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Das Literarische Quartett

Sonntag, den 8. Dezember 2019
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FR 06.12.2019 | 23.05 Uhr | ZDF

“Das Literarische Quartett” steht scheinbar vor einem Umbruch. Und das nicht nur, weil am Freitagabend letztmals Volker Weidermann und Christine Westermann dabei waren. Das ZDF kündigte an, dass die Sendung zwar weitergehe, aber mit einem veränderten Konzept. Was das bedeutet, ist momentan völlig unklar. Auch, wann und wo es weitergeht.
Denn klar ist, dass es spätestens im Herbst am Freitagabend zu Veränderungen kommen wird. Denn man kann davon ausgehen, dass Jan Böhmermanns Late-Night-Show auf den Freitagabend im ZDF nach der “heute show” wechseln wird. Dann könnte es “aspekte”, aber eben auch “Das Literarische Quartett” treffen, die dann ihre relativ guten Sendeplätze verlieren.

Um Weidermann und Westermann ist es schade, denn beide hatten eine Leidenschaft für Literatur. Weidermann gewissermaßen als Profi, Westermann als Otto-Normal-Leserin. Das tat der Sendung gut, auch wenn Christine Westermann öfter übertrieben angepiekst wirkte, wenn sie mal Gegenwind aus der Runde bekam.

Klar ist aber auch: Dem ZDF steht diese Sendung sehr gut, und der Literaturbetrieb braucht diese Sendung auch. Fast eine Million Menschen sahen am Freitag zu, und sicherlich werden einige davon die Buchtipps aus der Sendung beherzigen. Und interessant ist es allemal, wenn sich vier Personen über Bücher unterhalten und sich dabei auch mal darüber streiten.
Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht genau, warum man dieses ganz einfache Konzept eigentlich ändern muss.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 6. Dezember 2020)

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aRTikel

Überflieger: Der Schlossherr wohnt direkt unterm Dach

Samstag, den 30. November 2019
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Rafael von Thüngen-Reichenbach leitet seit 2011 das Hotel und Restaurant in Groß-Ziethen – auch die Kultur ist ihm sehr wichtig

MAZ Oberhavel, 30.11.2019

Groß-Ziethen.
Morgens um 7 beginnt sein Tag. Wobei er allerdings irgendwie immer im Dienst ist, denn er wohnt wo er auch arbeitet. Seit Anfang 2011 ist Rafael von Thüngen-Reichenbach der Schlossherr von Groß-Ziethen.
Der 57-Jährige kümmert sich um seine 22 Mitarbeiter, Natürlich um die Gäste, den Vertrieb und das Marketing, er trifft Investitionsentscheidungen, erstellt Dienstpläne und kümmert sich um Behördengänge. „Dem Schloss geht es ganz gut“, sagt er. „Wir haben ein sehr arbeitsreiches Jahr hinter uns.“ So finden auf Schloss Ziethen Konzerte, unter anderen von den Havelländischen Musikfestspielen, statt. „Ich mache das, weil ich es auch selbst gut finde. Und es steht uns auch ganz gut, wenn sich das Haus auch nach außen öffnet.“ Das Haus stehe jedem offen, er möchte nicht, dass es einen elitären Charakter hat.
Er selbst hat seine Wohnung unterm Dach. „Ganz normal Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad. Ich habe da oben keine ganzen Raumfluchten für mich“, sagt er. „Ich mag es sehr, wenn es still ist und das Haus vor sich hinknackt. Es ist ein altes Gemäuer mit seinen alten Geräuschen.“

Geboren worden ist er 1962 in München. Dort ist er auch bei seiner Mutter aufgewachsen – und in der Rhön, wo sein Vater lebte. In München machte er auch sein Abitur. Nach dem Grundwehrdienst in Ingolstadt ging er zum Studieren nach Hamburg – Betriebswirtschaft. „Was ich machen wollte, so ganz wusste ich das noch nicht. Aber es sollte irgendwie in die Richtung Konzern-Rechnungswesen und Controlling gehen.“ So kam es dann auch – bei MAN-Nutzfahrzeuge. „Da war ich auch viel im internationalen Bereich unterwegs“, erzählt er. „Dann kam die Wende, und ich dachte mir, da kannst du jetzt nicht in München sitzen und das aus der Ferne betrachten. Ich fand die Veränderungen spannend.“ Er zog Ende 1991 nach Dresden, arbeitete dort ebenfalls im Controlling. Sein erster Dienstwagen dort: ein Trabant Kombi.
Später machte Rafael von Thüngen-Reichenbach sich als Unternehmensberater selbstständig, erst in Berlin, 2001 zog er mit seiner Familie nach Würzburg. „Dann stand hier die Frage im Raum,wie es mit dem Haus weitergeht.“ Seine Mutter Edith von Thüngen leitete bis dahin das Schloss. Er übernahm 2011. Für ihn eine Umstellung. „Davor arbeitete ich alleine, jetzt beschäftige ich mich mit Personalarbeit.“

Aber er macht es gern, wenn er über sein Schloss spricht, dann klingt da auch Freude mit durch. In der Regel endet sein Tag nach 21 oder 22 Uhr, einen richtigen Urlaub will er sich nach längerer Zeit im nächsten Jahr mal wieder gönnen – vielleicht für zehn Tage. Zum Entspannen geht er gern mal spazieren, oder er fährt mit dem Rad durch die Gegend. Wenn Zeit ist für längere Touren, dann ist er gern rund um den Stechlin unterwegs. „Ich mag den See, er ist einfach klasse.“ Oder den Weg von Linumhorst in Richtung Wall durchs Luch. „Mit der Stahlbrücke, die hoffentlich nie zusammenfallen wird. Die Gegend ist unglaublich schön.“ Wenn er wandern geht, dann darf Riesenschnauzer Zeus mit. Zeus ist der Schlosshund in Groß-Ziethen. „Der Liebling der meisten Gäste. Er mag es, Menschen um sich zu haben.”
Nur wenige Tage im Jahr, vor Weihnachten, herrscht Ruhe im Schloss. Das sind die Momente, wo auch der 57-Jährige zu Hause mal ganz abschalten kann.

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RTelenovela

Countdown: Geschichten zur Vorweihnachtszeit

Donnerstag, den 28. November 2019
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am heutigen Donnerstag, 28. November 2019, lese ich beim Heimatverein Vehlefanz vorweihnachtliche Geschichten. Los geht es um 19 Uhr im “Haus der Generationen” in der Vehlefanzer Lindenallee 11.

Mit diesem Abend will der Heimatverein die Vorweihnachtszeit in Vehlefanz einläuten. Ich lese dazu Geschichten über seltsame Begegnungen zum Fest, die vorfristige Weihnachtsmann-Ankunft, dazu Gedichte – und dazu noch RT Zappers ganz besondere Geschenktipps.
Dazwischen können Weihnachtslieder gesungen werden!

Der Eintritt kostet nichts!

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RTelenovela

Rügen 2019 (14): Kino in Bergen – bald ist Schluss

Donnerstag, den 21. November 2019
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(13) -> 20.11.2019

Und noch eine schlimme Nachricht für die Insel Rügen. Im März 2020 schließt das einzige Multiplex-Kino auf der Insel. Das UC-Kino in Bergen könnte es dann nicht mehr geben.
Der Betreiber hat zwar noch Hoffnung, dass ein Nachfolger gefunden wird, aber davon ist noch nichts zu hören.

Im Sommer gibt es auch anderswo Kino. In Göhren zum Beispiel, auf dem Zeltplatz. Allerdings laufen dort nicht die ganz aktuellen Filme, und richtig gemütlich ist es auch nicht. Und nach dem Sommer ist in Göhren immer Schluss.

Doch die Besucherzahlen in Bergen reichen wohl nicht mehr. Die heißen Sommer könnten dem Kino den Rest gegeben haben, auch die Baustelle in Bergen, durch die man nur noch schwer zum Kino gekommen ist.
Neulich habe ich dort einen Film gesehen – nach 20 Uhr, und es waren nur sieben Leute im Saal.
Wenn das Kino in Bergen schließt, dann haben es die Rügener richtig weit – dann müssen sie nach Stralsund, und das ist dann schon ein ordentlicher Weg aus manchen Regionen der weitläufigen Insel.
Hoffentlich tut sich noch was bei der Nachfolgersuche.

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RTelenovela

Überraschungsevent (34): Arndt Bause und die Comedian Harmonists

Dienstag, den 19. November 2019
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(33) -> 28.10.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran.

Erneut ging es nach Marzahn. In der Mitte des Berliner Hochhausbezirkes befindet sich das Freizeitforum Marzahn. Ich war dort noch nie, brauchte das Navi. Den äußersten Osten Berlins habe ich mir bislang nur sehr vage erschlossen.
Im Freizeitforum gibt eine Schwimmhalle, einen großen Saal und diverse andere Kultureinrichtungen. Auch ein Bäckerei-Café (in dem es wohl hervorragende Backwaren geben soll) ist dort. Es gibt Sportkurse, Lesungen, Konzerte.

Wir waren bei den Comedian Harmonists Today. Die Gruppe trat im Arndt-Bause-Saal auf. Der Saal erinnert interessanterweise ein wenig an den Palast der Republik. Ein bisschen versuchte Opulenz, Lampen wie man sie damals im Palast gesehen hat. Wie überhaupt das Freizeitforum noch recht ostig wirkt. Und vermutlich werden nur Ossis wissen, wie ich das meine. Es ist ein Eindruck, den man gar nicht näher erklären kann.
Meiner reizenden Begleiterin musste ich unterdessen erklären – obwohl auch sie ein Ossi ist -, wer Arndt Bause war. Nämlich der Vater von Inka. Aber vor allem ein erfolgreicher Komponist in der DDR.

Wir hörten Song der Comedian Harmonists, und wir hörten die Geschichte der Gruppe. Denn zwischendurch wurden immer wieder einerseits Zeitungsmeldungen mit Nachrichten der 20er und 30er-Jahre verlesen, auch wurde erzählt, wie sich die Gruppe entwickelte.
Erschreckend sind die Parallelen zu heute. Damals eroberte die NSDAP nach und nach die Länderparlamente, in Anhalt siegten die Nazis erstmals in einem der Länder.
Als Hitler an die Macht kam, dauerte es nur wenige Wochen, fast könnte man sagen: Tage, bis die Demokratie ausgehebelt war, das Land, die Politik gleichgeschaltet worden ist. Das zu hören, ist extrem bedrückend. Auch für die Comedian Harmonists ging es langsam zu Ende, denn der Gruppe gehörten auch Juden an. Die Männer trennten sich zwangsweise, der jüdische Teil machte im Ausland noch weiter Karriere, auch die anderen Männer machten noch weiter.

Das alles erfuhren wir zwischen den Liedern. Es war kein reines Konzert, sondern auch eine ziemlich traurige Geschichtsstunde. Zudem habe ich durchaus viel Neues erfahren, denn die Geschichte der Comedian Harmonists kannte ich wohl doch nicht so gut wie gedacht.

Zur Gruppe selber: Weil sie “Comedian Harmonists Today” heißt, dachte ich eigentlich, dass es sich um ein Konzert im Stil der CH handelt, aber mit überwiegend “neuen” Liedern. Dass es die Songs der damaligen CH waren, ist aber nicht negativ, denn die Lieder sind ja wirklich toll. Dass die Männer stimmlich nicht an die Originale ranreichen, ist sowieso klar.
Leider ist die Akustik des Arndt-Bause-Saals nicht die beste. Alles ist relativ hallig.
Aber ansonsten war es ein überraschend lehrreicher Abend.

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RTelenovela

Mauerfall-Jubiläum: Zum 30. ist uns leider nichts mehr eingefallen

Samstag, den 9. November 2019
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Es hat sich nichts daran geändert: Der 9. November 1989 ist der wichtigste Tag in meinem Leben. Nicht, weil ich da selbst was geleistet habe. Sondern, weil sich mein Leben ohne diesen Tag und dem, was da geschah, komplett anders gestaltet hätte. Nichts wäre so gekommen, wie es jetzt ist.
Deshalb ist dieser 9. November 2019, das 30. Jubiläum des Mauerfalls, eigentlich auch ein Tag, den ich in Berlin irgendwie miterleben will.

Und zum 20. und 25. Jubiläum gab es entlang des ehemaligen Mauerstreifens auch immer ganz hervorragende Aktionen, die zeigen sollten, wo die Mauer mal stand.
Zum 20. Jubiläum wurden auf der alten Grenze große Mauersteine aufgestellt, es wirkte kurz, als ob Berlin wieder geteilt wäre. Wir waren damals dort, und es war ergreifend. Dann wurden sie wie Dominos umgestoßen – sehr emotionale Momente.
Zum 25. Jubiläum stiegen entlang der ehemaligen Grenze Ballons in den Himmel – einer nach dem anderen. Auch das war ein Grund, dabei zu sein.

Und zum 30. Jubiläum? Da ist Berlin und den Künstlern offenbar rein gar nichts eingefallen. Am Brandenburger Tor findet das obligatorische Konzert statt, aber da will ich ja schon Silvester nie hin, an anderen Stellen Diskussionen und Führen, an einer Stelle der Spree immerhin irgendwas mit Licht.
Aber sonst: nüscht.
Das ist enttäuschend.

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RTZapper

Schlagerbooom 2019 – Alles funkelt! Alles glitzert!

Sonntag, den 3. November 2019
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SA 02.11.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die Ehrlich Brothers! Bitte, bitte kauft ihre CD! Und bitte, bitte kauft Tickets für ihre Shows! Die sind nämlich doch noch nicht ausverkauft! Und es ist doch bald Weihnachten, und da kann man doch vielleicht noch ein paar Tickets verschenken! Ach, und bitte, bitte, schaut doch mal auf Youtube das neue coole Video! Ach, und habe ich eigentlich schon die neue CD erwähnt? Bitte, bitte kaufen!

Die Ehrlich Brothers waren am Sonnabend beim “Schlagerboooom 2019” im Ersten, und ihr Auftritt war an diesem Abend der merkwürdigste. Die Zauberer singen jetzt auch noch. Das heißt, in der Show playbackten sie eher, und es war auch gut, dass das Lied vom Band kam, denn die Männer waren während ihres Auftrittes eher damit beschäftigt, die Fans zu drücken und zu herzen, da interessiert der eigene Song schon wieder gar nicht mehr. Gezaubert wurde zwischendurch auch noch. Und danach, im Gespräch mit Silbereisen, machten sie dann sehr penetrant Promo für Tour, CD und Youtube, und eigentlich war das der Moment, wo die ARD die Ehrlich Brothers ruhig mal hätten wegzaubern können.

Als Überraschungsgast kam übrigens Helene Fischer in die Dortmunder Westfalenhalle. Ihr Ex Florian Siilbereisen wusste das offenbar tatsächlich nicht und war geplättet. Es flossen Tränen, und man fragte sich: War er so gerührt? Ist er über sie hinweg? Will er sie wiederhaben? Sind sie jetzt wirklich so gute Freunde?
Normalerweise ist ja Klatsch nicht so mein Ding, aber wenn man ihn dermaßen öffentlich auf der Bühne zelebriert, dann ist das doch bemerkenswert, denn die (positive?) Erschütterung war Silbereisen sehr anzusehen. Vorsichtshalber hat Helene ihren Thomas aber erwähnt. Nicht dass die Klatschpresse wieder auf dumme Gedanken kommt. Aber wahrscheinlich sind die Sonderausgaben eh schon im Druck…

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