RTelenovela

Überraschungsevent (27): Frühschoppen ohne Jazz

Montag, den 18. Februar 2019
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(26) -> 14.1.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im März bin ich dran.

Diesmal trafen wir uns am U-Bahnhof Naturkundemuseum in Berlin-Mitte – dort waren wir aber erst kürzlich, deshalb liefen wir ein paar hundert Meter die Invalidenstraße entlang zu den Edisonhöfen.
Dort befindet sich die Kunstfabrik Schlot. Normalerweise ist das eine Location, an dem jeden Abend Jazzkonzerte stattfinden. Jeden Sonntagmittag gibt es dort den “Frühschoppen”. Der allerdings hat mit Jazz nichts zu tun. Dahinter verbirgt sich eine Lesung.

Eine Gruppe Autoren trifft sich auf der Bühne an einem großen Tisch. Sie unterhalten sich über das Wochengeschehen. Hauptsächlich sind sie aber gekommen, um eigene Texte vorzulesen. Schade nur, dass Horst Evers nicht dabei war, obwohl er im Programmflyer angekündigt war. Er wurde dann nicht mal erwähnt.
Susanne Riedel las einen sehr lustigen Text darüber, dass viele Leute komisch reagieren würden, wenn man sagt, man wohne in Steglitz. Und über einen Besuch im Nobelrestaurant mit ihren Kindern, der für alle eine Qual war.
Außerdem ging es um Begegnungen am Brandenburger Gartenzaun oder um eine Ausstellung mit einem Schneemann.

Das alles war durchaus unterhaltsam. Zwar ist die Mischung aus aktueller Rückschau und dem Vorlesen der Texte etwas merkwürdig. Aber insbesondere Susanne Riedel schreibt sehr lustig und liest das auch sehr gut vor.

Das Ganze ist übrigens kostenlos. Aber natürlich wird am Ende um eine Spende gebeten. Etwas merkwürdig und schade ist, dass das Speisenangebot im Schlot sehr mau ist. Die (auch nicht sehr üppige) Speisekarte gelte nur am Abend, am Mittag gab es nur Schinken- oder Käsebrötchen. Hm. Für so einen Frühschoppen, der kostenlos ist und wo man eigentlich bereit ist, Geld dazulassen, wäre doch ein schönes Büfett was Feines. Oder wenigstens das Angebot auf der Karte sollte vorrätig sein.

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RTZapper

Berlinale 2019: Die Bärenverleihung

Sonntag, den 17. Februar 2019
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SA 16.02.2019 | 19.00 Uhr | 3sat

Für ein paar Minuten standen die Berlinale-Filme vollkommen im Hintergrund. Denn die Bärenverleihung bei der Berlinale 2019 – live übertragen von 3sat – begannen am Sonnabendabend mit einer ganz besonderen Ehrung: Der bisherige Festivaldirektor Dieter Kosslick verabschiedet sich. Es war seine letzte Berlinale.
Zum Abschied flogen ihm noch mal die Herzen zu, lang anhaltender Applaus und viele warme Worte im Berlinale-Palast. Immerhin 18 Jahre lang – fast eine ganze Generation lang – prägte er die Berliner Filmfestspiele.

Er machte aus der Berlinale ein echtes Fanevent. Die Fans können dabei sein, wenn die Stars über den Roten Teppich laufen. Auf dem Potsdamer Platz können die Tickets gekauft werden. Das Festival kommt aber auch in den Kiez. Denn auch kleine Kinos in den Stadtbezirken bekommen nun auch etwas vom Berlinale-Kuchen ab. Denn das war offenbar Kosslicks Maxime: Die Berlinale soll für die Menschen da sein, die den Film feiern möchten. Am Sonntag nach der Preisverleihung gibt es deshalb noch einen Publikumstag, an dem alle Filme noch mal in den vielen Kinos laufen, die an der Berlinale beteiligt waren.

Kein Wunder, dass am Sonnabend bei der Schlussfeier viel Rührung herrschte, als sich der fröhliche Dieter Kosslick von den Leuten verabschiedete.

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RT liest

Klaus Schneider-Bierschulz: Leute & Lieder

Sonntag, den 17. Februar 2019
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Klaus Schneider alias Bierschulz aus Nieder Neuendorf hat ein besonderes Hobby. Er schreibt Prominente an und bittet sie, ihre drei Lieblingslieder zu nennen.
In den vergangenen Jahrzehnten ist daraus eine beträchtliche Sammlung geworden, denn sehr viele dieser Prominenten haben ihm tatsächlich geantwortet. Für das Buch “Leute & Lieder” sind nun einige dieser Antwort zusammengefasst worden.
Klaus Schneider hat diese Antworten ergänzt mit Anekdoten und Geschichten zu den meisten der angegebenen Liedern.

Herausgekommen ist ein an vielen Stellen durchaus interessantes Buch. Interessant auch deshalb, weil viele der Prominenten tatsächlich alte Volkslieder als Lieblingslieder nennen. Zeitgenössische Lieder oder gar Popsongs kommen nur sehr selten vor.
Gregor Gysi nennt die “Ode an die Freude”, Sigmund Jähn “Wer hat dich, du schöner Wald”, Gesine Schwan “Abend wird es wieder”, Frank-Walter Steinmeier “Ein feste Burg ist unser Gott”.
Die Auswahl der Promis ist allerdings relativ streng, und man merkt, dass der Autor offenbar bekannte Leute angesprochen hat, die insbesondere aus der Politik und Kultur kommen. Da wäre vielleicht eine noch breitenwirksamere Auswahl gut gewesen. Auch ist die Promiliste sehr ostlastig – zum Beispiel mit Wilhelm Pieck, Erich Honecker und anderen DDR-Funktionären. Zumal gerade lange Verstorbene gar nicht mit Antworten auf Anfragen im Buch vorkommen, sondern mit allgemeinen Erklärungen zu ihren vermuteten Lieblingsliedern. Das wäre verzichtbar gewesen.

Klaus Schneider-Bierschulz: Leute & Lieder
Nora, 200 Seiten
5/10

Hits: 57

RTelenovela

Die Skepsis war unnötig

Donnerstag, den 14. Februar 2019
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So allein unter Frauen? Kann das klappen? Die Skepsis vorher war vielleicht nicht sehr groß, aber sie war vorhanden. Also, bei den Frauen. Nicht bei mir.
Am Mittwochabend besuchte ich in Beetz eine Gruppe von Frauen, die sich einmal in der Woche in einem großen, schönen Raum treffen, um zu quatschen, zu essen, zu tanzen und zu singen.

Angefangen haben sie vor zwei Jahren. Eine der Frauen hatte begonnen, sich im Ort umzuhören, ob Interesse an so einer Gruppe besteht. Seitdem funktioniert das sehr gut. Die Frauen sind eine Art Chor, die aber keinen Druck haben, wirklich jedes Mal zu singen. Sie machen das aus Spaß an der Freude, meistens nur privat. Einen Auftritt hatten sie zwar schon, aber darum geht es ihnen nicht. Sondern darum, zur Wochenmitte mal raus- und zusammenzukommen. Locker plaudern, abschalten. Vor allem nicht über Kinder und Schule reden. Weg vom Alltag.
Eine wundervolle Sache, und man kann die Frauen nur dazu beglückwünschen, dass das so gut funktioniert.

Ich durfte dabei sein, ich werde demnächst über diese Gruppe berichten dürfen. Ich war der erste fremde Mann, den sie in ihre Gruppe gelassen haben. Hätten sie vorher gewusst, dass ich demnächst sogar schon zum zweiten Mal beim Groß-Ziethener Weiberabend dabei sein darf, hätte sie vielleicht nicht mal skeptisch sein müssen. Mit Frauenabenden kenne ich mich aus…

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RTZapper

Berlinale-Studio

Mittwoch, den 13. Februar 2019
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FR 08.02.2019 | 22.15 Uhr | rbb

Die Berlinale ist das große Film-Event in Berlin. Stars laufen über den Roten Teppich, es laufen viele Filme, es wird diskutiert und kritisiert.
Als das Berliner Dritte Programm gehört es natürlich zum guten Ton, dass der rbb das tägliche “Berlinale Studio” im Programm hat.

Am Freitagabend begann die Sendung mit einem kulturell besonders wertvollen Beitrag. Es ging nicht um Filme, um gesellschaftliche Trends oder Promis. Nein, es ging um Tüten und Beutel mit Goodies. Der erste Beitrag im Berlinale-Magazin handelte davon, wie toll es Journalisten doch finden, beschenkt zu werden. Sponsoren stellen sich hier und da hin und verteilen Tüten mit ihrem Werbekram. Da greifen die Berlinale-Journalisten natürlich sehr gern zu, denn Geschenke sind doch immer geil.

Diese Selbstverliebtheit ist allerdings auch immer mehr in den Berlinale-Pressekonferenzen zu sehen, wenn Journalisten nicht etwa Fakten, Hintergründe oder Geschichten zum Film wissen wollen, sondern dem Podium erst mal lang und breit mitteilen müssen, warum sie den Film so hervorragend oder scheiße fanden. Was ziemlich peinlich wirkt.
Aber es passt irgendwie doch alles zusammen. Man lebt da in seiner eigenen kleinen Welt, und man freut sich wenn man kostenlos noch was Schönes nach Hause schleppen darf.
Und dazu passt es auch, dass man im “Berlinale Studio” des rbb genau dieses Thema am wichtigsten fand und damit die Sendung begann. Immerhin hat man diese Goodie-Bag am Ende auch noch verlost – und wenigstens noch ein paar Autogrammkarten dazu gelegt…

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Dschungelstar begeistert in der Kirche

Montag, den 4. Februar 2019
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Peter Orloff gibt mit seinen Schwarzmeer Kosaken fast ausverkauftes Konzert in Oranienburg

MAZ Oberhavel, 4.2.2019

Oranienburg.
Einige Gäste in der Oranienburger Nicolaikirche waren sich am Sonnabendnachmittag gar nicht so sicher, ob sie Peter Orloff überhaupt zu Gesicht bekommen werden. Immerhin war der Sänger noch eine Woche zuvor im australischen Dschungel. In der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ belegte er den dritten Platz. Erst vor ein paar Tagen landete er wieder in Deutschland. Der Schwarzmeer Kosaken-Chor trat in der Zeit in einigen Orten ohne Peter Orloff auf. Aber die Sorge war unbegründet. Als das Konzert begann und die Männer vom Chor durch die Kirche nach vorn liefen, da stand Peter Orloff schon an der Eingangstür und beobachtete den Beginn der Gesänge.

„Ich mag seine Stimme“, sagte eine Besucherin vor Konzertbeginn. „Ich habe ihn schon als Schlagersänger erlebt.“ Ursula Schwabach aus Oranienburg hat natürlich mitbekommen, dass er in den vergangenen Wochen im RTL-Dschungelcamp war. „Aber ich bin hauptsächlich wegen des Kosakenchores hierher gekommen“, ergänzte sie. Sie war erstaunt, dass die Oranienburger Nicolaikirche am Sonnabend so voll war. Es war kaum noch ein Platz frei, als das Konzert begann.

Am Ende des ersten Liedes der Schwarzmeer Kosaken lief Peter Orloff durch den Mittelgang nach vorn. „Herzlich willkommen zu unserem festlichen Konzert, auf das ich mich ganz besonders gefreut habe“, sagte er. Er wünsche sich, dass die Zuschauer sich schöne Erinnerungen in die Herzen aufnehmen. Ein unvergessliches Konzertereignis wolle er gemeinsam mit seinen Sangeskollegen bieten. Diese Warmherzigkeit war auch den Zuschauern im Fernseh-Dschungel nicht verborgen geblieben – dort war er auch immer derjenige, der ausgleichen und für eine friedliche Stimmung sorgen wollte.

„Hieran habe ich gedacht, als ich die vergangenen drei Wochen im Dschungel war“, sagte Peter Orloff. „Jetzt bin ich zurück, jetzt geht es weiter.“ Zu einem „Vater unser“-Lied erhoben sich in der Nicolaikirche alle Zuschauer. Er wolle mit allen „gemeinsam aus tiefstem Herzen beten“, so der Sänger weiter. Später hörten die Leute Werke, die ohne Zweifel zu den ganz großen Klassikern der Chormusik und der populären Klassik gehören. „Nessun Dorma“, das „Ave Maria“ und der Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“ gehörten für viele Menschen zu den Höhepunkten dieses Konzertes.

Die Männer sind stimmgewaltig. Tiefe Töne werden im Hintergrund von hellen Stimmen ergänzt, dazu der Klang des großen Kirchenraumes. Die Nicolaikirche erwies sich als ziemlich perfekter Ort für den Auftritt von Peter Orloff und den Schwarzmeer Kosaken.
Seit 1993 leitet Peter Orloff den Chor. Von 1958 bis 1967 gehörte er ihm schon mal an, bevor er seine Karriere eher in Richtung Schlager lenkte. 30-mal trat er allein in der „ZDF-Hitparade“ auf. Inzwischen ist er wieder hauptsächlich mit den Schwarzmeer Kosaken unterwegs.

Später gab es am Sonnabend noch einen Auszug aus Tschaikowskis „Schwanensee“. Peter Orloff hatte vorher schon Entwarnung gegeben: „Keine Angst, wir tanzen nicht. Wir singen nur.“ Orloff – im März wird er 75 – hob hervor, dass in seinem Chor, in dem er musikalischer Gesamtleiter ist, die besten Künstler aus Russland und der Ukraine konzertieren würden. Das gab einen Extraapplaus.
„Wir singen meist in vollen, ausverkauften Hallen oder Kirchen“, sagte der Chorleiter. „Das ist ein Geschenk, dass Sie uns machen.“ Er versprach, das beste Konzert der gesamten Tournee für die Menschen in Oranienburg zu singen. Ob ihm und seinen Chormusikern das gelungen ist, weiß man natürlich (noch) nicht. Kulturell wertvoll war das Konzert aber definitiv.

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Krise beim Kulturverein: Dem Erntefest droht das Aus

Mittwoch, den 30. Januar 2019
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Volker Röthig will nicht mehr für den Vorsitz der Bärenklauer Arge Baer kandidieren – und die Nachfolge ist vollkommen offen

MAZ Oranienburg, 30.1.2019

Bärenklau.
Der Bärenklauer Kulturverein Arge Baer steht vor dem Aus. Am Donnerstag, 7. Februar, findet in der Alten Remonteschule eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Dort soll eigentlich ein neuer Vorstand gewählt werden. Doch ob es dazu kommt, ist derzeit sehr fraglich.
Der Vereinsvorsitzende Volker Röthig sagte gestern: „Mal sehen, ob sich da jemand meldet.“ Denn es scheint klar zu sein, dass er selbst für den Vorsitz nicht mehr kandidieren möchte. Und wenn das so sein sollte, könnte es sein, dass weitere Vorstandsmitglieder ebenfalls zurücktreten. Gewählt werden soll eigentlich der Vorsitzende, der Stellvertreter, Kassenwart, Schriftführer und Beisitzer.

Von einem Aus des Kulturvereins könnte auch das Erntefest betroffen sein, das immer im September in Bärenklau stattfindet und von den Leuten der Arge Baer hauptsächlich organisiert wird. „Das größte Manko ist, dass ein harter Kern beim Auf- und Abbau des Festes hilft.“ Aber die wenigen Helfer aus dem Verein stünden „allein auf weiter Flur“ da. „Und das kriegen wir nicht mehr hin“, so Volker Röthig gestern. „Ich mache das jetzt 20 Jahre, ich habe nun andere Prioritäten.“ Es habe ihm immer Spaß gemacht. „Wir hatten schöne Zeiten, anfangs haben viele mitgeholfen.“ Das sei nun kaum noch der Fall, stattdessen werde viel gemeckert. „Man warf uns vor, dass wir immer dasselbe beim Erntefest machen. Aber für uns ist das in der Organisation natürlich einfacher“, erzählt der Bärenklauer. „Aber ich sage auch jedem: Kommt zu uns. Jeder kann sich doch einbringen.“ Viele Leute hätten mit sich selbst zu tun, kritisiert der Vereinschef. Erschwerend hinzu käme bei der Organisation, dass der „Dorfkrug” dann neue Pächter habe, die Zusammenarbeit müsste komplett neu aufgebaut werden – falls sie seitens der neuen Restaurantbetreiber gewünscht sei.

Bislang sind für das Erntefest seitens des Vereins noch keine Verträge mit Künstlern unterschrieben worden. Alles hängt von der Sitzung am 7. Februar ab. Betroffen von der Krise wäre auch die Landpartie im Juni an der Villa Kork. Die Arge Baer sorgt dort bislang immer für das Catering. Das Osterfeuer und den damaligen Weihnachtsmarkt hatte der Kulturverein wegen Überlastung der Organisatoren schon vor einigen Jahren abgesagt.

Volker Röthig will den Verein nicht komplett verlassen, er will aber zum eher passiven Mitglied werden. Falls sich aber für den Vorstand und den Vorsitz niemand findet, dann ist die Zukunft der Arge Baer vollkommen unklar. Und vor allem die Zukunft des Erntefestes im September.

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