RTelenovela

Weg damit: Heidschi Bumbeidschi

Sonntag, den 16. Dezember 2018
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Inzwischen schon eine recht lange Tradition: das Weihnachtsliedersingen bei Freunden in Hennigsdorf. In diesem Jahr feierten wir das 10. Jubiläum. Das heißt, eigentlich feierten wir es nicht, weil ich das eben erst zufällig hier im Blog entdeckt habe, dass es 2008 damit los ging.
Wenn wenn jedes Jahr die Weihnachtslieder singt, dann hat man auch Favoriten. Und die, die man eher langweilig findet.

Sah ein Knab ein Röslein stehen. Ich muss sagen, dass ich mich sehr langweile, wenn wir dieses Lied singen. Die Melodie ist lahm, und inhaltlich… nun ja. Viel los ist da nicht.
Heidschi Bumbeidschi. Das Ding steht in unserem Liederheft, und in diesem Jahr haben wir darauf verzichtet, weil wir alle fanden, dass es ziemlich doof ist. Schon wegen des Dialektes, den keiner kann.
Das ewige Lied: Vom Himmel hoch. Es hat – zumindest in unserem Liederheft 15 Strophen. Heute haben wir uns darauf geeinigt, dass sechs reichen müssen. Danach wird sowieso nicht gelabert.
Happy X-Mas. Klingt viel besser, wenn John Lennon das schmettert. Wenn wir das singen, ist das irgendwie oll.

Dagegen finde ich “Sind die Lichter angezündet” wahnsinnig schön. Gerade die DDR-Weihnachtslieder hatten immer so eine besinnlich-fröhliche Note. Oft sind die Melodien sehr schön. Das gilt auch für “Vorfreude, schönste Freude”, “Oh, es riecht gut” und “Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen”.

Klassiker wie “Oh du Fröhliche” und “Stille Nacht” singe ich dagegen auch gern – aber nur einmal Jahr, am Heiligabend beim Gottesdienst in der Kirche…

RTZapper

zdf@bauhaus: Feine Sahne Fischfilet

Donnerstag, den 6. Dezember 2018
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SA 01.12.2018 | 23.30 Uhr | 3sat

Feine Sahne Fischfilet.
Mich nervt diese Band inzwischen. Die Sache ist nur: Die Band selbst kann gar nichts dafür.

Die Diskussionen um den Auftritt der Band im Dessauer Bauhaus war groß. Weil man beim Bauhaus Schiss hatte, dass die Rechten ihnen die Bude einrennen, wenn Feine Sahne Fischfilet bei ihnen auftritt, sagte man den Gig ab. Die Rechten bezeichnen die Band als linksradikal, weil sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet werden ist. Da sich die Beobachtung aber längst erledigt hat, kann ja wenig dran gewesen sein, dass da irgendwas Linksradikales ist.
Aber die rechten Meinungsmacher haben es geschafft, dass die Diskussion um die Band den Mainstream erreicht hat.
So wird inzwischen jeder Pups zu Feine Sahne Fischfilet in den Medien geteilt. Überall Feine Sahne Fischfilet. Muss nicht sein, bringt aber offenbar Klicks im Internet. Auch Hass bringt Klicks.

Die rechte Diskussion hat in Dessau Eindruck hinterlassen. Das ZDF ließ dort, im Bauhaus, bereits viele Folgen der Musikreihe “zdf@bauhaus” drehen – nun musste sich das Team eine neue Location suchen, weil die Bauhaus-Leute tatsächlich kalte Füße bekommen haben – und am Ende kam nur noch ein R dazu. Das Konzert fand im Brauhaus in Dessau statt.
Am Sonnabend ist das Konzert auf 3sat gezeigt worden, und erstaunlicherweise ist es sehr ruhig geblieben, obwohl die Ausstrahlung im Grunde ja ein wenig der Showdown nach der Konzertaufzeichnung war.

Das Erstaunlichliche an der Diskussion um Feine Sahne Fischfilet ist letztlich vor allem, wie sehr es den Rechten gelungen ist, den Diskurs zu bestimmen. Wie sieht es eigentlich mit Diskussionen um Rechtsrockbands aus? Werden die eigentlich noch geführt?

RTelenovela

Wahl zum Top-Überraschungsevent 2018

Montag, den 3. Dezember 2018
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2017 -> 17.12.2017
(25) -> 1.12.2018

Die Überraschungsevent-Szene aus Berlin und Brandenburg traf sich am Sonntagnachmittag zur großen Wahl des Top-Überraschungsevents 2018. Die Abstimmung fand im Lokal “Dicke Wirtin” im Stadtbezirk Charlottenburg statt und stand unter dem Eindruck von deutscher Feiertagsküche.

Im März 2016 ist die Idee der Überraschungsevents geboren worden. Sie funktioniert so: Bei zwei Teilnehmern ist jeder abwechselnd dran, ein Event zu planen. Der andere bekommt nur den Termin und den Treffpunkt mitgeteilt. Bedingung: Es muss etwas Kulturelles sein. Was genau, ist egal. Bis zu 30 Euro darf es ungefragt kosten.
In der 2018er-Stafel fanden neun Überraschungsevents statt, der Dezember ist der Monat des Fazits und der Preisverleihung.
Jede Wertung von 1 bis 9 Punkte musste einmal vergeben werden.

Und das Top-Überraschungsevent 2018 iiiiiiiiiist: die Taschenlampenführung im Naturkundemuseum in Mitte!
Es lag allerdings nicht in beiden Einzelbewertungen vorn – aber es kam einmal auf Platz 1 und einmal auf Platz 2. Es ist also immerhin eine ungefähre Einigkeit. Auf den Plätzen lagen die Führung durch das vietnamesische Dong-Xuan-Center in Lichtenberg und das Stück “Das Missverständnis” am Deutschen Theater.

Für 2019 ist eine 4. Staffel der Überraschungsevents vorgesehen – mit bis zu elf weiteren Veranstaltungen. Los geht es voraussichtlich am 12. Januar 2019. Womit ist natürlich noch geheim!

RTelenovela

Überraschungsevent (25): Nachts im Museum

Samstag, den 1. Dezember 2018
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(24) -> 17.11.2018

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im Januar bin ich dran.

Diesmal waren wir nachts im Museum. Das Naturkundemuseum in Berlin bietet hin und wieder Taschenlampenführungen an. Sie beginnen lang nach Schließung des Hauses – nämlich erst um 22 Uhr.
Man geht zu einem Seiteneingang, wartet eine Weile, und irgendwann öffnet sich die Tür, und eine junge Frau lässt uns rein.
Nur etwa 20 Leute sind zu dieser Führung zugelassen. Das Museum ist weitgehend dunkel, es ist still, die Atmosphäre ist eine ganz andere als sonst.

In der großen Halle stehen die Dinosaurier, und während uns einiges dazu erklärt wird, leuchten wir die Skelette mit den Taschenlampen ab. Von den 8 gezeigten Dinos bestehen fünf aus überwiegend “Originalmaterial”. Da kommt man echt ins Staunen.

Atemberaubend sind aber die Teile des Museums, in die man sonst gar nicht rein kommt. Sie sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich, aus sicherungstechnischen Gründen.
Aber dort stehen in einer Halle zum Beispiel in lauter Schrankvitrinen ein paar Vogel-Präparate. Ungefähr 30.000 davon. Der Wahnsinn. Man läuft an den Glasschränken entlang und blickt in zig Vogelaugen. Die Präparate sind mitunter schon mehr als 200 Jahre alt. Man möchte lange und langsam dort langschlendern und sie alles genauer ansehen, aber wir hatten nicht so viel Zeit. Und das alles im dunklen Raum mit Taschenlampen. Eine spannende Atmosphäre.

Ein paar Schritte weiter sind die eingelagerten Säugetiere. Zum Beispiel ein Fuß eines Elefanten. Auch schon fast 200 Jahre alt, von einem Zirkus in Potsdam. Die Geschichte dieses Elefanten ist gerade grotesk dramatisch. Das Tier wurde wild, wurde vergiftet, wurde dann nach Berlin transportiert und ist durch das Gift aufgedunsen und explodiert.
Bevor der Schrank mit dem Elefantenfuß geöffnet wurde, sollten wir alle die Taschenlampen ausschalten, und es war der Moment der absoluten Dunkelheit, in der wir plötzlich standen.

Auf dem Rückweg kamen wir noch am Eisbären Knut vorbei, der seine letzte Heimstatt auch im Naturkundemuseum gefunden hat. Am Ende waren wir beide der Meinung, dass wir einen spannenden Abend erlebt haben. Diese Taschenlampenführung zeigt so ein Museum mal auf eine ganz andere Weise.

aRTikel

Erstes Album am Horizont

Mittwoch, den 28. November 2018
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Die Band Altertune bringt Songs heraus – geprobt wird regelmäßig im Leegebrucher Jugendclub – dort nimmt sie auch ihre Musik auf

MAZ Oranienburg, 28.11.2018

Leegebruch.
Ihren bisher schönsten Auftritt hatten sie beim Veltener Hafenfest. „Das war ein gutes Feeling auf der großen Bühne“, sagt Christian Kunz. Der 30-jährige Oranienburger ist Teil des Bandprojektes Altertune. Seit September 2017 gibt es die Gruppe in der aktuellen Zusammensetzung. Gerade haben sie ein kleines Album mit sieben Songs herausgebracht. Der Titel: „Horizont“. So heißt auch einer der Songs auf dem Album, zu dem es auf Youtube auch ein Musikvideo gibt.

Altertune – das sind Laura Stubbe (23) aus Vehlefanz. Sie ist die Sängerin und arbeitet im Jugendamt. Christian Kunz, Gesang und Produktion, ist Koch bei der Berliner Polizei. Der Maschinenfahrer Sebastian „Zeus“ Beuster (25) rappt und ist ebenfalls für die Produktion zuständig. Außerdem ist noch Danny „Ride“ Engel (27) aus Hennigsdorf mit dabei.

„Christian und ich kennen uns seit fünf Jahren“, erzählt Sebastian Beuster. „Wir haben schon viel gemacht, hatten nun aber Bock auf eine Gruppe.“ Mit ihrer Musik wollen sie verschiedene Zielgruppen bedienen und vereinen. Laura und Kunz (als Spitzname gesprochen mit langem U) machen eher den softeren Pop. „Das sind größtenteils emotionalere Songs.“ Gesellschaftliche Themen, aber auch über Freundschaft und Liebe. Andererseits bedienen Zeus und Ride die HipHop- und Rap-Schiene. „Da können wir auf den Putz hauen, auch mal sagen, was uns gesellschaftlich auf den Sack geht und können manchmal laut werden“, erzählt Zeus. So solle bei Konzerten für jeden etwas dabei sein.

Und warum Altertune? Die Musiker lachen bei der Frage. Es handele sich dabei um eine Zusammensetzung. Sie kommt von zwei Technikprogrammen, vom Autotune und dem Programm „Little Alter Boy“, die beide auf ihre Art den Klang der Stimmen verändern können.

Die Songs von Altertune – egal, ob in der Pop- oder der Rapsparte – bestechen durch ihre mitunter sehr eingängigen Melodien. Ein Lied wie „Horizont“ bleibt sehr schnell im Ohr. Den ersten gemeinsamen Auftritt hatte Altertune im vergangenen Jahr beim Benefizkonzert nach dem Starkregen in Leegebruch. „Das Gefühl mit der eigenen Musik auf der Bühne zu stehen, ist unbeschreiblich“, erzählt Zeus und lächelt. „Wenn alle feiern, was du da machst. Das ist dann krass.“

Nun ist schon das erste Album fertig. Es entstand im Leegebrucher Jugendclub, da gibt es die entsprechende Technik. Dort treffen sich die vier Bandmitglieder auch immer wieder zum Proben. „Wenn einer unserer Songs mal im Radio laufen würde, das wäre ein Traum“, sagt Zeus. Das müsse man sich aber nach und nach erarbeiten, gibt Kunz danach zu bedenken. „Dafür sind wir auch noch zu jung als Gruppe“, schiebt Laura nach. Auf jeden Fall wollen sie auch 2019 wieder Auftritte absolvieren. Beim Veltener Hafenfest, auch aufs Hennigsdorfer Stadtfest wollen sie sehr gern.

Die Band im Internet: www.facebook.com/AlterTune. Youtube: AlterTune Musik. Das Album gibt es auf allen bekannten Streamingportalen wie Spotify.

RTZapper

Junior Eurovision Song Contest 2018

Dienstag, den 27. November 2018
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SO 25.11.2018 | 14.00 Uhr | Youtube

Herzlichen Glückwunsch, Polen hat den Junior Eurovision Song Contest 2018 gewonnen!
Und wenn du dich jetzt fragst, was Polen da genau gewonnen haben soll, dann bist du nicht allein – zumindest in Deutschland.

Während im Mai der Eurovision Song Contest auch in Deutschland ein Event ist, fristet die kleine Schwester im November hierzulande nicht mal ein Schattendasein. Da ist gar nichts.
Beim Junior Eurovision Song Contest 2018 sind 20 Länder angetreten. Es sind Jugendliche bis 16 Jahre, die dort mit ihren Songs auftreten – in ihrer Landessprache. Diesmal fand die Show in Minsk statt und ist ein durchaus bemerkenswertes europäisches (und darüber hinaus) Jugendmusikfest.

In Deutschland findet es nicht statt. Es gab seit 2003 noch nie einen deutschen Teilnehmer, eine Übertragung gibt es dementsprechend auch keine. Es ist nur live auf Youtube zu sehen gewesen – immerhin.
Dabei wäre es das ideale Event für den KiKA, der es am Sonntagnachmittag live ausstrahlen könnte. Im KiKA köännten sie auch eine deutsche Vorentscheid-Show veranstalten, und das würde bei Kindern sicherlich für Aufmerksamkeit sorgen. Dass man in Deutschland diese Chance nicht nutzt, auch die Jüngeren ein paar Stunden den europäischen Gedanken leben zu lassen, ist echt schade.

Denn der JESC funktioniert wie die große Schwester – nur dass am Ende beim Voting die Länderwertungen direkt in der Halle verkündet werden – und nicht per Schalte in die Länder. Dass die Kids dann allesamt die wundervolle Show loben, wirkt dann allerdings ein bisschen albern. Aber das gehört dann wohl doch zum Junior-ESC auch dazu.

-> Die Show auf Youtube

RT im Kino

Coldplay: A Head full of Dreams

Dienstag, den 20. November 2018
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Coldplay macht Musik für die Masse. Eingängigen Pop.Es gibt Leute, die an dieser Stelle die Nase rümpfen, weil sie meinen, dass Musik für die Masse keine gute Musik machen können.
Das ist natürlich immer eine Geschmacksfrage, und im Falle von Coldplay kann man sagen, dass die Band den Geschmack extrem vieler Leute trifft. Übrigens schon sehr lange.

Eine Dokumentation zeigt die Anfänge, den Aufstieg und derzeitige Lage von Coldplay. “A Head full of Dreams” dokumentiert, wie sich die Band damals, während des Studiums, zusammengefunden hat. Denn das ist auch das Interessante an der Band, dass sie nicht gecastet worden ist. Dass es sich um Jungs handelte, die gemeinsam Musik machen wollten – und damit bis heute einen wahnsinnigen Erfolg haben.
Im Film von Mat Whitecross erlauben die Musiker um Frontmann und Sänger Chris Martin Einblicke hinter die Kulissen. Zu sehen sind alte Aufnahmen aus den 90ern, Szenen, die bislang so noch nie gezeigt worden sind.
Nicht fehlen darf natürlich die Musik – anhand von Live-Konzert-Ausschnitten.

Für Fans ist diese Doku natürlich ein Muss. Sind es doch schöne Erinnerungen, die hier aufgefrischt werden. Jungs, die den Durchbruch geschafft haben – und das, ohne wirklich abgehoben zu sein.

Coldplay: A Head full of Dreams
GB 2018, Regie: Mat Whitecross
Amazon Prime Video, 104 Minuten, ab 0
7/10