RTZapper

hessenschau: Mahnwache in Frankfurt/Main

Donnerstag, den 1. August 2019
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DI 30.07.2019 | 19.30 Uhr | hr fernsehen

Manchmal fragt man sich wirklich, ob eigentlich ein Taktgefühl zur Ausbildung von Journalisten gehört. Der Reporter der hessenschau vom hr hat da ganz offensichtlich Nachholbedarf.

Am Dienstagabend fand vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt/Main eine Mahnwache statt. Die Menschen kamen zusammen, weil sie um den Jungen trauerten, vor von einem Mann auf den Bahnsteig vor einen ICE geschubst worden ist und daran starb. Und weil sie mit dessen Mutter trauerten.
Vorne sprach jemand tröstende Worte, und die Leute hörten schweigend zu.

Einer schwieg nicht: der Reporter vom hr. Der stand mitten in der Menge und redete halblaut in die Kamera. Dass das irgendwie unpassend ist, schien er zu merken, denn er sah sich immer wieder leicht verunsichert um. Dennoch sprach er eine Frau an, die zur Mahnwache gekommen war. Vermutlich war das vorher abgesprochen, denn auch noch die Trauernden live zu fragen, ob sie was sagen wollen, wäre vermutlich absolut taktlos gewesen.
Später sprach der Reporter noch mit einer Trauerbegleiterin, und das alles inmitten der Menschen, die der Mahnwache folgten.
Das Ganze wirkte deplatziert und war auch unnötig. Der hr-Mann hätte sich auch etwas weiter abseits hinstellen können.

Und apropos live: Das Ganze war nicht mal live. Weil die Andacht eine Stunde vor der hessenschau begann, hat man diese Schalte einfach aufgezeichnet. Das ist nicht verwerflich, aber dann hätte man den Beitrag ganz anders aufbauen können. Aufsager live und abseits der Trauernden und reingeschnitten die Bilder der Mahnwache.
Aber diese Sache mit dem Taktgefühl muss man den Fernsehleuten vielleicht noch beibringen.

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Zehnmal um den Block

Donnerstag, den 18. Oktober 2018
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Frankfurt/Main scheint eine Autofahrerstadt zu sein. Zumindest habe ich keine Anzeichen für eine Parkraumbewirtschaftung entdecken können.
Dennoch war es eine mutige Idee, mit dem auto in die Stadt zu fahren, dort einen Parkplatz zu suchen, um dann zur Buchmesse zu laufen. Dennoch kam ich frohen Mutes von der Autobahn direkt in die Stadt. Große Schilder wiesen auf Parkhäuser direkt an der Messe hin – aber ich wollte ja eventuell bis zum Abend in Frankfurt bleiben – und irgendwie auch nur ungern für das Parken bezahlen.

Abseits der großen Straßen führen viele Wege durch die Wohngebiete. Aber überall Autos und keine Parklücken. Also rechts herum, noch mal rechts herum – und immer nach einer Lücke suchen. Eine schnappte mir jemand nur wenige Meter entfernt weg. Eine andere – als ich schon umdrehte – war auch schon wieder belegt. Ein wahrer Kampf um die Parkplätze. Was muss das für eine Hölle sein, wenn man dort wohnt.
Gute 45 Minuten gondelte ich kreuz und quer durch die Gegend, einige Straßen habe ich sicherlich fünfmal befahren – bis endlich was frei war.
Rechnet man noch einen Stau auf der A6 hinzu, kam ich zwei Stunden zu spät zu meiner Verabredung. Aber immerhin musste ich tatsächlich nicht sehr weit zur Messe laufen. Und zahlen musste ich auch nichts.

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RTelenovela

So viele Bücher und Verlage

Mittwoch, den 17. Oktober 2018
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Die meist gestellte Frage nach dem Besuch der Frankfurter Buchmesse: Und, hast du Bücher gekauft? Die Antwort: Nein. Man kann nämlich in der Regel auf der Buchmesse keine Bücher kaufen. Auch wenn das eigentlich ziemlich merkwürdig ist.

Das ist in der Tat ein Mysterium: Warum kann man erst am Sonntag Bücher auf der Buchmesse kaufen? Immerhin ist ja auch schon am Sonnabend Publikumstag, und die Verlage könnten doch gleich mal testen, wie bestimmte Bücher bei den Leuten ankommen. Zumal sie ja von einigen Büchern zig Exemplare da haben. Dass man auf der Buchmesse Bücher billiger abstauben kann, wäre natürlich auch ein Schmankerl, das die Messe sicherlich noch mal aufwerten würde. Aber erstens ist die Messe so oder so voll und zweitens steht verbilligten Büchern die Buchpreisbindung im Weg.

Dennoch ist es immer wieder spannend, was es so für neue Bücher gibt. Aber vor allem: wie viele es sind, und wie viele große und kleine Verlage es gibt.
Da wird einem auch klar, welche Mega-Aufgabe eigentlich die Buchhändler haben. Sie müssen sichten. Sie müssen entscheiden, was sie in ihrem Laden verkaufen wollen und was sich nicht eignet. Die Buchhändler haben eine große Macht, und ich frage mich, wie die kleinen Verlage eigentlich auf sich aufmerksam machen, wenn sie nicht gerade auf der Messe für sich werben.

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Sportschau live: Empfang des DFB-Pokalsiegers Eintracht Frankfurt

Montag, den 21. Mai 2018
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SO 20.05.2018 | 16.35 Uhr | Das Erste

Fußballer spielen Fußball – und dienen nicht als Vorbild für irgendwen. Sie machen ihr eigenes Ding, und da braucht man ihnen nicht mit irgendwelchen blöden Regeln kommen und mit dem Ziegefinger wedeln.
Die Spieler von Eintracht Frankfurt haben am Sonnabend den DFB-Pokal gegen den FC Bayern München gewonnen, und das musste natürlich gefeiert werden.
Das Erste und das hr fernsehen übertrugen am Sonntagnachmittag wie ein Corso von BMWs vom Frankfurter Flughafen zum Römer fuhr. In einer schönen Kolonne fuhr die BMW-Karawane über die Autobahn, und… Aber eigentlich ging es ja nicht um die BMWs, sondern um die Männer, die darin – oder eher: darauf saßen.

Und wie gesagt: Scheiß auf Regeln. Die Fußballer saßen zu dritt hinten im Cabrio auf dem Heck, die Füße auf dem Rücksitz. Der Fahrer reichte ihnen die Bierchen nach hinten, und dabei ist er glücklicherweise nicht aus Versehen zu sehr auf’s Gas getreten. Wäre sicher aufregend gewesen, wie live in der ARD die Frankfurt-Spieler aus den Autos gedonnert und von den folgenden BMWs überfahren worden wären. Oder von den ARD-Motorrädern, die das Ganze begleiteten und von denen aus der reporter auch mal Interviews mit den Autofahrenden machte.
Aber wie gesagt, über solche Kinkerlitzchen im Autobahn-Korso muss man nun wirklich nicht nachdenken, man will solche Top-Ereignisse ja nicht schlecht reden.

In Frankfurt selbst hat man offenbar nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kamen. So wurde das Spalier immer enger, Fans setzten sich hinten auf’s Auto und fuhren mit bis zum Römer – dabei haben die gar nicht den Pokal geholt, fühlten sich aber trotzdem eine halbe Stunde vermutlich als die geilsten überhaupt. Hände schütteln, Pokal anfassen – und vorne wurde alles immer enger, so dass es kaum noch voran ging. Da haben einige Sicherheitsexperten ganz sicher extrem unruhige Stunden erlebt. Aber wie gesagt: Ist ja noch mal gut gegangen.

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hessen extra: Weltkriegsbombe – Ausnahmezustand in Frankfurt

Montag, den 4. September 2017
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SO 03.09.2017 | 6.00 Uhr | hr fernsehen

Die Bewohner von Oranienburg mussten seit der Wende mehr als 200 Bombentschärfungen miterleben. Ab und zu sind die mal so spektakulär, dass sich irgendjemand überregional dafür interessiert – aber wirklich nur noch selten. Selbst im rbb sind diese Evakuierungen gern mal eine Randnotiz im Kurznachrichtenblock.
Am Sonntag ist in Frankfurt/Main eine Weltkriegsbombe entschärft worden – und das hr fernsehen übertrug sage und schreibe 13 Stunden live.

Die Umstände waren allerdings durchaus besonders: Während es Oranienburg meist mit 500-Kilo-Bomben zu tun hat, war es in Frankfurt eine 1800-Kilo-Bombe, und 65.000 Menschen mussten den Sperrkreis verlassen. Auch der hr war betroffen, und deshalb musste man aus einem provisorischen Studio senden. Im Radio wurden hr1, hr3 und hr4 zusammengeschaltet
Scheinbar blieb dem hr wohl gar nichts anderes übrig, als den halben Tag live zu senden. Was muss bloß in Oranienburg passieren, damit der rbb mal so einen Aufwand treibt. Vermutlich muss die Bombe dafür direkt auf dem rbb-Gelände in Babelsberg liegen.

Und so sendete man stundenlang vor sich hin. Um 6 Uhr war es noch dunkel, und man schaltete hierhin und dahin, um zu zeigen, wie die Leute den Sperrkreis verlassen. Nach 14 Uhr empörte man sich, dass immer noch Leute aus dem Sperrkreis geholt werden mussten, und dann begann das große Warten auf die Entschärfung.
Bis 19 Uhr dauerte die Live-Übertragung von etwas, bei dem man eigentlich wenig von dem, worum es ging, sehen konnte. Eigentlich handelte es sich um eine große Warterei. Aber immerhin spannender als der Wiederholungskram, den der hr sonst so sendet und zum Dritten mit den schlechtesten Quoten macht.

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ORA aktuell

Simbabwe: Reise nach Oranienburg verweigert

Sonntag, den 27. August 2017
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Zum elften Mal sollten am vergangenen Sonnabend in Oranienburg Gäste aus Simbabwe begrüßt werden. Es handelt sich dabei um eine Aktion des evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland. Die Besuche erfolgen jährlich wechselseitig.
Doch die drei Frauen und drei Männer zwischen 20 und 40 Jahren durften von Frankfurt/Main aus nicht weiterreisen. Ein Bundespolizist untersagte die Tour. es heißt, sie seien verdächtig gewesen, weil sie ärmlich gekleidet gewesen seien und kaum Geld gehabt hätten. Allerdings hatten sie alle Unterlagen: Einladungen, Kostenübernahmen, Verpflichtungserklärung. Der Bundespolizist habe das für Fälschungen gehalten, so Superintendent Uwe Simon.

Die Kirchenleute wollen nun wissen, was da schief gelaufen ist und ob solche Partnerschaften überhaupt noch mögliche seien, wenn solche Reisen nicht möglich seien. Auch über Regresszahlungen denkt man nach – 10.000 Euro habe die Reise gekostet, vieles kam durch Spenden zusammen.
Die Leute aus Simbabwe sind wieder zu Hause.

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Die Pierre M. Krause Show: Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt und begleitet ihn ein Stück

Donnerstag, den 16. März 2017
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DI 14.03.2017 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Was macht eigentlich Harald Schmidt?
Er lässt sich von Pierre M. Krause vom Bahnhof unter dem Frankfurter Flughafen zum Gate bringen. Und wir Zuschauer durften am Dienstagabend dabei sein. Der Titel der Sondersendung der “Pierre M. Krause Show” im SWR-Fernsehen war so simpel wie treffend: “Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt und begleitet ihn ein Stück”.

Ganz einfache, aber irgendwie auch ganz spannende Unterhaltung am späten Abend. Denn die Sendung bestand tatsächlich nur daraus, dass die beiden sich auf dem Weg von A nach B unterhielten.
Sie wunderten sich über den Dreck am Flughafen. Sie fachsimpelten am Geldautomaten darüber, in welcher Stückelung man die Scheine ziehen kann. Sie verirrten sich auf dem Weg für First Class.

Überhaupt die First Class: Kennt man ja sonst nicht. Durch den SWR sind wir nun schlauer: Scheinbar hat dort jeder Gast seine persönliche Abfertigerin, die ihn persönlich begrüßt, alles erledigt, während der Gast in den Sesseln lümmeln kann – völlig ohne den Pöbel, der draußen überall anstehen muss.
Währenddessen plauderte Harald Schmidt über den “Traumschiff”-Dreh, zu dem er flog. Über seine Katzen, über den Drang, sonst nichts mehr tun zu müssen.

Beide machten sie ihre Witze über Reinhold Beckmann und seine Sendung “#Beckmann”. Man könne doch nun “#Krause” in Serie schicken, und so abwegig ist die Idee vielleicht nicht mal. Denn die 25-minütige Sendung plätscherte zwar gemütlich vor sich hin, aber es war kein langweiliges Plätschern.

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