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Das Dirndl fürs Fest liegt schon bereit

Donnerstag, den 16. August 2018
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Svenja Müller (23) ist die Erntekönigin 2018 von Bärenklau – sie freut sich auf die gute Stimmung und den Umzug – schon als Kind war sie davon begeistert

MAZ Oberhavel, 16.8.2018

Bärenklau.
Ihre Eltern haben in diesem Jahr extra ihren Urlaub verschoben, denn ihre Tochter wollen sie unbedingt als Erntekönigin erleben. Svenja Müller wird am zweiten September-Wochenende in Bärenklau zur Majestät. Die 23-Jährige eröffnet am Sonnabend, 8. September, den Ernteumzug, sie überreicht Preise und hat sicherlich noch einige Aufgaben mehr.

Im vergangenen Jahr war ihre beste Freundin Lisa Andreß Erntekönigin in Bärenklau, sie gab dann auch den Anstoß dafür, dass Svenja ihre Nachfolgerin wird. „Ich freue mich am meisten auf die Stimmung bei dem Fest“, sagte sie gestern. „Ich finde es immer schön, wenn das ganze Dorf versammelt ist. Das zu sehen, ist immer toll.“ Sie hat ein Dirndl, das sie sich zum Erntefest anziehen wird. „Das passt ja auch sehr gut dazu.“

Bisher ist sie jedes Jahr beim Erntefest gewesen – es ist so etwas wie der Jahreshöhepunkt im Dorf. Schon als Kind: „Der Lampionumzug war immer das Highlight.“ Er führte und führt immer von der Kita aus durch den Ort. Sie kann sich außerdem daran erinnern, einmal mit der Kita sogar auf einem Umzugswagen mitgefahren zu sein. Aber auch später: „Wenn der Umzug kam, dann sind wir als Kinder immer schnell zur Straße gelaufen.“ Sie besuchte die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule, machte 2013 ihr Abitur am Oranienburger Runge-Gymnasium. Dann machte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita in Berlin-Wedding. „Ich wollte etwas Soziales machen“, erzählte sie. „Das war eine wichtige Erfahrung, mal in den Arbeitsalltag reinzuschnuppern.“ Sie hatte vorher noch nie mit Kindern gearbeitet. Sie wurde Speditionskauffrau, arbeitet inzwischen aber als Bereich- und Projektassistentin bei einer Berliner Firma und plant dort Transporte und Lkw-Routen.

Sie lebt seit einem Jahr in Berlin-Adlershof – kommt aber immer wieder gern zu ihren Eltern nach Bärenklau zurück. „Es ist immer wieder schön, nach Hause zu kommen“, so Svenja Müller. „Meine Freunde wohnen auch noch hier, und ich bin stolz, hier aufgewachsen zu sein.“ Einer ihrer Lieblingsorte war im Wald, an einer Stelle neben dem Rodelberg gab es immer einen großen Baumstamm. „Da haben wir immer gespielt.“ Sie kann sich durchaus vorstellen, später wieder nach Bärenklau zu ziehen, sagte sie gestern. Auf dem Dorf sei es ruhiger und entspannter als in der Großstadt.

In ihrer Freizeit spielt sie Handball – und das schon seit 15 Jahren. Bis zum vergangenen Jahr beim SV Eichstädt, jetzt spielt sie bei der HSG Neukölln in Berlin in der Oberliga Ostsee-Spree. Ansonsten liest sie gern, ist mit Freunden unterwegs oder geht spazieren.

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CD-Tipp: Binzessin

Mittwoch, den 8. August 2018
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Die Tonabnehmer: „Hallo Rügen!“

Wochenspiegel Oranienburg, 8.8.2018

Rügen ist nicht nur Deutschlands größte Insel, sondern – zumindest in Ostdeutschland – auch die beliebteste. Gerade in diesen heißen Sommerwochen lässt es sich dort am Strand der Ostsee gut aushalten. Das finden auch Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann. Das Duo nennt sich „Die Tonabnehmer“ und ist scheinbar auch besonders oft und gern auf Rügen. Deshalb haben sie der Insel auch gleich ein komplettes Album gewidmet.

Auf „Hallo Rügen!“ besingen sie die Sehnsucht, die viele Menschen beschleicht, wenn sie lange nicht auf der Insel waren. „Lass und mal wieder sehen und den Rest betrügen“, heißt es da im Auftaktsong. In den weiteren Songs besingen sie spezielle Orte und Eigenarten von Rügen. Da geht es um das Wittower Land und die Schwäne, die am Sand lagern. Um die Alleen und die Kinder der B96, die auf die Insel führt. Um die Inselhauptstadt Bergen „zwischen sieben Hügeln, zwischen sieben Feldern“. Um den alten Rügendamm, die Straße ins Glück, der verstopfte Kanal. Um Sellin und natürlich um Binz, die auf dem Album den Spitznamen „Binzessin“ bekommt.

Die Musiker treffen mit dem Album in der Tat den passenden Ton zwischen Sehnsucht und Nostalgie, der Liebe zu einem Landstrich und eine Bestandsaufnahme, was die Insel bietet, aber auch, was eventuell nervt. Ein Album für Rügen-Liebhaber, aber auch für alle, die ihren Urlaub vor- oder leider schon hinter sich haben.

Infos: www.DieTonabnehmer.de

RTZapper

Kaisermania 2018

Mittwoch, den 8. August 2018
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SA 04.08.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Vermutlich gibt es in Deutschland keinen Schlagerstar, dessen Konzerte so regelmäßig komplett live übertragen werden, wie von Roland Kaiser. Immer am ersten Sonnabend im August überträgt der mdr live aus Dresden das “Kaisermania”. Zweieinhalb Stunden singt Roland Kaiser seine Hits, und mehrere zehntausend Menschen jubeln ihm vor der Bühne, die unweit der Elbe steht, zu.

An diesem Sonnabend schauten rund 1,3 Millionen Menschen deutschlandweit bei der Kaisermania zu. Und das völlig zurecht, denn Roland Kaiser bietet eine wundervolle Sommernachtsparty. Von “Santa Maria” über “Joana” und “Warum hast du nicht Nein gesagt” sind die meisten Hits dabei, die Kaiser in seiner vier Jahrzehnte dauernden Karriere hatte.
Es ist schön zu sehen, dass es Roland Kaiser geschafft hat, auch 2018 immer noch alle Generationen zu vereinen. Denn zu den Konzerten nach Dresden kommen nun wirklich nicht die ältere Menschen – Jung und Alt feiern gemeinsam.

Dass Kaiser auch einen Udo-Jürgens-Hit im Gepäck hat, ist übrigens kein Zufall: “Mit 66 Jahren” sang er, der nun auch schon 66 ist. Dass es da eine tolle Leistung ist, zweieinhalb Stunden live zu singen und zu performen, muss man da gar nicht erst reden.
Kaisermania – ich freue mich auf 2019!

RTelenovela

Rügen 2018 (16): Cujo

Mittwoch, den 8. August 2018
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(15) -> 7.8.2018

Sonntags ist Trödelmarkt auf dem Parkplatz an der B196 im Ostseebad Sellin. Es war diesmal sogar ziemlich voll, sowohl was die Zahl der Händler angeht, als auch die Zahl der Besucher.

Eigentlich bin ich ja kein Trödelmarktgänger. Ich frage mich ja immer, wer Klamotten kauft, die schon ziemlich ramponiert aussehen und nun auf irgendeiner Decke rumliegen. Oder uralte Videokassetten. Oder Musikkassetten, die teilweise ohne Hülle in der Sonne rumliegen. Was will man von diesen Teilen noch erwarten?
Schallplatten finde ich immerhin noch ansatzweise interessant, weil ich jemanden kenne, der sie sammelt und hört.

Bei meinem Rundgang lachte mich dann aber ein Buch an. Es war der Roman “Cujo” von Stephen King. Der Roman war meine King-Premiere, irgendwann in den frühen 90ern, hatte ich ihn mir aus der Oranienburger Bibliothek ausgeliehen.
Ich warf also einen Blick auf das Buch – ging aber erst mal weiter.
Auf dem Rückweg blieb ich noch mal stehen. Das Buch war aus den späten 90ern, es kostete damals gerade mal 8 D-Mark, und es stand schon der Hinweis darauf, dass es nach der Umstellung 4 Euro kosten wird. Wahnsinn. Heute gibt es kaum noch Taschenbücher, die unter 10 Euro kosten.

Ich fragte die Verkäuferin, was sie denn für das schon leicht vergilbte Buch haben möchte. Ihre Antwort: 2 Euro. Das erschien mir für ein Buch mit dem 4-Euro-Neuwert vor 20 Jahren ziemlich viel. Ich bot ihr einen Euro an – sie verneinte. Ich hätte ihr jetzt natürlich 1,50 Euro anbieten können. Sie hätte das auch machen können.
So aber blieb “Cujo” liegen. Irgendwie schade. Aber irgendwie auch nicht.

RT im Kino

Anne Clark – I’ll walk out into Tomorrow

Samstag, den 28. Juli 2018
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Seit mehr als 30 Jahren steht die britische Musikerin und Poetin Anne Clark auf der Bühne. Mit “Sleeper in Metropolis” und auch “Our Darkness” hat sie echte Meilensteine geschaffen. Und das mit ihren poetischen Texten, die sie auf die rockigen oder auch sphärischen Songs spricht – mal schwermütig und melancholisch, mal voller Wut und Kraft.

In der Doku “Anne Clark – I’ll walk out into Tomorrow” begleitet der deutsche Filmemacher Claus Withopf die Musikerin. Der Zuschauer sieht sie auf ihren Konzerten, aber auch bei den Proben mit ihrer Band. Sie erzählt von ihrer Kindheit, von den Eltern und davon, dass körperlicher Kontakt für sie früher oft nur mit Gewalt in Zusammenhang stand.
Es ist ein zeitweise sehr persönliches, intimes Porträt geworden, das Anne Clark mit all ihrem Mut, aber auch mit ihrer Zerbrechlichkeit zeigt.
Umrahmt wird der Film immer wieder von Anne Clarks Songs. Die eine oder andere längere Anreihung von Songtext-Einblendungen hätte man allerdings auch weglassen können.

Anne Clark – I’ll walk out into Tomorrow
D 2017, Regie: Claus Withopf
Neue Vision, 84 Minuten, ab 0
7/10

RTZapper

Reinhold Beckmann trifft … Jan Fedder

Donnerstag, den 26. Juli 2018
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MO 23.07.2018 | 23.00 Uhr | NDR

Mensch, dieser Jan Fedder. Was wäre Deutschland eigentlich ohne seinen letzten Volksschauspieler? Jan Feder ist nämlich Volksschauspieler, weil er immer auf Augenhöhe mit seinen Fans ist. Und das mache schließlich einen Volksschauspieler aus. Und deshalb redet er auch so gerne darüber, dass er der letzte Volksschauspieler sei. Bislang sei er umsonst auf der Suche nach seinem Nachfolger gewesen. Aber klar, das ist ja auch schwer. Wer will diesen Jan Fedder eigentlich toppen?

Am Montagabend war Jan Fedder zu Gast in der NDR-Talkshow “Reinhold Beckmann trifft…”, überraschenderweise moderiert von Reinhold Beckmann. Dort erzählte er davon, dass er zum wiederholten Male dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Stichwort: Krebs. Man kann sagen: Jan Fedder ist ein starker Mann.

Aber betont eigentlich ein Volksschauspieler immer wieder penetrant, dass er ein Volksschauspieler sei? Wie geil er doch ist? Dass sich Regisseure gern nach ihm zu richten haben? Ist man da wirklich auf Augenhöhe mit den Leuten? Haben wir je eine Heidi Kabel oder eine Inge Meysel darüber reden hören?
Volksschauspieler Jan Fedder spielt meistens den Volksschauspieler Jan Fedder. In seinen Rollen ist er meistens selbst zu erkennen und dann erst die Rolle, die er spiele, und das sei immer sehr schwierig umzusetzen, sagt der Volksschauspieler. Die anderen können das einfach nicht. Bewerben auf den Titel “Germanys Next Volksschauspieler” werden aber gern entgegengenommen. Oder vielleicht bald auf ProSieben? Oder wenigstens auf Sat.1 Gold?

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Hinter die Welt – Tokio Hotel

Mittwoch, den 25. Juli 2018
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SO 22.07.2018 | 23.10 Uhr | arte

Ist von Tokio Hotel die Rede, dann denken die meisten vermutlich nur an Bill und Tom Kaulitz, dabei hat die Band ja von Anfang an und bis heute zwei weitere Mitglieder: Georg Listing und Gustav Schäfer.
Am Sonntagabend zeigte arte die sehr interessante Doku “Hinter die Welt – Tokio Hotel”. In dem Film ging es auch um den Gegensatz zwischen den Zwillingen und Georg und Gustav.

Die Kaulitz-Jungs haben den Rummel um sie in Deutschland irgendwann nicht mehr ausgehalten, sie zogen nach Los Angeles. Besonders Bill war schon immer in seiner Art und dem Aussehen extravagant. Sein Bruder Tom lebt diesen Stil mit.
Ganz anders Georg und Gustav. Sie sind wieder nach Magdeburg zurückgekehrt, leben dort ein relativ normales Leben. Die Kamera begleitet Georg ins Fitnessstudio, wo er erzählt, dass er wieder in die Heimat und zu seinen Freunden wollte. Ebenso Gustav, der sich auf Fahren mit seinem Boot erdet. Das ist höchst sympathisch, fast schon rührend. Vor allem, wenn man dann sieht, wie sie wieder in den Touralltag und in die aufwändigen Kostüme zurückkehren.

Während es international für Tokio Hotel noch gut läuft, scheint in Deutschland ein bisschen die Luft raus zu sein. Das ist schade, denn die Band macht gute Musik – aus heutiger Sicht sehr viel bessere Musik als in ihren Anfangsjahren. Aber Kinder- und Jugendstars haben es hierzulande leider oft schwer, auch als Erwachsene irgendwie noch Erfolg zu haben.

PS: Ob die eher jugendliche Zielgruppe die arte-Doku am späten Sonntagabend gefunden hat? Vermutlich eher weniger – oder schauen die Kids auch mal in die arte-Mediathek? Bestimmt täglich. Ganz bestimmt…