Sagen, was ist. Erklären, was dahintersteckt. Vielleicht auch wenigstens ein bisschen Bedauern. Nichts davon hatte am vergangenen Donnerstag die SPD und die Kreisverwaltung in Oberhavel für die Eltern übrig, die auf Social Media unterwegs sind. Stattdessen blumige Reden und Verschleierung.
Am Abend zuvor beschloss der Kreistag in Oranienburg mit knapper Mehrheit, dass zwar die Schülerbeförderung weiter mit 30 Euro pro Ticket und Monat bezuschusst wird. Dahinter steckt aber auch, und das ist die eigentliche Nachricht und die eigentliche Wahrheit: Ab August müssen Eltern in Oberhavel in den meisten Fällen mehr für die Tickets zahlen. Im Gegensatz übrigens zu Ostprignitz-Ruppin, wo sie gar nichts dafür zahlen müssen.
Der Eigenanteil für Familien steigt beim Deutschlandticket von 18 auf 33 Euro pro Monat. In Summe viel Geld.
Sicherlich ist das Sparen nötig. Finanziell steht der Landkreis gerade auf wackligen Beinen. Aber darüber könnte man ruhig mal reden. Und dass das finanzielle Folgen für die Eltern hat, könnte man gern auch mal bedauern. Stattdessen veröffentlicht die SPD Oberhavel in Social Media ein Video. Darin wird über die „gute Nachricht“ gesprochen, dass man entschieden habe, weiterhin einen Zuschuss zu geben. Dass Eltern mehr zahlen müssen: kein Wort. Damit ist die SPD auf Linie der Kreisverwaltung, die die Nachricht auf sehr ähnliche Weise auf Facebook und Co. verbreitet.
Aber im Social Media so um die eigentlichen Fakten herumzulavieren, ist nichts anderes als feige. Und zwar den Menschen gegenüber, die von den Mehrzahlungen betroffen sind. Da brauchen wir uns auch nicht mehr über Politikverdrossenheit und gewisse Wahlentscheidungen der Menschen wundern.
Nach einer entsprechenden Anmerkung unter dem SPD-Video, schrieb eine Genossin, dass ich doch wissen müsse, wie es dem Landkreis finanziell gehe, und man könne doch froh sein, dass…
Ja, man kann froh sein, dass… Aber darum ging es ja gar nicht, sondern um: Kommunikation.
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