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Ulla Scheler: Und wenn die Welt verbrennt

Alisa ist vollkommen fasziniert von dem jungen Mann, der in der Münchner Innenstadt am Rand eines Platzes tolle Kreidebilder auf den Boden malt. Er beobachtet die Menschen und bringt ihre Ebenbilder – so wie er sie sieht – auf den Boden. Felix malt auch ein Bild von Alisa.
Sie lernen sich kennen, und es ist bald klar, dass da mehr ist. Sie verlieben sich.
Aber beide haben sie ihre Baustellen. Felix kommt aus Brandenburg, ist seinem Bruder vor einiger Zeit nach München gefolgt, er arbeitet in seinem Immobilienbüro. Und er ist sich unsicher, ob das was mit seiner Kunst werden, ob man davon leben könnte. Alisa möchte über ihre Vergangenheit nicht reden. Sie ist ebenfalls gerade erst in ihre Wohnung gezogen, und sie scheint von großen Geheimnissen umgeben, die sie gegenüber Felix nicht wagt, auszusprechen. Sie hat Angst. Aber wovor? Vor wem?

“Und wenn die Welt verbrennt” heißt der zweite Roman der Autorin Ulla Scheler. Wie auch schon in ihrem ersten Roman schreibt sie über die riesigen Klippen, die eine Liebe umschiffen muss. Denn eigentlich schien zwischen Alisa und Felix alles klar gewesen zu sein – aber die vielen Zweifel bei beiden stellt immer wieder alles in Frage.
Schnell schließt man die beiden ins Herz, aber sie machen es sich über mehr als 400 Seiten auch sehr schwer. Ulla Scheler dröselt das alles sehr gut auseinander und lässt die Geschichte abwechselnd aus den Blickwinkeln von Alisa und Felix erzählen. Deshalb ist man als Leser auch immer sehr dicht dran an den Denkweisen der beiden.
Am Ende ist es vielleicht eine Wendung zu viel, aber alles in allem ist es ein Roman, der sehr fesselt.
Schade, dass man seitdem nichts mehr von der Autorin gehört hat.

Ulla Scheler: Und wenn die Welt verbrennt
Heyne fliegt, 432 Seiten
9/10

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