S-Bahn-Schild bleibt im Karton

Die Hohen Neuendorferin Jutta Makowski startete eine Spendensammlung – nun ist sie enttäuscht, auf welche Art und Weise sie ausgebremst wurde

MAZ Oberhavel, 14.10.2026

Hohen Neuendorf.
Jutta Makowski wollte etwas Gutes erreichen. Sie hat eine Initiative in Gang gesetzt. Aber jetzt ist sie bitter enttäuscht von der Hohen Neuendorfer Stadtverwaltung.

Alles fing mit der Umgestaltung des Bahnhofes in Hohen Neuendorf zum Kulturbahnhof an. Nach der Eröffnung fiel der Apothekerin, die gegenüber des Bahnhofes arbeitet, auf, dass am Bahnhof ein größerer Hinweis auf den S-Bahnhof fehlte.
Die MAZ hatte darüber berichtet. Auch, dass Jutta Makowski eine Sammlung startete, damit ein „S“-Schild gekauft und am Bahnhof angebracht werden kann. In der Stadtverwaltung war das bekannt.

„Das Engagement ist aus Sicht der Verwaltung natürlich zu begrüßen“, sagte dessen Sprecher Daniel Dinse Ende Juli. Er gehe davon aus, dass sich die Initiatorin der Spendensammlung wieder bei der Stadtverwaltung melde, wenn es darum gehe, was mit dem „S“-Schild konkret geschehe, falls genug Geld zusammenkomme.
Das sei, so sagt es Jutta Makowski, auch geschehen. Die Spendensammlung lief. „Es kamen 432 Euro zusammen“, sagt die Hohen Neuendorferin. Sie seien „in Schilder inklusive Schellen zum Anbringen investiert“ worden. Aber am Ende kam es doch ganz anders. Per Pressemitteilung ließ Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) verkünden, dass an der Schönfließer Straße nun wieder ein S-Bahn-Schild auf den Eingang zum S‑Bahnhof verweise. „Mehrere Bürgerinnen und Bürger hatten sich ein solches Schild zurückgewünscht, da es für Nicht-Ortskundige eine bessere Orientierung bieten würde.“ Die Deutsche Bahn habe das Schild anbringen lassen. Von der Sammlung war da keine Rede.

Inzwischen bekam Jutta Makowski auch eine E-Mail aus dem Fachbereich Soziales der Stadtverwaltung. Man dankt ihr darin fürs Engagement, und jetzt habe man ihr Anliegen geprüft. Man könne dem aber nicht zustimmen. Denn es gebe ja jetzt schon ein Schild, und es gäbe keinen zusätzlichen Informationsgewinn. Die Entscheidung richte sich nicht gegen ihren persönlichen Einsatz. Am Ende bedankte sich die Verwaltung herzlich für ihre Initiative, ihr Verständnis und ihr Engagement. Was das Verständnis angeht, bedankt sich die Stadtverwaltung allerdings für etwas, was nicht gegeben ist. Jutta Makowski hat kein Verständnis. „Da überlegt man sich ja, ob man sich noch mal engagiert“, sagte sie. „Ich bin desillusioniert.“
Denn aus der Verwaltung habe es bislang nie negative Signale gegeben – bis dann auf einmal Tatsachen geschaffen worden waren.

Die beiden S-Schilder sind nun bei ihr zu Hause. „Ich habe es wieder in den Karton getan, ich habe dafür ja keinerlei Verwendung.“ Es widerrechtlich irgendwo anbringen will sie es auch nicht.
Es tue ihr vor allem für die vielen Geldspender leid, denn allein habe sie das Engagement ja eben nicht geleistet, stellt sie zudem noch mal klar.
Derzeit hat sie keine Idee, was sie mit den Schildern machen könnte. Wer Ideen für sie hat, kann sich an die MAZ oder sie selbst in Hohen Neuendorf wenden.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „S-Bahn-Schild bleibt im Karton“

  1. Daggi

    Die Verwaltung lebt so in ihrer eigenen Welt, dass sie wohl gar nicht mehr merkt, wie arschig das eigentlich rüberkommt.

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