Das „Blue Ice Café“ in Oranienburg bietet auch Klopse, Schnitzel, Bouletten und mehr an – ebenso Frühstück, Eis und Kuchen
MAZ Oberhavel, 3.8.2026
Oranienburg.
So lange es das Louise-Henriette-Center an der Oranienburger Lehnitzstraße gibt, so lange existiert auch schon das „Blue Ice Café“. Es ist die große Konstante im kleinen Einkaufszentrum. Eröffnet wurde es einst von Gabriele Bauer. Seit zehn Jahren betreibt ihr Sohn Mike Bauer das Geschäft. „Meine Mutter kommt aber noch fast täglich hierher“, erzählt der 54-jährige Oranienburger.
Was viele nicht wissen: Das „Blue Ice Café“ ist kein Bistro, in dem es nur Eis, Kaffee und Kuchen gibt – das Angebot ist viel größer, und vor allem gibt es dort auch richtiges Mittagessen. Geöffnet ist es montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Mittagessen gibt es in der Regel immer zwischen 11 und 14 Uhr.
„Angefangen haben wir damals mit einem leichten Imbiss“, erzählt Mike Bauer. „Also so was wie Kartoffelsalat oder Bouletten. In den vergangenen Jahren haben wir das immer mehr erweitert zu Hausmannskost.“ Gäste gaben Hinweise auf Gerichte, die sie gern mal dort essen wollen. „Und so haben wir mit der Zeit immer mehr Gerichte mit reingenommen.“
Dabei ist die Küche eigentlich ziemlich klein. „Selbst die kleinste Küche ist eine Sache der Organisation“, sagt Mike Bauer. Dazu gehöre viel Vorbereitung. „Man ist ja auch schon eingespielt, sodass die Abläufe gut funktionieren.“
Auf der Speisekarte am Mittag steht beispielsweise Blutwurst mit Sauerkraut, Kartoffeln und Salat. Aber auch Klopse, Hähnchengeschnetzeltes, Sülze, Sahneheringe oder Schnitzel in diversen Variationen.
Aber auch Kleinigkeiten wie Bratkartoffeln, Kartoffelsalat mit Bockwurst, Wiener oder Bouletten gehören zum Angebot, ebenso wie ein Toast Hawaii oder Würzfleisch. Die Preise für die Hauptspeisen liegen in der Regel zwischen 11,90 und 15,90 Euro.
Morgens bietet das Café aber auch Frühstück an – in verschiedenen Variationen. Am Nachmittag kommt ein Angebot mit Kaffee und Kuchen hinzu, Eis ist immer zu haben.
Angefangen hat nach der Wende alles mit einem kleinen Imbiss am Oder-Havel-Kanal in Havelhausen. Den hatte damals Gabriele Bauer eröffnet. „Meine Mutter war ursprünglich gelernte Buchhalterin“, erzählt ihr Sohn. In den 1970ern wurde sie dann Kellnerin in der Sonnenburg in Oranienburg-Süd. In der Wendezeit begann sie, Eis und Getränke in einem eigenen kleinen Laden zu verkaufen. Dann kam der Imbiss in Havelhausen.
Als Mitte der 1990er das Louise-Henriette-Center gebaut wurde und dafür Mieter gesucht wurden, entschied sich die Familie, dort ein Café zu eröffnen. Den Imbiss in Havelhausen betrieb sie noch bis etwa 2014.
„Ich war eigentlich Gartenbauer“, erzählt Mike Bauer. Durch seine Mutter war er aber immer wieder mit dabei. 2016 übernahm er das Café. Heute arbeitet er dort gemeinsam mit einer Küchenhilfe. Momentan hilft zudem der 14-jährige Niklas, der im Café einen Sommerferien-Job hat. „Ein schöner Job“, sagte er. „Der Umgang mit anderen Menschen macht Spaß.“ Das sagt auch Mike Bauer. „Ich mag die Atmosphäre, die Leute, das Zusammenspiel von allem. Aufgrund der vielen Jahre hier ist das auch familiär geworden. Wir haben hier einige Stammkunden, die teilweise jeden Tag kommen.“
Das Café hat drei Bereiche. Vom Center aus betreten die Kunden den Raum mit dem Tresen und der Küche. Dahinter ist eine Art Lichthof, außerdem können sich die Gäste auch draußen auf die Terrasse setzen. Besondere Stoßzeiten hat das Café nicht. „Das kann man echt nicht voraussagen“, sagt Mike Bauer. Am Mittwoch war es bereits um 10.30 Uhr richtig voll. „Zum Mittagessen ist es oft voll.“
Los geht es für den Gastwirt am Morgen gegen 7.30 Uhr. „Dann bereiten wir alles vor.“ Es wird vorgekocht, Kartoffeln müssen geschält werden, Bouletten und Klopse werden vorbereitet, Champignons geschnitten. Wenn das Geschäft geschlossen ist, dann ist er noch eine gute Stunde da. „Ich muss die Maschinen reinigen, den Müll rausbringen.“ Seine Arbeitstage sind gute zwölf Stunden lang.
„Früher hatten wir sieben Tage pro Woche geöffnet, aber seit Corona nicht mehr“, erzählt er. „Wir werden ja nicht jünger.“
Wenn er die Blutwurst mit Sauerkraut, Kartoffeln und Salat serviert, dann ist das Staunen durchaus groß: Es sieht regelrecht liebevoll aus. „Wir wollen das nicht nur hinklatschen, es soll auch anschaulich sein“, sagt Mike Bauer. „Der Kunde zahlt ja auch für ein Erlebnis.“
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