RT im Kino

Räuberhände

Sie sind die besten Freunde, egal, was kommt: Jannik (Emil von Schönfels) und Samuel (Mekyas Mulugeta). Samuel geht in Janniks Familie ein und aus. Andersrum ist das nicht der Fall. Samuel versteckt seine Mutter, die ein Alkohol- und Drogenproblem ist. Er möchte nicht, dass sie in seinem Leben rumpfuscht.
Während Samuel also so was wie Ordnung in sein Leben bringen will, will Jannik eher aus seinem geordneten Leben ausbrechen – mal was erleben. Und so beschließen sie, nach dem Abi nach Istanbul zu gehen. In der Türkei wollen sie schauen, wie sie klarkommen.
Doch das Vorhaben droht schon vor der Reise zu scheitern, denn Jannik macht etwas, was in Samuel einen Schock auslöst – es scheint unverzeihlich zu sein…

“Räuberhände” ist die Verfilmung des Romans von Finn-Ole Heinrich aus dem Jahr 2007. Gemeinsam mit Gabriele Simon hat er auch das Drehbuch für den Film von İlker Çatak geschrieben.
Erzählt wird die Geschichte zweier Jugendlicher, deren Freundschaft extrem auf die Probe gestellt wird. Dabei haben sie beide einen Traum – wegzugehen aus ihrem Alltagstrott. Das aber aus unterschiedlichen Gründen.
Es ist nicht nur extrem interessant, das Spannungsverhältnis zwischen den beiden Jungs zu beobachten. Da ist einerseits eine Leichtigkeit, scheinbar auch im Umgang mit Freundinnen, andererseits eine große Vertrautheit und Nähe. Eine Frau ist es, die ihre Freundschaft aber auch auf eine harte Probe zu stellen scheint.
Emil von Schönfels und Mekyas Mulugeta erweisen sich als ein phantastisch spielendes Duo, hinzu kommen interessante Drehorte und Atmosphären.
Eigentlich ist “Räuberhände” ein klassischer Jugendfilm, dass er dennoch erst ab 16 freigegeben ist, hat mit einer einzigen Szene zu tun, die in dieser Explizität so nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Dennoch: ein echtes Filmhighlight!

-> Trailer auf Youtube

Räuberhände
D 2020, Regie: İlker Çatak
Salzgeber, 93 Minuten, ab 16
10/10

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