Tagesarchiv für 30. Januar 2022

RTelenovela

Überraschungsevent (50): Solo Sunny & me

Sonntag, den 30. Januar 2022
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(49) -> 16.1.2022

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen, beim nächsten Mal bin ich dran.

Ein Abend über Solo Sunny und über Lebensentwürfe. Und irgendwie hat mich das alles auf dem völlig falschen Fuß erwischt.
Diesmal waren wir in der “Wabe” in Berlin-Prenzlauer Berg, immerhin einer der Orte, die es schon “Überraschungsevent des Jahres” ausgerichtet haben.

“Solo Sunny” gehört zu den bekanntesten Defa-Filmen aus der DDR. Er bekam 1980 im damaligen West-Berlin sogar den Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin, Renate Krößner.
Irgendwie war ich anhand der Inhaltsangabe – und weil es ja um “Solo Sunny” ging, wo Musik eine relativ große Rolle spielt – davon ausgegangen, dass es sich um einen musikalischen Abend handelte. Irgendwas mit DDR Anfang der 80er oder so.
Weit gefehlt.
Stattdessen handelte es sich um eine Art Theaterstück. Eine Musikerin baut auf der Bühne die Instrumente für das gleich stattfindende Konzert auf und beginnt über “Solo Sunny” zu erzählen. Genau genommen erzählt sie es nicht dem Publikum, sondern einem Bühnenmitarbeiter. So scheint es.
Zwischendrin schlüpft sie aber immer wieder in andere Rollen – in Sunnys Rolle, aber, so scheint es, auch in die Rolle ihrer Musiker aus dem Film.
Wobei mir nicht wirklich klar war, ob und warum sie dann immer in die Rollen der Filmfiguren schlüpfte, oder ob ich das alles grundsätzlich falsch verstanden habe.
Denn ganz am Ende sang sie den bekanntesten “Solo Sunny”-Song, und dann war der Abend nach etwas mehr als 60 Minuten auch schon zu Ende.

Während sie diese Veranstaltung ganz großartig fand, hat mir das Ganze überhaupt nicht gefallen. Klar, schauspielerisch war das okay, aber inhaltlich konnte ich damit nur wenig anfangen.

PS: Auch wenn es an dieser Stelle das 50. Überraschungsevent zu sein scheint, war darunter ein Best-of und ein ausgefallenes Event. Also eigentlich erst das 48.

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RT im Kino

Licorice Pizza

Sonntag, den 30. Januar 2022

Es ist die etwas andere Freundschaftsgeschichte – oder etwa sogar eine Liebesgeschichte? 1973: Gary (Cooper Hoffman) ist 15 als er beim Fotokurs an der Schule zum ersten Mal Alana (Alana Haim) sieht – sie ist die Assistentin des Fotografen – und weit mehr als zehn Jahre älter als er. Trotzdem lädt er sie zum Essen ein – und sie kommt tatsächlich. Beide wissen nicht genau was es ist – das heißt: Gary hätte schon gerne, dass sie seine Freundin ist. Sie nicht so richtig. Aber dennoch verlieren sie sich nicht aus den Augen. Als Gary zu einem Auftritt fährt – er ist Teil eines bekannten Schauspielensembles – reist Alana mit ihm mit.
Und als Gary kurz danach beginnt, ein Geschäft mit Wasserbetten zu betreiben, ist auch Alana mit an Bord.
Ein Auf und Ab – und es verbindet beide immer ein Band der … ja, was denn nun eigentlich?

“Licorice Pizza” ist der neue Film von Regisseur Paul Thomas Anderson, der in den späten 90ern mit “Boogie Nights” und “Magnolia” bekannt geworden ist.
In diesem Fall handelt es sich eigentlich mehr um eine Anreihung von Episoden, in die Gary und Alana reinstolpern. Sei es von dem merkwürdigen Fernsehauftritt über die Flucht (aus Gründen!) aus dem Haus von Barbra Streisand, einem Benzinklau oder einer interessanten Bitte eines jungen Stadtrates.
Alle diese Dinge, die sie erleben, stehen einerseits für sich, andererseits sind es Erfahrungen für das Leben, die sie machen. Und auch für sich selbst.
Dadurch bleibt allerdings ein wenig die Gesamtspannung auf der Strecke. Man folgt diesem Film gerne, es ist eigentlich auch nie wirklich langweilig, aber man hätte auch mal kurz rausgehen können, ohne wirklich was verpasst zu haben.
Cooper Hoffman und Alana Haim sind in ihren ersten Hauptrollen zu sehen, und sie machen das gut. Gary, der Junge auf dem Weg zum erwachsenen Typen, der Erfolg und Liebe sucht. Und Alana, die damit zunächst wenig anfangen kann und ihren eigenen Weg gehen will – eigentlich.
So ist die wirklich große Frage des Films ist am Ende: Kriegen sie sich oder ist das ein Ding der Unmöglichkeit?

-> Trailer auf Youtube

Licorice Pizza
USA 2021, Regie: Paul Thomas Anderson
Universal, 133 Minuten, ab 12
7/10

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RTZapper

Deutscher Bundestag: Debatte zur SARS-CoV-2-Impfpflicht

Sonntag, den 30. Januar 2022
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MI 26.01.2022 | 15.15 Uhr | Parlamentsfernsehen

Gut, dass darüber gesprochen wurde. Während der Bundestagsdebatte über eine mögliche Impfpflicht sagte am Mittwochnachmittag ein Abgeordneter der CDU, dass er es sehr begrüße, dass man nun darüber an dieser Stelle diskutiere.
Allerdings: Was da im Parlamentsfernsehen live übertragen worden ist, war nur sehr selten eine wirkliche Debatte. Denn zu einer Debatte gehört, aufeinander einzugehen, darauf zu reagieren, was vorher gesprochen worden ist.
Was stattdessen sehr oft zu sehen war: Abgeordnete gehen zum Pult, sagen, was sie sagen wollen und gehen wieder.

Weil in Sachen Impfpflicht-Regeln die Regierung keine Lust auf`s Regieren hat, sollen nun die Abgeordneten des Bundestages Ideen einbringen, und es wirkt ein wenig wie das Wegschieben von Verantwortung.
Und so kamen am Mittwoch lauter erwartbare Redebeiträge. Kritik an der Ampel-Koalition. Kritik an der Opposition. Hin und her. Die x-te Bitte, sich impfen zu lassen, weil das der beste Weg sei (was trotz aller Probleme mit Omikron sicher immer noch stimmt!), die Erklärung, dass mit einer Pflicht die Impfquote steige, andere wollen nur Erwachsene oder ältere Erwachsene impfen, andere auch Kinder, wieder andere sind dagegen.

Die Debatte dauerte weit mehr als drei Stunden, aber es wiederholte sich schnell. Nur wenige Beiträge waren wirklich erhellend: So wollte Gregor Gysi (Linke) wissen, wie man denn eine Impfpflicht umsetzen wolle und gegebenenfalls bestrafen wolle, wenn sich jemand widersetze. Darauf gab es in der Debatte keine wirkliche Antwort.
Und während AfD-Mann Chrupalla in seiner Rede nur lahm rumschwurbelte, warf Alice Weidel immerhin spannende Fragen auf – auf die ebenfalls nicht eingegangen wurde. Die geplante Impfplicht sei verfassungswidrig, sagte sie. Und: “Wie wollen Sie eigentlich Millionen von Bürgern, die sich nicht impfen lassen wollen, zu einer Impfung zwingen?” Auch wenn die Frage von rechts kommt, sollte man die nicht ignorieren. Ebenfalls blieb eine echte Debatte darüber, was eigentlich gerade an den Schulen in Sachen “Durchseuchung” abgeht, weitgehend aus.

Und so war diese Debatte am Ende wenig erhellend, eher frustrierend. Alle reden sie, aber kaum jemand redet miteinander. Kein Wunder, dass da Frust entsteht.

-> Die Übertragung auf bundestag.de

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