Rügen 2026 (6): Deutsche Zeichensetzung

(5) -> 23.8.2026

Am Nachbartisch bei Gosch in Binz sitzt eine Familie, Mutter, Vater und ein pubertierender Sohn. Der Junge tippt gerade auf seinem Handy herum, offenbar will er ein paar urlaubsgrüße verschicken – ein Foto und ein bisschen Text.

Der Junge liest vor, und der letzte Satz lautet (Name geändert): „Es grüßen die Merzens!“ Und er fragt, ob man dahinter ein Apostroph setzen müsste: „…die Merzens‘!“ Woraufhin das große Rätseln beginnt, ob das Apostroph da hingehört oder nicht. Der Junge meint, es gehöre da hin, die Eltern sind sich nicht sicher. Sie beginnen zu googlen.

Es gebe da Unterschiede, finde sie am Nachbartisch heraus. Die Sache ist, dass die Familie Merzens heißt. Würden sie Merz heißen, dann könnte man schreiben: „Es grüßen die Merz‘!“ Oder „…die Merzs“, was aber so nicht üblich oder aussprechbar ist. Man könnte dann auch schreiben: „…die Merzens“. Dann ohne Apostroph. Da sie aber Merzens heißen würden, müsste da tatsächlich „…die Merzens‘!“ mit dem Strich hin.

Am Ende atmen alle auf, weil sie der deutschen Zeichensetzung auf die Schliche gekommen sind, und der Junge die Nachricht abschicken konnte.
Meine Scholle war übrigens lecker.


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