Fußball-WM 2026, Sechzehntelfinale: Deutschland – Paraguay

MO 29.06.2026 | 21.00 Uhr | ZDF

Um 23.20 Uhr, zur Halbzeit, waren wir schon ziemlich ernüchtert. Da stand es 0:1 für Paraguay. Um 23.45 Uhr hatten wir Hoffnung, weil es nun wieder Unentschieden stand. Andererseits schüttelten wir aber auch den Kopf, weil die deutsche Mannschaft zwar oft im Ballbesitz war, aber einfach nichts draus machte. Um 0.30 Uhr, zum Ende der regulären Spielzeit, stöhnten wir, weil es schon Nacht war, und es nun noch weiter gehen würde.

Was dann folgte, war ein Wechselbad der Gefühle. Ein Tor, das angeblich keins war. Ein Elf-Meter-Schießen, das im Desaster endete.
Und der Moment, es war inzwischen 1.30 Uhr in der Nacht, als wir auf den Fernseher starrten. Und traurig waren. Enttäuscht und traurig.

ZDF-Kommentator Oliver Schmidt wollte gar nicht so richtig Trübsal blasen, weil er sich auch für die Mannschaft aus Paraguay freute. Dabei war Paraguay gar keine so gute Mannschaft, nur dass Deutschland sie dennoch nicht schlagen konnte.

Es begann das große Wundenlecken. Beim ZDF aus dem fernen Berlin, wo im Zollernhof das Publikum bei der Übergabe gar nicht so richtig wusste, ob ein Applaus überhaupt erwünscht war. Nie war er so falsch und deplaziert.

Bundestrainer Julian Nagelsmann muss für seine Nachspiel-Interviews immer zuerst zu Magenta TV, denn dort liegen die Erstverwertungsrechte für die Fußball-WM 2026. Bei Fußball.TV1 stand Nagelsmann eine knappe Stunde nach Spielende und sprach davon, dass er nun nicht zurücktrete. Das müsse dann schon vom DFB ausgehen, und irgendwie war das schon wieder so ein Kopfschüttel-Moment. Nicht, weil er nicht zurücktreten will, sondern weil er insgesamt so rückgradlos wirkte.
Anders später einige der Spieler. Joshua Kimmich, der sehr geknickt wirkte, und reflektiert über diese ganze Misere sprach.

Die WM geht weiter. Genau genommen noch drei Wochen. Aber ohne Deutschland. Traurig ist das deshalb, weil so eine WM tatsächlich so eine Art Gemeinschaftsgefühl auslöst. Man fiebert mit einer Sache mit, man möchte, dass es weiter geht, die Spannungskurve im Laufe der Wochen steigt. Die Ernüchterung jetzt ist um so größer, auch wenn wir ja schon gesehen haben, dass die Leistung in den meisten Spielen eher schwach waren.
Wir werden in den nächsten Wochen auch weiterhin mit einigen der Mannschaften mitfiebern, wir werden irgendwann auch einen Finalfavoriten haben. Aber es ist eben nicht dasselbe, es fehlt die Euphorie.

-> Die Sendung beim ZDF (bis 6. Juli 2026)


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