RTelenovela

Er ist (k)ein Linienbus und will uns erziehen

Samstag, den 3. Februar 2018
Tags: ,

Freitagmittag in Oranienburg. Zwei Autos stehen sich gegenüber. Ein Pkw und ein Versorgungswagen der OVG, der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft. An dieser Stelle, in der Stralsunder Straße, ist die Straße einspurig, eine Ampel regelt den Verkehr. Allerdings darf stadteinwärts nur Linienverkehr die Ampel nutzen, alle anderen müssen eine Umleitung fahren.
Ob der Autofahrer das Rotlicht übersehen hat, habe ich nicht mitbekommen. Nur, dass sich beide Wagen auf der schmalen Straße gegenüber standen. Das dauerte ein wenig, aus der Ferne war zu sehen, dass der OVG-Fahrer wütend mit den Armen wedelte.

An der Ampel staute sich schon der Verkehr, unsere Ampel zeigte längst Grün, und wenn ich ganz vorn gestanden hätte, wäre ich ja frech losgefahren, um den Pkw-Fahrer da vorn zu “unterstützen”.
Der aber zog den kürzeren und fuhr rechts auf den Gehweg, um Platz zu machen. In der Zwischenzeit fuhr aber ein Auto vom in der Engzone befindlichen Parkplatz los – und dieselbe Szene entstand. Auch das Auto musste zurücksetzen.

Der OVG-Mann konnte natürlich nicht einfach losfahren und die Straße freimachen. Nein, er sah für sich noch einen Erziehungsauftrag und teilte dem Autofahrer mit, was er denn gerade falsch gemacht hat. Während wir weiter warteten und ich langsam mal die Schnauze voll hatte.
Denn wir wollen mal festhalten: Der OVG-Fahrer, der sich die Fahrt freistritt, hatte gar nicht das Recht, dort durchzufahren. Denn er fuhr zwar ein OVG-Fahrzeug – war aber kein Linienverkehr. Der Erziehungsmann war also nicht mal wirklich erziehungsberechtigt. Aber vielleicht war es ihm sehr wichtig, mal Recht zu haben. Aber nächstes Mal kann er trotzdem gern – wie alle anderen auch – die Umleitung nutzen. Oder sich einen Bus nehmen, um durch die Baustelle zu fahren.

ORA aktuell

Kreisverwaltung durchkreuzt Oranienburger Tempo-30-Pläne

Donnerstag, den 25. Januar 2018
Tags:

Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Oberhavel hat die Oranienburger Tempo-30-Pläne kassiert. Eigentlich sollte in weiten Teilen der City für mindestens Tempo 30 eingeführt werden.
Die rechtlichen Grundlagen seien stellenweise nicht gegeben, so argumentiert dagegen die Behörde. So wird es in der Bernauer Straße zwischen Hauptkreuzung und Bahnbrücke keine Beschränkung geben. Ebenso nicht in der westlichen Walther-Bothe-Straße, in der Straße der Einheit und der Lehnitzstraße zwischen Willy-Brandt-Straße und Saarlandstraße.

Tempo-30-Zonen gibt es nur auf der B273 zwischen dem Kreisel am Gymnasium und der Hauptkreuzung, in der Berliner Straße vom schloss bis zur Havelstraße, in der Stralsunder Straße zwischen Bahnhofsplatz und Bernauer Straße sowie in der Lehnitzstraße zwischen Hauptkreuzung und Willy-Brandt-Straße.

Der Bauausschuss in Oranienburg befasst sich am 30. Januar mit dem Thema.

RTZapper

Werbung: Ford Kuga

Montag, den 22. Januar 2018
Tags: , , , ,

FR 19.01.2018 | 23.51 Uhr | RTL

Ärgerlich! Da will man mal mit dem Auto in den Wald fahren, weil man sich mit Joggen gesund halten will und überhaupt mal ein bisschen Natur genießen möchte, und dann gibt es eine Baustelle – mitten auf der Straße.
Blöde Sache, das.
Aber es gibt ja diese neumodischen, großen Autos! Da ist das ja alles gar kein Problem! Man legt den Gang ein, und dann brettert man über den schmalen Waldweg. Ist ja mit den großen Reifen gar dein Ding. Um in die schöne Natur zu kommen, brettert man mal eben durch selbige.

Wirklich schön, diese Autowelt in der Werbung. Am Freitagabend lief bei RTL der Spot für den Ford Kuga.
In einer Zeit, in der über Umweltverschmutzung geredet wird. In der die dreckigen Diesel-Autos angeprangert werden. Wo es darum geht, die Umwelt zu schützen: Da zeigt die Reklame zwei Männer, die mit ihrem fetten Wagen durch den Wald brummen. Weil sie es mit der Karre einfach können. Sie parken das Teil mitten auf einer Lichtung, und die Leute bei Ford denken, das sei unfassbar cool.
Nein, ist es nicht.
Viel cooler wäre es doch, die Spritschleuder am Straßenrand zu parken und von dort loszujoggen. Aber vermutlich bräuchte man dazu keinen Ford Kuga. Und schon gar nicht diesen Werbespot, der so völlig aus der Zeit gefallen ist.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (42): Vom Parken nach 18 Uhr

Dienstag, den 16. Januar 2018
Tags: , ,

(41) -> 7.12.2017

Die schöne neue Technikwelt ist schon lange auch bei den Parkautomaten angekommen – dort kann man auch bargeldlos bezahlen.
Also, nein, nicht im in der Hinsicht verschlafenen Oranienburg, sondern in Berlin.
Ich hatte das in Prenzlauer Berg schon mal ausprobiert. Da konnte ich an eine bestimmte Nummer eine SMS schicken, ich bekam eine Bestätigung – und fertig war der Parkvorgang.

Neulich in Charlottenburg. Erstaunlich fix habe ich einen Parkplatz nahe der Bleibtreustraße gefunden. Leider hatte ich kein Kleingeld bei, aber es gibt ja die supermodernen Automaten.
Auf einem Aufkleber habe ich dann erfahren, dass ich mir entweder eine Park-App runterladen oder eine Telefonnummer anrufen kann. Das mit der App ist ohne W-Lan doof – immerhin erfährt man ja nicht, wie umfangreich die App ist, was also an Datenvolumen flöten geht, wenn man sie runterlädt.

Also rief ich die Telefonnummer an – um zu erfahren, dass nach 18 Uhr niemand mehr zu erreichen sei. Und es war nach 18.30 Uhr. Das gleiche Spiel bei der Nummer eines anderen Parkplatzanbieters.
Heißt also, nach 18 Uhr gibt es keine Parkplätze mehr am Telefon. Gewisse Öffnungszeiten muss man eben einhalten, wen man kein Geld und keine App hat.

RTelenovela

Bundesstraßen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

Mittwoch, den 10. Januar 2018
Tags: , , , , ,

Die B109 war früher eine der großen Verbindungen von Berlin zur Ostsee. Sie begann (und beginnt) in Berlin-Prenzlauer Berg und führte bis nach Greifswald, inzwischen bis zur A-20-Anschlussstelle Greifswald.
Aber führten Bundesstraßen früher auf dem möglichst schnellsten Wege von A nach B, ist inzwischen eine Wurstigkeit eingetreten.

Zwischen Berlin-Pankow und Zerpenschleuse gibt es die B109 inzwischen gar nicht mehr, sie wurde runtergestuft zur L100, einer Landesstraße. Es heißt, wegen der parallel führenden Autobahn sei die Bedeutung der Bundesstraße nicht mehr da. Was seltsam ist, weil es die Autobahn ja nicht erst seit gestern gibt.

Irrsinnig wird es aber, wenn man aus Prenzlau Richtung Berlin fährt. Hinter Mittenwalde verlässt die B109 nämlich die frühere gerade durch die Schorfheide führende Strecke nach Berlin. Stattdessen geht es rechts raus in Richtung Templin. Welchen Sinn es haben soll, über relativ schmale Waldstrecken eine Bundesstraße zu führen, will sich mir nicht erschließen. Zumal es keine konkrete Ausschilderung dieser B109 mehr gibt. Erst in Zehdenick gibt es wieder den Hinweis auf die Bundesstraße, die von der Havelstadt aus aber erneut einen Umweg über Falkenthal macht und nicht den direkten Weg über die Siedlung II und Krewelin.
In Falkenthal hat man eher den Eindruck einer engen Dorfstraße.

Dass Bundesstraßen unsinnigerweise umgeleitet werden, kommt selten vor. Dass sie unterbrochen werden, weil es ja Autobahnparallelen gibt (die irgendjemandem gaaanz plötzlich aufgefallen ist), passiert dagegen immer öfter. Wer aus Berlin auf der B2 unterwegs ist, landet plötzlich auf der A11. Wer von Oranienburg Richtung Westen auf der B273 fährt, landet auf der L170. Die B273 beginnt irgendwann später wieder. Wer auf der B96 nach Norden reist, wird hinter Neubrandenburg zur A20 geführt.
Es scheint eher, dass der Bund sparen will. Stattdessen werden die Pisten an das Land runtergereicht. Sollen die sich doch drum kümmern. So werden die Kompetenzen immer schön nach unten gedrückt.

RTelenovela

Bismarckstraße: Polizisten statt Ampeln

Montag, den 8. Januar 2018
Tags: ,

Die Kreuzung Bismarckstraße/Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin-Charlottenburg hat es in sich. Eine Straße – die B5 – ist achtspurig, die andere vierspurig. Da die Übersicht zu behalten, kann schwierig werden.
Neulich fuhr ich vom Schloss Charlottenburg aus auf der Kaiser-Friedrich-Straße. An der B5-Kreuzung fiel mir auf: Die Ampel war aus. Ich musste aber nicht verzweifeln, denn zwei Polizisten standen da, um den Verkehr zu regeln.

Man lernt das ja in der Fahrschule, wie es aussieht, wenn Polizisten statt Ampeln den Verkehr regeln. Um so spannender ist es, zu beobachten, wie die Autofahrer im wahren Leben damit umgehen.
Links neben mir stoppte ein Auto. Der jüngere Mann stutzte sichtbar, immer wieder fuhr er ein kleines Stück vor, offenbar überlegte er, ob er selbst auf die Kreuzung fahren sollte, um zu sehen, ob er rüber kommt.

Lange ließen die beiden Polizisten den Bismarckstraßenverkehr passieren. Dann schienen sie sich mit Blicken abzusprechen, sie hoben den Arm (”Achtung!” / Ampel-Gelb) und wechselten die Richtung.
Das war ein heikler Moment, denn ob wirklich alle Autofahrer auf der vielspurigen Hauptstraße mitbekommen würden, dass sie durch die beiden Männer quasi Rot sahen, war fraglich. Und tatsächlich legte ein Auto eine Vollbremsung hin, kam aber noch rechtzeitig zum Stehen.
Wir konnten fahren, und danach habe ich gemerkt, dass eine solche Regelung eine echte Konzentrationsfrage für alle Beteiligten ist. Was ja nicht das Schlechteste ist.

RTelenovela

Rügen 2018 (3): Rambin, nun abseits der B96

Sonntag, den 7. Januar 2018
Tags: , , , ,

(2) -> 6.1.2018

Lange haben die Einwohner von Rambin auf Rügen dafür gekämpft, dass der B96-Verkehr aus ihrem Ort verschwindet. Das haben sie inzwischen geschafft, der Verkehr rollt auf der neuen B96 an Rambin vorbei. Allerdings auf recht laute Weise, und es wird vermutet, dass ein zu lauter Asphalt aufgetragen worden ist.
Aber natürlich hat der Wegfall des Durchgangsverkehrs auch negative Seiten.
Am Ortseingang befindet der Rügener Bauernmarkt mit der “Alten Bauernkate”, und die müssen nun um die Besucher mehr als bisher kämpfen. Denn wer dort hin will, muss nun offensiv kurz nach der Rügenbrücke die B96 verlassen oder von der Insel kommend gleich bei Samtens.

Aber lustigerweise machten wir nun – wo die B96 nicht mehr durch Rambin führt – erstmals auf eben jenem Gelände, auf dem sich auch die Inselbrauerei befindet, eine Rast. Was aber vor allem daran lag, dass einer von uns unbedingt mal in die Brauerei wollte.

In der Bauernkate gibt es viele schöne Sachen, die auf der Insel Rügen hergestellt worden sind: Schokolade, Milchprodukte, natürlich auch Bier, Kalender. Da kann man durchaus was finden.
Ein Rätsel war uns aber das angebotene Essen. Für einen Rügener Bauernmarkt ist das Angebot mehr als dürftig und unterschiedet sich nur wenig von dem, was an Autobahnraststätten angeboten wird. Schnitzel, Bouletten, Salate, Rollmops.
Irgendwie okay, aber eben nur okay. Frischer gebratener Fisch? Fehlanzeige. Für so ein Inselrestaurant, selbst wenn es nur ein besserer Imbiss sein will, ist das schwach.

Nebenan, in der Inselbrauerei, kann man sich in Ruhe umsehen und probieren. In den Regalen stehen alle Sorten Bier, die dort hergestellt werden, Führungen gibt es auch. Wer sich für Bier interessiert, ist da gut aufgehoben.

Von Rambin aus ging es dann wieder runter von der Insel. Und da ich die richtige B96-Auffahrt verpasst habe, ging es über den alten Rügendamm zurück nach Stralsund und weiter nach Hause.
Aber der nächste Rügen-Termin steht ja auch schon fest. Auf Wiedersehen!