RTelenovela

Das letzte Mal: Theater am Kurfürstendamm

Mittwoch, den 23. Mai 2018
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Ein letztes Mal. Am Kurfürstendamm vor dem Theater stehen.
Ein letztes Mal. Der Weg ins Foyer, an der Kasse vorbei, in den Vorraum.
Ein letztes Mal. Karten abreißen lassen. Durch den Flur in den großen Saal. Der Blick zur Bühne. Plätze ganz außen. Die Leute durchlassen. Hinsetzen.
Ein letztes Mal. Das Licht geht aus.

Das Letzte, was wir auf der Bühne des Theaters am Kurfürstendamm sehen, ist eine Gesprächsrunde. Gregor Gysi redet gut 100 Minuten lang mit den beiden Betreibern von Theater und Komödie, mit Jürgen Wölffer und seinem Sohn Martin Woelffer.
Ein interessanter Abend, an dem nicht nur rauskam, dass Gregor Gysi kein besonders guter Interviewer ist.
Aber die Woelffers erzählten, was rund um die Schließung und des anstehenden Abrisses der beiden Theater passiert ist. Dass sie von der Politik weitgehend alleingelassen wurden. Dass sie sich letztlich nur so lange dort halten könnten, weil die Menschen darum gekämpft haben. Dass sie mit dem Investor immer wieder verhandelt haben, dass sie ausgehandelt haben, dass ein Theater auch im neuen Haus entstehen wird. Dass sie Bauherren im neuen Theater sein werden und mitreden beim Bau. Dass man sich aber immer noch nicht ganz sicher sein könne, dass alles so klappe, wie sie es sich denken – was passiert, wenn der Betreiber des Komplexes noch mal wechselt, könnte unklar sein.

Es ging aber auch um den Punkt, dass der Abriss zweiter so alter Theater, der Abriss von Kultur, so in einer anderen Stadt vermutlich nicht denkbar sei. Ein 100 Jahre altes Haus abreißen? Würden die Pariser nie tun. Da würde die Stätte unter Denkmalschutz stehen. Aber mit der Erhaltung von Altem, von Geschichtlichem tun wir uns in Deutschland ja allgemein schwer.

So gab es am Ende stehende Ovationen für die beiden Theatermacher, und die Leute blieben noch lange im Saal, um zu gucken, um zu fotografieren.

Ein letztes Mal. Applaus. Aus.
Ein letztes Mal. Das Licht geht an, langsam gehen wir raus, ins Foyer.
Ein letztes Mal. Wiener mit Brot. Cola für 4 Euro.
Ein letztes Mal. Umgucken.
Ein letztes Mal. Durch das Foyer an der Kasse vorbei, raus auf den Kurfürstendamm.

Am Sonnabend ist “Tag der offenen Tür”, dann gibt es von 12 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt ein Bühnenprogramm im Theater, am Abend ist Party. Dann ist wirklich Schluss.
Am Sonntag fällt nebenan in der Komödie der letzte Vorhang. Da werde ich noch mal dabei sein.

KeineWochenShow

#71 – Olá de Lisboa!

Sonntag, den 13. Mai 2018
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Der Eurovision Song Contest 2018 ist Geschichte, und zum Abschluss der ESC-Woche gibt es unser Special aus Lissabon.
MetalMewes sitzt diesmal alleine im Studio und hält dort die Stellung, ich berichte diesmal aus der portugiesischen Hauptstadt.

Es gibt Berichte aus dem Eurovision-Village auf dem Praca do Comercio, aus der Alfama und aus der Altice-Arena, wo die Eurovision Song Contest veranstaltet worden ist.
Wir zeigen euch, wie eng es teilweise in der berühmten Altstadt ist, was im Eurovision-Village so los ist und wie die Stimmung in der Altice-Arena war.

Natürlich geht es auch um andere Themen – um einen angekündigten Serientod in der “Lindenstraße”, um Fußball, und ein Bier gibt es natürlich auch wieder!
Das alles in KeineWochenShow #71 auf YouTube!

RTZapper

Eurovision Song Contest 2018

Sonntag, den 13. Mai 2018
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SA 12.05.2018 | 21.00 Uhr | Das Erste

Huch, was ist denn da passiert? Vierter Platz für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon! Und das, obwohl uns doch keiner leiden kann, und nur deshalb immer unsere hervorragenden Musikbeiträge ignoriert werden.
Entweder hat Europa umgedacht und haben alle anderen Deutschland plötzlich doch wieder ganz dolle lieb – oder es geht dann doch nur schlicht und einfach darum, ob wir gute Musik und eine gute Show abliefern. Und deshalb können wir Michael Schulte auch dafür dankbar sein, dass das depressive Geblubber über das ESC-Voting in diesem Jahr hoffentlich ausfällt.
In diesem Jahr haben die Deutschen viel richtig gemacht. Der Song war gut, und er wurde noch besser durch eine eindringliche Bühnenshow.

Es war ein kurzweiliger und am Ende vor allem spannender Abend. Israel wird Ausrichter des ESC 2019, nachdem Netta mit “Toy” überzeugen konnte. Und das nicht wegen der #metoo-Debatte, sondern weil der Beitrag außergewöhnlich war, Netta auffallend gut und der Refrain durchaus eingängig ist.
Als absolute Überraschung erwies sich jedoch Cesár Sampson aus Österreich, der nach dem Juryvoting auf Platz 1 stand und am Ende auf dem 3. Platz landete. Und auch dies wieder, weil Österreich mit einem guten Song vertreten war – irgendwelche politischen Dinge spielten da einfach mal keine Rolle.

Erneut gab es jedoch einen Störer – er stürmte auf die Bühne, entriss Suri aus Großbritannien ihr Mikro und brüllte etwas über Nazis, während er schon abgeführt worden ist. Auch 2017 gab es einen Zwischenfall. Spannend daran war auch: Auf die Musik hatte der Zwischenfall keinen echten Einfluss – das Playback lief eh weiter, und das beinhaltete auch diverse Tonspuren der Sängerin. Was zeigt, dass zwar weiterhin live gesungen wird, aber zum Beispiel Suri stimmlich stark durch ihr Playback unterstützt wird. Ebenso wie auch Benjamin Ingrosso aus Schweden.

Ein erhabener Moment: Vorjahresgewinner Salvador Sobral trat im Pausenprogramm erneut mit einer wundervollen Ballade auf und sah nach seiner überstandenen Herz-Operation sehr viel besser aus als 2017.

Immer wieder ärgerlich: Die langweiligen und ewig nöligen Kommentare von Peter Urban. Gibt es wirklich niemanden in Deutschland, der das ein wenig lockerer machen kann? Texte vorlesen und öde witze machen kann jemand anderes bestimmt besser.

Aber ansonsten: Nie war der Eurovision Song Contest so gut. Man muss sich nur mal die Show aus den mittleren 90ern ansehen – lahm! Viele Musikstile kamen in den gut zwei Stunden zum Zuge – von der Ballade, über den Popsong, Metal und Oper war alles dabei. Echte Totalausfälle blieben aus – was man natürlich auch langweilig finden kann. Auch die hinterher geschobene Verkündung der Publikumspunkte erweist sich als großer Gewinn, weil die Spannung bis zum Schluss anhält.
Der Abend zeigte aber auch einmal mehr: Dieser Eurovision Song Contest ist genial! Weil an diesem Sonnabend 43 Nationen in Europa und darüber hinaus zusammenkommen, um gemeinsam die Musik zu feiern. Das ist unbedingt zu bewahren – und Deutschland wäre gut beraten, nur darauf zu schauen, ob man gewinnt oder nicht. Der ESC ist auch sehenswert, wenn Deutschland nicht gewinnt.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Public Viewing “Eurovision Song Contest 2018: 2. Halbfinale”

Samstag, den 12. Mai 2018
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DO 10.05.2018 | Lissabon, Eurovision-Village

Das 2. Halbfinale vom Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon war für uns – mal abgesehen vom Voting – nichts Neues. Wir kannten die Show. Deshalb wollten wir sie diesmal gemeinsam mit anderen Leuten beim Public Viewing im Eurovision-Village auf dem Praca do Comercio in Lissabon erleben.
Es fegte ein kühler Wind über den Platz, der erfreulich gut gefüllt war. Auf drei großen Leinwänden ist das Event übertragen worden, die Massen jubelten so ziemlich jedem Auftritt zu.

Dabei kamen allerdings die Skandinavier mit am besten weg. Der Norweger Alexander Rybak ist in der ESC-Gemeinde schon bekannt, und sein Auftritt war entsprechend sehenswert und professionell. Der Schwede Benjamin Ingrosso legte einen richtig coolen Auftritt hin und sorgte ebenfalls für Jubel. Die wie Santiano klingenden Rasmussen aus Dänemark kamen ebenfalls gut an auf dem Platz.

Eine patzte allerdings: Ausgerechnet die Russin Julia Samoylova vergaß im Refrain eine Zeile mitzusingen und wirkte kurz irritiert. Dabei war ihre komplette Show eine einzige Irritation. Mit allen Mitteln wollte Russlanmd scheinbar den Eindruck verhindern, dass man sieht, dass Julia im Rollstuhl sitzt. Einerseits ist es ja richtig, dass eine Behinderung keine Rolle spielen sollte – aber sollte man sie auch verstecken? Sie thronte auf der Bühne in einem riesengroßen Kleid, unter dem der Rollstuhl verschwand. Die Kamera zeigte die Sängerin auch nur selten in Nahaufnahme, stattdessen oft von weitem oder öfter die Tänzer. Sie fühlte sich sichtbar unwohl, und überhaupt wirkte das alles sehr seltsam.
Russland ist raus, und das ist fast schon eine Sensation, weil ja Russland sonst eine große Lobby hat.

Portugal gehört übrigens zu den Ländern, in denen der Eurovision Song Contest von Werbung unterbrochen wird. RTP 1 unterbricht die Show für ewig lange Reklame – aber man hat nichts verpasst, außer einem albernen Filmchen über Portugal und den ESC, den wir ja am Vortag in der Probe gesehen haben.

Am Sonnabend gibt’s dann das Finale 2018. Einen Favoriten oder Sieger zu benennen wird im Vorfeld schwierig, es gibt viele gute Songs, die ins Ohr gehen. Welche Chance Michael Schulze da hat, lässt sich schwer sagen. Einen letzten oder vorletzten Platz hätte er jedenfalls nicht verdient – aber die Konkurrenz ist diesmal unfassbar groß.

RTZapper

Eurovision Song Contest 2018: 43 Videos für Portugal

Freitag, den 11. Mai 2018
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MI 09.05.2018 | 21.45 Uhr | one

Wie wäre es denn mal damit: Einen Extrapreis für das beste Musikvideo beim Eurovision Song Contest?
Am Mittwochabend zeigte one die 43 Preview-Videoclips aller Länder, die am Eurovision Song Contest 2018 teilnehmen. Ein Blick in die vielen kleinen Filme lohnt sich – denn oft sind gravierende Unterschiede zu den Live-Auftritten zu bemerken.

Der Clip von Italien, “Non Mi Avete Fatto Niente”, handelt beispielsweise vom Schicksal der Kinder in den Kriegen und im Terror dieser Welt. Das ist eindrücklich, zumal verschiedene Gedanken in zig Sprachen am Bildrand zu lesen sind. Dieses Werk könnte den Preis für den besten Clip bekommen.
Wir sich in der Probe zur Show zeigte, legt dagegen Schweden mit Benjamin Ingrosso live einen wesentlich cooleren Auftritt hin als im Video, wo er eine ziemlich dämliche Brille auf hat.

Der Clip von Österreich, in dem Cesár Sampson durch einen Schneewald stapft, wirkt dynamisch, es ist ein toller Song mit tollem Video. Auf der ESC-Bühne in Lissabon wirkte das schon ganz anders, und der Song iel ab, weil die Umsetzung in der Show längst nicht so gut gelungen war.

Die “43 Videos für Portugal” bei one waren deshalb ein etwas anderer Einblick in den ESC. Vielleicht wäre da ein Extra-Videopreis mal eine gute Sache!

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Eurovision Song Contest 2018: 2. Halbfinale – Juryshow

Freitag, den 11. Mai 2018
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MI 09.05.2018 | Lissabon, Altice-Arena

Alexander Rybak aus Norwegen hat es nicht ins Finale des Eurovision Song Contests 2018 in Lissabon geschafft. Er ist im 2. Halbfinale ausgeschrieben.
Also, fiktiv.
Denn am Mittwoch handelte es sich nur um eine Probe.

In Lissabon in Portugal herrscht ESC-Fieber. Zumindest in der ESC-Community. Am Flughafen hängt eine ESC-Fahne. Auf dem Praca do Comercio ist das Eurovision-Village. Und überall in der Stadt sind die Fans zu sehen, die sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten.
Die Shows finden in der Altice-Arena auf dem ehemaligen Expo-98-Gelände statt. Am Mittwoch ging 2. Halbfinale über die Bühne – als Generalprobe. Allerdings ist die wichtig, denn in diesem Durchlauf entscheidet die Jury, wer wie viele Punkte bekommt. Geht was schief beim Auftritt, könnte es sein, dass die Jury eine schlechte Bewertung, obwohl die Performance in der eigentlichen Live-Show am Tag danach gut ist.

Wir sitzen direkt hinter dem Greenroom, der weder ein Raum, noch grün ist. Dort sitzen die Künstler vor und nach ihrem Auftritt.
Auf die Sekunde genau um 20 Uhr Ortszeit geht es los – mit demselben Trailer mit Portugal-PR wie am Vortag.

Vor Ort ist es spannend zu sehen, wie in Windeseile die Bühne umgebaut wird. Es gibt nur eine Bühne, und während links die Requisiten eines Auftritts rausgeschoben werden, kommen schon die des nächsten Auftritts. Es sind nur wenige Sekunden Zeit, und alles klappt wie am Schürchen.
Besagter Alexander Rybak wird vom Publikum bejubelt, immerhin war er 2009 schon mal dabei – und gewann. Ob er das wiederholen kann, wird sich zeigen. Ungarn kommt mit hartem Metal, bei dem einen Hören und Sehen vergeht, Schweden legt einen viel cooleren Auftritt hin als im Musikvideo.

Ein Phänomen: Selbst Songs, die eigentlich eher lahm sind, nimmt man fußwippend mit. Man groovt sich ein, und letztlich dauern ja auch schlechte Nummer nur höchstens drei Minuten. 18 Songs gibt’s, und dass es langweilig wird, kann man nicht sagen.
Und eine Besonderheit gibt es: In der Live-Show am Donnerstag gibt es Ausschnitte zu sehen von drei der Big-5-Länder, die für das Finale gesetzt sind. Aufgezeichnet werden sie am Vortag – in unserer Show. So erleben wir Michael Schultes Probeauftritt für Deutschland live. Und der ist erfreulich gut geworden: Schulte steht vor einer Leinwand, in der Bilder, Wörter und Zeichnungen zu sehen sind. Das wirkt gut und kommt beim Publikum an. Werden wir etwa nicht Vorletzter oder Letzter?
Auch Italien bekommen wir so zu hören – meinen heimlichen Favoriten, der aber live leider nicht so gut funktioniert wie im Musikvideo. Frankreich dagegen kommt mit einem ohrschmeichelnden Liedchen daher.

Für die Verkündung der Länder, die im Finale auftreten werden, interessieren sich am Mittwoch nicht mehr so viele. Der Run auf die Ausgänge beginnt schon früh. Wer am Mittwoch vorn liegt, ist eh nur Fake. Die Verkündung der zehn Länder ist von vorn bis hinten ausgedacht. Deshalb kann Alexander Rybak auch noch hoffen, dass er mit Norwegen in der Live-Show doch noch genannt wird.

RTZapper

Eurovision Song Contest 2018 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 9. Mai 2018
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DI 08.05.2018 | 21.00 Uhr | YouTube

Dass Portugal ein armes Land ist, sieht man den Clips, die aus dem Land gezeigt werden, nicht an. Portugal nutzt den Eurovision Song Contest in Lissabon, um ordentlich Werbung für sich zu machen. Das ist auch gut so, denn das Land im Südwesten Europas ist einen Besuch wert.
Ansonsten hat sich Portugal mit der Show nicht sehr mit Ruhm bekleckert. Am Dienstag ging das erste Halbfinale über die Bühne, und im Grunde hatte die Show abseits der eigentlich Acts nichts wirklich zu bieten. Ein paar Einspieler, das war’s. Keine portugiesische Kultur, keine Musik, kein gar nichts. Das ist sehr schade, und hoffentlich fällt ihnen wenigstens im Finale noch etwas ein.

In diesem Jahr ist in Sachen Eurovision Song Contest alles anders. Erstmals habe ich mich sehr viel ausführlicher schon im Vorfeld mit den Songs beschäftigt. Ich hatte und habe Favoriten.
Am Dienstagabend ist die erste Show live auf YouTube übertragen worden.

Der Beitrag aus Weißrussland war der erste, den ich schnell ins Herz geschlossen hatte. Alekseev hat eine tolle, markante Stimme, “Forever” ist ein fast hymnenhafter Song, der ins Ohr geht. Aber das Ding ist ausgeschieden, und das liegt daran, dass Alekseev live leider nicht überzeugen kann. Das Lied hat immer noch was, aber seine stimme klingt auf der Bühne kaum noch außergewöhnlich.
Auch Island ist draußen. Dabei sah Ari Olafsson wie ein neuer Johnny Logan, was ja eigentlich quasi eine Gewinngarantie ist – hat aber nicht gereicht, der Song überzeugte nicht.

Israel dagegen gehört zu den Favoriten, und Netta ist mit “Toy” tatsächlich weiter. Mit einem ziemlich abgefahrenen, frechen Song, der zumindest im Refrain gut ins Ihr geht. Warum man sie allerdings die Hälftes des Liedes blöd und lahm hinter einem Mischpult rumstehen lässt, bleibt ein Rätsel.
Ebenso Cesár Sampson aus Österreich. Im Videoclip zu “Nobody but you” stiefelt er durch den Winterwald. Auf der ESC-Bühne in Lissabon muss er eine halbe Ewigkeit auf einer Hebebühne rumstehen. Den Gospelchor im Hintergrund sieht man nicht, die vier Frauen steht man einmal irgendwo im Halbdunkeln. Eine leider schwache Show für einen starken Song. Aber Hauptsache ist Österreich ist weiter – an sich verdient!

Auch Irland hat’s geschafft – mit einer Anbiederung an die schwule Zielgruppe des ESC. Denn schon im Videoclips tanzten zu Ryan O’Shaughnessys “Together” zwei Jungs in den Straßen von Dublin, und das durften sie dann auch auf der ESC-Bühne. Der Jubel war groß – und der Song, eine liebevolle Ballade, ist es auch verdient, ins Finale zu kommen.
Dass Zypern dagegen mit einer eher lahmen Ethnopop-Nummer zu den Favoriten zählen soll, will ich nicht verstehen.

Erstmals habe ich übrigens auf Peter Urban verzichtet, der während der Live-Übertragung auf one zu hören war. Der – so sagt die ARD – Kultkommentator, nervt mit seinen Altherrenwitzchen, die er vorher aufgeschrieben bekommt, und die er wortgleich in den Halbfinals und im Finale an den passenden Stellen vorliest. Mal abgesehen davon, dass man eine Musikshow nicht kommentieren muss, sondern höchstens während der Moderation dolmetschen sollte – es wird höchste Zeit, dass der in Deutschland federführende NDR mal jemand anderen sucht. Auf YouTube gab es die Show dagegen im Original, und keiner hat reingequatscht. Irgendwie eine Wohltat.