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Stefan Schwarz: Da stimmt was nicht

Tom Funke ist die deutsche Synchronstimme von Hollywood-Star Bill Pratt. Pratt ist erfolgreich, also ist es auch Funke. Er kann sogar beim Synchronstudio mehr Geld für sich verhandeln, schließlich fällt in Deutschland ein Film mit Bill Pratt auch mit der deutschen Synchronisation.
Für Tom bedeutet das: Es gibt mehr Geld, und es gibt auch einen lukrativen Werbedeal. Er kann sich ein schickes Haus leisten – mit Havelblick. Herrlich!
Zu Hause läuft es weniger gut. Zwischen ihm und seine Frau Ulrike herrscht alles anderes als Liebe, und dann verknallt er sich auch noch in Birte.
Als Bill Pratt zur Premiere seines neuen Films nach Berlin kommt, kommt es allerdings zu einem Skandal mit Folgen. Wird Pratt all seine Jobs verlieren – und mit ihm Tom Funke?

“Da stimmt was nicht” heißt der Roman von Stefan Schwarz. Allerdings passt diese Feststellung auch zum Roman selbst. Die Story wird ausgewalzt. Das wenige, was passiert, wird mit teilweise nichtssagenden Dialogen aufgepeppt. Das Eigentliche, der Skandal, passiert erst in der zweiten Hälfte des Romans. Und ehrlich gesagt, ist das alles dermaßen blöde und an den Haaren herbei gezogen, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Das alles ist nur wenig lustig, Tom Funke ist dazu auch nicht gerade ein Sympathieträger – im Gegenteil, er ruht sich auf seinem Erfolg mit einer (!) Synchronfigur aus, ist arrogant und selbstgefällig. Man fiebert nicht wirklich mit ihm mit.
Am Ende ist die Story dann so wirr, dass jede Lesefreude auf der Strecke bleibt.
Ja, da stimmt was nicht – aber echt.

Stefan Schwarz: Da stimmt was nicht
Rowohlt Berlin, 252 Seiten
3/10

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