RTelenovela

Briefmarkennotstandsgebiet (8): Celle

Mittwoch, den 5. Mai 2010
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(7) -> 6.5.2009

Beunruhigende Nachrichten aus Celle. Die niedersächsische Stadt wurde am Dienstagnachmittag zum Briefmarkennotstandsgebiet erklärt. Celle steht damit auf einer Stufe mit Powermetrolen wie Lissabon, Manchester, Saarbrücken und Binz. Verantwortlich für die Celler Misere ist die junge, aber sehr schnippische Mitarbeiterin eines Buchladens in der Innenstadt. Die Decius-Angestellte konnte die Frage, ob es in dem Geschäft neben Postkarten auch Briefmarken gibt, nur verneinen. Ihre Begründung war einleuchtend, aber leider alles andere als serviceorientiert: Der Verkauf von Briefmarken würde für Decius keinen Gewinn bringen. Stattdessen nannte sie den Kunden eine Wegbeschreibung zur nächsten Post, die leider alles andere als nebenan ist.
Ob das Geschäft jedoch Gewinn damit macht, wenn Kunden zukünftig dort mangels Briefmarken auch keine Postkarten mehr kaufen, bleibt offen. Der Floskel “Auf Wiedersehen” kann leider nicht zugestimmt werden.

Nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch, dass andere Geschäfte der Celler Innenstadt cleverer sind und neben Postkarten natürlich auch Briefmarken verkaufen. Diese Händler haben wahrscheinlich zwei Sekunden länger über ihr Sortiment nachgedacht als die Leute bei Decius.

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Alt trifft Neu in der Altstadt von Celle

Mittwoch, den 5. Mai 2010
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Die Menschen in Celle sind besorgt. Das Städtchen in Niedersachsen, nordöstlich von Hannover, soll ein neues Einkaufscenter bekommen, direkt am Rand der Altstadt. Die Frage aber ist: Haben die Händler in der Altstadt dann überhaupt noch eine Chance?
Entsprechende Poster der Initiative ProAltstadt Celle hängen überall in den Läden der Altstadt.

Unser kleiner Ausflugstag führte uns von der Wedemark nach Celle. Wir wollten einen Bummel durch eben jene Altstadt machen. Das Wetter spielte auch einigermaßen mit. Und ich staunte.
In der Altstadt stehen etwa 400 sehr gut erhaltene Fachwerkhäuser, viele davon stammen aus dem 17. Jahrhundert. Ein beeindruckendes Bild, wenn man so durch die Straßen schlendert. Das Gebiet hat den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden, so dass es fast eine kleine Zeitreise ist, wenn man dort ist. Alt trifft Neu: So prangt an der Fassade des rund 350 Jahre alten Hauses schon mal das Logo eines Klamottenladens oder einer Bank. Hier und da ist aber auch mal ein Karstadt vertreten, das im typischen 60er- oder 70er-Betonstyle der alten Bundesrepublik dazwischengeknallt wurde.

Celle hat da einen richtigen Schatz. In der Altstadt ist alles zu finden, was man brauchen könnte, in den Cafés kann es sich jeder gemütlich machen. Eine Stadt, aber doch klein und intim. Braucht man da wirklich ein so einen Einkaufsklotz? Die Hndler haben so schon Probleme, ihr Viertel und die Läden vollzukriegen.
Schade nur, dass alle Gaststätten um 15 Uhr für zweieinhalb Stunden schließen. Wir hätten wirklich gern in Celle etwas gegessen. Hätten wir vielleicht vorher machen sollen…