Munition“ haben. Das war auch Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) wichtig, hervorzuheben.
Vielmehr gehe es unter anderem um den Schutz von kritischer Infrastruktur, Kremmen könne zu einem Ort der Sicherheitstechnologie werden. Damit übernehme die Stadt auch ein Stück Verantwortung, so der Bürgermeister.

Was aber können diese Drohnen außerdem, und wo werden sie eingesetzt? Detlef Wagner, der ebenfalls für das Unternehmen arbeitet, nennt ein Beispiel.
„So eine Drohne fliegt zu einem Unfall.“ Sie mache Fotos, so könne eine erste Unfallaufnahme durch die Polizei erfolgen. So könne entschieden werden, ob weitere polizeiliche Maßnahmen getroffen werden müssten. Auch Feuerwehren könnten solche Drohnen nutzen – zum Beispiel bei einem Unfallschwerpunkt wie der A24. Nach einer Unfallmeldung könnte die Drohne schon mal rüberfliegen. So könne bei den Feuerwehren entschieden werden, ob sie mit ihren Fahrzeugen durch den Stau dorthin fahre, ob es vielleicht gar nicht nötig sei oder nur in geringerem Ausmaß.
Kritische Infrastruktur könnte ebenso überwacht werden wie Großveranstaltungen. Auch wenn Vermisste gesucht werden, könnte sie zum Einsatz kommen.

In Kremmen-Orion hat das Unternehmen eine 6000 Quadratmeter große Fläche im Blick. Produktion, Test und Logistik würden sich an einem Ort befinden. Möglich seien dort 80 Arbeitsplätze. „Wenn es gut läuft, auch 120“, so Vainik.
Bis zum Jahresende könnte in Kremmen ein entsprechender Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung gefasst werden, zumindest hat Bürgermeister Sebastian Busse vor, einen solchen Antrag einzubringen. Einige Abgeordnete nutzten die Chance, sich in Orion zu informieren.

Und wann wird gebaut? „Dann soll es so schnell wie möglich gehen“, erklärte Feliks Vainik. Er sprach von einem Großauftrag, bei dem „Hunderte Drohnen zum Einsatz kommen“.
Da sich das Unternehmen in Berlin befindet, sei klar gewesen, dass das Werk in Brandenburg gebaut werden solle. „Wir haben auch Angebote aus Bayern, Hessen und Thüringen. Aber wir haben ins Berliner Umland geschaut.“
Sebastian Busse geht davon aus, dass sich der Lkw-Verkehr zu einem solchen Werk in Grenzen hält. Teilweise werde die Drohne per Drucker hergestellt.

Einer der anwesenden Stadtverordneten war am Donnerstag der Flatower Andreas Kotenbeutel (Bürger für Kremmen). Im Bauausschuss sei die mögliche Unternehmensansiedlung schon Thema gewesen. „Bisher habe ich mich enthalten“, sagte er.
Einerseits habe er ein „komisches Gefühl“, aber andererseits habe ein technologisch hochwertiger Standort viel Schönes für Kremmen, erklärte er. Er könne aber die Bedenken von vielen Menschen verstehen. Dass es aber nicht um eine Kriegsproduktion gehe, ist an bei der Präsentation mehrfach betont worden.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Unternehmen will Drohnen-Werk bauen“

  1. […] nach dem Unfall bei Biesenthal. Um das mögliche Aus für die Oranienburger Lichternacht und den möglichen Bau einer Drohnenfabrik in Orion.Das und mehr in KeineWochenShow #482 auf Youtube – immer freitags um 19 […]

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