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Radtour (37): Geradeaus abbiegen

Samstag, den 22. Juni 2019
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(36) -> 12.6.2019

Wer von Oranienburg nach Schmachtenhagen will, findet an der B273 einen schönen Radweg am Waldrand. Erstaunloch kurvenreich und bergig geht es entlang der Bundesstraße ins nächste Dorf.
Der Radweg endet allerdings am Ortseingang. Dann darf der blöde Radfahrer direkt auf die Bundesstraße. Auf keiner Seite gibt es einen vernünftigen Weg. Das ist besonders unangenehm an der Kreuzung, wo es gerade aus in Richtung Bauernmarkt und rechts (der Hauptstraße folgend) nach Wensickendorf. Denn als Radler muss man ja irgendwie den Autofahrern mitteilen, dass man dem Straßenverlauf der Hauptstraße nicht folgen will. Aber nach links zu zeigen, ist eigentlich falsch, denn es geht ja eigentlich geradeaus weiter.
Als fuhr ich vor der Kreuzung immer langsamer und wartete ab, bis von hinten keiner mehr kam. Das war am Abend nicht so ein Problem – am Tage sicherlich schwieriger.

In Schmachtenhagen selbst fahre ich an der Kirche vorbei, und ich denke darüber nach, dass wir neulich bereits geplant haben, Heiligabend dort wieder hinzugehen, obwohl es ja immer eher, nun ja, schwierig ist.
Ich fahre am alten Schlecker-Schuppen vorbei, in dem sich neuerdings ein Tierfutterhandel befindet.

Links geht es zum Grabowsee. Ich fahre über die alten Bahnschienen, aber die Strecke von Schmachtenhagen nach Sachsenhausen ist schon seit Ewigkeiten außer Betrieb, die Gleise enden an einem Grundstückstor. Irgendwie wäre es ja toll, wenn es da auch wieder mal eine vernünftige Bahnverbindung gäbe.
Der Weg zum Grabowsee ist beschwerlich. Er führt zwar durch den Wald, aber ewig lange über Kopfsteinpflaster. Aber auch später, als dem Asphalt gibt es viele große Bodenwellen. Nicht sehr angenehm.

Ich lege eine Pause am Grabowsee ein. Ein paar Leute sind noch da. Ein Typ reißt sich gerade die Badehose runter, und ich denke an den Vorfall, der unter anderem deshalb zu einem Polizeieinsatz geführt hatte. Soll ja Leute geben, die von solchen, ähm, Vorfällen angewidert sind…

Als ich über die Grabowseebrücke über den Oder-Havel-Kanal in Friedrichsthal rolle, donnert es leicht. Vorsichtshalber schaue ich auf dem Handy auf das Wetterradar – und erst mal passiert wohl nichts. Ich radele am Kanal bis Oranienburg.

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Waldfrieden

Mittwoch, den 19. Juni 2019
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Wer zwischen Wandlitz und Bernau unterwegs ist, trifft auf der Landesstraße auf einen Ort namens Waldfrieden, ein Ortsteil von Bernau. Und da ist: nichts.
Na ja, ein bisschen Wald. Aber sonst: nichts. Zumindest nicht an dieser Landesstraße.

Waldfrieden hat ein Ortsschild, und das bedeutet, dass man als Autofahrer sich an Tempo 50 halten muss. Allerdings besteht dieser Ort nur aus einer Straße, an der links und rechts Wald ist. Die Zahl der Häuser ist an keiner Hand abzuzählen. Wer unaufmerksam ist, wird sich nicht an Tempo 50 halten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass in Waldfrieden öfter mal ein Blitzer steht – was bei den Fahrern eher zu einem Waldunfrieden führt.

Es heißt immer, es gelten strenge Regeln dafür, wo man Ortsschilder aufstellen kann und wo nicht. Angeblich muss beidseitig der Straße eine Besiedelung herrschen. Der Ort sollte als Ort erkennbar sein. In Waldfrieden ist das keineswegs der Fall. Waldfrieden ist eine Mogelpackung.

Und der eigentliche Gag: Nach dem Waldfriedener Ortsausgangsschild beginnt auf der linken Seite eine Siedlung. Die sind schon lustig, da, in Bernau.

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Konzentration, bitte! Autofahren in Berlin

Montag, den 17. Juni 2019
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Autofahren im Stadtverkehr erfordert immer hohe Aufmerksamkeit. In Berlin allerdings gibt es Stellen, die erfordern sogar eine besondere Aufmerksamkeit. Wenn man zu zweit unterwegs ist und die Beifahrerin etwas erzählt, dann gibt es schon mal den Moment, wo man merkt: Man hört ihr gar nicht genau zu.

Zum Beispiel in Mitte: Wenn man von der Oranienburger Straße am Hackeschen Markt vorbei in die Rosenthaler Straße will – dann muss man einen großen Bogen fahren.
Am Monbijouplatz geht es wegen diverser Einbahnstraßen statt geradeaus nach rechts. Weil aber die Burgstraße gerade eine Baustelle ist, sieht die Straße aus, als würde man über einen engen Hinterhof fahren. Wenn einen dann noch Radler rechts überholen, dann ist Vorsicht angesagt.
Hat man die Straße An der Spandauer Brücke erreicht, hat man erst mit einer Einbahnstraße zu tun, und man muss aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf der linken Spur im Gegenverkehr landet.
Radler rollen um einen herum, dann will auch noch die Straßenbahn abbiegen, direkt hinter der Kreuzung ist eine Haltestelle, und mitten auf der Straße parkt eine Tram.

Da braucht man Nerven. An Tempo 50 ist da nicht im Ansatz zu denken. Wo ist die Tram, was machen die Radler? Und laufen die Fußgänger über die Straße oder warten sie?
An anderer Stelle gibt es plötzlich keine Fahrstreifen mehr, oder man muss über einen Fahrradstreifen hinweg auf die Rechtsabbiegerspur.
Dass da immer wieder Unfälle passieren, muss einen überhaupt nicht wundern.

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ORA aktuell

Sperrkreis: Bombe 204 und 205 in Oranienburg

Donnerstag, den 13. Juni 2019
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Am Donnerstag sollen in Oranienburg zwei Bomben entschärft werden. Sie befindet sich auf einem Gewerbegrundstück in der Lehnitzstraße 73. Es sind zwei 250-Kilo-Bomben amerikanischer Bauart.

Ab 8 Uhr gilt ein 1000-Meter-Sperrkreis. Betroffen sind 10.000 Menschen – auch das Krankenhaus, eine Seniorenresidenz, der Bahnhof, mehrere Kitas und Schulen. Der Zugverkehr wird um 8 Uhr unterbrochen, der Regionalverkehr fährt ohne Halt in Oranienburg durch, wird erst später unterbrochen. Die B273 ist frei, aber nicht die Berliner Straße und die Saarlandstraße.
Mit einer Freigabe des Sperrkreises wird für 17 Uhr gerechnet.

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ORA aktuell

Neuer Oranienburger Bahnhofsplatz: Erster Spatenstich

Donnerstag, den 13. Juni 2019
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Auf dem Oranienburger Bahnhofsplatz erfolgte am Mittwochvormittag der erste Spatenstich für die Umbauarbeiten. Auf dem Gelände, auf dem sich bislang ein Bistro, ein Motorradladen und die Fahrradanstellanlage befand, soll in den nächsten vier Monaten die neue Bushaltstelle entstehen.

Dort sollen vier Busse gleichzeitig halten können. Hinzu kommen zwei Plätze für Schienenersatzverkehre, elf Taxistände, acht Parkplätze für Behinderte und fünf Motorrad-Stellplätze.

Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) sagte, man wolle die Aufenthaltsqualität am Bahnhof verbessern. Im Zuge der Bauarbeiten soll es im November eine Vollsperrung der Stralsunder Straße zwischen Schulstraße und Willy-Brandt-Straße geben.

Die Kosten für den Umbau des Bahnhofsplatzes sollen 3,93 Millionen Euro betragen.

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Radtour (36): Radler haben den Beat

Mittwoch, den 12. Juni 2019
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(35) -> 31.5.2019

Nach dem Feierabend und vor dem angekündigten Unwetter noch schnell ein paar Kilometer auf dem Rad schrubben.
Entlang der Berliner Straße in Oranienburg geht es nach Süd, und ich gebe zu, dass ich zunächst ein konkretes Ziel hatte. Neben dem Südcenter befindet sich seit einiger Zeit ein Imbiss. Beim „Burger 96“ gibt es, das sollte nicht überraschen, Burger. Und die sind wirklich gut, wie ich nun erstmals feststellen konnte. Fleisch, Soßen, Zwiebeln, Tomaten, Speck, Spiegelei. Sehr, sehr lecker. Und da der Laden irgendwie zur „Sky Oase“ gehört, wäre es doch toll, wenn es diese Hammerburger auch dort gäbe. Sollte ich vielleicht mal vorschlagen.

Weiter ging es in Süd in der Jenaer Straße an der neuen Grundschule vorbei. Dort müssen die Lehrer gerade einen späten Feierabend gehabt haben. Vielleicht war es aber auch Reinigungspersonal. Jedenfalls wünschten sie sich einen schönen Feierabend und verabredeten sich für morgen.

Weiter geht zur Birkenallee, den Weg bin ich neulich schon gefahren. Diesmal ging es aber weiter über die Kanalbrücke, und erst dann nach links – auf den schönen Radweg entlang des Oranienburger Kanals. Der gehört zu den schönsten in Oranienburg. Er führt bis Borgsdorf, immer am Wasser entlang. Es herrscht Ruhe, es sind nicht viele Leute dort unterwegs. Man kommt nach Wilhelmsthal, wo noch mal ein paar Häuser stehen, und dann zur Schleuse Pinnow, von der man aber auf der anderen Kanalseite mehr sieht.
Dann geht es an Feldern vorbei, und es ist die pure, ruhige Natur, durch die man radelt.

In Borgsdorf biege ich auf die Landesstraße und bleibe auf der Brücke kurz stehen. Auf der Mittelinsel der beiden Flussarme sitzen Leute und picknicken, und das sieht sehr gemütlich aus.
Es geht weiter zur Borgsdorfer Kreuzung, wo man ziemlich lange warten muss, bis man endlich Grün bekommt.
Kleiner Hinweis für Fußgänger: Wenn man mit fetten Kopfhörern unterwegs ist, hört man nichts von seiner Umwelt. Da kann der Radler noch so oft bimmeln, durch die Musik dringt nichts durch. Gut, dass sich der Mann zufällig umgedreht hat.

Der Weg zwischen Borgsdorf und Lehnitz hat leider schon sehr gefährliche Tücken. Er führt am Wald entlang, und sehr viele Wurzeln lassen den Asphalt zu einer Buckelpiste werden. Stellenweise ist das sehr problematisch. Gerade wenn man im Dunkeln unterwegs sein sollte.

Am Bahnhof in Lehnitz lege ich wieder eine Pause ein. Im Schaukasten der Feuerwehr sind diverse MAZ-Artikel angepinnt. Hinter mir stoppt ein Paar, um auf die Wegweiser zu schauen. Er hat hinten auf seinem Rad einen Lautsprecher, und daraus schallt laute elektronische Musik. An sich ist die ganz gut, aber eigentlich will man ja auf seinem Rad ein bisschen Ruhe, und eigentlich will man die anderen Leute damit auch nicht belästigen. Also, eigentlich, ja.

Über die Brücke an der Lehnitzstraße geht es zurück nach Oranienburg. Auf der linken Seite steht immer noch die Strohmauer, denn direkt dahinter befinden sich die Bombenverdachtspunkte am Kanal. Man kann aber von der Straße aus nichts sehen, aber wenn es knallt, wird man das ganz sicher mitbekommen…

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B273 überklebt

Donnerstag, den 6. Juni 2019
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Bundesstraßen werden nicht mehr gebraucht. Sie werden an vielen Stellen zu Landesstraßen herabgestuft. Es heißt, weil diese Bundesstraßen als Parallelen zu Autobahnen nicht mehr gebraucht werden. Dazu gehört aber auch, dass sich nun das Land Brandenburg darum kümmern muss, wenn dort Schlaglöcher entstehen. Der Bund ist dann fein raus.

Seit Anfang 2015 ist die B273 im Bereich zwischen Oranienburg – der B96-Querung – und Staffelde – der A24-Querung – zur L170 abgestuft worden. Wer also durch Germendorf, Sommerswalde, Schwante, Kremmen und Staffelde fährt, ist auf einer Landesstraße unterwegs.
Viele sprechen allerdings immer noch von der B273, auch mitunter die Polizei in ihren Polizeiberichten.

Es hat jedoch auch vier Jahre gedauert, bis endlich mal die Ausschilderung der Strecke verändert worden ist. Bis 2019 hinein standen in Schwante immer noch Hinweise auf die B273. Ebenso in Kremmen an den Wegweisern.
Mehr als vier Jahre hat es offenbar gedauert, bis das mal jemandem aufgefallen ist. Denn seit kurzem sind sämtliche B273-Hinweise in diesem Bereich auf den Schildern abgeklebt.
Die B273 ist nun also auch im Straßenbild in diesem Bereich bloß nur noch eine Erinnerung.

Es ist aber eh nicht mehr viel übrig von der B273. Immerhin ist sie auch zwischen Nauen und Potsdam unterbrochen. Eigentlich macht so eine lückenhafte Bundesstraße nur wenig Sinn. Aber darauf kommt es vermutlich nicht mehr an – wie man auch an der immer wieder unterbrochenen B96-Straßenführung sieht.

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