Tagesarchiv für 1. September 2021

RTZapper

303 – Die Serie

Mittwoch, den 1. September 2021
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SA 28.08.2021 | 3.40 Uhr (So.) | BR-Fernsehen

Eine Reise von Berlin nach Portugal – mit einem alten Mercedes-Camper. Eine Reise, zwei Personen, eine junge Frau, ein junger Mann. Viele Gespräche, Streits, tolle Gegenden, Romantik. Liebe?

Jule (Mala Emde) ist an der Uni durch die Prüfung gefallen. Sie ist ungewollt schwanger, und sie will es ihrem Freund in Portugal sagen. Sie beschließt, mit ihrem Wohnmobil von Berlin in den Südwesten Europas zu fahren.
Jan (Anton Spieker) hat sein Uni-Stipendium nicht bekommen. Außerdem will er endlich seinen leiblichen Vater kennenlernen. Deshalb will er trampen – zunächst nach Köln, dann mit dem Bus nach Spanien. Doch seine Mitfahrgelegenheit hat ihn hängen lassen. Und so trifft er auf Jule.
Die beiden machen sich auf den Weg. Und reden. Über die Menschen. Über den Kapitalismus. Über die Liebe. Über Sex. Über sich.

“303” hieß dieses ganz besondere Roadmovie – benannt nach dem Hymer 303, mit dem Jule und Jan unterwegs sind. “303” lief schon 2018 in den Kinos. Unter der Regie von Hans Weingartner entstand ein tolles Stück Menschenkunde. Denn es ist überaus spannend, geradezu packend, den beiden zuzusehen und zuzuhören.
2021 gab es das Ganze noch mal als Serie. Der Film war etwa 145 Minuten lang. Das war schon viel, aber schon im Kino verging die Zeit wie im Flug. Für die Serie sind es nun insgesamt 211 Minuten geworden. Und (fast) jede davon lohnt. “303 – Die Serie” hat sechs Folgen, sie liefen im Nachtprogramm des BR-Fernsehens und sind nun auch in der ARD-Mediathek zu sehen.

Sind die Gespräche anfangs noch ein wenig abgehoben, wenden sie sich bald Gesprächsthemen zu, die so ziemlich alle Menschen bewegen. Aber es ist auch extrem interessant zu beobachten, wie sich die Beziehung der beiden wandelt. Das machen beide Schauspieler ganz hervorragend. Es gibt diesen einen Moment, wo Jan klar wird, dass er sich verliebt hat. Anton Spieker spielt das ganz großartig. Die Chemie stimmt überhaupt sehr zwischen den beiden. Mala Emde, die junge Frau, die stark ist und auch mit sich zaudert.
Hans Weingartner gibt der Geschichte den Raum, den sie braucht. Lässt auch mal Ruhe- beziehungsweise längere Spannungspunkte zu. So ruhig und doch so fesselnd – und so schön.
Nur das Ende – das ist irgendwie inakzeptabel doof. Hätte man weglassen sollen.

-> Die Serie in der ARD-Mediathek (bis 22. August 2022)

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ORA aktuell

Nur knapp 2800 Leute bei Oranienburger Schlossparknacht

Mittwoch, den 1. September 2021
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Die Besucherzahlen bei der Oranienburger Schlossparknacht gehen weiter stark zurück. Kamen 2016 noch 9500 Leute zu der Veranstaltung, waren es 2018 nur noch 6800, und 2019 kamen etwa 5000 Leute. Nach dem coronabedingten Ausfall 2020, kamen 2021 nun nur noch knapp 2800 Menschen in den Schlosspark.

Kritik weist Franziska Winter, Betriebsleiterin der Tourismus und Kultur Oranienburg (TKO), allerdings zurück. Wie sie der Märkischen Allgemeinen sagte, sei das Event in nur drei Wochen auf die Beine gestellt worden. Es sei schwierig gewesen, Künstler zu bekommen. Ebenso war das Hygienekonzept eine Herausforderung. Auch finanziell habe das zu Buche geschlagen. Zur Kritik am hohen Eintrittspreis sagte sie, dass er im Vergleich zu 2019 mit 18 Euro stabil geblieben war – trotz sehr viel höherer Kosten.

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RT im Kino

The Father

Mittwoch, den 1. September 2021

Wer bist du?
Ich kenne Sie nicht.
Warum sitzen Sie hier?
Wo bin ich hier eigentlich?
Wo ist meine Uhr?
Wer bist du?
Was haben Sie mit meiner Tochter gemacht?
Wo ist meine Uhr?

Anthony (Anthony Hopkins) verliert sein Gedächtnis. Er weiß das nicht. Er weiß nur, dass… Dass er nicht weiß, wo seine Uhr ist. Er hat sie versteckt, sagt er.
Hilfe lehnt er ab. ER sei doch noch gut drauf, findet er. Seine Tochter Anne (Olivia Colman) sieht das natürlich anders. Sie hat mehr und mehr Mühe, mit ihrem Vater klarzukommen. Der wird immer verwirrter, scheinbar jeden Tag mehr. Sie hat ihren Vater bereits zu sich und ihrem Mann Paul (Rufus Sewell) in die Wohnung geholt. Aber irgendwann ist klar: Es geht nicht mehr.

“The Father” ist nicht nur eine Paraderolle für Anthony Hopkins. Einmal mehr spielt er fantastisch. Die Verwirrtheit des alten Mannes – einerseits nicht zu wissen, was da vor sich geht, andererseits das Wissen, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt, was er aber nicht zugeben will. Ein Mann, der in seiner eigenen Welt lebt, mit starrem Blick, von Tag zu Tag verwirrter, irgendwann ganz außer sich. Dafür bekam er den Oscar – deren Verleihung er wohl verschlief.
Der Film ist auch das Kinodebüt des französischen Schriftstellers und Theater-Regisseurs Florian Zeller, der als momentan bedeutendster Dramatiker gilt. In seiner Filmfassung des Bühnenstücks hat er auch ein Kammerspiel kreiert. Denn die meiste Zeit spielt “The Father” in der Wohnung, in der Anthony lebt.
Zwischendurch hat der Film einige Längen, weil es manchmal scheint, dass die Geschichte auserzählt ist. Aber am Ende nimmt die Dramatik zu, und auch die Schauspielkunst.
Kommt der Abspann, herrscht Beklommenheit, auch eine Art Trauer.

-> Trailer bei Youtube

The Father
GB 2019, Regie: Florian Zeller
Escot Elite, 98 Minuten, ab 6
7/10

Hits: 100

RTZapper

RTL sagt Danke

Mittwoch, den 1. September 2021
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SA 28.08.2021 | 20.15 Uhr | RTL

Die Ehrlich Brothers mussten ganz dringend wieder zaubern. Da verzichtet man doch gerne auf relevante Inhalte. Auf das Danke-sagen in der Danke-Sendung. Wenn keine Zeit ist zu danken, dann dankt man eben nicht.

Stundenlang ging am Sonnabend bei RTL die Show “RTL sagt Danke” über die Freiluftbühne. Einen Abend lang sollten Leute Spaß haben, die in der Coronakrise für andere Menschen da waren. Krankenschwestern, Ärztepersonal, Lehrer und viele mehr standen im Publikum, während vorne Sarah Connor sang oder Sascha Grammel mit seiner Puppen-Schildkröte sprach. Oliver Pocher präsentierte eine Corona-Spezial-Ausgabe seiner “Bildschirmkontrolle”.

Und es gab eine überraschende Rückkehr: Cindy aus Marzahn ist wieder da. In der RTL-Sendung stand die Dralle in den engen Hosen und mit dem überschminkten Gesicht wieder auf der Bühne – weil sie sich nicht verabschiedet hat, als sie damals die Kunstfigur aufgab, wie sie erzählte. Dabei wollte sie eigentlich nie wieder als Cindy auf der Bühne stehen. Ob ihr Comeback damit zu tun hat, dass sie als Bühnencomedian Ilka Bessin bisher eher weniger Glück hatte, ist unklar. Dafür kündigte sie schon mal eine RTL-Show mit Cindy an. Irgendwie war das schön, sie wiederzusehen – aber irgendwie war das auch enttäuschend, weil da jemand seine Prinzipien über den Haufen geworfen hat.

Um ein bisschen Substanz in diese Show zu bringen – und es war Zeit zu überbrücken – stand dann Oliver Pocher im Publikum und sprach Leute an. Er erwischte einen Lehrer, von dem er wissen wollte, wie es denn in den vergangenen Monaten lief. Als der Lehrer zur Antwort ansetzen wollte, wurde Pocher jedoch rüde unterbrochen, weil nun ganz schnell die Ehrlich Brothers auftreten mussten. Da war nicht nur Pocher sichtlich sauer – RTL hat in diesem Moment gezeigt, dass diese Leute dort vielleicht doch nicht wichtig genug waren. RTL sagt Danke, aber redet bloß nicht zu viel und guckt euch gefälligst die Zauberboys an.
RTL sagt: Nein danke. Wäre auch ein guter Titel gewesen.

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RTelenovela

Ein Schall wie eine Tonstörung

Mittwoch, den 1. September 2021
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Das Hotel an der Hamburger Fleetinsel ist noch ziemlich neu, und eigentlich waren unsere Zimmer richtig großartig. Mein Bett war mit Blick zur Fensterfront, und wenn ich rausschaute, dann blickte ich auf den Michel. Ich konnte aber auch auf den relativ großzügigen Balkon gehen, und dort hatte ich einen Blick auf die Elbphilharmonie, und ganz hinten links konnte ich sogar sehen, wenn die großen Pötte durch den Hafen fuhren. Direkt unter mir war einer der kleinen Flüsse, die zum Hafen führen. Einfach herrlich.
Nur mit der Akustik im Zimmer stimmte was nicht. Wenn ich was sagte, dann entstand ein merkwürdiges Echo – man könnte es auch einen Sound nennen. Als ob man übers Internet telefoniert, und die Leitung schlecht ist und mies-digital klingt. Ich klatschte einmal in die Hände, und auch das klang ziemlich fies. Vermutlich muss da noch was an den Wänden gemacht werden – bei der Abreise sagte ich vorsichtshalber Bescheid. Fürs nächste Mal. Oder so.

Ansonsten lohnt ein Besuch von Hamburg ja immer. Bei schönstem Wetter spazierten wir am Hafen entlang. Wer ins Restaurant wollte, musste draußen auch nur die Luca-App bedienen – und zwar alle, die am Tisch sitzen, wie uns der Kellner klarmachte.
Wir liefen weiter über den Fischmarkt, der am Freitagabend natürlich noch leer ist. Auf der anderen Seite des Marktes kommt man irgendwann zum “Schellfischposten”, der Kneipe, in der “Inas Nacht” aufgezeichnet wird – und an einer Tafel standen schon die nächsten drei Aufzeichnungstermine, jetzt, Anfang September. Komischerweise hatte ich Inas Kneipe kleiner in Erinnerung. Sie hat die drei Tische, die man auch in der Show sieht, aber im Raum steht ein vierter, der bei den Aufzeichnungen weggeräumt wird, und am Tresen ist auch Platz – außerdem da, wo immer die Interviews stattfinden. Wir bekamen den Tisch zum Ausgang hin. Nur Ina fehlte.

Hits: 91