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Kasperle und Gretel besuchen den kranken Weihnachtsmann

Dienstag, den 5. Dezember 2017
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Manuela und Gundula Klatt aus Bärenklau haben ein neues Hobby: Sie betreiben ein kleines Puppentheater und schreiben dafür Stücke

MAZ Oranienburg, 5.12.2017

Bärenklau.
Schlechte Nachrichten: Der Weihnachtsmann ist krank! Er hat sich schlimm erkältet. Zum Adventsmarkt nach Bärenklau konnte er nicht kommen. Ob er Heiligabend die Geschenke verteilen kann, ist noch offen. Auf jeden Fall wollen ihm Kasperle und Gretel einen Besuch abstatten, und sie haben ihm auch ordentlichen Hustensaft mitgebracht.

Alles nur Theater – mit Handpuppen! „Ich wollte so was schon immer gerne mal machen“, erzählt Gundula Klatt. Gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Manuela hat die Bärenklauerin im Sommer ein eigenes kleines Puppentheater gegründet. Am Sonntagnachmittag zeigten sie ihr Weihnachtsstück beim Adventsmarkt im Museum auf dem Remontehof. „Ich finde, es ist eine tolle Sache, Kinder zu begeistern.“ Manuela Klatt ist junge Mutter, und deshalb liege ihr das Spielen auch im Blut, so ihre Schwiegermutter weiter.

In den vergangenen Monaten haben sich im Fundus schon viele Puppen angesammelt. „Wir bauen die nicht selber“, sagt Manuela Klatt. „Wir haben angefangen zu sammeln und zu kaufen“, ergänzt Gundula Klatt. Immer wieder seien sie auf Trödelmärkten unterwegs. „Wir haben gelernt, dass man aus einer Puppe auch eine andere machen kann. Ein Sandmännchen kann man auch zum Weihnachtsmann umverkleiden.“
Die Stücke schreiben Klatts selber. „Ich schaue, was wir für Puppen da haben, danach schreibe ich dann die passenden Stücke“, erzählt Gundula Klatt. „Ich mache meist den Anfang, dann spinnen wir das gemeinsam weiter.“ Für die eigene Fantasie sei das sehr schön, „und die Reaktion der Kinder ist toll. Teilweise reagieren die ganz anders als gedacht, aber das ist das Spannende. Die schalten oft total ab und versetzen sich in die Story. Sie wissen, dass das Böse nicht siegen darf.“ Es gebe bei ihren Geschichten eigentlich immer ein Happy End.

Am Sonntag hatten sie ihren vierten Auftritt – immer gibt es ein anderes Stück. „Im Frühjahr machen wir wahrscheinlich irgendwas mit Bibern.“ Auch eine Aufführung für Erwachsene ist inzwischen geplant – die beiden sind für einen Geburtstag gebeten worden, sich etwas zu überlegen.
„Kasperle vom Remontehof“ haben die beiden ihr kleines Puppentheater genannt. Der Kasperle selbst ist übrigens nicht vom Trödelmarkt. Er ist von der Handarbeitsgruppe in Bärenklau gestaltet worden. Die Glocke, die er dabei hat, stammt von der Buchmesse in Leipzig. Das grüne, plüschige Krokodil haben die beiden aus Thüringen mitgebracht. Am Sonntag war auch die erste Aufführung in einem richtig gebauten Theater, davor spielten Klatts immer von einem Feuerwehrauto aus.

Wer am Puppentheater interessiert ist, kann sich bei Gundula Klatt melden: 0171/4 71 55 07.

aRTikel

Premiere für den Adventsmarkt auf dem Schildower Dorfplatz

Montag, den 4. Dezember 2017
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Wegen des Kita-Neubaus war ein Umzug fällig, aber die Händler sind zufrieden – eine mögliche Terrorangst spielt nach dem Potsdamer Bombenalarm nur eine untergeordnete Rolle

MAZ Oberhavel, 4.12.2017

Schildow.
Nach dem Bombenalarm am Freitag auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt herrscht in Oberhavel eine Mischung aus purer Gelassenheit und leichter Sorge. „Klar denkt man darüber nach“, sagte Silvia Gaideck am Sonnabend. Die Schildower Ortsvorsteherin ist auch die Organisatorin des dortigen Weihnachtsmarktes. „Aber wir sind hier so klein und unbedeutend.“ Ähnlich sehen das die meisten Befragten, die den Markt auf dem Dorfplatz in Schildow oder auch den am Rathaus in Birkenwerder besuchten. „Für mich ist das kein Grund, nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen“, sagte Leon Grothe aus Schildow.

Der Adventsmarkt in Schildow war im Übrigen diesmal ein besonderer. Denn erstmals fand er auf dem Dorfplatz an der Bahnhofstraße statt. „Bis zum letzten Jahr haben wir ihn auf dem Pfadfinderplatz veranstaltet“, erzählte Silvia Gaideck. „Aber da entsteht jetzt der Kita-Neubau.“ Bislang habe sie nur Lob gehört. „Hier steht man besser“, sagte Christian Bruder aus Mühlenbeck, der auf dem Markt Honigprodukte verkaufte. Bei schlechtem Wetter sei der Boden auf dem alten Platz matschig gewesen. „Aber vom Ambiente war es drüben gemütlicher“, ergänzte er.

Am Nachmittag wurde es auf dem Platz so richtig voll. In Zusammenarbeit mit den Berliner Eisenbahnfreunden fuhr ein Zug auf der alten Heidekrautbahn-Strecke und stoppte mehr als eine Stunde lang am Bahnhof in Schildow – direkt neben dem Weihnachtsmarkt. „Er ist übersichtlich, aber okay“, sagte Besucherin Nadine Schmidt aus Berlin-Pankow.

Am Stand der Pfadfinder verkauften Cynthia Heß aus Schildow und Vanessa Hoffmann aus Kremmen Weihnachtsdeko. „Wir haben schon ein bisschen was verkauft“, sagte die 13-jährige Cynthia. Bei ihnen gab es auch Stockbrot, das am Feuer knusprig gebacken werden konnte. Im Festzelt begann ein Puppentheater, auf der Bühne wurde gesungen. Ein gelungenes Fest abseits der Terrorangst.

RTelenovela

Bald wieder ein Kino-Ziel?

Montag, den 4. Dezember 2017
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Damals mussten wir ein bisschen suchen, denn wir hatten keine Ahnung, wo sich dieses „Kino im Ziel“ befinden soll. Aber wir waren von Oranienburg nach Hennigsdorf gefahren, um im Kino einen Film anschauen zu können. Es war der 10. Februar 1997, und der allererste Film, den ich im „Ziel“ gesehen habe, war „Space Jam“, eine Mischung aus Real- und Zeichentrickfilm mit dem Hasen Bugs Bunny.
Das Kino war damals noch relativ neu, und es profitierte davon, dass Oranienburg zu dieser Zeit ohne Filmpalast da stand.

„Space Jam“ hat sich dennoch eher wenig in mein Gedächtnis eingebrannt. Eher dann schon „Knockin’ on Heavens Door“ mit Til Schweiger und Jan-Josef Liefers, ebenfalls im Februar 1997. Der große Saal war damals rammelvoll.

Als die Betreiber sehr viel später sich nicht mehr sonderlich um ihr Kino kümmerten, blieben eher ärgerliche Besuche hängen mit Filmen in schlechter Bildqualität und einem Ton in Mono (!).

2018 könnten im „Ziel“ wieder Filme laufen, und es wird Zeit für neue Kinosternstunden in Hennigsdorf! Denn momentan zeichnet sich ab, dass es einen neuen betreiber geben könnte. Für die Region wäre das toll!

KeineWochenShow

#48 – Die erste Kerze ist ein Witz!

Montag, den 4. Dezember 2017
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Zu einer festlichen Adventssendung gehört Weihnachtsdeko! Die haben wir natürlich auch, und deshalb brennt zum 1. Advent bei uns auch eine Kerze. Allerdings… aber seht selbst.

Diesmal geht es um unserer Konzerterlebnisse. Ein Teeniekonzert in einem Berliner Club kann ein echtes Erlebnis sein, wenn man dem Teeniealter eigentlich längst entwachsen ist. Außerdem geht es um die Menschen, die ein Konzert eigentlich nur noch durch ihr Smartphone verfolgen und verwackelte Videos in schlechter Tonqualität drehen.

Politisch machen wir uns Gedanken, ob wir nun vielleicht doch wieder eine “GroKo” erleben – allerdings macht es der CSU-Schmidt mit seinem Glyphosat-Alleingang nicht gerade einfacher.

Passend zum nahenden Fest haben wir gleich drei festliche Bücher im Gepäck. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Klatsch und Tratsch gibt’s natürlich auch – auf YouTube in Folge 48 von “KeineWochenShow”.

RTelenovela

Überraschungsevent (16): Kreisch!

Sonntag, den 26. November 2017
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(15) -> 8.10.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Januar ist sie dran.

Diesmal war alles anders. Ich war zwar dran, das Event zu planen. Das tat ich auch. Was mich aber wirklich erwartete, wusste ich aber diesmal auch nicht.
Ich fand ein Event im Club “Musik & Frieden”, an der Grenze zwischen Kreuzberg und Friedrichshain in Berlin. Ein Musiker namens “Vona” aus Tübingen trat dort auf. Auf Youtube sah ich mir zwei Clips an – und griff zu. Ich kannte also weder den Club, noch die Band.

Auf Youtube konnte ich schon sehen, dass Vona ein junger Mann ist, der popige Songs singt. Seine Zielgruppe sind vor allem junge Frauen um die 20. Diese Art von Konzerten habe ich bestimmt schon gut zehn Jahre nicht mehr erlebt. Wir waren nicht ganz die Ältesten, aber die meisten Besucher waren um die 20 bis 25.
Vona singt und die Mädchen kreischen. Kein Wunder, der Typ singt gut aus, hat ein Babyface. Kommt damit natürlich gut an. Die Mädels kreischten. Erstaunlicherweise habe ich von ihm noch nie gehört – er und seine Songs waren mir komplett unbekannt. Aber ein Album hat er draußen, und die vielen Besucher kannten fast alle Texte.
Die Musik ist hörbar. Ein paar Songs sind sogar recht gut. Die Musiker im Hintergrund sind gut, viele Songs haben immer irgendwas Auffallendes, Besonderes. An seiner Stimme muss Vona aber noch arbeiten, oft spricht und singt er undeutlich. Seine Trainingsjacke wirkt unpassend. Denn seine Musik macht einen “großen” Eindruck, einige Songs erinnern an Roger Cicero und könnte mit Orchester gespielt werden – so eine Trainingsjacke passt da irgendwie nicht.

Ich fand das Konzert eigentlich ganz okay, auch wenn songtechnisch am Ende nichts hängenbleibt. Aber ich werde das auf Youtube noch mal nachhören. Sie fand es so lala, hätte auch nach drei Songs gehen können, sagte sie.

Was Vona übrigens so richtig vergeigt hat, war sein Abgang. Nach dem letzten Song ging die Band ab, und irgendwie wirkte das so lapidar, dass keiner applaudierte. Keine Verbeugung, nichts. Das Publikum blieb perplex zurück, und erst nach langem Zögern kamen Zugabe-Rufe, die es dann auch gab. Aber so ein Abgang muss wirklich besser zelebriert werden. Aber kommt ja vielleicht noch.

Im Dezember gibt es kein neues Überraschungsevent. Dann werden wir stattdessen das Ü-Event des Jahres 2017 wählen. Ich bin sehr gespannt, wer als Sieger hervorgeht.

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Luchpiraten erleben Abenteuer rund um Beetz

Dienstag, den 21. November 2017
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Matthias Trümper hat ein Kinderbuch geschrieben – es dreht sich um eine alte Sage aus dem Dorf

MAZ Oranienburg, 21.11.2017

Beetz.
Eigentlich ist er Immobilienkaufmann, aber der Beetzer Matthias Trümper macht auch Musik – und jetzt hat er ein Kinderbuch herausgegeben. „Der Schatz der Wasserburg“ könnte der Beginn einer neuen Reihe sein. Alles dreht sich um die Kinder Mia, Josch, Spargel, Stulle und den Hund Lilli. Alle zusammen sind sie die Luchpiraten.
Erzählt wird von einer alten Sage, die tatsächlich auch in Beetz spielt. „Im Luch in der Nähe des Dorfes gibt es eine glatte Wiese“, erzählt der 53-Jährige. „Mittendrin gibt es aber eine etwa zwei Meter hohe Erhebung.“ Sie habe Ausmaße von etwa 50 mal 50 Metern. Ringsherum sei ein Graben zu sehen. „Man merkt, das ist ein rechteckiges Areal, und irgendwas war da mal. Was, das bleibt aber im Verborgenen. Man spricht von einem Pfahlbau.“ Die alten Beetzer würden von einer Wasserburg sprechen, die da vor sehr vielen Jahren mal gestanden habe. Um diese Sage hat sich Matthias Trümper das Kinderabenteuer ausgedacht. Immer wenn seine Kinder abends noch eine Geschichte hören wollten, dann kam ihm diese Sage in den Sinn – und es konnte los gehen.

Im Sommer 2016 war die Idee für ein Buch geboren. Der Beetzer machte viele Fotos mit Ansichten aus dem Dorf. „Ich wollte Bilder einbauen, damit die Kinder erkennen, dass es in Beetz spielt.“ Er lernte den Illustrator Ralph Groß aus Berlin kennen, der aus den Fotos bunte Zeichnungen anfertigte. Diese sind nun im gut 60-seitigen Buch alle zu finden. Ein Jahr später war alles fertig, das Buch konnte in den Druck gehen, Trümper ließ auf eigene Kosten 200 Exemplare herstellen. „Es ist ein Herzensprojekt”, sagt er. Dennoch überlegt er, bei Verlagen nachzufragen, ob Interesse besteht. Bei den Beetzern selbst besteht es auf jeden Fall – 100 Bücher sind schon verkauft worden. „Ich hatte auch eine Testlesung in der Beetzer Schule, die Kinder waren sehr aufmerksam dabei.“

Ideen für weitere Bücher gibt es schon. Immerhin bekam Matthias Trümper kürzlich von Hartmut Ern aus Beetz einen dicken Ordner mit einer Dorfchronik überreicht. Viel Stoff für weitere Storys mit den Luchpiraten.
Wer Interesse hat, kann sich an Kathrin Trümper wenden, 0172/8 05 88 11. Das Buch kostet 15  Euro.

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Rügen 2017 (20): 11,20 Euro

Samstag, den 18. November 2017
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(19) -> 16.11.2017

Der Film, den ich gesehen habe, hieß nicht nur “Simpel”, er war es auch. Also nicht inhaltlich. Aber es war eine normale 2D-Vorstellung. Es war Sonntag am frühen Abend. Keine Überlänge. Aber als die Frau an der Kinokasse den Eintrittspreis genannt habe, dachte ich erstens, dass ich wohl nicht richtig gehört habe, und zweitens, dass man Zehner wohl nicht reichen wird: 11,20 Euro kostete das Vergnügen.

Es ist das Kino in Bergen auf Rügen. Und gerade in der Winterzeit haben die Bergener den Vorteil, dass sie auf Rügen (so weit ich weiß) das einzige echte Kino sind. Da kann man die Preise schon mal sehr ordentlich hochschrauben.
Immerhin sind selbst in Berlin die Preise um gut 2 Euro niedriger. Und 11,20 Euro sind für einen normalen Film ohne Schnickschnack extrem viel – da kann ich jeden verstehen, der sagt, dann lieber zu Hause im Heimkino vom Streamingdienst.