RTelenovela

Schlecht beraten?

Montag, den 19. November 2018
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Die Aufgabe von Apothekern ist es ja nicht nur, die Medikamente zu verkaufen. Sie beraten auch. Am Sonnabend habe ich mich aber dann doch ein bisschen gewundert.

Schon längere Zeit – und natürlich viel zu lange – nehme ich Tabletten, die die Magensäure hemmen. Sodbrennen ist ausgeschlossen.
Meine Ärztin verschreibt mir eine Tablette am Tag – ich nehme sie in der Regel nach dem Aufstehen. Mehr als eine nehme ich nur, wenn das Magenproblem größer ist. Das aber ist selten.

Am Sonnabend löste ich wieder mal ein Rezept mit 100 weiteren dieser Tabletten ab, in einer Apotheke, in der ich sonst fast nie Rezepte einlöse.
Als die Apothekerin mit der Packung auftauchte, meinte sie, ich solle die immer vor einer größeren Mahlzeit einnehmen. Worauf ich meinte, dass ich ja nur eine am Tag nehmen soll, so ist es verschrieben. Woraufhin die Apothekerin fragte, wann ich die nehme. Sie meinte dann, es sei aber besser vor großen Mahlzeiten.
Ehrlich gesagt, war ich da ein bisschen pikiert. Weil meine Ärztin mir ja was anderes aufgeschrieben hat und sich die Apothekerin da ja nicht wirklich drüber hinwegsetzen kann. Zumal ich der Apothekerin dann auch sagte, dass ich die Dinger ja schon eine Weile nehme und sie gut funktionieren.
Und ganz unter uns: Auf Dauer so viele von den Dingern zu futtern, ist eh nicht gut. Dass die Apothekerin das aber empfhiehlt, wundert mich.

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Der Nächste, bitte!

Mittwoch, den 17. Oktober 2018
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MO 15.10.2018 | 11.00 Uhr | RTL

Bei RTL ist ihnen scheinbar aufgefallen, dass ihr Tagesprogramm eigentlich nur noch aus schrottigen Dokusoaps besteht. Und dass das auf Dauer fürs Senderimage nicht ganz so dufte ist.
Mit “Der Nächste, bitte! will man nun ein bisschen Niveau ins Vormittagsprogramm bringen. Am Montag lief die erste Folge.

In der Reihe geht es um Ärzte und ihre Patienten. Um Krankheiten und um Tipps, wie man so loswird oder verhindert. Das ist für RTL-Verhältnisse ein erstaunlich pädagogischer Ansatz, und ob der honoriert wird, bleibt abzuwarten. Bei der Premiere waren bloß 390.000 Menschen dabei.

Gezeigt worden sind Fälle aus mehreren Arztpraxen. Da gab es die Landpraxis im reichen Bayern, die Arztpraxis in München und die Abnehmpraxis in Berlin-Charlottenburg.
Eine Frau will sich ein Magenband legen lassen, um Pfunde zu verlieren, und die OP kommt erstaunlich fix – ganz ohne Beratung. Die wäre vielleicht doch zu langweilig gewesen für RTL. Ein anderer Herr lässt sich seine Haut überprüfen.

“Der Nächste, bitte!” guckt sich so weg. Für ein Ratgebermagazin gibt es zu wenig Ratgeber oder nur extrem oberflächlich. Auch ist zumindest in Folge 1 die schwierige Ärztesituation kein Thema. Stattdessen sehen wir eine Ärztin, die im Wohlstand lebt, eine Landpraxis, in der es dufte läuft, und wo alle zufrieden und glücklich sind.
Stress? Volle Wartezimmer? Ärztemangel auf dem Land? Ausgereizte Budgets? Sind bislang kein Thema in der RTL-Reihe. Kommt ja vielleicht noch. Aber vielleicht wäre das dann doch zu lebensnah. Man möchte ja die Zuschauer nicht verschrecken.

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Zahnarzt (41): Der Wechsel

Freitag, den 25. Mai 2018
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(40) -> 29.9.2017

Mehr als zehn Jahre lang war ich bei meiner aktuellen Stammzahnärztin. Bald geht sie in den Ruhestand, und schon jetzt ist sie nur noch an zwei Tagen in der Woche in ihrer Praxis. Der Abschied nahte also sowieso.
Neulich musste ich wegen eines kleinen Notfalls in die Praxis, vor meinem Urlaub hatte ich eine Entzündung, die ich schnell wieder loswerden musste. Schon da musste ich zu einer anderen Zahnärztin in dieser Praxis.

Nun musste ich wegen eines Loches hin, und ich hatte die Wahl. Lange auf einen Termin bei meiner Zahnärztin warten. Oder schneller drankommen, dann aber schon bei der “neuen”.
Lange warten kam nicht in Frage, und so wurde mir der Wechsel quasi vorzeitig abgenommen. Und lustigerweise weiß ich nicht mal, wie die Ärztin heißt, auch nach dem zweiten Mal nicht – da auch der Stempel im Bonusheft nur auf den Praxisleiter hinweist.
Vielleicht sollte ich die Ärztin nächstes Mal einfach fragen, wie sie heißt…

RT liest

Samuel Koch: Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter, als man denkt

Mittwoch, den 2. Mai 2018
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Auf diese Popularität hätte Samuel Koch sicher gern verzichtet. Aber der schwere Unfall in der ZDF-Show “Wetten, dass…?” im Dezember 2010 machte ihn bekannt. Seitdem ist er querschnittsgelähmt.
Einige Jahre danach schreibt er in einem zweiten Buch darüber, was er seitdem erlebt hat, wie er sein Leben und die Welt sieht: “Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter, als man denkt”.

Samuel erzählt davon, wie er sein Schauspielstudium fortsetzen konnte, darüber wie er gemeinsam mit einem Freund eine Methode gefunden hat, auf der Bühne zu stehen – ja, wirklich: zu stehen.
Er macht sich darüber Gedanken, was nutzlos und was wertvoll ist und erzählt dem Leser, was ihn in Wirklichkeit aber reich macht. Er erzählt von Freunden, von Abhängigkeiten und von Freiheit.

Wer Samuel Koch schon mal live erlebt hat – wie im April im Berliner Schlossparktheater – wird sehen, was für ein starker Mann er ist. Er nimmt sein Leben, wie es ist. Er macht weiter, er kämpft, und er sucht nach Lösungen, in seiner Situation das Beste draus zu machen.
Sein Gedanken sind spannend, es gibt sehr rührende Momente. Zu lesen, wie er über sich, sein Leben und sein Umfeld denkt, ist nicht nur interessant, auch wie er schreibt, so voller Wärme, ist bemerkenswert.

Samuel Koch: Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter, als man denkt
adeo, 221 Seiten
8/10

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Schwimmen

Dienstag, den 17. April 2018
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Ja, doch, irgendwas muss man ja für seinen Körper tun. Für die Fitness. Für die Muskeln. Für das Wohlbefinden.
Eine Zeit lang war ich einmal in der Woche schwimmen, und vielleicht schaffe ich es ja, das wieder zu etablieren. Man muss nur wollen. Innerer Schweinehund.

Früher war alles preiswerter. Da konnte man als Saunabesucher in der Oranienburger Turm-Erlebniscity noch kostenlos das Sportbad mitbenutzen. Die Zeiten sind vorbei, jetzt sind 2 Euro Aufschlag fällig. Ärgerlich.

Als ich vor einigen Jahren mit dem Schwimmen angefangen habe, habe ich beim ersten Mal 350 Meter geschafft. Das sind siebenmal hin und her – am Ende hatte ich mich auf 650 Meter eingepegelt, also elfmal hin und her. Da möchte ich wieder hinkommen, denn das schaffe ich – inklusive umziehen – in einer Stunde.
Rein ins Wasser. Nebenan schwamm jemand, der natürlich viel schneller war als ich. Als ich gerade mal die ersten 25 Meter geschafft hatte, war er schon wieder am Startpunkt angelangt. Bald überholte er mich das erste und nicht das letzte Mal.
Ich biss mich durch. 50 Meter. 100. 150. 200. Es ging erstaunlich gut, allerdings merkte ich, dass ich schon ziemlich pumpen musste, der Atem ging fester. Kurze Pause nach 250 Metern, aber das reichte mir nicht.
Ich schaffte 400.
Nächstes mal werden es mehr.

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Grippewelle 2018

Samstag, den 24. Februar 2018
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An der Tür der Arztpraxis hängt ein Zettel: Wegen der Grippewelle müsste momentan mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden.
Oh, dachte ich.
Vor allem, weil ich momentan noch gar nicht wirklich etwas von der Grippewelle mitbekommen habe. Vielleicht habe ich bislang in einem Kokon gelebt.

Ich erwartete nun also eine volle Praxis – und stand in einer fast leeren. Eine der Schwestern erzählte dann aber, dass in den vergangenen Tagen Ausnahmezustand herrscht, und heute der erste Tag sei, an dem wieder etwas mehr Normalität eingetreten sei.
Als mir dann die Ärtzin erzählte, was zu meiner Gesundheit zu sagen ist, stockte sie kurz und nieste in ihre Armhöhle. Und noch mal. Sie hoffe, nicht auch krank zu werden, sagte sie dann doch. Und gab mir zum Abschied die Hand.
Ich hoffe, sie wäscht sich öfter mal die Hände denn ansonsten, ist ja das Handgeben während einer Grippewelle eher nicht so optimal.

Im Radio hörte ich dann in den Nachrichten tatsächlich auch einen Beitrag über die Grippewelle in der Regio Brandenburg. Und im Internet ploppte dazu auch ein Beitrag auf.
Also ob ich plötzlich auch meinen Info-Kokon verlassen habe.

Am Abend, in der Marwitzer Turnhalle: Jahresempfang der Gemeinde Oberkrämer. Viele konnten nicht kommen – wegen der Grippe. Und viele Mitarbeiter der Verwaltung konnten nicht bei der Vorbereitung der Veranstaltung helfen – wegen der Grippe. Der Bürgermeister verzichtete auf überschwängliche Begrüßungen mit Handschlag – wegen der Grippe.

Ich neige dazu, wenn ich so was mitbekomme, sofort davon auszugehen, dass ich mich irgendwo angesteckt habe. Dann spüre ich eine Trockenheit an den Augen, einen leichten Kopfschmerz, und im Hals tut sich auch schon was.
Aber auf Grippe habe ich eigentlich gar keine Lust…

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Zahnarzt (40): Total modern – mit Fernseher!

Freitag, den 29. September 2017
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(39) -> 7.12.2014

Inzwischen bin ich schon gute zehn Jahre bei meiner jetzigen Zahnärztin. Diesmal aber staunte ich, als ich in ihr Behandlungszimmer kam. Alles neu. Alles modern. Ein neuer Zahnarztstuhl, neue Möbel, neuer Bohrer (hurra!). Als ich so auf dem Stuhl lag und das Ding leise surrend sich nach hinten bewegte, erblickte ich einen Monitor.

Noch hatte die Behandlung nicht begonnen, also fragte ich, was man sich denn auf dem Fernseher ansehen konnte. Keine Filme jedenfalls, hieß es dann. Aber wenn mit irgendwelchen Geräten im Mund herumgefuhrwerkt werde, könne man sich das live da oben ansehen. Die Frage ist nur, ob man das eigentlich möchte. Das Programm von RTL II ist zwar sicherlich noch schlimmer als der eigene Mundraum, aber es gibt Dinge, da macht man vielleicht doch lieber die Augen zu.
Allerdings hatten Ärztin und Schwester noch keine Einweisung in das Supergerät, weshalb das aktuelle Fernsehprogramm sowieso noch flach fiel.

Meine Ärztin wird irgendwann bald in Rente gehen, schon jetzt ist sie nur noch zwei Tage pro Woche da, dem Nachfolger gehört die Praxis schon, und jetzt hat er investiert. Das ist gut, das sieht nach Zukunft aus, auch wenn ich – wenn es so weit ist – meine Zahnärztin vermissen werde.